Hallo,
ich habe eine Frage und hoffe, dass mir jemand helfen kann,
Wieso brauch man eigentlich so eine "teure" Lötstation, wo man die
Temperatur einstellen kann?
Welche Geräte empfiehlt es sich zum Basteln im "Heim-Labor" zu haben?
Bspw. ein Labornetzgerät?
Grüße
alesi schrieb:> Für den Anfang und für einfache Schaltungen reicht ein> normaler Lötkolben.
Das ist völlig richtig. Aber bitte nicht einer aus dem Baumarkt.
Man sollte zumindest einen Lötkolben eines renommierten Herstellers
kaufen.
Bspw. von Ersa oder Weller, mit vernünftigen Lötspitzen. 30 Watt sind
meist ausreichend, solange man keine Cu-Schienen verlöten will.
Bevor man einen ungeregelten Lötkolben von
BattMan schrieb:> Bspw. von Ersa oder Weller
kauft, ist man mit einer NoName-Lötstation für 30 € besser bedient.
mhh schrieb:> ist man mit einer NoName-Lötstation für 30 € besser bedient.
Bei denen die Lötspitzen reiner Müll sind, die Heizelemente alle Tage
kaputt gehen und der Griff so warm wird, dass man sich fast die Finger
verbrennt.
Und das soll besser sein, als ein ungeregelter Lötkolben von einem guten
Hersteller, der Jahre hält und die Lötspitzen wirklich gut sind????
Wer billig kauft, kauft zwei Mal!
Ich habe eine Voltcraft LS50, die etwa 120DM gekostet hat. Und die
funktioniert problemlos, sogar nachdem sie mal vom Tisch gefallen ist.
Für das Hobby braucht man also nichts übermäßig teures.
Wieso soll Ersa oder Weller schlecht sein?
Ich arbeite seit Jahren mit einem Weller-Lötkolben der Lötspitzen mit
Temperaturbereichen besitzt. Die Lötspitzen sind gut, haben eine
eingravierte Zahl, die den Temperaturbereich angibt in dem mechanisch
geregelt wird.
Ich finde diesen Kolben gut und hatte bisher keinerlei Probleme mit
sowas von Weller.
Bastler schrieb:> Wieso soll Ersa oder Weller schlecht sein?
Das hat hier niemand geschrieben. Es ging nur darum, dass eine billige
geregelte Lötstation besser geeignet ist als ein guter ungeregelter
Lötkolben.
Heute würde ich wohl auch Ersa oder Weller kaufen, aber damals habe ich
eben mit unter zwölf Jahren und ohne Elektroniker in der Familie diese
Station geschenkt bekommen.
BattMan schrieb:> Bei denen die Lötspitzen reiner Müll sind, die Heizelemente alle Tage> kaputt gehen und der Griff so warm wird, dass man sich fast die Finger> verbrennt.
Es gibt auch bessere NoName als die, die Du wahrscheinlich erwischt
hattest. Oder gab? Glück scheint beim Kauf immer wichtiger zu werden...
Die Bedeutung qualitativ hochwertiger Lötspitze wird oft unterschätzt.
Das ist meiner Meinung und Arbeitsweise nach das größte Manko von
Billiggeräten. Wieviel dann noch ein Gerät der Preisklasse oberhalb 100€
bringt, kann ich allerdings nicht beurteilen. Den Luxus hatte ich noch
nicht.
Wieso kann man denn eigentlich bei vielen Geräten die Stromstärke
einstellen?
Tut mir leid für mich Anfängerwissen aber ich dachte bisher, dass sich
die Schaltung so viel Stromstärke nimmt, wie sie braucht und wenn das
Netzgerät das nicht liefern kann geht es kaputt.
@Karl:
Also das Netzgerät geht in der Regel nicht sofort Kaputt, wenn es nicht
genug Strom liefern kann. Erstmal geht die Spannung runter und der Strom
hoch. Dabei kann es natürlich überhitzen, Labornetzgeräte sollten das
aber nicht tun.
