Hallo Leute
Ich habe folgende Situation. Zwei Gleichstrommotoren, die jeweils mit 4
Tastern angesteuert werden sollen -> M1 links, M1 rechts, M2 links, M2
rechts, ohne PWM oder sonstigen Schnickschnack. Die ganze Geschichte
muss auch kurzschlussfest ausgelegt sein, heisst durch Drücken mehrerer
Taster darf nichts kurzgeschlossen werden.
Ich dachte hierfür den L293 D als Treiber zu nehmen. Jetzt gibt es aber
ein Problem: Ich habe in meinem Anwendungsfall nur drei Litzen zu den
Motoren, da zwei Pole der Motoren zusammenhängt wurden, wohl um Kupfer
zu sparen.
Das heisse der L293 bekäme, je nach dem welcher Motor läuft, am anderen
Motorausgang ein +, resp ein - drauf. Weiss jemand, ob der das abkann?
Der L293 schliesst im ausgeschalteten Motorzustand den Motor kurz, um
als Bremse zu fungieren. Wenn da ein Potential draufkommt sollte es dem
ja egal sein, oder was meint ihr?
Ich konnte dem DB nicht entnehmen, ob bei Funktion 'bremse' der
Motorausgang potentialfrei ist. Wenn der alles auf Masse hängt kann ich
es natürlich vergessen.
Gruss, Philipp
Hat sonst noch jeamnd eine Idee, wie ich das lösen kann? Ich möchte
ungerne auf Relais zurückgreifen, wobei das natürlich die einfachste
Möglichkeit wäre.
Gruss, Philipp
Markus Huber schrieb:> Hat sonst noch jeamnd eine Idee, wie ich das lösen kann? Ich möchte> ungerne auf Relais zurückgreifen, wobei das natürlich die einfachste> Möglichkeit wäre.
So eine spontane Idee: Mit einer Stromversorgung ist das nicht zu
schaffen, dann hättest du immer einen Kurzschluss, wenn der eine Motor
nach links läuft und der andere nach rechts. Hättest du aber zwei
Stromversorgungen, wobei die 2. komplett potentialfrei von der ersten
läuft, könnte es gehen. Teste das mal mit zwei Batterien. Allerdings
dürften sich die zwei Motoren beeinflussen, wenn du bei in eine Richtung
laufen lässt. Wer kam den auf die Idee, beide Motoren mit nur einem
3-pol Kabel anzuschließen? Kann man dies nicht ändern?
Nein, es ist nicht zu ändern. Du hast mich aber gründlich
missverstanden:
Die Anforderung ist, dass zu einer Zeit Motor 1 nach links oder rechts
dreht, oder Motor 2 nach links oder rechts dreht. Dies wird mit 4
Tastern gesteuert.
Natürlich müssen nicht beide gleichzeitig laufen! Ein Motor mit einer
Drehrichtung pro Taster. Sind mehrere Taster gedrückt, darf kein
Kurzschluss entstehen.
Somit brauche ich auch keine zwei verschiedene Stromversorgungen, das
ist klar. Mit Relais (wie heisst der Plural von Relais?) wäre dies auch
einfach zu realisieren, ich möchte halt nur, wenn es irgendwie geht, auf
Halbleiter zurückgreifen und nicht ein Griff in die Relaiskiste.
Gruss, Philipp
Es lässt sich schon durch die Anforderung, es darf kein Kurzschluss
entstehen wenn mehrere Tasten gedrückt werden, nicht realisieren.
Es sein denn du verwendest einen Controller für die Steuerung. Dieser
muss dann mehrere Tastendrücke ignorieren. Ob es aber dann Auswirkungen
auf die interne Elektronik der H-Brücke hat, müsste man erst austesten.
Bremsen darfst du aber nie, da dabei eine Seite immer auf GND oder VCC
liegt.
Hai!
Hubert G. schrieb:
> Es lässt sich schon durch die Anforderung, es darf kein Kurzschluss> entstehen wenn mehrere Tasten gedrückt werden, nicht realisieren.
Ahh. Und Tasterverriegelung existiert nicht.
Und die Erde ist eine Scheibe.
Noch was vergessen?
Grusz,
Rainer
Rainer Ziegenbein schrieb:> Ahh. Und Tasterverriegelung existiert nicht.> Und die Erde ist eine Scheibe.>> Noch was vergessen?
