Signal von Photodiode integrieren

Gast #3247355
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Hey zusammen,

ich würde gerne mit einem STM32F4 das Signal einer Photodiode (0-12V) 
auslesen. Sie wird mit Pulsen im fs Bereich und 1kHz bestrahlt, mich 
interessiert aber nur die mittlere Pulsenergie. Da das Signal der Diode 
irgendwo im ns Bereich liegt, kann ich es nicht wie mit einem 
Oszilloscope abtasten, da der uC zu langsam ist.
Kann ich, etwa durch einen Tiefpass, das Signal zeitlich mitteln, und 
daraus direkt die mittlere Energie (wenn man es vorher irgendwie eicht) 
messen?

Schöne Grüße,
Max
#3247381
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@ Photodoide (Gast)

>auslesen. Sie wird mit Pulsen im fs Bereich und 1kHz bestrahlt, mich
>interessiert aber nur die mittlere Pulsenergie. Da das Signal der Diode
>irgendwo im ns Bereich liegt, kann ich es nicht wie mit einem
>Oszilloscope abtasten, da der uC zu langsam ist.

Für derartige Messaufgaben braucht es eine recht schnelle, spezielle 
Schaltung. Deutlich über uC.net Niveau ;-)
Wenigstens eine sehr schnelle Sampe&Hold Schaltung + Triggererzeugung.
Vielleicht kann man ala Samplingoszilloskop arbeiten und über viele 
tausend Einzelmessungen das Signal konstruieren.
Gast #3247395
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Gerald schrieb:
> Du kannst einen Transimpedanzverstärker nehmen, der einen großen C
> im
> Rückkopplungszweig hat. Das integriert das Signal dann automatisch mit
> einer Zeitkonstante von 1/2piRC

Da muss ich mich dann erstmal ein bischen einlesen. Vielen Dank schonmal 
für den Hinweis!

Falk Brunner schrieb:
> Für derartige Messaufgaben braucht es eine recht schnelle, spezielle
> Schaltung. Deutlich über uC.net Niveau ;-)
> Wenigstens eine sehr schnelle Sampe&Hold Schaltung + Triggererzeugung.
> Vielleicht kann man ala Samplingoszilloskop arbeiten und über viele
> tausend Einzelmessungen das Signal konstruieren.

Das ist ja gerade das, was ich nicht brauche ;-) Ich benötige ja nur die 
mittlere Energie, bzw. den mittleren Strom aus der Diode.
Persönliche Seite #3247403
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Photodoide schrieb:
> Das ist ja gerade das, was ich nicht brauche ;-) Ich benötige ja nur die
> mittlere Energie, bzw. den mittleren Strom aus der Diode.

Die Fotodiode ist eine Stromquelle mit einer parallelen Kapazität. 
Brauchst also nur noch einen externen Widerstand parallelschalten. Die 
sich ergebende Spannung ist direkt abhängig vom durchschnittlichen 
Lichteinfall.
Gast #3247411
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Abdul K. schrieb:
> Photodoide schrieb:
>> Das ist ja gerade das, was ich nicht brauche ;-) Ich benötige ja nur die
>> mittlere Energie, bzw. den mittleren Strom aus der Diode.
>
> Die Fotodiode ist eine Stromquelle mit einer parallelen Kapazität.
> Brauchst also nur noch einen externen Widerstand parallelschalten. Die
> sich ergebende Spannung ist direkt abhängig vom durchschnittlichen
> Lichteinfall.

Das wäre natürlich am einfachsten. Allerdings frage ich mich, ob die 
Kapazität der Diode alleine ausreicht. Ich hätte einfach einen 
Kondensator parallel geschaltet. Ich werde das so einfach mal aufbauen 
und ein normales Oszi dranhängen. Wenn es eine glatte Kurve ergibt, die 
einigermaßen berechenbar mit der Pulsenergie skaliert, dann ist das 
Problem ja gelöst =)
#3247416
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Abdul K. schrieb:
> Die Fotodiode ist eine Stromquelle mit einer parallelen Kapazität.
> Brauchst also nur noch einen externen Widerstand parallelschalten. Die
> sich ergebende Spannung ist direkt abhängig vom durchschnittlichen
> Lichteinfall.

Im Prinzip richtig aber das ist nicht das Problem des TE sondern das die 
Impulse im ns-Bereich liegen. Außerdem hast du den parallelen Widerstand 
vergessen für das einfachste Modell einer Photodiode ;)
#3247427
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Mal zur Veranschaulichung. Nehmen wir dan, der Femtoseklundenpuls wird 
durch die Photodiode integriert und in einem 10ns Puls gewandelt. Dann 
bleibt der aber nicht stehen, denn es ist keine idealer Integrator, 
sondern nur eine Photodiode die als Tiefpass wirkt. Großer Unterschied!
Dieser 10ns Puls mit meinetwegen 1mA wird mit 1kHz wiederholt, das macht 
im Mittel einen Strom von 10ns/1ms * 1mA = 10nA. Da spielen dann schon 
langsam Leckströme bzw. Dunkelströme eine Rolle. Vielleicht reicht es 
und man kann es mit einem sehr guten Multimeter messen, vielleicht 
braucht man einen TIA als Strom-Spannungswandler.
Gast #3247430
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Michael Köhler schrieb:
> Im Prinzip richtig aber das ist nicht das Problem des TE sondern das die
> Impulse im ns-Bereich liegen.

