Endlich ein bezahlbarer Audio-Analyzer!

OP #3585439
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Professionelle Geräte wie Audio-Precision oder DScope waren bislang für 
um die 10.000€ zu haben und damit wohl für die meisten 
"Normalsterblichen" außerhalb der Reichweite.

Von QuantumAsylum gibt es seit einiger Zeit den QA400 für ca. 200$; im 
Paket enthalten ist ein 24Bit/192kbps Analyzer (quasi eine externe 
USB-Soundkarte) zusammen mit Software. Die Software kann man sich 
kostenlos runterladen und ist auch ohne angeschlossene Hardware 
startbar. Aus dem Programm heraus läßt sich auch das recht umfangreiche 
Manual starten.

http://www.quantasylum.com/content/Products/QA400.aspx

Ich hab mir das Ding gleich mal bestellt und werde bei Interesse 
berichten wie es sich so macht. Mit Soundkarten als Messplatz habe ich 
auch nach längerem Experimentieren leider kein Glück gehabt. Praktisch 
jedes Windows-Programm hat das "Recht" an den Soundkarteneinstellungen 
rumzufummeln oder zu Unzeiten Sounds abzuspielen, was zu unerklärlichen 
Meßergebnissen führt. Ein typisches Phänomen ist, daß man mit dem 
Multimeter den Ausgangspegel mißt, die Messung durchführt, um danach 
festzustellen daß Windows aus welchen Gründen auch immer die Lautstärke 
wieder verändert hat. Zudem ist es schwierig ein Signal zu erzeugen was 
genau auf die Frequenzauflösung der FFT passt. Liegt das Testsignal nur 
wenige 0.1Hz daneben so ist das Ergebnis verfälscht, wobei dieses 
Problem auch dazu führte daß die THD-Anzeige erheblich schwankte.
#3585467
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Hallo

Du must für eine 192Ksamples Soundkarte auch einen Asio-Treiber 
installieren, und darfst nicht den Windows Soundkartentreiber benutzen.

Ich habe bei mir den EMU Tracker pre mit der ARTA Software im Einsatz.

Messmikrofon übrigens ein Haun MBC550


Aber berichte ruhig mal was von dem Teil zu halten ist.

200$ ist ja nicht so teuer. Aber bedenke , das aus der USA noch 
Transportkosten, eventuell Zoll aber ganz sicher die 19% Mwst noch dazu 
kommen. Gerade die Transportkosten aus der USA können mitunter ganz 
schön happig sein, so das sich der gesamte Preis auch mal verdoppeln 
kann.

Bleibt für mich die Frage, ob das Teil nicht im Endeffekt einfach auch 
eine USB Soundkarte ist, welche vermutlich auch über einen ASIO Treiber 
angebunden ist.

Ralph
Gast #3585923
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Benjamin Van Gyseghem schrieb:
> (quasi eine externe USB-Soundkarte) zusammen mit Software.

der Link sagt:
> They are an inexpensive "sound card" USB capture device that
> has been optimized for audio measurement.

gerhard schrieb:
> Das ist keine Soundkarte und hat eigene proprietäre Treiber &
> Software.

So wie ich es sehe, ist es eine Soundkarte. Was auch sonst? Nur weil 
eine eigene Software dabei ist, bleibt es doch trotzdem eine Soundkarte.

Früher war bei vielen Scannern ein Treiber dabei, der nur mit diesem 
Scanner lief. Trotzdem waren das Scanner.
OP #3586161
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Eine Soundkarte ist es definitiv nicht. Das funktioniert so daß ein 
Testsignal per USB übertragen, in einen internen Puffer geschrieben und 
dann abgespielt wird. Es lassen sich keine kontinuierlichen Signale 
ausgeben, nur solche "bursts". Was den Vorteil hat, daß eine Messung 
klar definiert ist: x samples rausschicken, x samples reinlesen. Wenn 
weniger als x zurückkommen, gabs irgendeine Störung und die Messung wird 
erst gar nicht angezeigt. Musik hören kann man damit leider nicht :)
#3586279
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Hi,

Benjamin Van Gyseghem schrieb:
> Eine Soundkarte ist es definitiv nicht. Das funktioniert so daß ein
> Testsignal per USB übertragen, in einen internen Puffer geschrieben und
> dann abgespielt wird. Es lassen sich keine kontinuierlichen Signale
> ausgeben, nur solche "bursts".