Von einer mechanischen Tastenverriegelung war hier nicht dir rede, wie
du hier nachlesen kannst.
Markus Huber schrieb:> Die ganze Geschichte> muss auch kurzschlussfest ausgelegt sein, heisst durch Drücken mehrerer> Taster darf nichts kurzgeschlossen werden.
Aber eine intelligente Lösung von deiner Seite ist sicher gefragt.
Warum ein Mikrocontroller für eine simple Verriegelung? Sowas hatte ich
vor 20 Jahren mit TTL-Bausteinen gemacht. 3 NAND-Gatter reichen aus, um
eine Verriegelung zu Erreichen. Im Prinzip ist das ein Teil einer
XOR-Schaltung ohne die letzte Stufe.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:XOR_Aufbau_NAND.svg
@Hubert:
Mal eine ganz hässliche Zeichnung auf die Schnelle gemacht, von wegen
nicht möglich.
edit: rot ist die gegebene Kupfer Leitung. Der Rest sollte klar sein.
Hubert G. schrieb:> Markus Huber schrieb:>> Ich möchte>> ungerne auf Relais zurückgreifen
Da aber die mit 2 und 3 bezeichneten Kontakte umgepolt werden, lässt
sich das mit Halbleitern nur sehr aufwendig lösen, die Schaltung mit
Relais ist viel vernünftiger (sofern an der Aufgabenstellung überhaupt
was vernünftig ist, das mit den 3 Kabeln ist eine ausgesprochen blöde
Idee).
Gruss Reinhard
Hubert G. schrieb:> Markus Huber schrieb:>> Ich möchte>> ungerne auf Relais zurückgreifen
Ja, danke Hubert. Bisher hast auch nicht viel beigetragen, ausser zu
sagen es sei nicht möglich. Guck' dir mal meine 'auf die schnelle
Schaltung an'.
Die Anwendung mit den drei Kabeln kennen die meisten von euch, sie
wissen es nur nicht. Tatsächlich ist es so, dass die meisten von euch
morgens und abends nur wenige cm neben dieser Anwendung sitzen.
Naaaaaaaaaaaa?
Genau - es ist die Aussenspiegel-Verstellung im Auto. E-Motor 1 macht
die horizontale Achse, E-Motor 2 verstellt die vertikale Achse. Und da
jeder Automobilhersteller Kupfer sparen will, sind die Motoren dort nur
mit 3, resp 5 Kabeln angeschlossen (zwei Motoren links und rechts).
Ich mach' es dann wohl eher mit Relais.
Gruss, Philipp
Hai!
Hubert G. schrieb:
>> Die ganze Geschichte muss auch kurzschlussfest ausgelegt>> sein, heisst durch Drücken mehrerer Taster darf nichts>> kurzgeschlossen werden.>> Aber eine intelligente Lösung von deiner Seite ist sicher> gefragt.
Die habe ich bereits geliefert. Sie heisst im normgetreuen
Fachchinesich Tasterverriegelung. Die Tasterverriegelung
leistet genau das, was nach Deinem vorherigen Beitrag angeblich
nicht geht - sie verhindert z.B., dass es einen Kurzschluss
gibt, wenn man die Taster "Linkslauf" und "Rechtslauf"
gleichzeitig drueckt. Bei einer vernuenftigen Schaltschrank-
installation mit Tasterverriegelung passiert dann naemlich
.... nichts.
Der Sarkasmus in meiner vorigen Antwort wurde durch Deine
sehr selbstbewusste Behauptung...
> Es lässt sich schon durch die Anforderung, es darf kein> Kurzschluss entstehen wenn mehrere Tasten gedrückt werden,> nicht realisieren.
...hervorgerufen.
Grusz,
Rainer
Hai!
Markus Huber schrieb:> Ich mach' es dann wohl eher mit Relais.
Wenn ich keinen Fehler gemacht habe, dann geht es auch nur
mit Tastern, ganz ohne weitere Elemente. Man benoetigt zwei
Taster mit je einem Wechsler und zusaetzlich zwei Taster
mit je zwei Wechslern. Fuer den Schaltschrankbau gibt es
sowas. - Natuerlich muessten die Taster kraeftig genug sein,
um den Motorstrom auszuhalten.
Bei Interesse muss ich ggf. mal ein Schaltbild malen.
