Hallo!
Benötige für meine Masterarbeit in Maschinenbau eine
Verstärkerschaltung.
Bandbreite ist von 50Hz bis 10kHz. Als OP habe ich den LT1468
ausgesucht, da dieser präzise ist und eine starkes GBW Produkt hat. Kann
ich diese Schaltung so ätzen, oder sollen noch Filter u.Ä. hinzugefügt
werden?
Grüße, Alex
Alexander K. schrieb:> Verstärkerschaltung. Bandbreite ist von 50Hz bis 10kHz. Als OP habe ich> den LT1468 ausgesucht, da dieser präzise ist und eine starkes GBW Produkt > hat.
Du hast eine Stufenverstärkung von 31-fach und insgesamt 963-fach. Der
OPV hat 90MHz GBP, das ergibt eine Stufenbandbreite von ~3MHz und
insgesamt etwa 1,7MHz. Willst du das? Oben war von 10kHz die Rede.
Wenn du nur einen OPV nimmst und den 1000-fach verstärken lässt, ergibt
sich eine Bandbreite von 90kHz. Halber Aufwand und evtl. kein Filtern
nötig.
ArnoR schrieb:> Alexander K. schrieb:>> Verstärkerschaltung. Bandbreite ist von 50Hz bis 10kHz. Als OP habe ich>> den LT1468 ausgesucht, da dieser präzise ist und eine starkes GBW Produkt >
hat.
>> Du hast eine Stufenverstärkung von 31-fach und insgesamt 963-fach. Der> OPV hat 90MHz GBP, das ergibt eine Stufenbandbreite von ~3MHz und> insgesamt etwa 1,7MHz. Willst du das? Oben war von 10kHz die Rede.>> Wenn du nur einen OPV nimmst und den 1000-fach verstärken lässt, ergibt> sich eine Bandbreite von 90kHz. Halber Aufwand und evtl. kein Filtern> nötig.
Ich benötige bis 10kHz eine möglichst gleichbleibende Charakteristik
bezüglich Phase und Verstärkung, daher die hohe Bandbreite und der damit
verbundene hohe Aufwand.
> Kann ich diese Schaltung so ätzen,
Kein Schutz am Eingang, keine Bandbreitenbegrenzung ?
Du glaubst nicht, daß bei 1000-facher Verstärkung der Ausgang auf dn
Eingang so rückwirken kann, daß es bis 1.7MHz ins Schwingen kommt ?
Alexander K. schrieb:> Ich benötige bis 10kHz eine möglichst gleichbleibende Charakteristik> bezüglich Phase und Verstärkung
Ein Verstärker mit 90kHz Bandbreite hat bei 10kHz einen
Verstärkungsfehler von ~0,05dB und einen Phasenfehler von ~6°.
Schutz für Ein- und Ausgang wurden schon erwähnt. Wie lang wird die
Leitung am Ausgang des Verstärkers (Kapazität)? Kann der OP diese ohne
Stabilitätsprobleme treiben?
Ohne gerechnet zu haben erscheinen mir Spannungsteiler R1/R2 und R3/R4
unnötig hochohmig. In der ersten Stufe könnte man vielleicht noch etwas
Rauschabstand herausholen. Auch: Datenblatt, S. 10 rechts:
>For feedback resistors greater than 2k, a feedback capacitor of>the value [...] should be used
Verpolungsschutz und lokale Spannungsregler. Labornetzteile und
Bananenstecker töten Schaltungen, die das nicht haben, spätestens kurz
vor der letzten wichtigen Messung.
MaWin schrieb:> Kein Schutz am Eingang, keine Bandbreitenbegrenzung ?
Habe über eine Suppressordiode als Eingangsschutz nachgedacht. Aufgrund
der doch recht hohen parsitären Kapazität möchte ich diese per Dioden
abschirmen. Ich habe meine Schaltung im Anhang angefügt.
MaWin schrieb:> Du glaubst nicht, daß bei 1000-facher Verstärkung der Ausgang auf dn> Eingang so rückwirken kann, daß es bis 1.7MHz ins Schwingen kommt ?
