Hallo,
eine kurze Frage, ist das so richtig?:
NPN-Transistor: an Basis, Spannung angelegt: Strom wird geleitet; an
Basis, Ground angelegt: Strom wird nicht geleitet.
PNP-Transistor: an Basis, Ground angelegt: Strom wird geleitet; an
Basis, Spannung angelegt: Strom wird nicht geleitet.
Ob an der Basis Spannung anliegt hat nichts mit dem Sperren oder Leiten
des Transistors zu tun, Es kommt darauf an in welchem Verhältnis die
Spannung von Basis zu Emitter steht. NPN wird leitend wenn die Basis
positiver als der Emitter ist. Beim PNP ist es änderst herum. Schau dir
doch mal das Wiki hier im Forum an.
Es geht eher um die Potentialdifferenz zwischen Emitter und Basis. Bei
PNP ist die Basis (in der Regel) negativer, und NPN hat die Basis (in
der Regel) positiver. Bei NPN hängt der Emitter am negativeren
Potential, bei PNP am positiveren.
Alle Klarheiten beseitigt?
Insbesondere zu den Standardtypen findest Du z.B. bei der Wikipedia,
jede Menge an Informationen.
Ob die Dinger in dieser oder jener Konfiguration leiten oder nicht hängt
fast ausschließlich relativen Spannungen (Bezügen) ab.
Also z.B. die Spannung am Basisanschluss in Bezug auf die anderen
Anschlüsse positiv oder negativ ist und in welchem Maße.
Also ohne konkretes Beispiel wird Dir hier niemand Auskunft geben
können.
cyblord ---- schrieb:> Weder Spannung noch Potentialdifferenz schalten hier irgendwas, sondern> ein (Basis-)STROM.
Warum zum Teufel macht hier jemand eine negative Wertung!
Es ist die einzig richtige Antwort!
Entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist ein Transistor ein
spannungsgesteuertes Bauteil. Die Basis-Emitter-Spannung macht die
isolierende Sperrschicht dicker oder dünner und bestimmt damit wieviele
Elektronen aus dem Emitter die Schicht überspringen und zum Kollektor
gelangen können. Das funktioniert wie ein Wasserhahn, mit der kleinen
Besonderheit daß der Hahn nicht ganz dicht ist sondern etwas Wasser
herausläuft (und zwar umso mehr je weiter man den Hahn öffnet), indem
eben einige Elektronen (so ca. 1 von 200 bei Kleinleistungstransistoren)
auf ihrem Weg zum Kollektor in der Basis hängen bleibt und dort einen
Basisstrom verursacht. Das ist ein parasitärer Nebeneffekt den man durch
alle möglichen Tricks so weit wie möglich versucht zu minimieren, aber
es ist nicht das Funktionsprinzip des Transistors. Das sieht man schon
daran, daß sich der Kollektorstrom aus dem Basisstrom überhaupt nicht
zuverlässig berechnen läßt, aus der Basis-Emitter-Spannung dagegen mit
größter Exaktheit (Ebers-Moll-Modell).
Sowohl bei NPN als auch bei PNP liegt zwischen Basis und Emitter ein
PN-Übergang, sprich eine Diode, und dessen Sperrschichtdicke wird von
der Basis-Emitter-Spannung gesteuert. Der Unterschied ist die Polung:
Beim NPN ist die Basis positiv und der Emitter negativ dotiert; die
Diode leitet wenn an der Basis eine positivere Spannung als am Emitter
liegt. Beim PNP ist die Basis negativ und der Emitter positiv dotiert;
die Diode leitet wenn an der Basis eine negativere Spannung als am
Emitter liegt.
Der Ausdruck "Spannung an Basis angelegt" ist übrigens irreführend, weil
eine Spannung immer zwischen 2 Punkten definiert ist.
kennie schrieb:> Entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist ein Transistor ein> spannungsgesteuertes Bauteil. Die Basis-Emitter-Spannung macht die
Und entgegen deinem Vorurteil wird er durch den Basisstrom gesteuert!
