Hallo zusammen,
ich habe vor kurzer Zeit eine Motorsteuerung gebaut, auf deren Grundlage
ein Arduino zum Einsatz kommt.
Dass es sich um einen Arduino im Inneren (Gehäuse) handelt, sieht
niemand, da er wie gesagt in einem Gehäuse ist und an ihm die
Schalter/Klemmen und LEDs (Gehäuseoberfläche) angeschlossen sind.
Darf ich nun dieses Produkt verkaufen ohne zu erwähnen, welche Steuerung
(Arduino) drin ist?!
Danke und Gruß
Joh
Joh! schrieb:> ich habe vor kurzer Zeit eine Motorsteuerung gebaut, auf deren Grundlage> ein Arduino zum Einsatz kommt.
Den Originalen aus Italien schon, den China Clone nicht.
>Meinst Du Arduino in einme kommerziellen Produkt?
Ja.
Mit GCC? Ich weiß nicht, was hinter der IDE von Arduino steckt.
Ich habe die Software für den AVR jedenfalls mit der mitgelieferten
Arduino-Software geschrieben. (Link: http://arduino.cc/en/Main/Software)
Gruß
Wenn du Software unter Verwendung von Fremdkomponenten schreibst, tust
du gut daran, dich rechtzeitig selbst um lizenzrechtliche Aspekte zu
kümmern, ggf. unter Einbeziehung eines fachkundigen Rechtsanwalts. Mit
der "Rechtsauskunft von XYZ (Gast)" aus einem Forum wirst du im
Zweifelsfall bestenfalls mitleidiges Kopfschütteln des Richters
erreichen.
Soviel sei verraten:
Arduino arbeitet mit GCC.
Eine Arduino-Installation beherbergt unterschiedliche Lizenzen.
LGPL ist für kommerzielle Software kein Problem.
GCC ist für kommerzielle Software kein Problem.
Nicht-Nennung von Informationen, deren Nennung von Softwarekomponenten
gefordert wird, ist ein Problem mit Folgekosten, die den wirschaftlichen
Erfolg leicht zunichte machen können.
Was spricht dagegen, das Ross zu nennen, auf dem du reitest?
Mücke schrieb:> Den Originalen aus Italien schon, den China Clone nicht.
Wieso ist das jetzt ein Problem? Urheberrecht (Ist der China-Clone eine
Raubkopie des original Designs)? WEEE?
Software, die mit dem gcc kompiliert, kann grundsätzlich verkauft
werden. Wenn in Deinem Produkt aber GPL Software enthalten ist, musst Du
die (veränderten) Quellen für den Käufer verfügbar machen (z.B. CD,
Internet...).
Markus M. schrieb:> GPL Software enthalten ist, musst Du> die (veränderten) Quellen für den Käufer verfügbar machen
Linken von GPL-Software (GPL, nicht LGPL) zu einem kommerziell
vertriebenen Binary, ohne GPL-Offenlegung des eigenen Codes? Da würde
ich vorher einen sehr *erfahrenen* Rechtsanwalt aufsuchen.
Markus M. schrieb:> Wenn in Deinem Produkt aber GPL Software enthalten ist, musst Du
Wie will man das nachweisen? der avr bietet doch lockbits! Oder hab ich
da was falsch in erinnerung?
Du meinst in deinem Gerät steckt eine komplette Arduino? Mit usb progger
& co ?
Warum denn das? Du kannst doch wesentlich günstiger nur die Avr's
verwenden.
Wenn ich ein Gerät kaufe und zufällig öffne und dort ein Dev board
drinne finden würd, würd ich mich doch sehr wundern. Das hat immer den
beigeschmack von selbstgebastelt.
Und soweit mir bekannt sind die Arduinos nicht auslesegeschützt. Sprich
jeder könnte dein werk Kopieren und nachbauen.
Zu den rechtlichen fragen könntest du ja erstmal eine mail an die
Arduino leute senden und fragen was du beachten solltest.
klausr schrieb:> Wieso ist das jetzt ein Problem? Urheberrecht (Ist der China-Clone eine> Raubkopie des original Designs)? WEEE?
Im einfachsten Fall:
Dem China Clone hat der China Mann das CE-Zeichen nur aufgedruckt. Laß
es oder lebe damit.
Mütze schrieb:> Dem China Clone hat der China Mann das CE-Zeichen nur aufgedruckt. Laß> es oder lebe damit.
Naja, die CE Prüfung müsste er eigentlich eh für das ganze Gerät
nochmals machen.
Warum muss das unbedingt verkauft werden?
WArum kann das nicht auch Open Source werden, und die Welt wird noch ein
Stückchen besser,
Der Autor (Joh!) lebt doch auch davon, dass andere Leute Code als Open
Source oder kostenlos bereitstellen:
- Er benutzt den GCC
- Er benutzt die Arduino Entwicklungsumgebung
- Er benutzt einen Arduino, dessen Schaltplan frei ist.
Und dann schreibt er ein kleines Tool. 0.00001 Prozent Erfindungshöhe
des Gesamtsystems. Und möchte dann aber Knete dafür haben.