Die einstellbare StromBEGRENZUNG sorgt dafür, dass nicht zu viel Strom
fließt. Das wäre zwar für das Labornetzteil egal, weil es in der Regel
automatisch bei Überhitzung abschaltet, aber deine Schaltung mag zu viel
Strom garantiert nicht. Folglich stellt man die Strombegrenzung ein
klein bisschen größer als der zu erwartende Stromverbrauch ein. Baut man
in der Schaltung einen Kurzschluss, wird der Strom vom Netzteil begrenzt
und die meisten Bauteile bleiben ganz. Ohne Strombegrenzung dagegen hast
du sonst schnell eine Menge Rauch und einen Haufen Schrottbauteile...
> Es ging nur darum, dass eine billige geregelte Lötstation besser> geeignet ist als ein guter ungeregelter Lötkolben.
Das halte ich für ein Gerücht.
Die Lötkolben dieser billig Stationen sind genauso schlecht
wärmeisoliert und man verbrennt sich die Finger.
Ein guter Feinlötkolben wie der Tip 260 von Ersa ist da wesentlich
geeigneter.
http://www.voelkner.de/products/10201/Elektro-Loetkolben-Tip-260BD-16-W-350C.html> Wieso kann man denn eigentlich bei vielen Geräten die Stromstärke> einstellen?
Da manche Schaltungen wie z.B. LEDs mit Konstantstrom betrieben werden.
Diese Funktion kann man auch verwenden um seinen Aufbau bei
Kurzschlüssen zu schützen.
Für den Einstieg genügt Dir aber ein (besser zwei gleiche) einfaches
umschaltbares Netzteil mit den gängigsten Spannungen bis 12V und ca. 1A
Ausgangsstrom.
http://www.voelkner.de/products/558606/Stecker-Netzteil-einstellbar-Goobay-67951-3-V-DC-4.5-V-DC-5-V-DC-6-V-DC-7.5-V-DC-9-V-DC-12-V.html
+ ausreichend flinke 1A Sicherungen...
Grüße Löti
Lothar S. schrieb:>> Fasse doch hinten am Griff an>> Dann bekommst Du aber Probleme mit der Motorik bei sehr feinen> Lötstellen.
Wenn Du natürlich deshalb vorn am Metall anfassen musst, kannst Du
niemanden anderes für die Brandblasen schuldig sprechen.
Ich hoffe Du weißt, daß mit den beiden von Dir verlinkten Spaßnadeln aus
dem Strick-dich-durch-den-Feierabend-Klub außer bischen SMD nicht viel
los ist.
Karl schrieb:> Wieso brauch man eigentlich so eine "teure" Lötstation, wo man die> Temperatur einstellen kann?
Bei bleihaltigem Lot ging ein ungeregelter Lötkolben wie Ersa Tip 260.
Wenn man den einstöpselte war er irgendwann heiss genug zum Löten, und
wenn man ihn weglegte wurde er zwar etwas heisser, aber das gab noch
kein Problem, er kühlte gleich ab wennn man weiterlötete.
Seit bleihaltigem Lot braucht man höhere Temperaturen. Wenn man dann den
Lötkolben in den Lötpausen höher heizen lässt, ist ruck-zuck die
Lötspitze weggegammelt.
Daher nimmt man zum bleihaltigen Löten besser einen temperaturgeregelten
Lötkolben, der beim weglegen vielleicht sogar so intelligent ist,
runterzuregeln.
> Welche Geräte empfiehlt es sich zum Basteln im "Heim-Labor" zu haben?> Bspw. ein Labornetzgerät?
Kommt drauf an, was man basteln will. Microcontroller: Da reicht oft ein
Steckernettzeil, 9V, für den 5V Regler auf der uC Platine.
Audioverstärker: Da reicht ein Labernettzeil eh nicht, und wenn, braucht
man eines mit 2 Ausgangsspannungen (2 x 30V/5A oder so).
Dann basteln manche Leute mit Hochspannung, da ist manchmal ein
regelbarer Wechselstromtrafo nützlich, und andere Leute basteln mit
Elektrolyse und Galvanik, da ist ein Netzgteil mit richtig vielen Ampere
gut (aber unsauberer Spannung).