Wenn du an die Basis eine Spannung von >0.7V anlegst, aber die
Spannungsquelle zu hochohmig ist, um den erforderlichen Basisstrom zur
Verfügung stellen, dann kannst du mal das Ohr an den Transistor halten.
Du hörst ihn dann lachen :-)
Das heißt, nur wenn der erforderliche Basisstrom fließt, wird er dir den
Gefallen tun und leiten.
ich schrieb:> kennie schrieb:>> Entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist ein Transistor ein>> spannungsgesteuertes Bauteil. Die Basis-Emitter-Spannung macht die>> Und entgegen deinem Vorurteil wird er durch den Basisstrom gesteuert!> Wenn du an die Basis eine Spannung von >0.7V anlegst, aber die> Spannungsquelle zu hochohmig ist, um den erforderlichen Basisstrom zur> Verfügung stellen, dann kannst du mal das Ohr an den Transistor halten.> Du hörst ihn dann lachen :-)> Das heißt, nur wenn der erforderliche Basisstrom fließt, wird er dir den> Gefallen tun und leiten.
Eben, wir reden doch hier von Bipolartransistoren!? Und da ist die obige
Aussage von kennie einfach irgendwie falsch.
gruß cyblord
ich schrieb:> Und entgegen deinem Vorurteil wird er durch den Basisstrom gesteuert!> Wenn du an die Basis eine Spannung von >0.7V anlegst, aber die> Spannungsquelle zu hochohmig ist, um den erforderlichen Basisstrom zur> Verfügung stellen, dann kannst du mal das Ohr an den Transistor halten.> Du hörst ihn dann lachen :-)
Quatsch, Kennie hat natürlich Recht. Wie willst du den an der
Basis-Emitter-Strecke eine Spannung von 0,7V erreichen OHNE den dazu
nötigen Strom zu liefern?
> Das heißt, nur wenn der erforderliche Basisstrom fließt, wird er dir den> Gefallen tun und leiten.
Und auch nur dann liegen dort 0,7V an.
Auch wenn man manche Haare beliebig dünn spalten kann, tut man dennoch
niemandem einen Gefallen, wenn man Bipolartransistoren mit etwas Gewalt
als spannungsgesteuert kennzeichnet.
ArnoR schrieb:> ich schrieb:>>> Und entgegen deinem Vorurteil wird er durch den Basisstrom gesteuert!>> Wenn du an die Basis eine Spannung von >0.7V anlegst, aber die>> Spannungsquelle zu hochohmig ist, um den erforderlichen Basisstrom zur>> Verfügung stellen, dann kannst du mal das Ohr an den Transistor halten.>> Du hörst ihn dann lachen :-)>> Quatsch, Kennie hat natürlich Recht. Wie willst du den an der> Basis-Emitter-Strecke eine Spannung von 0,7V erreichen OHNE den dazu> nötigen Strom zu liefern?
Was für eine Erkenntnis!
Die Tatsache dass Spannung und Strom irgendwie zusammengehören, ruft
nicht nur Captain Obvious, sondern auch noch Herrn Georg Simon Ohm auf
den Plan. Dann wirds hier aber ungemütlich.
Damit könnte man jedes Stromgesteuerte Bauteil als Spannungsgesteuert
umdefinieren. LEDs z.B. auch.
gruß cyblord
cyblord ---- schrieb:> Damit könnte man jedes Stromgesteuerte Bauteil als Spannungsgesteuert> umdefinieren. LEDs z.B. auch.
...bitte erwähne jetzt die LEDs nicht, sonst kommt gleich die Frage, mit
welcher Spannung man eine LED betreibt und den Vorwiderstand kann man ja
sowieso weglassen! ;-))
ArnoR (Gast) schrieb:
> Quatsch, Kennie hat natürlich Recht. Wie willst du den an der> Basis-Emitter-Strecke eine Spannung von 0,7V erreichen OHNE den dazu> nötigen Strom zu liefern?
