Hallo,
ich möchte einen Prozessor auch dann weiter mit Strom versorgen, wenn
die Schaltung nicht in Betrieb ist. Die Daten gehen sonst verloren,
abspeichern ist nicht.
Also soll ein Pufferakku aus 3 NiMh Zellen ran. Lipo ist mir zu heiß;-)
Kennt jemand eine einfache Schaltung oder einen fertigen IC dafür?
Es stehen 5V, 9V und 12V zur Verfügung.
Danke
Tom
Tom schrieb:> Also soll ein Pufferakku aus 3 NiMh Zellen ran.
Wo liegt das Problem? Beim laden der Pufferakkus? Bei C20...C30....C40
muß man sich keine Sorgen um die Akkus machen. Das geht dauerhaft....
Nickel-basierte Akkus sind eher schlecht für eine Pufferung mit
Dauererhaltungsladung, da die dann gerne hochohmig werden und im
Einsatzfall nur noch geringe entnehmbare Kapazität haben.
Da Du aber nichts zu den Rahmenbedingungen sagst, spare ich mir weitere
Ausführungen.
Stichwort Akkumanagement.
Also untere Ladeschwelle, Hysterese, Vollerkennung, Tiefentladeschutz...
- 3 Akkus
- sollen 1-3 mA liefern wenn Gerät vom Netz getrennt ist
- bei Netzbetrieb und unterschreiten der Ladeschwelle muss geladen
werden
Irgend ein fertiges IC wird sich doch finden. Was braucht es denn da für
Rahmenbedingungen...
Das ist egal.
Wenn der Akku leer ist, dann ist er leer. Pech, mein Problem.
Wenn der Akku zu schnell leer ist, baue ich einen dickeren ein. Ist doch
der Ladeschaltung wurscht.
Also, praktisch ne USV für einen mickrigen Prozessor.
Wenn Ni-Akkkus dem nicht gewachsen sind, wären dann FePo besser? Bei
LiPo bin ich vorsichtig, seit mir ein Pack abgefackelt ist.
Tom schrieb:
> wären dann FePo besser?
wenn man dem Wikipedia-Artikel¹ glaubt: ja, durchaus, aber
Erhaltungsladung funktioniert wohl bei keinem modernen Akku-Typ.
Ein anderer Vorschlag: kein Akku, sondern eine Tadiran-Lithiumbatterie².
Eine AA-Zelle hat z.B. 3.6V, 2.4Ah und praktisch keine Selbstentladung,
reicht also für mehr als 500 Stunden Netzausfall. Im europäischen
Stromnetz³ sollte das für 50 Jahre reichen - wenn die Leckströme auf der
Leiterplatte nicht zu groß sind.
Kleinere Zellen vertragen weniger als 1mA Entladestrom, aber dein
Standby-Stromverbrauch scheint mir sowieso sehr hoch zu sein.
1) http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Eisenphosphat-Akku
2) http://www.tadiranbat.com/index.php/standard-lithium-cells
3) http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ausfallzeiten_Stromnetz.gif
gnd3 schrieb:> Tom schrieb:>> wären dann FePo besser?>>> Ein anderer Vorschlag: kein Akku, sondern eine Tadiran-Lithiumbatterie².> Eine AA-Zelle hat z.B. 3.6V, 2.4Ah und praktisch keine Selbstentladung,> reicht also für mehr als 500 Stunden Netzausfall. Im europäischen> Stromnetz³ sollte das für 50 Jahre reichen - wenn die Leckströme auf der> Leiterplatte nicht zu groß sind.
Danke
Ok, wird eine Überlegung wert.
Allerdings soll nicht nur gegen Netzstörungen geschützt werden, sondern
auch gegen Netzstecker ziehen oder Steckdose zwecks Stromsparen
abschalten.
Daher die ursprüngliche Idee mit nachladbaren Zellen.
Ich hätte auch noch so ein Coldcap irgend wo rumliegen, mit 4F.
Ich schrieb:> Ich hätte auch noch so ein Coldcap irgend wo rumliegen, mit 4F.
die Goldcaps, die ich kenne, sind aber ungefähr so schnell kaputt wie
ein NiCd-Akku. Nur WIMA gibt eine vernünftige Lebensdauer an, aber da
gibt's nur Monster-Cs mit 100F aufwärts.
Tom schrieb:> Kennt jemand eine einfache Schaltung oder einen fertigen IC dafür?
Wenn die Schaltung bei Raumtemperatur betrieben wird würde ich einen
L200 wie in meinem Batteriewächter verwenden.
http://www.mikrocontroller.net/articles/Datei:BMON_1048_L200.PNG
Im Prinzip brauchst Du nur den Schaltungsteil ab C12 (an 9V oder 12V)
bis zu J2.
Der Spannungsteiler R11/R12 (+ ggf R13 als Feinabgleich) wird auf
3*1.45V+0.7V = ca 5.05V so abgeglichen daß bei vollem Akku nur noch ca
C/50 .. C/100 als Erhaltungsstrom fließt. R14 ist auf C/10 abgeglichen.
Micha H. schrieb:> Nickel-basierte Akkus sind eher schlecht für eine Pufferung mit> Dauererhaltungsladung, da die dann gerne hochohmig werden und im> Einsatzfall nur noch geringe entnehmbare Kapazität haben.
