Ich erwäge, mein Motorrad mit einer kleinen Solarzelle auszustatten,
damit die Batterie in der Winterpause nicht leer wird.
Bei Conrad habe ich dieses Modul gefunden: 18V 40mA
http://www.conrad.de/ce/de/product/191347/Solarzelle-Polykristallin-Conrad-YH-75X90-18-V-40-mA?ref=searchDetail
Ich habe es so verstanden, dass die Spannung einbricht, wenn das Panel
überlastet wird. Ich gehe davon aus, dass die Batterie Dauerladung mit
geringem Strom verträgt. Sie wird dabei Wasser verbrauchen, aber das
stört mich nicht, denn ich muss sowieso zweimal im Jahr Wasser
nachfüllen.
Also kann ich das Solarpanel einfach parallel zur Batterie schalten?
Brauche ich eine Diode, um Rückwärts-Strom bei Dunkelheit zu verhindern?
Wo steht denn dein Motorrad im Winter, in der Sonne?
Die 40mA erhältst Du nur bei voller Sonneneinstrahlung! Aus meiner
praktischen Erfahrung bleibt davon im Winter nicht viel übrig.
> Wo steht denn dein Motorrad im Winter, in der Sonne?
Ja, es steht an einem hellem Platz. Ich gehe davon aus, dass die
Solarzelle im Winter deutlich weniger Strom liefert. Ich schätze, dass
ca 20mA reichen. Das Motorrad zieht gar keinen Strom, wenn ich den
Schlüsselschalter auf Off stelle.
Nico ... schrieb:> An einigermaßen hellen Wintertagen (ohne Sonne) kannst Du mit maximal> 5mA rechnen!
Noch weniger, du hast im Winter Mittags knapp die Hälfte an
Strahlungsleistung als im Sommer. Bewölkt sind das nochmal bis Faktor 5
weniger also bleiben max. 4mA (Mittags) und das im Januar gerade mal für
4-5 Stunden.
Und im Winter ist es oft diesig/neblig.
Es ist bestenfalls besser als nichts, nur glaube ich nicht daß so eine
Zelle reicht.
Udo Schmitt schrieb:> Noch weniger, du hast im Winter Mittags knapp die Hälfte an> Strahlungsleistung als im Sommer. Bewölkt sind das nochmal bis Faktor 5> weniger also bleiben max. 4mA (Mittags) und das im Januar gerade mal für> 4-5 Stunden.
dafür ist es aber auch kälter, das erhöht den Wirkungsgrad der Zellen.
Bei meinem Auto (100AH Batterie) genügt eine Solarzelle, die maximal
300mA liefert. Das habe ich dort so seit 2 Jahren im Einsatz, allerdings
als Fertiggerät (kein Eigenbau).
Dann wird beim Motorrad (10AH) die 40mA Solarzelle ausreichen, da bin
ich ganz sicher. Das "große" Solarpanel von Auto kann ich am Motorrad
jedoch nicht verwenden, das würde man mir mit Sicherheit weg klauen.
Außerdem ist es leider nicht Witterungsbeständig.
stefanus schrieb:> Bei meinem Auto (100AH Batterie) genügt eine Solarzelle, die maximal> 300mA liefert.
Genügt wofür? Mein Auto hat keine Solarzelle und die Batterie hält seit
11 Jahren!
Ich will dir das ja nicht ausreden, aber es kommt nichts bei rum! Es
wird nur dein Geldbeutel belastet.
stefanus schrieb:> Bei meinem Auto (100AH Batterie) genügt eine Solarzelle, die maximal> 300mA liefert. Das habe ich dort so seit 2 Jahren im Einsatz,
Und das Auto stellst du auch 5 Monate in die Winterpause?
> Wenn das Motorrad in Winterpause geht, kannst Du> ja auch die Batterie ganz ausbauen und in der Wohnung frisch halten.
Ja, das kann ich machen. Aber dazu habe ich keine Lust, da gebe ich
lieber 10-20 Euro für die Bauteiler aus. Außerdem ist es eine nette
kleine Bastelei.
>> Bei meinem Auto (100AH Batterie) genügt eine Solarzelle, die maximal>> 300mA liefert. Das habe ich dort so seit 2 Jahren im Einsatz,> Und das Auto stellst du auch 5 Monate in die Winterpause?
Ja, typischerweise von Anfang Dezember bis Ende Februrar.
Da die 1N400X einen recht hohen Sperrstrom hat, besser z.B. eine 1N4148
nehmen. Sonst ist die Aktion für die Katz.
Die LED machts nit besser und wird eh erst ab 20mA leuchten. Ist im
Winter also sinnlos. Laß sie weg und freu dich an ein paar % mehr Ladung
;)
stefanus schrieb:>> Wenn das Motorrad in Winterpause geht, kannst Du>> ja auch die Batterie ganz ausbauen und in der Wohnung frisch halten.>> Ja, das kann ich machen. Aber dazu habe ich keine Lust, da gebe ich> lieber 10-20 Euro für die Bauteiler aus.
