Wie heiß darf der MOSFET werden (Daumenregel)?

Gast #3505823
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Hallole,
lasse gerade einen älteren TO220-FET mit kleinem Kühler dran eine 
50W-Lampe treiben (PWM) und hab etwas Bammel, daß der mir um die Ohren 
fliegt. Temperatur ist über der Aua-Grenze, aber deutlich unter 100°C.

Ich meine, die Temperatur erhöht ja den Innenwiderstand und damit die 
Verlustleistung und damit wieder die Temperatur - der Teufelskreis. 
Gibts da ne Faustregel über die sichere Temperatur - ohne alles genau 
nachzumessen?
Gast #3505881
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Lukas T. schrieb:
> Naja, wie beim Rechner. Etwa 70-90 °C sind noch tolerabel.
> Für mehr Infos guckt man ins Datenblatt.

Ein MOSFET hält 125-175° am Chip aus, da kann das Gehäuse deutlich 
heißer als deine 90° werden.

batman schrieb:
> h meine, die Temperatur erhöht ja den Innenwiderstand und damit die
> Verlustleistung und damit wieder die Temperatur - der Teufelskreis.
> Gibts da ne Faustregel über die sichere Temperatur - ohne alles genau
> nachzumessen?

So etwas rechnet man über Rth und Verlustleistung.
Gast #3505936
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Meine Daumenregel: Wenn man sich den Daumen nicht verbrennt ist es noch 
ok. Chiptemperatur und Gehäusetemperatur sind 2 verschieden Welten. Je 
nach Zeit/thermischer Trägheit kann der Chip schon geschmolzen sein und 
das Gehäuse ist noch fast kalt. Ein heißes Teil stribt natürlich früher. 
Wenn man bedenkt, daß in manchem Gehäuse 70 Grad werden, sollte man 
nicht zu geizig mit Kühlung sein.
Gast #3506393
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Wundert mich das der überhaupt so heiß wird.
Eine Lampe ist träge, die Schaltfrequenz wäre mit 20khz schon gut 
bemessen.
Oder ganz niedrig, so bei 50-100 Hz, da hören wir auch nur wenig.

Du schreibst nichts über den Fet, den Rdson und den Strom.
Bei einem gut dimensionierten Fet und einer korrekten Ansteuerung sollte 
der ziemlich kalt bleiben.

Schau dir den RDSon im Datenblatt an.
Die statische Verlustleistung bei 100% ist Pv = RDSon * I²
Da sollte nicht viel zusammenkommen wenn der Fet zu Lampenspannung / 
Strom halbwegs passt.
Der Rest der Verlustleistung sind dann Umschaltverluste weil die 
Frequenz zu hoch oder die Flanken zu flach sind, oder die Gatespannung 
reicht nicht um den ganz auf zu machen.

Ohne aktives Temperaturmanagement wären 70° mein Limit.
Ab ca. 60°C musst Du loslassen, das schalten sich die Schmerzreflexe 
ein.
Am Chip ist der dann schon deutlich heißer und jedes Grad + heißt 
Lebensdauer -.
Gast #3506489
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Egal, ist halt ein älterer FET, vor der Tonne gerettet, mit mehr Rdson 
und heizt hier was an die 2W und von dem zurechtgesägten Kühlkörper hab 
ich keine Werte.
Hab ihn aber gestern doch noch abgeschaltet, als sich die Temperatur 
nach 20 Minuten trotz Freiluft immer noch höher schaukelte. Ich glaube 
nen MOSFET sollte man nicht ganz so heiß werden lassen wie nen 
Bipolaren? Oder ist da nichts dran?
#3506638
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batman schrieb:
> Egal, ist halt ein älterer FET, vor der Tonne gerettet, mit mehr Rdson
> und heizt hier was an die 2W und von dem zurechtgesägten Kühlkörper hab
> ich keine Werte.
> Hab ihn aber gestern doch noch abgeschaltet, als sich die Temperatur
> nach 20 Minuten trotz Freiluft immer noch höher schaukelte. Ich glaube
> nen MOSFET sollte man nicht ganz so heiß werden lassen wie nen
> Bipolaren? Oder ist da nichts dran?

Kannst du statt Geschwurbel einfach mal konkrete Zahlen bringen?
Persönliche Seite #3506748
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Ich betreibe hier FETs bei teilweise 175°C Umgebungstemperatur (!) und 
viele halten das in der Praxis aus. Natürlich darf die Verlustleistung 
die dann nicht noch deutlich mehr, als 20K erhitzen, was insbesondere 
durch den steigenden Rds,on passiert (Faktor 3-5 gegenüber 
Raumtemperatur).

Also: Die Dinger können schon einiges ab, aber wenn man per PWM einen 
FET mit einer so kleinen Last so heiß kriegt, da liegt irgendwas im 
Argen. Ist der Gate-Widerstand vielleicht zu groß / der Treiber zu 
schwach?
#3506755
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Michael_ schrieb:

>> Meine Daumenregel: Wenn man sich den Daumen nicht verbrennt ist es noch
>> ok. Chiptemperatur und Gehäusetemperatur sind 2 verschieden Welten.
>
> Das wären 60°C. Das hältst du auf Dauer mit deinem Daumen nicht aus!

Nun, und wenn diese "Daumentesttemperatur" überschritten wird,
nehme ich mir das Datenblatt vor und rechne genauer nach.
Speziell die höchstzulässige Sperrschichttemperatur ist doch,
je nach Bauelement, recht unterschiedlich.
Gruss
arald

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