Hallo Maschinenbauer,
vielleicht kann mir das einer sagen (ungefähr):
Eine Stahlstütze im Rohbau rund, senkrecht aufgestellt, 127mm
Durchmesser, 6,3mm Wandstärke, 3m hoch, oben und unten quadratische
Stahlplatten mit ca 140mm (falls revelant). Wieviel Gewicht trägt die?
Was ich nicht weiss, ist, was für ein Stahl es ist - ich kann nur
annehmen , etwas übliches im Baugewerbe. Es steht im Statikplan nichts
explizit dabei. Nehmt halt etwas gängiges an.
Danke und Gruss
reflex schrieb:> Eine Stahlstütze im Rohbau rund, senkrecht aufgestellt, 127mm> Durchmesser, 6,3mm Wandstärke, 3m hoch, oben und unten quadratische> Stahlplatten mit ca 140mm (falls revelant). Wieviel Gewicht trägt die?
Diese Stützen nennen sich Baustützen oder auch Schalungsstützen.
Bsp.:
http://www.mercateo.com/p/328SW-117301iv/Euro_Schalungsstuetze_der_Klasse_B_1870_3000mm_verzinkt.html
Die maximale Belastung sollte man auf der Belastungstabelle ablesen, die
auch abhängig von der Auszugslänge ist.
bau schrieb:> Diese Stützen nennen sich Baustützen oder auch Schalungsstützen.
im volksmund (am bau, genauere verbreitung unbekannt) auch als
doka-steher bekannt ;-)
vorausgesetzt, das ist eine solche deckenstütze:
die dinger haben keine 127mm duchmesser - bei 3m länge müsste es ein
350er oder 400er steher sein, die haben einen durchmesser von ungefähr
7cm und eine tragkraft von ca. 20-30kN (zumindest die originalen doka)
anhand der im ersten post angegebenen daten tippe ich eher auf eine fest
installierte säule, die im weiteren verlauf noch verkleidet werden
soll...
Erstmal danke für die Antworten. Das Knickwiki überfordert mich grad
mal.
Es handelt sich nicht um eine der üblichen mobilen
Baustützen/Schalungstützen, sondern einen fest verbauten Stahlpfeiler,
der schon deutlich massiver ist. Über die Baustützen ist zumindest eine
untere Abschätzung möglich, aber der müsste ja deutlich mehr tragen,
dann?
Vielleicht ist ja jemand in der Materie drin und kann das grob rechnen,
bitte.
reflex schrieb:> Eine Stahlstütze im Rohbau rund, senkrecht aufgestellt, 127mm> Durchmesser, 6,3mm Wandstärke, 3m hoch, oben und unten quadratische> Stahlplatten mit ca 140mm (falls revelant). Wieviel Gewicht trägt die?
Das liest sich wie eine Textaufgabe ;-)
> im volksmund (am bau, genauere verbreitung unbekannt) auch als> doka-steher bekannt ;-)
Bei uns wohl eher "Sprieß" :-)
Hmm, jetzt hab ich mich doch mal am Knicki-Wiki versucht und komme auf
3,3t Tragkraft - was mir jetzt sehr wenig vorkommt. Grob betrachtet
liegt da eine Betonplatte von 2,5x2,5*0,24m drauf, die bei 2,4t pro
Kubikmeter 3,6 Tonnen wiegt, und das ohne die Eisen drin.
Vielleicht hab ich den falschen E-Modul, hab mal 210 genommen.
Kommt doch noch ein Fachmann vorbei?
reflex schrieb:> Grob betrachtet> liegt da eine Betonplatte von 2,5x2,5*0,24m drauf, die bei 2,4t pro> Kubikmeter 3,6 Tonnen wiegt, und das ohne die Eisen drin.
Das komplette Gewicht liegt ja nicht auf der Stütze, da werden noch
Wände sein, die auch einen Teil tragen.
Dann wäre ja eine 3,3t Stütze ausreichend. Ich würde vermuten das die
Stütze mehr trägt, vielleicht kann das ja mal einer ausrechnen.
Ja, so schlau war ich auch - ich habe nur ein Viertel der Decke in
Betracht gezogen, und die ist eben so um die 5m x 5m, bzw. sind dort die
Auflager.
Die muss eigentlich mehr tragen, wenn schon so ein Doka / Spries um die
2t trägt.
reflex schrieb:>> Vielleicht hab ich den falschen E-Modul, hab mal 210 genommen.
Äpfel? Birnen? Da kommt es genau auf die verwendete Einheit an..
E-Modul ferrischer Stahl = 210 GPa/mm^2 = 210 kN/mm^2 = 21000 N/mm^2
Da hat man sich ruck zuck um den Faktor 100 verrechnet...
Und schon hab ich mich auch vertan.. Es muss natürlich E-Modul
ferrischer Stahl = 210 GPa/mm^2 = 210 kN/mm^2 = 210000 N/mm^2 Da hat man
sich ruck zuck um den Faktor 1000 verrechnet... heißen...
Hmm, alles in m umgerechnet, jetzt komm ich auf 211t Tragkraft, beim
Knickfall 4. Das erscheint jetzt grad nun mal wieder etwas zu hoch,
gefühlt.
Irgendwo ist der Wurm drin.Vielleicht kann ja mal jemand über die
Berechnung schauen, anbei als Excel.
Grüsse
Joe, hab grad nochmal kontrolliert, müsste stimmen, oder wo siehst Du
den Fehler genau?