Ich weiß es nicht. (bin nicht der Experte auf diesem Gebiet) Würdest du
die Bandbreite mit einem aktiven Tiefpass begrenzen? Habe etwas über
Sallen-Key Filter gelesen und würde einen OP zu einem solchen Filter
umfunktionieren.
ArnoR schrieb:> Ein Verstärker mit 90kHz Bandbreite hat bei 10kHz einen> Verstärkungsfehler von ~0,05dB und einen Phasenfehler von ~6°.
Das Problem ist, dass ich zwei Signale messe, zum Einen das Signal am
Verstärkerausgang und zum Anderen das Signal welches das gemessene
Signal verursacht. Ich möchte die beiden in ein zeitliches Verhältnis
setzen und da ist eine Phasenverschiebung kontraproduktiv.
Tom schrieb:> Ohne gerechnet zu haben erscheinen mir Spannungsteiler R1/R2 und R3/R4> unnötig hochohmig. In der ersten Stufe könnte man vielleicht noch etwas> Rauschabstand herausholen.
Danke für den Hinweis! Bezüglich des Rauschabstandes meinst du, dass die
erste Stufe stärker verstärken sollte als die zweite? (erscheint mir
nach Lektüre der Friis-Formel für sinnvoll)
Tom schrieb:> Verpolungsschutz und lokale Spannungsregler. Labornetzteile und> Bananenstecker töten Schaltungen, die das nicht haben, spätestens kurz> vor der letzten wichtigen Messung.
Daran ist gedacht. Habe ein kleines Linearnetzteil mit
verpolungssicheren Steckern welches zum einsatz kommt. (dir ging es doch
um die Versorgungsspannung, oder?)
Tom schrieb:> Schutz für Ein- und Ausgang wurden schon erwähnt. Wie lang wird die> Leitung am Ausgang des Verstärkers (Kapazität)? Kann der OP diese ohne> Stabilitätsprobleme treiben?
0,25m Koax Kabel bis zur Messkarte. Aus dem Datenblatt habe ich eine
Phasenreserve von 50° abgelesen. Dies ist relativ wenig, denn ich habe
von einer mindest tolerierbaren Phasenreserve von 45° gelesen. Ich werde
daher noch eine Lead-Kompensation (nach
https://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/opa2.htm)
durchführen.
ArnoR schrieb:> Was wohl ein TP mit der Verstärkung und Phase macht?
Richtig, über die Phasenveränderung habe ich nicht nachgedacht. Habe ein
bisschen recherchiert und leider keine andere Möglichkeit gefunden, als
die Bandbreite der Schaltung zu reduzieren. Stimmt das so?
Vielen vielen Dank euch drei dafür, dass ihr einem Nichtswisser wie mir
so viel erklärt! Es hilft mir echt weiter!
Alexander K. schrieb:> Ich möchte die beiden in ein zeitliches Verhältnis> setzen und da ist eine Phasenverschiebung kontraproduktiv.
Dann soltest du dem Vergleichsverstärker das gleiche Verhalten wie dem
Messverstärker verpassen, dann hebt sich die Differenz weitgehend auf.
> Bezüglich des Rauschabstandes meinst du, dass die> erste Stufe stärker verstärken sollte als die zweite?
Nein, R2 (und R1) niederohmiger machen, was sich automatisch ergibt,
wenn man die Verstärkung auf 1000 erhöht (100R/100K).
> Aus dem Datenblatt habe ich eine> Phasenreserve von 50° abgelesen. Dies ist relativ wenig, denn ich habe> von einer mindest tolerierbaren Phasenreserve von 45° gelesen.
Das stimmt. Der OPV ist für niedrige Verstärkungen unbrauchbar, siehe
Kurven zur Frequency Response. Wenn du den OPV wie vorgeschlagen 60dB
verstärken lässt, ist die Phasenreserve 90° und der kann dann auch
kapazitive Lasten treiben.
> leider keine andere Möglichkeit gefunden, als> die Bandbreite der Schaltung zu reduzieren.
Aber wozu erst eine zu schnelle Schaltung bauen und die dann durch
Zusatzkram wieder langsamer machen?
Hallo,
erstmal vorweg: Ich habe euch die neue Schaltung angehängt. Angepasst
habe ich:
1.) die Verstärkung angehoben
2.) Verstärkungspfad niederohmiger gemacht
3.) Schutzbeschaltung für den Eingang hinzugefügt. Die Supressordiode
schaltet bei 3V durch, und schützt so die Schaltung vor Impulsen.
