Hallo zusammen,
ich habe mir einen kleinen USB-Switch gebaut. Die Idee ist, dass man den
Switch über ein Kabel an den PC anschließt und mit einem Schalter
zwischen drei Ausgängen umschalten kann. Es ist also immer ein Ausgang
direkt mit dem Eingang verbunden, die anderen Ausgänge hängen in der
Luft. Über einen Hauptschalter kann man den gesamten Switch abschalten.
Drei Low-Current Leds, die ich mit einem entsprechenden Vorwiderstand
zwischen GND und 5V gehängt habe, zeigen an, welcher Ausgang gerade
aktiv ist.
Wenn ich den Switch über ein 3m langes USB-Kabel (das Kabel alleine
funktioniert) an den PC anschließe und z.B. mit einem Stick teste, kommt
die Meldung, dass das Gerät nicht richtig erkannt wurde.
Wenn ich das Ganze mit einem kürzeren Kabel anschließe, wird der Stick
richtig erkannt.
Ich vermute mal hier liegt ein Problem mit der EMV vor (bei meiner
Verdrahtung heißt das wohl Elektromagnetische Vergewaltigung), das lange
Kabel und die Verdrahtung im Switch sind wohl zu viel.
- Denkt ihr, dass meine Vermutung bezüglich EMV zutreffend ist?
- Würde es helfen den Switch innen mit abgeschirmten Kabeln zu
verdrahten?
- Muss man die Abschirmung des Kabels dann auf Masse legen?
- Stimmt meine Annahme, dass man nur die Datenleitungen abschirmen muss?
- Was muss man mit dem Gehäuse der Buchse machen? Ich habe da
verschiedene Angaben gefunden: Nicht anschließen, auf Masse legen, über
irgendwelche Kondensatoren an Masse...
Ich könnte da jetzt rumprobieren bis es irgendwie klappt, aber ich würde
gerne wissen, wie man es richtig macht. Deshalb wäre es super wenn mir
jemand weiterhelfen könnte :)
Nettes 3D Druckteil. :-)
Nein, bei der Verkabelung kannst du nicht erwarten, das USB noch
funktioniert. Spaßeshalber kannst du mal probieren:
- die Datenleitungen eines Ports müssen gleichlang sein
- verdrill die beiden Datenleitungen
Kann natürlich auch sein dass dein Drehschalter zuviel für USB ist, von
der Kapazität oder der Anpasssung an den Wellenwiderstand.
Blöde Frage zum Schluss: Warum nicht ein normaler USB-Hub?
Gehäuse von USB Buchsen verbinden. Masse verbinden und nicht schalten.
Ein-Aus Schalter sollte nur +5V einschalten, keine Masse oder
Datenleitung
sollte darüber gehen. Datenleitungen und 5V sollte geschaltet werden,
nicht Masse. Bei solchen Drehschaltern gibt es Messing oder versilbertes
Messing.
Messing ist üblicherweise 2-5A Kontaktstrom und >200V. Silber ist
150mA und <150V. Ersteres ist fuer die Datenleitungen schlecht,
zweiteres fuer die Stromversorgung, denn auch wenn man die 5V auf zwei
Pins verteilt,
sind es nominal dann nur 300mA, wobei vielfach 500mA in gebrauch sind.
Auch gibt es Break und no break Ausführung beim Schalten. Ein no break
kann problematisch sein.
Junge, Junge.
400 MHz Signale mit einem Drehschalter, da ist ja schon der Draht zum
Kontakt ein Wellenwiderstandssprung.
Mit anderen Worten, vergiss es.
Erstmal danke für die zahlreichen Antworten, ich werde die Vorschläge
ausprobieren sobald ich Zeit dazu habe und dann berichten ob's
funktioniert hat :)
Ich habe meinen PC ein paar Meter entfernt von meinem
Elektronikarbeitsplatz und deshalb ein langes USB Kabel zum uC
programmieren usw. rübergeschleift. Da ich nicht möchte dass immer wenn
mein PC an ist, Spannung auf den Kabel ist (so aufgeräumt wie bei mir
immer ist besteht da leichte Kurzschlussgefahr) habe ich mir überlegt
einen Schalter in das Kabel zu bauen. Dann habe ich mir gedacht kann ich
gleich einen kleinen Switch bauen für verschiedene Geräte die ich habe
und meinen Drucker ausnahmsweise mal für was sinnvolles einsetzen ;)
Was genau ist denn mit dem Wellenwiderstand gemeint?
Wenn ich es zum Laufen bekomme wäre es gut, wenn nicht habe ich
zumindest einiges dabei gelernt :)
Zur Erläuterung: Du musst Dich von der Vorstellung verabschieden, dass
ein Draht nur eine einfache Verbindung ist. Das stimmt nur bei
Gleichspannung. Du hast hier aber Wechselspannung, und zwar mit ziemlich
hohen Frequenzanteilen. Da wirkt jeder mm Draht wie ein Widerstand, eine
Induktivität (Spule mit einer Windung) und ein Kondensator, und das
alles gleichzeitig. So wird auch klar, dass der Draht und auch der
Drehschalter das USB Signal beeinflusst, und zwar nicht zu knapp.
fchk
Mit kurzem Kabel funktioniert es doch? Einfach mit einem kurzen kabel
einen Hub anschliessen und von dort ein langes Kabel zum PC.
Unsere Basteleien mit Fädeldraht zwischen USB-Buchse und Mikrocontroller
fünktionieren auch nicht mit 5 Meter Kabel.
Ich glaube das ist etwas falsch rüber gekommen, ich möchte nicht Maus
und Tastatur anschließen, sondern z.B. einen AVRISP, Arduino-Board und
solche Sachen. Ich baue öfter Schaltungen auf einem Steckboard auf und
programmiere sie dann vom PC aus.
Fertige Lösungen gibt es da bestimmt (z.B. USB-Hub oder so) aber ich
wollte einfach mal selber bissle rumprobieren. Jetzt habe ich immerhin
gelernt, dass man mit USB nicht so sorglos umgehen kann wie mit
Bauteilen aus meiner bisher so schönen Gleichstromwelt :P
@Hans: Wo willst du das veröffentlichen? Als Beispiel für besonders
normgerechte Verdrahtung? :D
Ich habe mal die Vorschläge von Floh und schris ausprobiert, mit dem
langen Kabel funktioniert es leider trotzdem nicht :(
Auch was den Drehschalter angeht hatte schris recht, der verträgt nur
150mA, ist also nicht unbedingt geeignet.
Fazit: Wohl doch besser einen USB-Switch kaufen und das nächste mal erst
informieren und einen Blick ins Datenblatt riskieren bevor ich drauf los
löte ;)