Wie machen das denn ECHTE spannungsgesteuerte Bauteile wie
beispielsweise ein OPV?
Spannungsgesteuert ist ein Bauteil dann, wenn der Stromfluß in den
entsprechenden Anschluss des Bauteils i.d.R. vernachlässigt werden kann.
Das ist beim OPV der Fall und beim MOSFET, aber ganz und gar nicht beim
Bipolartransistor. Du kannst ja mal probieren einen 2N3055 an der Basis
nur mit einer Spannung zu steuern, ohne dass ein nennenswerter
Stromfluss damit verbunden ist. Viel Erfolg!
In der Gleichung für den Kollektorstrom kommt der Basisstrom gar nicht
vor. Spannungsgesteuert heißt in diesem Zusammenhang, dass der
Basisstrom irrelevant ist, d.h. er kann eine beliebige Höhe haben, die
von Transistor zu Transistor eben anders ist.
Bildquelle: Tietze/Schenk, Halbleiter-Schaltungstechnik 11.Auflage
ArnoR schrieb:> In der Gleichung für den Kollektorstrom kommt der Basisstrom gar nicht> vor. Spannungsgesteuert heißt in diesem Zusammenhang, dass der> Basisstrom irrelevant ist, d.h. er kann eine beliebige Höhe haben, die> von Transistor zu Transistor eben anders ist.
Ist das ein Test? Oder willst du uns veralbern?
Bloß weil die Herren Tieze und Schenk den Basisstrom aus der Gleichung
heraussubstituiert haben, heißt doch nicht daß dessen Größe beliebig
ist. Zumal sie ja selber oben drüber schreiben, daß Basisstrom und
Kollektorstrom die gleiche exponentielle Abhängigkeit von der
Basis-Emitterspannung haben.
Allerdings vermisse ich in der Gleichung den Stromverstärkungsfaktor (B,
\beta oder wie man ihn nennen mag). Den kann man zwar in I_s reinziehen,
aber damit verwirrt man die Leute bloß. Weil die ja denken das I_s hier
wäre das gleiche wie in der Shockley-Gleichung für die
Basis-Emitter-Diode.
XL
Axel Schwenke schrieb:> Ist das ein Test? Oder willst du uns veralbern?> Bloß weil die Herren Tieze und Schenk den Basisstrom aus der Gleichung> heraussubstituiert haben, heißt doch nicht daß dessen Größe beliebig> ist.
Mit beliebig hatte ich natürlich nicht gemeint, dass der frei wählbar
wäre, sondern, dass die Gleichung für jeden Transistor gilt, unabhängig
von seiner Stromverstärkung.
> Zumal sie ja selber oben drüber schreiben, daß Basisstrom und> Kollektorstrom die gleiche exponentielle Abhängigkeit von der> Basis-Emitterspannung haben.
Genau so ist es auch, der Basisstrom hängt exponentiell von Ube ab.
> Weil die ja denken das I_s hier> wäre das gleiche wie in der Shockley-Gleichung für die> Basis-Emitter-Diode.
I_s IST der Sättigungssperrstrom des Transistors.
ArnoR (Gast) schrieb:
> In der Gleichung für den Kollektorstrom kommt der Basisstrom gar nicht> vor.
Der kommt dafür in der anderen, allgemein bekannten und für den
Berechnung von Strom-Spannungsverhältnissen am Transistor wichtigsten
Gleichung vor, nämlich der Gleichung für die Gleichstromverstärkung B
B = IC / IB
und der Zusammenhang ist auch schön linear, während die Funktion
IC = f(UBE) wie oben aufgezeigt exponentiell verläuft.
Du solltest bei der Formel vom Tietze-Schenk nur nicht vergessen, dass
ein Bipolartransistor bei angelegter UBE und leitender
Basis-Emitter-Diode zwangsläufig einen (Basis-)Stromfluss zur Folge hat.