ArnoR schrieb:> Dann soltest du dem Vergleichsverstärker das gleiche Verhalten wie dem> Messverstärker verpassen, dann hebt sich die Differenz weitgehend auf.
alles klar! Super Tipp. Ich baue den Verstärker einfach zweifach und
schwäche das Vergleichssignal im Vorfeld dann entsprechend ab.
ArnoR schrieb:> Das stimmt. Der OPV ist für niedrige Verstärkungen unbrauchbar, siehe> Kurven zur Frequency Response. Wenn du den OPV wie vorgeschlagen 60dB> verstärken lässt, ist die Phasenreserve 90° und der kann dann auch> kapazitive Lasten treiben.
Danke für die Erläuterung. Darf ich nochmal nachfragen woran man das in
dem Frequency Response Diagramm sieht?
Alexander K. schrieb:> Ich baue den Verstärker einfach zweifach und> schwäche das Vergleichssignal im Vorfeld dann entsprechend ab.
Nein, mach es so wie im Anhang gezeigt. Du stellst den anderen
Verstärker auf die benötigte Verstärkung ein und gibst ihm mit dem
Kondensator Tiefpassverhalten. Man kann sehen, dass über den
interessanten Frequenzbereich die Phasen- und Amplitudendifferenz
praktisch null ist. Es ist zwar ein anderer OPV, aber die Verhältnisse
sind bei dem LT1468 prinzipiell gleich. Eine Kurve ist der natürliche
Amplituden- und Phasengang, die andere der jeweils erzwungene.
> Darf ich nochmal nachfragen woran man das in> dem Frequency Response Diagramm sieht?
An der Überhöhung im Frequenzgang bis 8dB (das 2,5-fache!) bei 100pF
Last und Vu=1.
Alexander K. schrieb:> dir ging es doch> um die Versorgungsspannung
Ja. Sobald man etwas verstellen oder falsch zusammenstecken kann, wird
das genau dann Schaden anrichten, wenn man kurz vor dem Abgabetermin
unbedingt noch einen ungeheuer wichtigen Spezialfall messen soll ;)
> 0,25m Koax Kabel bis zur Messkarte
Das ist OK mit zusätzlicher Kompensation (dazu steht auch einiges im
Datenblatt). Die 100pF bei V=1 laut Datenblatt wären z.B. schon bei 1m
Koax erreicht. Mit nicht berücksichtigeter Leitungskapazität kann man
sich leicht Probleme einbauen.
ArnoR schrieb:> Du stellst den anderen> Verstärker auf die benötigte Verstärkung ein und gibst ihm mit dem> Kondensator Tiefpassverhalten.
Alles klar und eine richtig gute Idee! Wie bestimmst du denn den Wert
des Kondensators? Das ist mir noch nicht ganz klar!
Tom schrieb:>> 0,25m Koax Kabel bis zur Messkarte> Das ist OK mit zusätzlicher Kompensation (dazu steht auch einiges im> Datenblatt). Die 100pF bei V=1 laut Datenblatt wären z.B. schon bei 1m> Koax erreicht. Mit nicht berücksichtigeter Leitungskapazität kann man> sich leicht Probleme einbauen.
Im Datenblatt steht aber nur etwas zum invertierenden Verstärker, oder
bin ich blind? Wie setze ich das um in den nichtinvertierenden Fall?
Danke euch!
Grüße, Alex
Alexander K. schrieb:> Wie bestimmst du denn den Wert des Kondensators?
Du musst den Wert der Grenzfrequenz fg deines Messverstärkers (der mit
Vu~60dB) bestimmen, dann kannst du C näherungsweise berechnen:
C=1/(2*Pi*10K*fg).
Dann einen etwas kleineren Wert in die Schaltung einsetzen und
hintrimmen, indem du die Verstärker eingangsseitig parallel schaltest
und mit einem kleinen Parallelkondensator und einem Oszi auf
Phasendifferenz ->0 zwischen den Verstärkerausgängen im Bereich der
Grenzfrequenz abgleichst.