Das wird aber vermutlich eher eine Frage der Software/Treiber sein und 
keine Einschränkung der Hardware...

Der Hersteller selbst schreibt auf der Seite ja auch das er den Wert der 
HARDWARE mit 70 USD angibt. Die restlichen 130USD wird er dann wohl als 
Wert der Software ansehen. (Wobei die Hardware als Dongle fungiert)

Für 70USD wird man in den Vermutlichen Stückzahlen auch nicht viel mehr 
machen können als ein gute "Soundkarte" mit genau bezifferbaren 
Eigenschaften.

Aber im Grunde ist die Frage was jetzt was ist auch Unerheblich. 
Prinzipiell kann man die HW & SW als Einheit ansehen und muss dann die 
Frage stellen ob die gebotene Leistung den Preis wert ist.

Und wenn man bedenkt was so manche Analysesoftware ohne überhaupt irgend 
ein Hardwareteil im Lieferumfang kostet...

Das Paket dürfte incl. Lieferung und Steuern bei einer Bestellung aus 
Deutschland einen Endpreis Endpreis von roundabout 260-300 USD haben. Je 
nach dem welchen Maßstab der Zoll für die Wertermittlung anlegt.

Gruß
Carsten
#3586341
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Hallo,
scheint auch nicht das erste Produkt von QuantAsylum zu sein. Die haben 
auch ein 100MSPS/10Bit USB Zweikanaloszi und ein paar 
Frequenzgeneratoren im Portfolio. Sind also nicht allzu neu in dem 
Umfeld.
Vielleicht hat irgendjemand schonmal die QA-Produkte unter die Lupe 
genommen? Dann kann man vielleicht ein paar allgemeine Aussagen zu den 
Produkten und der Firma finden. Dann würde ich es vielleicht auch mal 
probieren und mir so ein Teil ordern...
OP #3586579
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Also gekostet hat es erstmal 185€, mal schaun was der Zoll dazu noch 
sagt.
Mir geht es primär darum, ein Messgerät zu haben dem ich trauen kann. 
Genau das ist mir das Geld wert!
Aus dem diyaudio-Thread hab ich mir sämtliche Screenshots vom QA400 
gezogen und in Excel die angezeigten Werte ungefähr aus dem Spektrum 
nachgerechnet - das passt überall wie die Faust aufs Auge. Mit 
Soundkarte + diversen kostenlosen Programmen (VisualAnalyzer, 
WaveSpectra, Arta, RightMark) habe ich dagegen immer wieder 
irgendwelchen Mist gemessen der vorne und hinten nicht stimmen kann. 
Einige Effekte wie automatische Lautstärkeänderungen durch Windows und 
Testfrequenzen die nicht in die Auflösung der FFT passen konnte ich 
identifizieren, aber da scheint es noch viel mehr Fallstricke zu geben. 
Gerade die Einheit aus Software und Hardware, also so daß alle Parameter 
zusammen passen, finde ich verlockend an diesem Gerät.
#3586623
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Gerade mit Arta habe ich eigentlich plausible Erfahrungen gemacht.

Vorrausgesetzt, das die Soundkarte mit einen AISO Treiber betrieben 
wird, und nicht mit dem hauseigenen Treiber von Microsoft.
Der produziert nämlich  nur Mist.

Eine gute USB Soundkarte sollte man aber schon haben.

Was mir an der QA400 Lösung nicht gefällt, ist die Tatsache, das er 
keine diskreten Signale erzeugen und verwerten kann.



Ralph
OP #3594712
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Gerät ist 8 Tage nach Bestellung angekommen; der Zoll hat sich nochmal 
34€ ergaunert, insg. also 219€. Verpackung/Polsterung vorbildlich; 
endhalten sind 2 BNC-Kabel und ein USB-Kabel.

