Verständnisfrage

OP #3538455
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Hallo,
ich will mir einen Verstärker mit einem TDA2025 bauen. Dieser bringt mir 
angeblich max. 50W bei 45V. Also 50/45=1.11A Stromaufaufnahme. Richtig?

Dazu brauch ich dann noch ein Netzteil mit 45V. In der Bucht habe ich 
nur welche mit 48V gefunden. Das hätte dann 3.25A. Wie komme ich jetzt 
Verlustfrei auf 45V. Geht das mit einem DC/DC Konverter. Ich habe mich 
mit so einem noch nie beschäftigt?
Gast #3538464
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Wieso willst du auf exakt 45V?

Ich kenne den Verstärker nicht genau, aber in den Datenblättern, die ich 
so finden konnte, war stets die Rede von einer Versorgungsspannung von 
ca. 1V bis 45V.

Also nimm einfach das nächst kleinere Netzteil, das du bekommen kannst.
Gast #3538481
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Die empfohlene Spannung für den TDA sind aber eher 42 V.
Welches Netzteil hast du in Aussicht?


42 zu 48 V sind ja nur 12,5 % das könnte man evtl. noch dahintrimmen.
Die meisten werden wohl eh ein Standard-Flyback oder Forward-Konverter 
mit TL495 und/oder TL431 sein.
Gast #3538502
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Simon R. schrieb:

> ich will mir einen Verstärker mit einem TDA2025 bauen. Dieser bringt mir
> angeblich max. 50W bei 45V. Also 50/45=1.11A Stromaufaufnahme. Richtig?

Falsch. Das wäre richtig, wenn er mit 100% Wirkungsgrad funktionieren 
würde. Er wäre damit zwar noch kein perpetuum mobile, aber trotzdem 
unmöglich. Jedenfalls in diesem Universum...
OP #3538511
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c-hater schrieb:
> Simon R. schrieb:
>
>> ich will mir einen Verstärker mit einem TDA2025 bauen. Dieser bringt mir
>> angeblich max. 50W bei 45V. Also 50/45=1.11A Stromaufaufnahme. Richtig?
>
> Falsch. Das wäre richtig, wenn er mit 100% Wirkungsgrad funktionieren
> würde. Er wäre damit zwar noch kein perpetuum mobile, aber trotzdem
> unmöglich. Jedenfalls in diesem Universum...

Wie kann ich die Stromaufnahem dann berechnen?
OP #3538514
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Simon R. schrieb:
> c-hater schrieb:
>> Simon R. schrieb:
>>
>>> ich will mir einen Verstärker mit einem TDA2025 bauen. Dieser bringt mir
>>> angeblich max. 50W bei 45V. Also 50/45=1.11A Stromaufaufnahme. Richtig?
>>
>> Falsch. Das wäre richtig, wenn er mit 100% Wirkungsgrad funktionieren
>> würde. Er wäre damit zwar noch kein perpetuum mobile, aber trotzdem
>> unmöglich. Jedenfalls in diesem Universum...
>
> Wie kann ich die Stromaufnahme dann bei 8Ohm dann berechnen?
#3538548
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Für einen Analogverstärker wie das obsolete TDA 2025 einer ist verwendet 
man im allgemeinen unstabilisierte Trafonetzteile mit 
überdimensionierten großen Lade-Kapazitäten und eventuell sogar 
Strombegrenzungswiderständen in den Zuleitungen zum Gleichrichter.

Laut Datenblatt sind 45V die maximal zulässige Versorgungsspannung im 
Leerlauf. Die Betriebsspannung ist hier auf max. 42V begrenzt.

Seine Maximalleistung von 50W an 8 Ohm erreicht das TDA 2025 aber schon 
bei 32V und 1,6A oder bei 4 Ohm 22V und 2,3A.

Du benötigst also für 8 Ohm einen 24VAC Trafo mit 1,5A* + 4m7F
oder für 4 Ohm 18VAC mit 2,2A* + 6m8F pro Kanal.

