@ ArnoR (Gast)
>Grundvoraussetzung zum Erstellen von Schaltungen ist, dass man weiß was
>man da tut.
Das SOLLTE man. Die Forumspraxis belehrt einen oft eines Besseren ;-)
> Man muss also die Funktion der einzelnen Bauelemente und
>natürlich ihr Zusammenwirken in der jeweiligen Schaltung verstanden
>haben.
Ja.
> Dann ist die Berechnung kein Problem und ergibt sich quasi "von
>selbst".
Solche Sätze sind sehr sinnvoll und vor allem pädagogisch wertvoll :-(
Mann, Mann, Mann.
Ungefähr so sinnvoll, wie wenn ein Hochseilartist zu einem Kleinstkind
sagt, "Was du kannst nur krabbeln, Seiltanzen ist eigentlich ganz
einfach.". 8-0
@OP
Klar, die Bauteile und deren prinzipielle Wirkungsweise und ungefähren
Kennlinien sollte man schon kennen. Dazu eine handvoll Grundgesetze ala
Kirchhoff, Lenz (Induktion) & Co. Danach muss man versuchen, die
Schalung in möglichst unabhängige Funktionsblöcke zu zerlegen, die man
dann möglich unabhängig und rückwirkungsfrei analysieren kann. Wenn z.B.
hinter einem komplexen passiven Filter ein OPV liegt, ist der Filter vom
OPV-Ausgang entkoppelt und kann getrennt von diesem analysiert werden.
Dann muss man erst einmal ein paar Grundanahmen treffen. Wie z.B. die
Flußspannung von Dioden und LEDs, die ist in erster Näherung unabhängig
vom Strom. In Sperrichtung fließt kein Strom. Spulen werden mit
steigender Frequenz hochohmiger (Kurzschluss bei DC, hochohmig bei
"hohe" Frequenzen, Kondensatoren niederohmiger (unendlicher Widerstand
bei DC, sehr niederohmig bei sehr hohhen Frequenzen). Und so geht das
weiter. So kann man Schritt für Schritt einfach Schaltungen analysieren
bzw. berechnen. Bei komplexeren Schaltungen spielt das Zeitverhalten
eine Rolle. Ein Schmitt-Trigger oder FlipFLop merkt sich seine
Vergangenheit und reagiert dementsprechend anders. Hier muss man auch
erstmal eine Annahme treffen, in welchem Zustand das FlipFlop denn
nun ist.