Legst Du noch 10€ drauf, kannst Du Dir 'ne neue Batterie für Dein Moped
kaufen.
> Die LED machts nit besser und wird eh erst ab 20mA leuchten.> Ist im Winter also sinnlos. Laß sie weg und freu dich an ein> paar % mehr Ladung
Ja, sehe ich inzwischen auch so.
>> 10-20 Euro> Legst Du noch 10€ drauf, kannst Du Dir 'ne neue Batterie> für Dein Moped kaufen.
Sinn der Sache war doch, die Schraub-Arbeiten am Fahrzeug zu vermeiden.
Die neue Batterie hilft mir dabei nicht.
Zu den Kosten: Die Batterie für mein Motorrad kostet 52 Euro + 5 Euro
für die Säure. Es gibt woanders auch billigere für 40 Euro + Säure.
stefanus schrieb:> Brauche ich eine Diode, um Rückwärts-Strom bei Dunkelheit zu verhindern?
Nein.
Ich habe ein 12V/2W Panel an meinem Rasentraktor im Garten einfach
direkt dran an der Batterie und seither ist sie klaglos über jede der
beiden Winterpausen gekommen und auch die Sommer dazwischen.
Selbst wenn die Batterie rappelvoll ist, fließt bei Dunkelheit kein
messbarer Strom durch das Panel und entlädt die Batterie.
Dirk J. schrieb:> Legst Du noch 10€ drauf, kannst Du Dir 'ne neue Batterie ... kaufen.
Augenscheinlich hält "meine" Batterie jetzt länger als 3 Jahre. Das war
bis dahin die Zeit, nach der sie dank vorausgegangener Tiefentladungen
den Hobel nur noch recht zäh anbekommen hat. Wenn man also mit der
Solarzelle ein oder zwei Jahre gewinnt, dann hat sich die Investition
schnell bezahlt gemacht...
> Da die 1N400X einen recht hohen Sperrstrom hat,> besser z.B. eine 1N4148 nehmen. Sonst ist die Aktion für die Katz.
Ach ja? 5µA Sperrstrom über Nacht entladen die Batterie über Nacht
wieder? Wie geht das denn?
stefanus schrieb:> Danke Lothar, du kämpfst an meiner Seite :-)
Ein Kampf ist das nicht. Einfach ausprobieren. Die Welt gehört den
Mutigen. Und es ist nicht mal arg mutig, die Zelle direkt anzuschließen,
wenn die Energiebilanz am Ende des Winters einfach nur positiv sein
muss... ;-)
stefanus schrieb:> 5µA Sperrstrom über Nacht entladen die Batterie
Nö. Aber die viel schlechteren Werte, auf die man manchmal trifft und
zusätzlich noch die Selbstentladung. Wenn ich überschlägig die Zahlen
nehme, die hier genannt wurden:
5mA x 2h Ladung = 10mAh. 50uA x 22h Sperrstrom = 1,1mAh, wenn die 1N400x
wie so häufig aus irgendeinem Hinterhof kommt und nit von einem
Hersteller mit garantierten guten Werten. Damit wär ungefähr 10% des
Erhaltungseffektes aufgefressen.
Mit guter Diode bleiben 0,3Ah pro Monat zur Erhaltungsladung, das sind
3% der Kapazität. Das dürfte genau ausreichen.
Lothar Miller schrieb:> ... fließt bei Dunkelheit kein messbarer Strom ...
ist bei vielen polykristallinen Modulen ganz anders ;)
Naja, man sich auch alles schlecht rechnen.
Die Solarzelle wird ganz sicher mehr Energie liefern, als Du da
geschätzt hast. Selbst Ende Dezember haben wir länger als 2 Stunden
Tageslicht und es wird bedeutende Zeiten geben, wo die Solarzelle mehr
als 5mA liefert, immerhin liegt ihr Maximum bei 40mA (im Sommer).
Dazu gibt es übrigens eine Studie:
http://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/elektroheizung/ertrag-im-winter
Dort sagen sie zusammen gefasst, dass die Photovoltaik Anlagen im
Winter-Halbjahr etwa 35% ihrer Nennleistung erreichen. Und das deckt
sich auch mit meinen Messungen an der Solarzelle in meinem Auto. Die
liefert maximal 300mA, der Laderegler begrenzt den Strom auf 100mA. An
mehreren durchschnittlichen Wintertagen (teils mit dichten Regenwolken,
unterschiedliche Uhrzeiten) habe ich den Ladestrom gemessen. Ich hatte
immer die vom Hersteller versprochenen 100mA. Also auch bei wenig Licht
- ohne direkte Sonneneinstrahlung. Und das sogar hinter der
Windschutzscheibe.
Mit 10x mehr Sperrstrom zu rechnen, als im Datenblatt angegeben ist,
finde ich auch sehr fragwürdig. Aber selbst wenn dem so wäre, ist der
Strom im Vergleich zur Selbstentladung der Batterie vernachlässigbar.
> nur glaube ich nicht daß so eine Zelle reicht.