Grüße Löti

*Diese Dimensionierung ist für 50W Musikleistung!
OP #3538681
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Lothar S. schrieb:
> Seine Maximalleistung von 50W an 8 Ohm erreicht das TDA 2025 aber schon
> bei 32V und 1,6A oder bei 4 Ohm 22V und 2,3A.
>
> Du benötigst also für 8 Ohm einen 24VAC Trafo mit 1,5A* + 4m7F
> oder für 4 Ohm 18VAC mit 2,2A* + 6m8F pro Kanal.
>
> Grüße Löti
>
> *Diese Dimensionierung ist für 50W Musikleistung!

Danke für deine Ausführliche Anleitung. Wenn bei 32V die Maximalleistung 
gegeben wird, was passiert dann wenn ich 10V mehr drauf gebe?
#3538904
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Simon R. schrieb:
> c-hater schrieb:
>> Simon R. schrieb:
>>
>>> ich will mir einen Verstärker mit einem TDA2025 bauen. Dieser bringt mir
>>> angeblich max. 50W bei 45V. Also 50/45=1.11A Stromaufaufnahme. Richtig?
>>
>> Falsch. Das wäre richtig, wenn er mit 100% Wirkungsgrad funktionieren
>> würde. Er wäre damit zwar noch kein perpetuum mobile, aber trotzdem
>> unmöglich. Jedenfalls in diesem Universum...
>
> Wie kann ich die Stromaufnahem dann berechnen?

Mit Wissen (das dir fehlt, das wird sich sicher noch rächen).

Ein idealer Verstärker kann an einer Betriebsspannung U_b eine 
Sinus-Wechselspannung mit dem Effektivwert U_eff = U_b / (2*sqrt(2))
machen. Gemäß P=I*U und I=U/R kannst du an einem Lautsprecher mit dem 
Widerstand R dann eine Leistung von maximal P = U_b²/(8*R) erreichen.
Für nichtideale Verstärker zieht man vorher 2..4V von U_b ab.

Beispiel: mit U_b = 40V und R = 8Ohm kommst du auf P = 22.5W.


Zweites Puzzlestück: die Verlustleistung einer AB-Endstufe addiert sich 
aus zwei Anteilen:

1. der Ruheleistung (vulgo: ohne Signal). Das ist P_0 = U_b * I_0, wobei 
I_0 der Ruhestrom ist. Dieser Wert steht im Datenblatt.

2. der dynamischen Verlustleistung. Die ist (Überraschung!) von der 
Aussteuerung abhängig und zwar nichtlinear. Sie hat ihr Maximum bei 
einer Aussteuerung von ~64%. Der Wirkungsgrad der Endstufe ist dann 50%. 
Bei Vollaussteuerung hat der ideale Verstärker einen Wirkungsgrad von 
78%, ein realer eher 75%.

Beispiel: I_0 = 25mA (angenommen) -> P_0 = 1W. Mit P = 22.5W und einem 
Wirkungsgrad von 75% ist P_dyn = 30W. Zusammen also 31W. Das muß dein 
Netzteil liefern.


Drittes Puzzlestück: Kühlung. Die maximale Verlustleistung ist wie 
gesagt bei 64% Aussteuerung (das bezieht sich auf die Spannung). Die 
Leistung ist dann 0.64² ~= 41% vom Maximum. Und Wirkungsgrad 50% heißt, 
daß genausoviel verheizt wird wie abgegeben wird. 41% von 22.5W sind 
9.2W. Dazu 1W Ruheleistung macht gut 10W die weggekühlt werden müssen.


HTH, XL
#3538991
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> Die maximale Verlustleistung ist...

in einer Tabelle im Datenblatt angegeben.

> Wobei sich die Frage erhebt, ob du ständig den Lautstärkesteller auf
> Rechtsanschlag betreibst.

Die Dimensionierung der Kühlung eines Audioverstärkers ist eine Frage 
der Philosophie... .

Grüße Löti

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