Auch wenn der nicht in obiger Gleichung auf den ersten Blick ersichtlich
ist, er ist vorhanden und steckt damit (über den
Basis-Emitter-Widerstand) auch inherent in der Gleichnung vom T-S (ohne
diesen Strom würde sich keine UBE abbilden!). Bei leistungslos
gesteuerten Bauteilen sieht das wieder ganz anders aus. Dort fließt
wirklich kein Strom im Gegensatz zum Bipolartransistor.
ArnoR schrieb:> Axel Schwenke schrieb:>> Ist das ein Test? Oder willst du uns veralbern?>> Mit beliebig hatte ich natürlich nicht gemeint, dass der *frei wählbar*> wäre, sondern, dass die Gleichung für jeden Transistor gilt,
Dann ist es ja gut :)
> unabhängig von seiner Stromverstärkung.
Aber hier muß ich nochmal widersprechen.
>> Weil die ja denken das I_s hier>> wäre das gleiche wie in der Shockley-Gleichung für die>> Basis-Emitter-Diode.>> I_s IST der Sättigungssperrstrom des Transistors.
Es ist trotzdem eine andere Größe. Sie heißt in der Shockley-Gleichung
für die Diode zwar auch Sättigungssperrstrom und hat auch das gleiche
Formelzeichen I_S - bezeichnet aber dämlicherweise trotzdem nicht das
selbe.
Denn die Shockley-Gleichung ist für den Zusammenhang von Strom und
Spannung an einem pn-Übergang während die Transistor-Gleichung von T&S
den Strom im Kollektor-Emitterkreis mit der Spannung im
Basis-Emitterkreis in Verbindung setzt.
Es gibt überhaupt keinen Zweifel, daß für die Basis-Emitter-Diode die
Shockley-Gleichung gilt, die den Basisstrom als I_B = I_S * exp
(U_BE/U_T) ausweist.
Die Ströme I_S in den beiden Gleichungen sind aber eben nicht gleich
groß, sondern unterscheiden sich durch einen (in diesem Modell)
konstanten Faktor, der landläufig als Stromverstärkungsfaktor des
Transistors bezeichnet wird. Es ist für das Verständnis der Gleichungen
absolut abträglich, diesen Faktor einfach unter den Tisch fallen zu
lassen indem man ihn in die Konstante I_S hineinzieht. Man hätte
mindestens ein anderes Formelzeichen wählen sollen.
XL
Skeptiker schrieb:> Gleichung für die Gleichstromverstärkung B> B = IC / IB
B ist doch nichts weiter als eine Proportionalitätskonstante, weil Ib
auf Ic bezogen wird. Ib ist aber nicht die Ursache für Ic, sondern nur
eine "Begleiterscheinung".
> während die Funktion> IC = f(UBE) wie oben aufgezeigt exponentiell verläuft.
Es ist schon verständlich, dass man lieber in linearen als in
exponentiellen Zusammenhängen denken will.
Axel Schwenke schrieb:> Die Ströme I_S in den beiden Gleichungen sind aber eben nicht gleich> groß, sondern unterscheiden sich durch einen (in diesem Modell)> konstanten Faktor, der landläufig als Stromverstärkungsfaktor des> Transistors bezeichnet wird.
Nein, das stimmt eben nicht, es ist jeweils der gleiche Is.
Quelle: Tietze/Schenk...
>Zumal sie ja selber oben drüber schreiben, daß Basisstrom und>Kollektorstrom die gleiche exponentielle Abhängigkeit von der>Basis-Emitterspannung haben.