Nach mehr als 3 Jahren Dauereinsatz für einen 30mA Verbraucher haben
meine AA-Zellen (ready to use) noch ca 50% Restkapazität. Klar werden
die mit der Zeit etwas hochohmiger aber nach 3-4 Jahren wird man die
wohl auch mal tauschen dürfen.
Gruß Anja
Anja schrieb:> Wenn die Schaltung bei Raumtemperatur betrieben wird würde ich einen> L200 wie in meinem Batteriewächter verwenden.
Beeindruckende Entwicklung, aber was für ein Aufwand für den hier
beschriebenen Zweck.
Mein Vorschlag wäre da erheblich einfacher, aber
Tom schrieb:> Das ist egal.
dann halte ich mich da lieber raus.
> Nach mehr als 3 Jahren Dauereinsatz für einen 30mA Verbraucher haben> meine AA-Zellen (ready to use) noch ca 50% Restkapazität.
Meine Erfahrung dazu ist anders, aber das war lange bevor ready to
use-Zellen in den Handel kamen. Möglicherweise sind die diesbezüglich
unempfindlicher.
Micha
Micha H. schrieb:> aber was für ein Aufwand für den hier> beschriebenen Zweck.
Ich würde die 8 benötigten Bauteile für ca 1,50 Eur nicht als Aufwand
betrachten.
Gruß Anja
Tom schrieb:> Kennt jemand eine einfache Schaltung oder einen fertigen IC dafür?
Keinen IC, aber mach es selbst.
Panasonic gibt für seine NiMh Akkus 3 (oder 5?) Jahre Lebensdauer bei
einer C/20 Dauerladung an.
Wenn du es besser machen möchtest verwendest du eine trickle charge. Das
kann dein Mikrocontroller mit übernehmen. Also z.B. alle 30s einen
kurzen Strompuls drauf geben, so dass im Durchschnitt C/20
hineinfließen.
Mein Verständnis dazu: Die von dem C/20 Strom generierten Gase können
problemlos rekombinieren. Die Ewärmung ist vernachlässigbar.
Mit C/20 wird die Selbstentladung sicher ausgeglichen.
Durch das Pulsen fährst du minimale Ladezyklen die eine Dendritenbildung
verhindern. Durch den hohen Ladestrom verhinderst du die Bildung großer
Kristalle auf der Oberfläche.
Falls du Lust dazu hast kannst du noch einen "fast-charge" Modus nach
dem Abklemmen implementieren. Dazu muss du nur die abgeklemmte Zeit
mitzählen, mit dem Stromverbrauch deiner Schaltung multiplizieren und
anschließend die entsprechende Energie am Stück hineinschieben.
Schaltung: Vcc - pfet - Widerstand - Akku - GND
Widerstand: C/20 soll sich bei willkührlichen 30s / 1s duty cycle
einstellen. D.h. in 1s muss C/20 * 30s hineinfließen. Bei 2000mAh sind
das 3A. R = U / I = (U_supply - U_akku) / I_charge = (5V - 1,55V) / 3A =
1.15Ω
Tom schrieb:> Also soll ein Pufferakku aus 3 NiMh Zellen ran.
Das ist bekannt problematisch.
Man KANN NiMH nicht ordentlich puffern, wie Blei oder LiIon.
Man kann mit geringstem Strom (höher als die Selbstentladung, geringer
als die Rekombinierung von gespaltenem Elektrolyten) dauerladen, dann
hält so ein Akku ein paar Jahre, so 3 bis 5, aber danach ist er platt
(Trickle Charge IST Dauerladung und ergibt natürlich auch nur 3-5
Jahre).
NiCd hielt länger, da waren 10 Jahre möglich, offene NiCd oder NiFe
waren wohl die einzigen Akkuzellen von deine einige ewig halten.
> Lipo ist mir zu heiß;-)
Obwohl LiPoly sicher problemlos puffern lässt, einfach an 4V
anschliessen, hält so ein Akku auch nur 3 bis 5 Jahre, und bei Bleiakkus
ist es auch nicht besser.
Es ist also normal, wenn der Stützakku genau dann, wenn er gebraucht
wird, nicht mehr funktioniert, so wie letztes jahr meine Zeitschaltuhr
im Sicherungskasten, nach 10 Jahren war der Akku halt platt.
Daher werden bei Dingen, bei denen es drauf ankommt, wie
Notbelechtungen, auch alle 2 Jahre die (Blei)akkus getauscht, auch wenn
sie noch in Ordnung sind.
Daher haben Dinger, die lange halten sollen, z.B. 10 Jahre, meist
Lithium-Primärbatterien drin, die erst dann getauscht werden, wenn sie
zufällig mal wirklich Stützstrom brauchten.
MaWin schrieb:> Obwohl LiPoly sicher problemlos puffern lässt, einfach an 4V> anschliessen, hält so ein Akku auch nur 3 bis 5 Jahre, und bei Bleiakkus> ist es auch nicht besser.
Leider halten die Lipos auch unbenutzt nur 5 Jahre. Danach ist die
Kapazität unter 80% und, viel schlimmer, der Innenwiderstand stark
gestiegen.