Ferritkern DC Bias mit Neodym-Magnet?

OP #3666539
Lesenswert?
• ▲
▼
Hi Leute :)

DC-DC-Converter, folgendes Problem:
Da der Strom immer zwischen Inull und Imax pendelt, nutze ich nur "eine" 
magnetische Richtung des Kerns aus, und nicht, wie bei Wechselstrom, 
beide Seiten.

Nun möchte ich den Ferritkern durch Einbringen eines Dauermagneten 
magnetisch vorspannen, damit ich über den Nullpunkt hinweg bis zum 
anderen magnetischen Ende mehr Platz für Feldlinien habe. Somit, hoffe 
ich, kann ich den Kern stärker belasten und mehr aus ihm herausholen.

Hat das schonmal jemand versucht?
Wie berechne ich den magnetischen Bias des Kerns richtig?


Mfg der_nachtfuchs
Gast #3666550
Lesenswert?
• ▲
▼
Sunny J. D. schrieb:
> Hat das schonmal jemand versucht?

Ja, war in Bildröhren-Fernsehern (Flyback) üblich.

Einfach halbe Magnetisierung (meist 0.4T swing, also 0.2T) durch 
Permanentmagnet erreichen.

Aber achte darauf, daß icht auf Versehen oder durch Überhizuung über die 
Curie-Temperatur der Permanentmagnet eines Tages sein Magnetfeld 
verliert.
OP #3666561
Lesenswert?
• ▲
▼
Danke für die Info :)

Wird denn der Permanentmagnet durch das wechselnde Feld im Ferrit stark 
erwärmt?

Laut Rechnung (sofern die stimmt) sollte mein Kern nicht über 95 °C 
erreichen. Mit Lüfter bestimmt ein gutes Stück drunter.

Zudem habe ich einen Stromsensor eingebaut, der direkt im Pfad der 
Speicherdrossel sitzt. Sollten da über 90 A auftreten, wird 
abgeschaltet. Wenn der Magnet also nachgibt, merke ich das am immer 
kleiner werdenden Tastgrad bei konstanter Last.


Kern: PM 114/93 - Wicklung: 13 Wdg mit 4x5mm Kupferschiene
#3666967
Lesenswert?
• ▲
▼
Einige Magnetmaterialine verstragen das Wechselfeld nicht so gut. Bei 
den Neoadymmagenten kann da z.B. die Metallische Schutzschicht (Ni, Zn) 
ein Problem sein. Die magnetmaterielalien können auch einen 
nennenswerten Verlust bei der Ummagnetisierung haben - dafür sind die 
eher nicht optimiert.

Wegen der Temperaduren wäre vermulich auch ein billiger Ferritemagnet 
besser - 0,2 T sind auch da kein Problem.

Die andere Alternative wäre ggf. ein Kern aus Amorphem Metall (mit 
Luftspalt) oder Eisenpulver. Die gehen höher in der Sättigung, haben 
aber ggf. mehr Verluste.
Gast #3666994
Lesenswert?
• ▲
▼
Ulrich H. schrieb:
> Einige Magnetmaterialine verstragen das Wechselfeld nicht so gut. Bei
> den Neoadymmagenten kann da z.B. die Metallische Schutzschicht (Ni, Zn)
> ein Problem sein. Die magnetmaterielalien können auch einen
> nennenswerten Verlust bei der Ummagnetisierung haben - dafür sind die
> eher nicht optimiert.
>
> Wegen der Temperaduren wäre vermulich auch ein billiger Ferritemagnet
> besser - 0,2 T sind auch da kein Problem.
>
> Die andere Alternative wäre ggf. ein Kern aus Amorphem Metall (mit
> Luftspalt) oder Eisenpulver. Die gehen höher in der Sättigung, haben
> aber ggf. mehr Verluste.

Hallo,

eventuell könnte man Material aus Permanenterregten Synchronmotoren 
verwenden? Weil die Permanentmagnete darin sind ja genau für so eine 
Belastung gemacht. Immerhin ist ja ein Betrieb mit Frequenzumrichtern 
üblich - ohne Sinusfilter.
Für ein Bastelprojekt könnte man einen defekten Motor zerlegen, für eine 
Serienproduktion könnte ein Hersteler sicher etwas liefern.
Gast #3667015
Lesenswert?
• ▲
▼
MaWin schrieb:
> Einfach halbe Magnetisierung (meist 0.4T swing, also 0.2T) durch
> Permanentmagnet erreichen.

Stimmt natürlich nicht, man will ja den +/-0.4T ummagnetisierbaren Kern 
gerade ganz nutzen, also kommt ein 0.4T Magnetfeld rein, damit man von 0 
auf 0.8T ummagnetisieren kann. Bisher habe ich übrigens nur 
Ferritmagneten gesehen, nie einen Neodym.
Gast #3668553
Lesenswert?
• ▲
▼
wenn der Magnet leitfähig ist (ich gehe mal stark davon aus), dann 
bildet er eine Kurzschlusswindung. Die, die ich kenne, sind vernickelt, 
die Nickelschicht ist auf jeden Fall ein Kurzschluss.
Deshalb werden wohl Ferritmagnete verwendet.
Beitrag #5230630 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5230644 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5230695 wurde von einem Moderator gelöscht.

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.