Naja, ich bin ja nur an der mittleren Energie der Pulse interessiert. 
Das Problem ist, dass die Pulsenergie im laufe des Tages sinkt, und ich 
dafür nachreglen muss. Die Energie ändert sich aber kaum im Bereich von 
Sekunden. Von daher passt das schon zu meinem Problem.
Persönliche Seite #3247486
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Die innere Bandbreite von Fotodioden ist enorm. Daß aufgrund der 
Innenkapazität davon nur bis in den 100MHz-Bereich etwas nach außen 
dringt, ist ja nicht dein Problem! Zumal die Datenblätter dies eh falsch 
darstellen, da die nicht einen angepaßten Widerstand sondern standard 50 
Ohm messen.
Dich interessiert aber nur der Durchschnittswert! Das S/N kann 
eigentlich durch weitere Schaltung nur verschlechtert werden, solange 
die sich ergebende Spannung prinzipiell hoch genug ist.
#3247512
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Ich würde erstmal das Problem genauer umreißen wollen. Welche Pulsbreite 
bei welchen Photoströmen wird erzeugt. Das kann und muss man mal mit dem 
Oszi messen. Dann reden wir weiter.

Ein möglicher Ansatz sind mehrere Spitzenwertdetektoren in Reihe. Eine 
erste, sehr schnelle Stufe, die den Puls von vielleicht 10ns auf 10us 
verlängert. Dahinter eine Stufe, die von 10us auf 500us verlängert. Das 
kann man dann deutlich besser messen. Dazu gabs mal ne Application Note 
irgendwo.
#3247721
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Gerald schrieb:
> Das ist doch Quatsch, Falk. Alles was er braucht ist ein 0815 Single
> Supply CMOS Opamp (TS912, TL271) als Transimpedanzverstärker. Jedenfalls
> ist das, was man bei 2-Photonenlasern macht. Die Leistung wird eh eher
> hoch sein. mW, gelle?

Aha, der TS912 hat ne GBW von 0.8 MHz, da kommt besonders viel Freude 
auf Impulse mit ns-Breite drüber zu jagen. Wenn man Glück hat wird man 
Spikes sehen.
Ich denke, den Quatsch erzählst hier eher du, nichts für ungut. ;)
#3249435
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Fritz schrieb:
> Schau dir einmal den IVC102 PRECISION SWITCHED INTEGRATOR
> TRANSIMPEDANCE AMPLIFIER von Texas Instruments an, vielleicht ist der
> dafür geeignet.

Wenn die Impulse nur ns-breit sind bräuchte man einen OP-AMP der mal ne 
Bandbreite so im GHz-Bereich hat. Der IVC102 hat auch nur ne Bandbreite 
von 2 MHz, ist auch zu wenig.

Ein AD8009 ginge vielleicht. Hat bei nem Gain von 1 eine Bandbreite von 
1 GHz und bei einem Gain von 10 immerhin noch 320 MHz ( 2 Vp-p). Käme 
halt auf die genaue Pulsbreite an.
Gast #3249513
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Michael Köhler schrieb:
> Wenn die Impulse nur ns-breit sind bräuchte man einen OP-AMP der mal ne
> Bandbreite so im GHz-Bereich hat. Der IVC102 hat auch nur ne Bandbreite
> von 2 MHz, ist auch zu wenig.

Ich denke mal, dass die Energie von den ns-Impulsen der Fotodiode ja 
irgendwo hin muß und das geht nur in dem Ladekondensator im IC, wenn das 
dann auch langsamer am Ausgang ist, danach messen und Ladeko wieder 
rücksetzen.
Aber vielleicht liege ich auch falsch.
Gast #3253035
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Vielen Dank für die Hinweise schonmal! =)

Ich habe mal etwas nachgerechnet. Die Photodiode ist passiv, d.h. eine 
Art Kondensator, der durch das Licht aufgeladen wird. Sie hat eine 
junction capacity von etwa 400pF. Wenn ich den Puls so weit abschwäche, 
dass er den Kondensator maximal bis 5V aufläd, habe ich 2nC Ladung auf 
der Diode. Die Zeitskala auf der sich der Kondensator über einen 
externen Widerstand von beispielsweise 10kOhm entläd liegt etwa bei 3us. 
Wenn ich dann noch einen kleinen Kondensator im einstelligen nF Bereich 
parallel schalte, müsste ich doch mit einem ADC Wandler mit ca. 1MSps 
den Stromfluss einigermaßen samplen können.
Könnte das so funktionieren, oder rede ich unfug?
#3253103
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@ Photodoide (Gast)

>Ich habe mal etwas nachgerechnet. Die Photodiode ist passiv, d.h. eine
>Art Kondensator, der durch das Licht aufgeladen wird.

So in etwa.

>Sie hat eine
>junction capacity von etwa 400pF.

Das ist ja riesig! Wie groß ist die? 10mm Durchmesser?

> Wenn ich den Puls so weit abschwäche,
>dass er den Kondensator maximal bis 5V aufläd, habe ich 2nC Ladung auf
>der Diode.

Viel zuviel. Ausserdem sieht keiner deinen Schaltplan.

> Die Zeitskala auf der sich der Kondensator über einen
>externen Widerstand von beispielsweise 10kOhm entläd liegt etwa bei 3us.
>Wenn ich dann noch einen kleinen Kondensator im einstelligen nF Bereich
>parallel schalte, müsste ich doch mit einem ADC Wandler mit ca. 1MSps
>den Stromfluss einigermaßen samplen können.

Je größer deine Kapazität, umso kleiner das Signal, weil ja die 
Ladungsmenge konstant ist.

>Könnte das so funktionieren, oder rede ich unfug?

Ich glaube, du hast noch falsche Vorstellungen von der Messung. Wenn 
dein FEMTOsekunden Laserpuls eintrifft, kann er bestenfalls die 
Sperrschichkapazität der Photodiode aufladen. Diesen eher kleine 
Spannungspuls musst du messen bzw. verstärken.

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