Nieren-Kondenser: Messung von Frequenzgang möglich?

OP #3581096
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Hallo allerseits!

Kurz zur Info: Ich bin an einer Facharbeit dran, die sich damit 
beschäftigt  auf möglichst einfachem Wege Frequenzgänge von 
Großmembran-Kondensatormikrofonen mit Nieren-Richtcharakteristik in 
einem nicht schalltoten Raum zu bestimmen/ermitteln.

1. Ist das auf Grund der Richtcharakteristik überhaupt möglich?

Auf den Polar-Diagrammen der Hersteller ist zu sehen, dass Niere nicht 
gleich Niere ist, was z.B. den Einfall des Schalls bei 90° oder 160°, 
etc. betrifft.

Nehme ich jetzt z.B. einen einfachen Studiomonitor, stelle davor ein 
Mikro auf, dessen Position mit einem Laser festgehalten wird und schicke 
anschließend ein Rosarauschen oder einen Sinussweep rauf, bekomme ich 
bei Mikro A ein anderes Ergebnis, als bei Mikro B (dessen Position 
ebenfalls mit dem Laser vermessen wird). Soweit so klar.

Ist mir der Frequenzgang von Mikro A bekannt müsste ich diesen doch nur 
vom Messergebnis abziehen, um die Messung von Raum + Monitor zu 
erhalten. Die Messung von Raum + Monitor dann vom Messergebnis von Mikro 
B abziehen und schon habe ich den Frequenzgang von Mikro B.

In der Theorie sollte es doch so bei einem Druckempfänger klappen.

2. Wie sieht das bei Druckgradientenempfängern aus?

An den Schlitzen und/oder Löchern treten akustische Kurzschlüsse auf.

Findet die Messung ausschließlich mit Direktschall bei 0° statt, könnte 
man dort ja ähnlich die Ergebnisse einfach von einander abziehen. Nun 
habe ich aber das Problem, dass ich noch Reflexionen im Raum habe und 
die sich dann abhängig von der Position des Mikros im Raum anders auf 
jedes Mikro auswirken. Selbst bei gleichbleibender Position aller 
Kapseln der Mikrofone.

Das sind bis hierin meine Überlegungen, bzw. Probleme, die ich nicht 
unter einen Hut bekomme, bzw. wo sich mir Frage 1 stellt.

3. Lassen sich Probleme durch den Einsatz von Messsoftware beseiteigen? 
Wenn ja, welche? Bzw. ist es nur überhaupt mit Messsoftware 
realisierbar? Kann ich mit Fuzz Measure z.B. zwei Mikrofone gegeneinader 
testen?

4. Gibt es eine ISO-Norm, zur Ermittlung von Frequenzgängen was 
Nieren-Kondenser betrifft?


Ich bin dankbar für jegliche Art von Hilfe, ob sie in der Widerlegung 
oder Bestätigung meiner oben geführten Aussagen getätigt wird.

mfG
Marcus
#3581118
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Marcus R. schrieb:

> Kurz zur Info: Ich bin an einer Facharbeit dran, die sich damit
> beschäftigt  auf möglichst einfachem Wege Frequenzgänge von
> Großmembran-Kondensatormikrofonen mit Nieren-Richtcharakteristik in
> einem nicht schalltoten Raum zu bestimmen/ermitteln.

Da es sich hier um ein einerseits überschaubares, andererseits
nichttriviales Problem handelt, könntest Du mit etwas Glück
in der PTB einen entsprechenden Fachmann ans Telefon bekommen:
http://www.ptb.de/cms/fachabteilungen/abt1/fb-16/ag-1610.html
Gruss
Harald
#3581406
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Marcus R. schrieb:

> Das sieht sehr vielversprechend aus. Da das Gespräch wohl einige Minuten
> dauern wird und ich heute total im Stress bin werde ich gleich morgen
> früh durchrufen.

Du solltest daran denken, das die Mitarbeiter dort durchaus noch
was anderes zu tun haben und es an Ihm liegt, ob er das Gespräch
führen will, oder nicht. Es könnte aber sein, das sich der ent-
sprechende Mitarbeiter für das Thema auch interessiert.
Gruss
Harald
Gast #3581629
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Das Mikro vor einen Studiolautsprecher zu stellen ist natuerlich 
Quatsch. Denn dann ist man im Nahfeld und hat keine Richtcharakteristik 
mehr. Geh ins Fernfeld, ein paar Meter weg. Dh ein paar Wellenlaengen 
weg, und hinreichend ab Boden. Es darf einfach keinen Mehrwegempfang 
geben. Das erreicht man zB auch mit Pulsen.

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