Es gab anfangs Probleme mit dem USB; das Gerät benötigt scheinbar ein 
"gutes" Kabel mit geringem Spannungsabfall falls der Port etwas knapp 
ist mit dem Strom. Alternativ eben einen aktiven USB-Hub vorschalten; 
das Problem wurde aber auch schon auf diyaudio beschrieben. Mit einem 
anderen (kürzeren) als dem beigelegten Kabel lief das Gerät dann 
einwandfrei. Kalibriert und mit einem UT-804 Tischmultimeter 
nachgemessen: passt alles.

Loopback-THD ist 0.0007%; das sollte für die meisten Messungen erstmal 
reichen; zur Not muss noch ein Notch-Filter davor.

Der erste Eindruck ist sehr gut.

@Ralph Berres

Mit ASIO habe ich noch nicht probiert; mit den Windows-Treibern kam wie 
gesagt immer wieder völlig unplausibler Mist raus (2x unter gleichen 
Bedingungen gemessen = 2 unterschiedliche Ergebnisse). Welche Probleme 
löst ASIO denn bei der FFT?
Gast #3594750
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Benjamin Van Gyseghem schrieb:
> Der erste Eindruck ist sehr gut.

Hallo Benjamin, hast Du die Möglichkeit die obere Frequenzgrenze 
festzustellen ?
In einem der Bilder sah es so aus, dass bei ca. 40kHz Schluss ist.
Mich würde interessieren ob dem so ist ??
Oder anders ausgedrückt ich hätte sie gerne bis 96-100kHz ?!
Die EMU0204 spielt in dieser Klasse, natürlich unkalibriert, aber das 
kann man ja korrigieren

Grüße EMU
#3594782
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Benjamin Van Gyseghem schrieb:
> Mit ASIO habe ich noch nicht probiert; mit den Windows-Treibern kam wie
> gesagt immer wieder völlig unplausibler Mist raus (2x unter gleichen
> Bedingungen gemessen = 2 unterschiedliche Ergebnisse). Welche Probleme
> löst ASIO denn bei der FFT?

Der Asio Treiber ermöglicht z.B. 24Bit 192Ksamples

Der Windowstreiber meist nur 16Bit 48KHz.

Zudem mengt Windows unkontrolliert drin herum.

Ralph Berres
Gast #3594825
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Benjamin Van Gyseghem schrieb:
> Die Anzeige geht bis genau 96kHz wenn man 192ksps einstellt.

Danke für die schnelle Antwort !

könntest Du das bitte noch etwas aufhellen ?
kann man 96kHz "nur" einstellen oder kann man da auch messen ?
Hast Du einen Rauschgenerator, der soweit geht ?

Mein Punkt ist diese Messung hier (Anhang), aus dem Daten-Anhang auf der 
HP
Da sieht es so aus, als ob bei 40kHz Schluss ist ???

EMU
Angehängte Dateien:
OP #3595345
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Hier ist ein Artikel mit direktem Vergleich zur EMU:

http://www.quantasylum.com/content/Home/tabid/40/EntryId/21/Soundcard-Noise-Performance.aspx

Ich hab rausgefunden wie man die FFT konfigurieren kann; anbei nochmal 
ein Screenshot mit höherer Auflösung. Möglicherweise beeinflusst das 
auch das gemessene Rauschen?

Jenseits der 20kHz steigt das Rauschen stark an, was wohl am "noise 
shaping" liegt: Der ADC verschiebt die Rauschenergie in Frequenzbereiche 
wo sie für Audiozwecke irrelevant sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rauschformung

Was ich noch nicht verstehe ist, warum die THD bei 192Ksps erheblich 
größer ist als bei 48Ksps. Der Bereich der gemessenen Harmonischen 
(1KHz-20Khz) ist beide mal gleich und gemessen wurde auch nur die THD, 
kein Rauschen.
Angehängte Dateien:
Persönliche Seite #3595764
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Schau nach, welcher ADC verbaut ist. Besser als dessen Datenblatt kann 
es nicht werden.
Bei 48KHz ist der Störabstand gegenüber 192KHz bei Sigma-Delta Wandlern 
besser. Ganz normal. Zum einen kann das digitale Filter länger 
integrieren (mehr Koeffizienten), zum anderen wird bei professionellen 
Karten auch das Anti-Aliasing Filter vor dem ADC je nach Samplerate mit 
umgeschaltet.

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