Hallo Freunde Ich habe nun von Xilinx die rote Box um auf ihre Produkte zuzugreifen und ich habe für die LPCXpresso Karten das dort beinhaltete JTAG I/F. Ich kann mir vorstellen, dass die SW der zugehörigen IDE "ihre" HW für das JTAG-I/F kennt und somit die Code Red IDE die JTAG-Schnittstelle der LPCXpresso bedienen kann, entsprechend die Xilinx IDE ihre rote Box. Eigentlich sind doch die Signale die mit dem JTAG I/F zusammenhängen überall die gleichen. Warum hat dann "jede" forma ihre eigene Jtag I/F Box?
Du könntest auch fragen "Warum hat jeder Drucker seinen eigenen Treiber?" JTAG wurde ursprünglich für den on-board-Test entwickelt - das Programmieren und Debuggen von Logik, Speicher und Controllern war ursprünglich nicht vorgesehen und ist auch nicht Bestandteil des Standards. Da das nicht Bestandteil des Standards ist, hat jeder Hersteller auf seine Weise etwas dazugebastelt. Das Xilinx-Interface zB unterstützt zudem nicht nur JTAG, sondern auch die proprietären Master Serial und Slave Serial Modi und dann noch SPI. Die Interfaces bestehen nicht nur aus Hardware, sondern auch aus Software, die in den Boxen läuft, und die ist in höchstem Maße systemspezifisch. fchk
Danke, selbiges habe ich vermutet, aber wollte es mir bestätigen lassen. Bedeutet also für jeden Hersteller muss man sich das passende JTAG I/F zulegen, außer eine IDE gibt an ein mehr "generisches JTAG I/F zu unterstützen. Gibt es so was und wenn ja welche für welche Hersteller/ Produktfamilien. Danke!
Hellmut Kohlsdorf schrieb: > Danke, selbiges habe ich vermutet, aber wollte es mir bestätigen lassen. > Bedeutet also für jeden Hersteller muss man sich das passende JTAG I/F > zulegen Genau. Das ist der Normalfall. In der Industrie ist das aber kein Problem, die zugehörige Software ist teurer. > außer eine IDE gibt an ein mehr "generisches JTAG I/F zu > unterstützen. Gibt es so was und wenn ja welche für welche Hersteller/ > Produktfamilien. Danke! Vereinzelt gibt es das. Das Keil ULink2 kann zB 8051, 80251, C166/167 und ARM. Die Keil Compiler selber liegen aber im Kiloeuro-Bereich. Wenn Du als Bastler Geld sparen willst: vergiss es. fchk
Frank, nein um das Geldsparen geht es mir im konkreten Fall nicht. Mir geht es darum sicherzustellen, dass das was ich meine in Erfahrung gebracht zu haben auch stimmt. Meinen ersten Kontakt mit JTAG hatte ich als Vertriebsingenieur von Motorola Halbleiter GmbH. Ich war damals verantwortlich für die Betreuung der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG für den süddeutschen Raum. Motorola entwickelte dabei für die letzte geplant mainframe Generation von SNI sowohl den Halbleiterprozess, dafür wurde in Arizona eine eigene Halbbleiterfabrik aufgebaut, wie auch in Zusammenarbeit mit den Ingenieur-Teams von SNI die Bauelemente. JTAG I/F wurde damals verwendet um die erzeugten Testvektoren dem IC zuzuführen. Jetzt bin ich seit über 12 jahren in der Zwangspause und verdiene mein Auskommen durch technische Übersetzungen und Consulting. Schade das jeder sein eigenes Ding baut. Standardisierung der Art wie bei den ARM Cortex Mx controller, wo für jede Peripherie die IP definiert ist, bzw. wird ist letzlich für alle von Vorteil.
Hellmut Kohlsdorf schrieb: > Schade das jeder sein eigenes Ding baut. Standardisierung der Art wie > bei den ARM Cortex Mx controller, wo für jede Peripherie die IP > definiert ist, bzw. wird ist letzlich für alle von Vorteil. Auch bei den Cortex'en macht jeder Hersteller sein eigenes Ding. Standardisiert ist nur genau das, was von ARM kommt: Prozessorkern, Debug und Trace, Interruptcontroller, Systick Timer. Punkt. Schon solche Banalitäten wie UARTs und SPI/I2C sind bei ST völlig anders gelöst als bei Atmel oder TI, ganz zu schweigen vom Programmieren des chipinternen Flashs. fchk
Nicht ganz korrekt Frank, es wird, von ARM vorgeschrieben, eine API definiert, so daß Programme die auf die Peripherie über diese APi zugreifen sehr leicht auf andere ARM Cortex Controller übertragen werden können! Schöner Nebeneffekt davon ist, dass die Lizenznehmer von ARM auf die Qualität der Bibliotheken, welche diese API bereitstellen, sehr achten müssen, da sonst ihre Anstrengungen in der Implementation auf Silizium verpuffen! Ein Beispiel dafür ist NXP, welche Code red logischer Weise übernommen haben, erworben haben, da auch die IDE einen durchschlagenden Effekt auf die Leistungsparameter einer Lösung mit ihren ARM Cortex Mx Produkte haben. Ein anderer positiver Nebeneffekt ist die Bereitstellung billiger HW durch diese Hersteller, wieder als beispiel die LPCXpressoxxxx von NXP über Embedded Artists oder auch die tollen Platinen von ST!
@ Hellmut Kohlsdorf (hkohlsdorf) >Schade das jeder sein eigenes Ding baut. Standardisierung der Art wie >bei den ARM Cortex Mx controller, wo für jede Peripherie die IP >definiert ist, bzw. wird ist letzlich für alle von Vorteil. Ja, das könnte man machen. Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt, dass JEDE JTAG Box bis zu einer bestimmten Softwareebene kompatibel zu jeder anderen ist und nur die WIRKLICH architekurspezifischen Dinge von den jeweiligen Programmen gemacht werden müssen. Damit könnte jedes JTAG-Kabel mit jeder Zielplattform und jeder Software zusammenarbeiten. Geht in anderen Bereichen schließlich auch. Jeder Drucker muss über einen allgemeinen Druckerttreiber Mindestfunktionen bereitstellen. Wer mehr will, braucht halt den speziellen Druckertreiber. Das Problem ist hier wie so oft, dass jeder lieber sein eigenes Süppchen kocht und keinen Bock auf Standardisierung hat. Erst wenn der Leidensdruck und die Kosten zu hoch werden, wird sich was bewegen.
Antwort schreiben
Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.