So etwas kann ich immer nicht verstehen.
>Was spricht dagegen, das Ross zu nennen, auf dem du reitest?
Öhm...ich weiß nicht ganz was du hören willst.
Ich habe doch oben alles beschrieben.
Ich habe in ein Gehäuse einen Arduino verbaut der im Gehäuse selbst die
Komponenten steuert.
Von außen hat der Benutzer nur Zugriff auf Schalter und LEDs, sieht also
das Innenleben nicht.
Da die Schaltung für viele Anwendungen interessant sein könnte, was
Schrittmotorsteuerung betrifft, wollte ich eben einfach wissen, ob man
das so verkaufen darf.
>Warum denn das? Du kannst doch wesentlich günstiger nur die Avr's>verwenden.
Weil der Arduino aus meiner Sicht auf Applikationsebene deutlich
einfacher zu programmieren ist als von grundauf den AVR (in C o.ä. in
AVR-Studio) zu programmieren.
Deshalb möchte ich die Bibliotheken von Arduino nutzen.
Inwiefern ich aber die Bibliotheken auf einem "nackten" AVR (ohne
arduino drum herum) nutzen kann weiß ich nicht.
>Warum muss das unbedingt verkauft werden?>WArum kann das nicht auch Open Source werden, und die Welt wird noch ein>Stückchen besser
Ähm, weil vielleicht nicht jeder in der Lage ist, so ein Ding anhand
eines Schaltplans aufzubauen?
Die Idee kann doch gerne Open Source sein und frei veröffentlicht
werden.
Dass ich aber den kompletten Aufbau für Interessenten nicht verschenke,
dürfte sich auf von allein erklären. Schließlich habe ich den Arudino
auch gekauft und ihn nicht geschenkt bekommen.
PittyJ schrieb:> Warum muss das unbedingt verkauft werden?
Die Frage ist berechtigt, aber anders, als du das meinst ;)
Ganz ernsthaft gefragt: Wer soll das kaufen, und warum?
Aus der "Projektbeschreibung" heraus will das kein Mensch...
Oliver
joh! schrieb:>>Warum denn das? Du kannst doch wesentlich günstiger nur die Avr's>>verwenden.>> Weil der Arduino aus meiner Sicht auf Applikationsebene deutlich> einfacher zu programmieren ist als von grundauf den AVR (in C o.ä. in> AVR-Studio) zu programmieren.> Deshalb möchte ich die Bibliotheken von Arduino nutzen.> Inwiefern ich aber die Bibliotheken auf einem "nackten" AVR (ohne> arduino drum herum) nutzen kann weiß ich nicht.
Das war klar. Du hast keinen Schimmer wie du einen AVR ohne das fertige
Board drumrum nutzen könntest. Und den Punkt der Frage hast du auch
nicht verstanden. Es ging um die HW nicht um deine SW und deine
geliebten libs. Aber da du erschreckend wenig Ahnung hast, ist dir das
sowieso nicht klar.
Aber fertige Geräte verkaufen wollen. Da kann man nur den Kopf
schütteln.
Die Idee mit dem Warnaufkleber ist gut. Da weiß man gleich woran man
ist. An deiner Stelle würde ich davon Abstand nehmen, die Welt mit
deinem Zeug zu beglücken und vielleicht erstmal auf den Hintern sitzen
und die Grundlagen pauken, damit man auch versteht was man da überhaupt
verkauft. Dann kannst du vielleicht auch mal ne eigene Platine
entwickeln und musst nicht fertige Boards verbauen, die für dich ne
Blackbox sind. Bei der SW isses ja genauso. Das ist hochnotpeinlich.
gruß cyblord
PittyJ schrieb:> Und dann schreibt er ein kleines Tool. 0.00001 Prozent Erfindungshöhe> des Gesamtsystems. Und möchte dann aber Knete dafür haben.
Naja, man kann niemandem vorwerfen Knete haben zu wollen. Wenn jemand
bezahlt der das kleine Tool oder den Arduino fertig programmiert in
einem Gehäuse haben will, warum nicht. Entscheiden muss doch der
potentielle Kunde, ob ihm das Geld wert ist, und solange er nicht
getäuscht wird sollte das auch die Entscheidung des Kunden sein.
Joh! schrieb:> Darf ich nun dieses Produkt verkaufen ohne zu erwähnen, welche Steuerung> (Arduino) drin ist?!
Die Hardware von Privat an Privat als Bastlerware.
> Darf ich nun dieses Produkt verkaufen
Natürlich.
(Board unter creative commons, Lib unter LGPL)
Erschreckend was hier für Horden von Noobs rumlaufen,
die von tuten und blasen keine blasse Ahnung haben,
und zu abstrusen Vermeidungsstrategien raten.
Fritsch dem Kindergarten entsprungen ohne je ein Projekt
realisiert zu haben.
Ob es sinnvoll ist, ein 10 mal so teures Produkt zu
verkaufen wie es ein AVR alleine wäre, sei dahingestellt.