Genau DAS ist doch ein klarer Hinweis daß VBE die Stellgröße ist und IC
und IB lediglich Funktionen von VBE. Die Proportionalitätskonstante beta
zwischen IB und IC ist auch wirklich nicht mehr als ein grobe Annäherung
die man für Schaltanwendungen benutzen kann; konstant ist da nämlich
herzlich wenig. Beta schwankt von Transistor zu Transistor stark, und
ist selbst bei exakt gleichen Transistoren wiederum eine Funktion von
Kollektorstrom, Kollektor-Emitter-Spannung und Temperatur. Wenn Profis
einen Transistorverstärker berechnen dann rechnen Sie meist mit der sog.
Transkonduktanz, die sich direkt aus der exponentiellen
IC/VBE-Abhängigkeit herleitet. Beta kommt da überhaupt nicht vor weil
man dessen Wert eh nicht kennt. Mit der IC=beta*IB Formel kann man
lediglich anhand des Datenblatts (da steht dann "hFe: 400...900" oder
ähnlich) den minimal notwendigen Basisstrom berechnen um einen
Kollektorstrom x fließen zu lassen. Für Verstärkeranwendungen ist die
Formel weitgehend nutzlos.
>Die Tatsache dass Spannung und Strom irgendwie zusammengehören, ruft>nicht nur Captain Obvious, sondern auch noch Herrn Georg Simon Ohm auf>den Plan. Dann wirds hier aber ungemütlich.>Damit könnte man jedes Stromgesteuerte Bauteil als Spannungsgesteuert>umdefinieren. LEDs z.B. auch.
Es gibt Spannungen ohne Ströme und man kann durch Induktion in z.B.
einem Stück Kupfer einen so heftigen Strom fließen lassen daß dieses
schmilz, ohne daß Du da irgendeine Spannung messen könntest. Das ohmsche
Gesetz gilt einzig und allein an Widerständen, sonst nirgendwo.
Wie etwas gesteuert wird ist eine Frage von Ursache und Wirkung
(Kausalität), reine Korrelation muss man davon unterscheiden. Wenn ich
mit dem Auto abbiege setze ich auch immer den Blinker. Trotzdem wird das
Auto mit dem Lenkrad gesteuert und nicht mit dem Blinker. Das ist der
Unterschied.
ArnoR schrieb:> Axel Schwenke schrieb:>> Die Ströme I_S in den beiden Gleichungen sind aber eben nicht gleich>> groß, sondern unterscheiden sich durch einen (in diesem Modell)>> konstanten Faktor, der landläufig als Stromverstärkungsfaktor des>> Transistors bezeichnet wird.>> Nein, das stimmt eben nicht, es ist jeweils der gleiche Is.
Ähhm. Nein. Oder was soll der Faktor B_0 in der Formel sein? Wie gesagt:
T&S haben einfach den I_S aus der Shockley-Gleichung "geklaut" und
verwenden ihn jetzt für was anderes.
kennie schrieb:>>Zumal sie ja selber oben drüber schreiben, daß Basisstrom und>>Kollektorstrom die gleiche exponentielle Abhängigkeit von der>>Basis-Emitterspannung haben.>> Genau DAS ist doch ein klarer Hinweis daß VBE die Stellgröße ist und IC> und IB lediglich Funktionen von VBE.
Ähhm. Jetzt wird es aber philosophisch. Wir haben da einen gesicherten
Zusammenhang zwischen Basisstrom und Basis-Emitter-Spannung
(Shockley-Gleichung). Der übrigens unabhängig von der Beschaltung des
Kollektors gilt. Und wir haben eine Proportionalität zwischen Basisstrom
und Kollektorstrom. In diesem Modell sogar eine exakte
Proportionalität. Nun könnte man natürlich annehmen, die strikte
Proportionalität von I_B und I_C sei nur ein Nebeneffekt. Oder man
könnte wie so ziemlich jeder Wissenschaftler hier einen kausalen
Zusammenhang vermuten.
Ein Beweis sind die Formeln allein für keines von beidem. Und da man
weder einen Basisstrom ohne die entsprechende Spannung noch eine
Basisspannung ohne den entsprechenden Strom bekommen kann, kann man das
auch nicht nachprüfen. Man ist in der gleichen Situation wie mit dem
Baum im Walde. Man kann nicht beweisen, daß er auch dann Lärm macht wenn
es keiner hört.
