Hallo,
als Einzelkämpfer in der Firma habe ich in den letzten Jahren auch
einige recht anspruchsvolle Applikationen mittels µCs realisiert. Da
keine direkten Ansprechpartner zur Verfügung standen, wenn
Detailprobleme auftauchten, habe ich an manche Fehler teilweise tagelang
gesucht. Auch ist es oft recht mühsam, sich in neue Techniken ohne
direktes Gegenüber einzuarbeiten.
Wie sieht das bei Euch aus, mit wem tauscht Ihr Euch aus, wenn es um
technische Fragen geht? Wie bildet Ihr Euch weiter?
Ja. Das gibt es. Auch mit Arbeitskollegen ist es moeglich sich nicht
austauschen zu koennen, wenn die von diesem Gebiet keine Ahnung haben.
Da muss man sich eben die Leute anderswo suchen. Das nennt sich dann
auch "Netzwerken". Leider kann man die Leute dafuer nicht motivieren.
Geht mir ähnlich, ich versuch bei Problemen dann Kollegen mein Problem
zu erklären... meist vereinfache ich die Erklärung so weit dabei, dass
ich dann selbst auf die Lösung komme. Und wenn nicht, bleibt das
Internet.
und wie macht man das als EK auf dem Gebiet wo nichts mehr entwickelt,
sondern angewendet wird, und man dann Fehler in diversen Geräten und
Systemen suchen + finden + beseitigen muß?
In den meisten Fachforen bzgl. der angesprochenen Thematik wird nur auf
mitteldurchschnittlicher Ebene > Systemanwendungen und Applikationen
gearbeitet, aber nicht an manchmal auftretenden Störungen oder
Ungereimtheiten,
da fehlt es dann wieder an den ehrgeizigen Fachleuten > Angestellten,
die sich ihre kostbare Freizeit besser zu gestalten wissen > ist nicht
mein Problem, bekomme ich auch net bezahlt, soll sich der Chef drum
kümmern oder jemanden suchen und dann die Lösung preisgeben! Basta
als sogenannter Nerd bekommt man ja keinerlei Dank oder Würdigung von
seinem "Team"!
Hallo Kamerad:)
Ich bin auch ein Einzelkämpfer(zwar noch ein Student im Master Studium),
und mein Hauptprofessor des Fachbereichs sagt mir bei jeder
Gelegenheit:
"Sie müssen in Gruppen lernen (da habe ich bei ihm eine vier kassiert,
passiert halt) , später werden sie in Industrie auch in Gruppen
arbeiten"
"Es ist oft besser ihren Kollegen zu fragen wenn Sie irgendwas nicht
verstehen"
"...Sie könnten viel weiter gehen, hätten sie unseren Arbeitskollegen
zur Hilfe genommen"(es ging um meine Bachelorarbeit, die ich eben bei
ihm geschrieben habe)
Tja, ich denke er hat auch recht, aber ich bin halt so.
Oft ist es besser die ganzen Entscheidungen selber zu treffen,besonders
wenn es um meine Aufgabe/Projekt geht wo ich auch die volle
Verantwortung trage. Oft bin ich der Meinung die ganzen Diskussionen
rauben zu viel zeit, und es wäre schneller und besser so zu tun, wie ich
es für richtig halte.
Einzelkampf hat auch das Vorteil, dass du selbst viel kannst und viel
dazu lernst- Somit bist du sehr vielseitig und unabhängig wenn es um
Entwicklung geht.
Nachteilig ist, man benimmt sich ein wenig asozial, verbringt nicht so
viel zeit in der Ideen-Küche, nimmt in den Ideenaustausch weniger
Teil...
Zurück zu der Frage:Wie bilde ich mich weiter?
Bücher, Internet und natürlich nachfragen, wenn es einen Spezialist
in der nähe gibt.
> Zurück zu der Frage: Wie bilde ich mich weiter?>> Bücher, Internet und natürlich nachfragen, wenn es einen Spezialist> in der nähe gibt.
Das wird im Deutsch-sprachigen Raum immmer schwieriger, weil
a) es bald keine "Spezialisten" mehr geben wird
b) Publikationen - wenn es denn noch etwas wirklich fachbezogenes geben
sollte - immer mehr in Richtung oberflächlichen Geschwafels ausarten,
oder mit Werbung überfrachtet werden, dass man den eigentlichen Sinn
nicht mehr erkennen kann.
c) die Leute, die wirklich noch etwas wissen, dieses Wissen im Namen der
Firma - wo sie arbeiten - geheim halten müssen. Sonst kommt der
Konkurrent aus Fern-Ost und alsbald dann mit der Firmenpleite ist man
auch seinen Arbeitsplatz los.
Vergleicht man mal inhaltlich gesehen Fachartikel z.B. der "radio
fernsehen elektronik" aus den Jahren vor 1990 mit den heutigen
"Fachartikeln" z.B. der C't, dann wird klar, was ich meine.
Wenn man heutzutage mal ein Problem mit einem elektronischen Gerät hat -
Schaltpläne, um sich selbst ein Bild machen zu können, liegen dem
Produkt schon lange nicht mehr bei - dann ist man genötigt, die so
genannte "Hotline" zu bemühen. Die dort tätigen (wahrscheinlich auch
nicht so hochbezahlten) "Fachleute" warten dann mit solchen Bemerkungen
auf, wie etwa "probieren Sie doch mal dieses oder jenes". - Mit
fundiertem Wissen über die interne Wirkungsweise des Produktes hat das
meistens nicht viel zu tun.
Aber dazu gibt es ja die geplante "Obsolenz", die spätestens kurz nach
Ablauf des Produktgarantie eintritt und man gezwungen wird ein neues
Gerät zu kaufen. -
Wozu soll man sich also noch mit zeitaufwändigen Reparaturen oder
sonstigem Interesse an dem Innenleben eines Produktes zu beschäftigen?
Hoch lebe die Verschwendung von Ressourcen und die Vermehrung der
Unternehmensgewinne (in der Elektronik kaum noch in Deutschland)!
Willkommen in der allseits ungebildeten Gesellschaft!
Grüsse aus Berlin
PSblnkd
Schon die Wortwahl "Einzelkämpfer" ist Mist. Ich sitze seit zehn Jahren
alleine in meiner Fabrik/Unternehmen/Büro.
Ich kämpfe nicht, ich mache den Quatsch, der nötig ist.
Die meisten hier im Forum bewerten ihren beruflichen Einsatz, ihr Wissen
und ihre Fähigkeiten viel zu hoch und dramatisieren unnötig herum.
Siebzehn mal Fuenfzehn schrieb:> Das nennt sich dann> auch "Netzwerken". Leider kann man die Leute dafuer nicht motivieren.
Kann man nicht?
Ist dir die Ironie dieses Beitrages überhaupt beuwsst?