Alle rechtlich relevanten Bedingungen des In Verkehr Bringens,
wie CE, WENN, VerpackVerord, BattVerord, MWSt,
müsste man einhalten, aber erst wenn der Verkauf gewerblich
wird, d.h. über ein bestimmtes Maß hinaus geht (Einnahmen von
mehr als 480 EUR/Monat).
MaWin schrieb:> aber erst wenn der Verkauf gewerblich> wird, d.h. über ein bestimmtes Maß hinaus geht (Einnahmen von> mehr als 480 EUR/Monat).
Das wird mindestens die Stiftung WEEE anders beurteilen.
Dann mal viel Spass mit denen.
wendelsberg
Joh! schrieb:> Darf ich nun dieses Produkt verkaufen ohne zu erwähnen, welche Steuerung> (Arduino) drin ist?!
Die Hardware von Privat an Privat als Bastlerware.
MaWin schrieb:>> Darf ich nun dieses Produkt verkaufen>> Natürlich.>> (Board unter creative commons, Lib unter LGPL)>> Erschreckend was hier für Horden von Noobs rumlaufen,> die von tuten und blasen keine blasse Ahnung haben,> und zu abstrusen Vermeidungsstrategien raten.>> Fritsch dem Kindergarten entsprungen ohne je ein Projekt> realisiert zu haben.
Wenn Du jetzt noch lesen und schreiben könntest wärst Du hier der
Größte.
> Das wird mindestens die Stiftung WEEE anders beurteilen.
Nein, die Stiftung EAR, die bei uns WEEE umsetzt, sieht das genau so wie
ich es beschreiben habe, denn sie sagt:
"der neue Elektro- oder Elektronikgeräte gewerblich für den Nutzer
anbietet "
> Die Hardware von Privat an Privat als Bastlerware.
Auch, aber nicht nur.
> Wenn Du jetzt noch lesen und schreiben könntest wärst Du hier der> Größte.
Immerhin kann ich denken, das ist bei dir wohl abgeschaltet.
joh! schrieb:>>Was spricht dagegen, das Ross zu nennen, auf dem du reitest?>> Öhm...ich weiß nicht ganz was du hören willst.> Ich habe doch oben alles beschrieben.
Was hindert dich daran, dem Kunden die verwendeten Fremdkomponenten
mitsamt den zugehörigen Lizenzbestimmungen zu nennen (falls
Fremdkomponenten das fordern)?
joh! schrieb:> Weil der Arduino aus meiner Sicht auf Applikationsebene deutlich> einfacher zu programmieren ist als von grundauf den AVR (in C o.ä. in> AVR-Studio) zu programmieren.> Deshalb möchte ich die Bibliotheken von Arduino nutzen.> Inwiefern ich aber die Bibliotheken auf einem "nackten" AVR (ohne> arduino drum herum) nutzen kann weiß ich nicht.
Wenn man Die Spannungsversorgung außer acht lässt und den ATMEGA via ISP
programmiert was auch mit von Arduino erzeugten HEX Files geht braucht
man exakt 7 Bauteile für ein funktionierendes ARDUINO Environment.
joh! schrieb:> Ähm, weil vielleicht nicht jeder in der Lage ist, so ein Ding anhand> eines Schaltplans aufzubauen?> Die Idee kann doch gerne Open Source sein und frei veröffentlicht> werden.
Was ich nicht verstehe wenn die Idee Open Source sein kann dann ist es
eh Öffentlich das ein ARDUINO drin ist. Und nachdem ich den Text nochmal
gelesen habe versteh ich dein Problem noch weniger.
> Dass ich aber den kompletten Aufbau für Interessenten nicht verschenke,> dürfte sich auf von allein erklären. Schließlich habe ich den Arudino> auch gekauft und ihn nicht geschenkt bekommen.
A.) Du hättest den ARDUINO nicht kaufen müssen da er OpenSource ist. Du
hast also eben nicht für die Idee sondern für die Hardware bezahlt. Alle
Schaltpläne und das PCB Layout sind öffentlich. Du darfst nach diesen
Unterlagen ARDUINO´s bauen und verkaufen. Das einzige was du nicht
darfst ist das ARDUINO Logo verwenden
B.) Sorry das ich das jetzt sagen muss aber es liegt mir auf der Zunge
wen du es nicht fertig bringst einen ATMEGA so zu verdrahten das er mit
dem ARDUINO Environment läuft bezweifle ich das deine Schaltung
überhaupt viele Käufer findet.
C.) Jeder der wissen will was unter der Haube los ist wird das Gehäuse
öffnen.
PittyJ schrieb:> Und dann schreibt er ein kleines Tool. 0.00001 Prozent Erfindungshöhe> des Gesamtsystems. Und möchte dann aber Knete dafür haben.
Was ja im Prinzip legal ist. Aber er scheint gar nicht kapiert zu haben
das ARDUINO Open Source ist siehe A. Und was mir gar nicht gefällt Open
Source nutzen und es nicht zugeben wollen.