> Die Proportionalitätskonstante beta> zwischen IB und IC ist auch wirklich nicht mehr als ein grobe Annäherung> die man für Schaltanwendungen benutzen kann; konstant ist da nämlich> herzlich wenig. Beta schwankt von Transistor zu Transistor stark
Da hilft uns das "neue" Modell herzlich wenig. Da schwankt jetzt nämlich
der Transistor-Sättigungssperrstrom entsprechend. Und zwar zusätzlich
zum Paramter B_0. Einen Vorteil kann ich da ehrlich gesagt nicht
erkennen.
Ein Anhalt würde eine Untersuchung geben, ob der Verlauf der
BE-Kennlinie bei unbeschaltetem Kollektor von der Stromverstärkung
abhängt. Ob also der I_S aus der Shockley-Gleichung für die BE-Diode
tatsächlich schwankt oder nicht vielmehr relativ konstant ist.
XL
Axel Schwenke schrieb:> Ähhm. Nein. Oder was soll der Faktor B_0 in der Formel sein?
Eben waren`s noch zwei angeblich um B verschiedene Is, jetzt ist es B0,
was soll das eigentlich? B0 ist die (extrapolierte) Stromverstärkung für
Uce=0, weil anderenfalls in der Gleichung für Ib auch der Term stehen
müsste, der die Abhängigkeit von Uce beschreibt. Warum schlägst du nicht
den T/S auf und liest das selbst nach?
ArnoR (Gast) schrieb:
> B ist doch nichts weiter als eine Proportionalitätskonstante, weil Ib> auf Ic bezogen wird. Ib ist aber nicht die Ursache für Ic, sondern nur> eine "Begleiterscheinung".
Was heißt hier "Ursache"? Ursächlich braucht man immer eine Spannung um
einen Stromfluss zu bewirken. Das ist gewissermaßen trivial. Aber von
"Begleiterscheinung" im Sinne von irgend einer unwichtigen Größe kann
hier überhaupt keine Rede sein. Dein UBE allein nützt dir gar nichts
ohne einen Stromfluss IB. Ohne IB kommt kein IC zustande.
Bipolartransistoren sind nun mal keine FET oder MOSFET, die man nur mit
einer Spannung steuern kann.
Skeptiker schrieb:> Aber von> "Begleiterscheinung" im Sinne von irgend einer unwichtigen Größe kann> hier überhaupt keine Rede sein. Dein UBE allein nützt dir gar nichts> ohne einen Stromfluss IB. Ohne IB kommt kein IC zustande.
Das hatte kennie oben bereits erläutert, es gibt keinen Grund, jetzt
wieder damit anzufangen.
Beitrag "Re: Transistor - Was NPN, was PNP"
ArnoR schrieb:> Skeptiker schrieb:>> Aber von>> "Begleiterscheinung" im Sinne von irgend einer unwichtigen Größe kann>> hier überhaupt keine Rede sein. Dein UBE allein nützt dir gar nichts>> ohne einen Stromfluss IB. Ohne IB kommt kein IC zustande.>> Das hatte kennie oben bereits erläutert, es gibt keinen Grund, jetzt> wieder damit anzufangen.> Beitrag "Re: Transistor - Was NPN, was PNP"
Was es aber nicht wahrer macht. Das könnt ihr auch noch 5 mal behaupten.
ArnoR (Gast) schrieb:
> ... Das hatte kennie oben bereits erläutert, es gibt keinen Grund, jetzt> wieder damit anzufangen.> Beitrag "Re: Transistor - Was NPN, was PNP"
Dann sollte er es auch richtig beschreiben oder was sollen solche Sätze
wie dieser hier:
kennie schrieb:
> Der Ausdruck "Spannung an Basis angelegt" ist übrigens irreführend,> weil eine Spannung immer zwischen 2 Punkten definiert ist.