Kauf die Dinge dann, wenn du sie brauchst, konkret am Bedarf.
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.2Karl schrieb:> Wieso kann man denn eigentlich bei vielen Geräten die Stromstärke> einstellen?
Damit man sie als Stromquelle und Spannungsquelle einstzen kann, CCCV,
wie zum Akkuladen benötigt.
Bastler schrieb:> Wieso soll Ersa oder Weller schlecht sein?
Na ja, Weller hat sich seinen Ruf mit dem Magnastat gemacht, kurze dicke
temperaturgeregelte Lötspitze. Heute out, weil Elektronik besser ist und
durch die dicken Lötkolben kam man nicht überall hin.
Ersa hatte seinen Ruf durch innenbeheizte Dauierlötspitzen, heute ist
die Firma aufgekauft, die Produkte minderwertig, die Lötspitzen werden
aus 2 Teilen zusammengeflickt und leiten die Wärme nicht mehr.
Die Profis verwendeten nie Ersa oder Weller sondern damals Metcal
oder Pace, doch JBC's AD2950 hat die Klassiker wohl ausgebootet.
> Ich hoffe Du weißt ... außer bischen SMD nicht viel los ist.
Ich löte seit über 30 Jahren hauptsächlich mit einen Ersa Tip 260.
Meine Weller Magnastat W61 verwende ich nur für's Grobe da sie mir in
der Handhabung zu schwer sind.
Deshalb hab ich die auch nicht empfohlen obwohl es sehr gute Gerätesind.
Also "nicht viel los", wenn's Einer nicht kann magst Du ja recht
haben...
> die Produkte minderwertig
Kann ich so nicht bestätigen.
Grüße Löti
Früher reichte ein relativ einfacher Lötkolben vollkommen aus. SMD gab
es im Hobbybereich nur als Randerscheinung. Daher kam man mit langen und
dicken Lötspitzen hin.
Ein regelbarer Lötkolben war gut, um Hitzereserven zu haben (zB für
größere Kupferflächen). Das war aber auch alles, was im Hobbybereich
zählte.
Bei heutigen Arbeiten kommt sehr oft nur noch SMD infrage. Das braucht
einen feinen Kolben der präsize gregelt werden kann. Eine kurze Spitze
fördert die Feinmotorik. Die für bleifreies Lot benötigten höheren
Temperaturen wirken sich schnell auf den Griffel aus - er sollte also
nicht zu heiß werden.
Schnelles Aufheizen, Leistungsreserver und automatische
Temperaturabsenkung bei Pausen sind sehr hilfreiche Features.
Das alles bekommt man nur mit einer Lötstation. Auch sollte man sich
einen Hersteller suchen, der auch ein gutes Sortiment an
unterschiedlichen Spitzen anbietet.
Ich habe in 30 Jahren schon einige Kolben und Stationen durch und bin
jetzt bei JBC hängen geblieben. Das sind bisher die besten Kolben und
Spitzen die ich je hatte. Ist zwar etwas teurer, lohnt sich aber auf
alle Fälle.
Für mal ein paar kleine Lötungen reicht aber auch etwas günstigeres aus.
Aber denke dran: Zunächst gibt es einen billigen Kolben, dann noch
einen, dann eine billige Station, noch eine weitere, ... Wenn man alles
zusammen rechnet, hätte man auch gleich etwas gutes kaufen können.
Lothar S. schrieb:>> die Produkte minderwertig>> Kann ich so nicht bestätigen.
Naja, kann ich schon bestätigen. Ich hatte früher immer Ersa. Dann
brauchte ich irgendwann eine neue Spitze. Die fiel aber recht schnell
auseinander (ja, Zweiteilig). Die darauffolgende auch; also wirklich
minderwertig. Die damalige Spitze hielt fast 5 Jahre; die anderen nur
ein paar Tage. Alles Original Ersa.
Kauf dir eine teure Lötstation(ERSA, WELLER, LA CALIENTE). Das ist das
Kalkül der Dummschwätzer. Brauchst du diese dann nicht mehr, warten
diese Geier auf ein Schnäpchen von dir.