Die Diskussion hatten wir vor drei Jahren schon, als ich um eure Meinung
zur KFZ Solarzelle von Westfalia gefragt hatte. Allgemeine Meinung war,
dass die Artikelbeschreibung unglaubwürdig sei und das Ding seinen Zweck
nicht erfüllen wird.
Ich sag euch was: Ich habe die Solarzelle trotz eurer Warnungen gekauft
und sie erfüllt ihren Zweck. Bereits zwei Winter hintereinander konnte
ich den Wagen nach der Winterpause völlig problemlos starten - was
vorher nie geklappt hatte.
Das Auto hat eine 100AH Batterie und verbraucht ständig Strom, so ca.
20mA. Das Solarpanel hat eine Solarzelle, die maximal 300mA liefert, der
Laderegler begrenzt den Strom jedoch auf 100mA.
Die Bewertungen der Kunden sind auch fast alle positiv. Ich bin also
kein glücklicher Einzelfall. Diejenigen, die das Ding schlecht bewertet
haben, hatten irrtümlicherweise erwartet, dass man damit eine leere
Batterie aufladen kann.
Nun ist die Batterie vom Motorrad 10x kleiner (10AH) und das Motorrad
verbraucht gar keinen Ruhestrom. Also muss eine 10x kleinere Solarzelle
ja wohl auch ausreichen.
Ist doch gut zu wissen, es wird funktionieren auch bei schlechten
Bedingungen.
stefanus schrieb:> Mit 10x mehr Sperrstrom zu rechnen, als im Datenblatt angegeben ist,> finde ich auch sehr fragwürdig.
Miß mal paar aktuelle Bauteile nach ;) Einiges davon wäre früher™ nit
verkauft worden.
> Miß mal paar aktuelle Bauteile nach
Das würde ich gerne tun, doch dazu fehlt mir das nötige Equipment. Und
nur für diese blöde Diode jetzt ein Meßgerät zu bauen (wenn auch nur
Provisorisch) ist wohl overkill. So neugierig bin ich auch nun wieder
nicht.
Ich kann ja auch einfach eine andere Diode aus der Bastelkiste nehmen -
hab ja genug Auswahl.
Im Winter ist es eher die Kälte, die die Selbstentladung gegen 0 bremst
und die Batt frisch hält. Habe meine Moppeds nach dem Winter immer
problemlos gestartet.
Passt jetzt nicht so ganz zum Thema.
Ich hatte mir vor ca. 10 Jahren einen Akku-Rasenmäher von Black&Decker
zugelegt. Der fest eingebaute Akku war ein Panasonic Traktionsakku
Blei-Gel mit 12V 28 Ah.
Die Empfehlung im Handbuch war: "Im Interesse einer langen Lebensdauer
sollte der Akku bei Nichtgebrauch ständig an das Ladegerät angeschlossen
sein". Zudem ist der Mäher allzeit bereit, da immer voll geladen.
Das war ein guter Rat. Der Akku hat nämlich 7 Jahre gehalten und dann
erst schlapp gemacht. Und das, obwohl der Mäher in einem Geräteschuppen
untergebracht war und den Außentemperaturen ausgesetzt war.
Zwischenzeitlich hatte ich sporadisch die Spannung gemessen. Sie lag
stets bei 13,8V. Nach heutigem Kenntnisstand hätte ich damals besser
auf dem Geräteschuppen ein Solarpanel montiert und die Ladespannung
auf 13,8V begrenzt. Hätte den gleichen Effekt und die Stromkosten
auf Null reduziert.
Danach habe ich mir einen neuen Akkumäher zugelegt; einen Bosch Rotak
42 Li. Der ist nun erheblich leichter und wird mit 2 LiIon Akkus
geliefert: 36V 2,6Ah (1,2kg) zum 'Einstöpseln' und Schnell-Wechseln.
Hier sieht die Langzeitbehandlung anders aus: Die beste Spannungslage
zur Lagerung (kurz oder lang) ist 37V, weil die Chemie dabei am
wenigstens altert. Und durch die sehr geringe Selbstentladung sinkt
die Spannung auch nach etlichen Monaten nicht nennenswert ab.
Was sich nun geändert hat: 3-4 Stunden vor dem Mähen wird der Akku
an das Schnellladegerät angeschlossen und er lädt en Akku dann auf
42V auf. Und nach dem Mähen habe ich dann meistens meine 37V zur
Lagerung. Natürlich im Keller mit 20...24 °C jahreszeitlich bedingt.
Was lernen wir daraus?
Lithium Akkus sind nicht immer praktischer, "herkömmliche" Blei-Akkus.
Gleiche Nachteile habe ich bei MP3 Player, beim Haarschneider, bei einem
nur selten genutzten Tablet, und beinem Zusatzakkus für's Notebook. Alle
diese Geräte lagere in nicht ganz voll geladenem Zustand, was leider
deren Laufzeit reduziert, wenn ich sie dann mal aus der Schublade hole
und wirklich brauche - oder ich muss ein paar Stunden vorher zum
Aufladen einplanen (wie du).