Grusz,
Rainer
Die sind wie folgt zu schalten:
M1 links 1,6
M1 rechts 2,5
M2 links 3,6
M2 rechts 4,5
Bei Tastern mit 2 x Ein kann man je 2 Kontakte für 5 und 6 parallel
schalten, also
Taster 1 1,6a
Taster 2 2,5a
Taster 3 3,6b
Taster 4 4,5b
Eine Verriegelung ist dabei nicht drin, dazu steuert man am besten die
Motoren mit 3 Halbbrücken und entsprechender Logik oder einem
Winz-Controller.
Gruss Reinhard
Hubert G. schrieb:> Dann zeichne mir mal eine XOR-Verknüpfung mit 4 Eingänge und 4 Ausgänge> auf.> Ausgang darf natürlich immer nur einer Aktiv sein.
In der Schaltung sind die Eingänge A/B für Motor 1 sowie C/D für Motor 2
vorgesehen. Die drei NAND geben nur dann eine logische 0 auf Out1 oder
Out2 aus, wenn einer der beiden Eingänge A oder B auf logisch 1 sind.
Ohne Tastendruck gibt es logisch 1 auf Out1 und Out2. Damit sind die
beiden Tasten schon verriegelt. Das gleiche für Motor 2. Die
Verriegelung von Motor 1 zu Motor 2 und umgekehrt erfolgt durch ein XOR
an den Ausgängen. Das XOR detektiert es als Busy-Signal. Dieses Signal
wird invertiert an die NANDs weiter gereicht. Da jetzt einer der
Eingänge auf logisch 0 liegt, ist die Bedingung für NAND niemals
erfüllt.
Nur wenn Eingang A/B oder C/D auf gleichen Niveau liegt (logisch 1 oder
0), wird der jeweils andere Motor freigegeben.
Jepp und damit wird dem anderen Teil der Schaltung ein Busy-Signal
angezeigt. Logisch 1 bedeutet Eingang aktiv, daher wird dieses Signal
invertiert dem anderen Schaltungsteil weitergereicht. Dadurch kann nur
jeweils ein Schaltungsteil aktiv werden.
Du siehst also, nur bei unterschiedlichen Eingangssignalen A/B und nicht
aktiven Busy (hier mal als E für Enable) gibt es an Out1 oder Out2 eine
logische 0. Das XOR macht daraus logisch 1 für Busy. Das wird invertiert
zu logisch 0 und sperrt den anderen, identisch aufgebauten Teil der
Schaltung.
Schau dir mal deine XOR-Schaltung an, die macht gar nichts. IC3B und
IC3D blockieren das, da brauchst du je ein NAND.
Und wenn du das auf einen L293 weitergeben willst dann müssen die
Ausgänge High-Aktiv sein damit die Motorbremse nicht aktiviert wird. Das
ist vorgegeben durch die 3-Adrige Motoranschaltung.
Also mit drei ICs ist da sicher nichts, eher fünf.
Das ganze hat sich aber ohnehin erledigt, da mittlerweile "Markus Huber"
einer Relaisschaltung der Vorzug gibt, auch wenn ich noch keine
funktionierende gesehen habe.
Die drei NANDs bilden kein vollständiges XOR, da das ausgehende NAND
fehlt (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:XOR_Aufbau_NAND.svg). Das
erste NAND gibt logisch 1 aus, wenn mindestens 1 Eingang auf logisch 0
liegt. Das NAND, an dem zwei logische 1en anliegen, gibt wieder logisch
0 aus. Das andere entsprechend logisch 1.
Hier mal die Wahrheitstabelle eines XOR aus 4 NAND vor und nach dem
abschliessenden NAND (siehe obigen Link):
1
A B O1 O2 XOR
2
0 0 1 1 0
3
0 1 1 0 1
4
1 0 0 1 1
5
1 1 1 1 0
Statt den zwei XOR ginge auch ein AND, denn gleiche Eingänge A/B ergeben
ja an Out1 und Out2 ein logisch 1, was ja eine Freigabe für den zweiten
Schaltungsteil bedeutet.
1
A B O1 O2 AND
2
0 0 1 1 1
3
0 1 1 0 0
4
1 0 0 1 0
5
1 1 1 1 1
Es ergibt sich daher zweimal 3fach 3-Input-NAND, ein 2fach 2-Input AND
und für die Invertierung der Ausgänge ein 4fach Inverter. Somit komme
ich auf drei ICs.