Lt Wiki ist Flächenträgheitsmoment Iy=Iz=Pi/4 * (R^4 - r^4) (was
äquivalent zu der vielleicht gängigeren Formel mit A (Fläche) ist). R
ist dabei der Aussenradius, r der Innenradius.
Hmm, damit wird die Traglast noch grösser, 392t. Das scheint mir fast
unmöglich, aus der Intuition. Kann die so täuschen?
Auch mal ein Bildchen vom Pfeiler, damit es nicht so trocken ist.
Ich vergleiche das hier mal damit, als ich die Tragfähigkeit meines
Aquarienschrankes berechnet hatte: mehrere Tonnen.
Nun ist aber das Problem, das die Last eig. nie 100% von oben drückt
sondern auch etwas zur Seite.
Weiß nichtmehr welchen Faktor ich hier verwendet hatte (war wieso 19mm
MDF), aber damit war ich nurnoch bei bisschen unter 1Tonne.
Michael D. schrieb:> Nun ist aber das Problem, das die Last eig. nie 100% von oben drückt> sondern auch etwas zur Seite.
Das kommt sicherlich drauf an, was für eine Erdbebenwelle durchläuft.
Die Dimensionierung hängt unter Berücksichtigung solcher Umstände auch
davon ab, bei welcher Beschleunigung der Pfeiler einknicken darf - nur
um mal von der arg idealisierten Theorie abzulenken.
reflex schrieb:> Hmm, damit wird die Traglast noch grösser, 392t. Das scheint mir fast> unmöglich, aus der Intuition. Kann die so täuschen?
Nicht Ergebnisse posten, sondern den Lösungsweg mit Legende
und Einheiten wie du sie verwendet hast, dann könnte man das
auch nachvollziehen.
Da schleichen sich schnell Flüchtigkeitsfehler ein.
1kN = 100kg = 0,1to
Die Lösung von Joe G. für den 4.Fall von 4,018x10^6 N ist doch richtig.
Sind halt umgerechnet Fk= 40,18to.
reflex schrieb:> Hmm, damit wird die Traglast noch grösser, 392t. Das scheint mir fast> unmöglich, aus der Intuition. Kann die so täuschen?
Du solltest noch zwei Dinge beachten.
1. Ein Sicherheitsfaktor ist zu berücksichtigen.
2. Die zulässigen Spannungen dürfen auch nicht überschritten werden.
Ansosnten sind die Berechnungen realistisch. Zum Vergleich schaust du
hier:
http://www.bauforumstahl.de/upload/documents/publikationen/arbeitshilfen/Sta.20.5.pdf
Ich habe mal das Rohr (D=219, s=6.3) aus dem PDF nachgerechnet. Für den
Knickfall 1 komme ich auf 1372 kN, im PDF steht 1000 kN paßt also.
Nimmt man in deinem Fall eine zulässige Spannung von 380 MPa an, dann
führt schon der Fall 2 zu einer nicht mehr zulässigen Spannung bei der
berechneten Knickkraft. Die tatsächlich zulässige Kraft ist also
erheblich geringer als die Knickkraft.
was mir bei den berechnungen oben aufgefallen ist:
es wurde immer das trägheitsmoment für ein rohr verwendet. solche säulen
werden aber normalerweise beim betonieren der nächsten geschoßdecke mit
beton gefüllt um die knickgefahr zu reduzieren. zustäzlich kommt dabei
noch die belastbarkeit der füllung zum tragen.
im moment habe ich aber keine rechte lust, das ganze neu zu rechnen ;-)
@Michael S., hab doch den Lösungsweg in Excel angehängt im letzten Post.
OK, die Einheiten hätte ich sicher noch klarer dazuschreiben können.
@Joe G.
Herzlichen Dank!
Entschuldigung, Deinen Post oben mit dem ersten Lösungsansatz hab ich
erst überlesen, sonst hätte ich natürlich darauf Bezug genommen. Jetzt
konnte ich den letzten blöden Fehler rausfinden (6mm statt 6,3mm
Wandstärke genommen) und komme jetzt aufs gleiche Ergebnis.
Erstaunlich, was das Teil aushält. Also jedenfalls das x-fache der zu
erwartenden Last, was ja schon mal beruhigend ist.
Grüsse und dank auch an alle anderen.
reflex schrieb:> Erstaunlich, was das Teil aushält. Also jedenfalls das x-fache der zu> erwartenden Last, was ja schon mal beruhigend ist.
Auf dem Bau wird halt noch so dimensioniert wie bei Elektronik vor 40
Jahren ;)
Hoffen wir mal das sich das nicht so schnell ändert..
Hallo zusammen,
Knickfall 2 ist eher angebracht bei dieser Konstruktion, da die Platten
an den Enden wohl kaum eine ausreichend biegesteife Einspannung für Fall
4 bieten.
Viele Grüße
Nicolas
Nicolas S. schrieb:> Knickfall 2 ist eher angebracht bei dieser Konstruktion, da die Platten> an den Enden wohl kaum eine ausreichend biegesteife Einspannung für Fall> 4 bieten.
die letzten derartigen säulen, die ich (vor ein paar jahren) verbaut
habe, hatten an der oberen platte zusätzlich 4 eisen angeschweißt, mit
denen das ding in der oberen decke verankert wurde. die untere platte
wurde ca. 4-5 wochen nach dem betonieren mit vier spreizankern
befestigt...