???
Wenn von "Spannung an der Basis" gesprochen wird ist i.A. jedem klar was
gemeint ist, nämlich eine im Falle eines NPN-TRansistors positiv
gerichtete Spannung gegenüber dem Emitter. Ich wüsste nicht, dass man
hier von nur einem Punkt sprechen würde.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass hier bewusst versucht
wird Verwirrung zu stiften.
Lustig !!!!!
Von aaaaaaaaabsolut einfachen Verhältnissen über die "richtige
Beschaltung" eines Transistors (die der OT gestellt hatte) über eine
fast schon akademische Abhandlung darüber, wann zwischen Collector und
Emitter ein Strom fliesen kann und welche Größe das bewirkt, wieder
zurück zur Einfachheit.
Hier wird wohl darüber gestritten, damit irgendwie jemand doch recht hat
!!!
Wenn ich einen Bergsee habe und ein Rohr und ein Tal, dann benötige ich
das Rohr um Wasser vom Berg ins Tal fließen zu lassen.
Welche Größe lässt nun das Wasser nach unten fließen?
Die Höhe des Berges oder der Durchmesser des Rohres? Der Berg kann noch
so hoch sein wie er will, habe ich kein Rohr, fließt kein Wasser hinab.
Ich kann allerdings ein noch so dickes Rohr haben, hab ich keinen Berg,
hab kann ich in ein waagrecht liegendes Rohr dennoch kein Wasser fliesen
sehen !
Bei einem NPN fließt ein Strom von der Basis zum Emitter und er fließt
dann, wenn ich einen Berg von ca. 0,7V habe (heeeey, ich bin ein alter
Sack und hab auch noch mit Germaniumtransitoren gearbeitet, es gab also
auch Berge die nur 0,3V hoch waren).
Allerdings auf den Transistor gesehen hinkt es etwas: Der Strom der in
die Basis "getrieben" wird (und laut Kirchhoff am Emitter wieder
"herauskommt") wird an der P und N dotierten Schicht eine Spannung von
ca. 0,7V einstellen sofern die Spannungsquelle das kann.
Kann sie es nicht, wird auch der Strom nicht fließen!
Für den Topic-Ersteller:
Fließt ein positiver Strom in die Basis bei einem NPN Transistor, dann
kannst du von Basis nach Emitter eine Spannung von ca. 0,7 V messen.
Ein größere Strom in die Basis wird lt. Diodenkennlinie die
Basis-Emitterspannung im Millivolt oder 10-Millivoltbereich steigen
lassen.
Oder auch anderst geht es: erhöhst du die Spannung zwischen Basis und
Emitter um eben besagte Zehntelmillivolt, wird sich ein größerer Strom
in die Basis einstellen.
Hmmmmmm.... allerdings gibt es zur Funktionsweise und zur Benutzung von
Transistoren im Netz wirklich Millionen von Abhandlungen. War der
Themeneröffner ein "Troll" und freut sich jetzt über die ellenlangen
Threads?
ArnoR schrieb:> Axel Schwenke schrieb:>> Ähhm. Nein. Oder was soll der Faktor B_0 in der Formel sein?>> Eben waren`s noch zwei angeblich um B verschiedene Is, jetzt ist es B0,> was soll das eigentlich?
Ja rede ich Suaheli oder was? Bist du das Alter Ego von JanR? [1]
Schau dir halt einfach die beiden Formeln für I_C und I_B an, die du da
aus dem T&S rauskopiert hast. Und vergleiche sie einfach mal mit der
Shockley-Gleichung. Z.B. von hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Shockley-Gleichung
Dann sollte dir jetzt auffallen, daß alle 3 Gleichungen die gleiche
Struktur haben. Die für I_C hat da noch einen Korrekturfaktor für U_CE
und U_A; aber wenn wir den mal weglassen, dann sind sie bis auf einen
konstanten Faktor B_0 (oder meinetwegen B oder \beta oder h_21) gleich.
> B0 ist die (extrapolierte) Stromverstärkung für> Uce=0
Ja. Das ist schlicht und einfach die Stromverstärkung. Und an der Stelle
muß ich die Herren T&S fragen, ob sie noch alle Latten am Zaun haben.
Oder ob ihnen ein Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn sie den
Faktor B_0 einfach in die Gleichung für den Kollektorstrom geschoben
hätten, damit in der Gleichung für den Basisstrom und in der Shockley-
Gleichung das Formelzeichen I_S den gleichen verdammten Wert
bezeichnet hätte, nämlich den Sättigungssperrstrom des (Basis-Emitter)
pn-Übergangs.
Ich meine, I_S ist doch ohnehin nur ein Proportionalitätsfaktor, der
anhand von Meßwerten passend festgelegt wird. Er hat zwar die Dimension
eines Stroms, aber direkt messen kann man diesen Strom ja ohnehin nicht.
Es geht also einzig und allein um Konventionen. Und ich verlange nichts
weiter, als daß die Konventionen durchgängig eingehalten werden. Einfach
nur um Konsistenz zu wahren und schlichte Gemüter nicht zu verwirren.
Verlange ich da zu viel?
> Warum schlägst du nicht den T/S auf und liest das selbst nach?
Weil das Buch nicht in meinem Regal steht. Und wie sich gerade
herausstellt, zurecht. Wenn ich statt dessen das (anscheinend) deutlich
bessere Buch "Rumpf, Pulvers: Transistorelektronik" aufschlage, dann
sind sich die Herren auf Seite 25 nicht zu fein, die grundlegenden
Parameter der einzelnen pn-Übergänge mit eigenen Suffices zu versehen
und nicht alles unterschiedslos (hirnlos?) I_S zu nennen.
EOD.
XL
[1] Ja, mir ist klar daß das beleidigend ist. Mußte hier mal sein.
Haaaaaaaallo, entwickelt ihr alle neue Transistoren, oder wollt ihr die
auch mal benutzen ?
Hab ich mir doch glatt nach Jahren mal wieder den Tietze / Schenk (den
ich seit der Technikerschule ins Regal verbannt hatte) heraus genommen!
Iiiiiiiiirgendwie will man die Dinger doch glatt einfach mal verwenden,
oder?
Das was Arno und Kennie hier machen, wird auch gerne mal als
"Hirnwichsen" bezeichnet. Mehr isses nicht. Jeder WEIß wie Transistoren
funktionieren, niemand der noch bei Verstand ist, würde die als
Spannungsgesteuert bezeichnen, aber diese beiden Herren, Kramen ein paar
Formlen hervor und lassen es hier mal so richtig krachen.
cyblord ---- schrieb:> Das was Arno und Kennie hier machen, wird auch gerne mal als> "Hirnwichsen" bezeichnet. Mehr isses nicht. Jeder WEIß wie Transistoren> funktionieren, niemand der noch bei Verstand ist, würde die als> Spannungsgesteuert bezeichnen, aber diese beiden Herren, Kramen ein paar> Formlen hervor und lassen es hier mal so richtig krachen.
Ich finde diese Fragestellung als ganz natürlich für wissensbegierige
Menschen.
Im Prinzip nehme ich im Moment an, dass es bei dieser Frage nur um
Detailfragen bezüglich eines Models geht.
Für mich als Einsteiger in der E-Technik funktionieren ja schon die ganz
einfachen Modelle. Wie das wirklich auf dem momentanen Wissenstand
abläuft möchte ich gar nicht wissen und wäre für mich auch nie
verständlich, selbst wenn ich Tutoren hätte die mich bei der Hand nehmen
würden.
Wir denken in Modellen. Und so lange wir keine Religion daraus machen
wollen, sollten wir uns auch vernünftig darüber austauschen können.