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LötenLöten in der Elektronik ist eine praktisch-handwerkliche Tätigkeit und erfordert daher neben entsprechendem Geschick in erster Linie ... viel Übung!
[bearbeiten] GrundlagenLöten ist ein Verfahren zum Herstellen einer dauerhaften Verbindung zwischen zwei Materialien mit höherem Schmelzpunkt durch ein drittes Material mit niedrigerem Schmelzpunkt. Das verbindende Material wird dabei kurzfristig geschmolzen, so dass eine haftschlüssige (und meist auch formschlüssige) Verbindung entsteht. In der Elektronik, wo es in der Regel um elektrisch leitfähige Verbindung geht, kann z.B. durch Lötzinn, welches an der etwa 300 Grad heißen Spitze eines Lötkolbens geschmolzen(*1) wird, ein Silberdraht mit der Kupfer-Leiterbahn einer Platine verbunden werden. Eine solche Verbindung ist
Lötverfahren sind gut maschinell durchzuführen und automatisierbar (Lötbäder), für Testaufbauten, Kleinst-Stückzahlen, zu Reparaturzwecken usw. wird aber häufig auchLöten per Hand notwendig sein.
[bearbeiten] VoraussetzungenWichtigste Voraussetzungen für das Löten in der Elektronik sind
beides muss natürlich für Elektronik geeignet sein. Lötzinn für die Elektronik ist beispielsweise im Inneren mit einem Flussmittel gefüllt, welches eine leichte Oberflächenkorrosion beseitigt, die anderfalls das Anhaften des Lötzinns auf den zu verlötenden Oberflächen verhindern würde. [bearbeiten] VorsichtsmaßnahmenDa man es beim Löten in der Elektronik mit über 300 Grad heißen Metallen (fest und flüssig) zu tun hat, ist die Notwendigkeit einiger Schutzmaßnahmen so naheliegend, dass man sie nicht weiter erklären muss (niemand wird einen Lötkolben freiwillig an der heißen Spitze anfassen), aber dennoch (und aus der Praxis):
[bearbeiten] Grundlegende VorgehensweiseBeim Löten gilt:
Eine geringe(!) Menge Lötzinn, die vor dem ersten Schritt auf die heiße Spitze des Lötkolbens aufgetragen wird, dient vor allem dazu, den Wärmeübergang auf die zu verlötenden Teile zu verbessern und damit die Dauer des ersten Schritts kurz zu halten. [bearbeiten] Typische FehlerquellenAnfänger machen beim Löten eine Reihe typischer Fehler, welche die Qualität der hergestellten Verbindung beeinträchtigen. Das heißt, die elektrische Verbindung ist schlecht ("Wackelkontakt") und die mechanische Festigkeit gering (Gefahr des Abreißens).
[bearbeiten] Arten von LötverbindungenFür den Anfänger sind bestimmte Arten von Lötverbindungen einfacher herzustellen als andere, beim Üben empfiehlt es sich entsprechend, "vom Einfachen zum Schwierigen" zu trainieren. [bearbeiten] Einfaches Verlöten von DrähtenRecht einfach zu verlöten sind zwei Drähte, die man zuvor miteinander verdrillt hat. Bei starren Drähten empfiehlt sich in der Regel ein vorheriges "Verzinnen" (= der Draht wird mit einer Oberfläche aus Lötzinn versehen), da sich dann das beim Zusammenlöten aufgetragene Lötzinn besser verteilt. Bei dünnen Litzen kann auf das Verzinnen meist verzichtet werden, da durch die Kapillarwirkung das Lötzinn quasi "aufgesogen" wird. Bei dicken Litzen (Querschnitt 1 Quadratmillimeter und mehr) ist vorheriges Verzinnen meist nicht ratsam, weil ansonsten die Verdrillung nicht mehr so gut gelingt. Da das Flussmittel im Lötzinn in dicke, verdrillte Litzenverbindungen oft nicht ausreichend eindringen kann, empfiehlt es sich hier, die Litzenende vor dem Verlöten nochmal gesondert mit Flussmittel zu behandeln. In Umgebungen, in denen es häufige oder gar permanente Vibrationen gibt (z.B. Auto), sollten Litzenenden allerdings immer verzinnt werden (auch beim Einlöten in Durchbohrungen gedruckter Schaltungen - siehe nächster Punkt). Die Verzinnung muss dabei ein Stück unter die Isolierung reichen (leicht zu kontrollieren durch die Biegbarkeit), andernfalls brechen Litzen oft genau an der Stelle, an der die Isolierung endet, da diese Stelle (mechanische) die stärkste Last aufnehmen muss. [bearbeiten] Einlöten von Bauteilen PlatinenbohrungenAuch dies gelingt dem Anfänger nach einiger Übung meist ganz gut (vorausgesetzt die obigen Tips und Richtlinien werden befolgt). Die Bauteile sollten allerdings nicht "lose" sondern - durch Biegen der Anschlussdrähte - mit leichter (mechanischer) Spannung in den Platinenbohrungen sitzen. Dies verhindert das "Wackeln" beim Wegnehmen des Lötkolbens. Was hier aber ggf. berücksichtigt werden muss, ist die Wärmeempfindlichkeit.
[bearbeiten] Auflöten von SMD-Bauteilen auf PlatinenEigener Artikel: SMD Löten [bearbeiten] EntlötenUnter Entlöten versteht man das Trennen einer Lötverbindung. In der Theorie ist das einfach, weil ja "nur" das Lötzinn erwärmt werden muss und dann (z.B. bei in Platinen eingelöteten Bauteilen) der Draht aus der Bohrung gezogen werden kann. In der Praxis besteht die Schwierigkeit jedoch darin, dass typische Bauteile mindestens zwei, oft aber drei oder noch mehr verlötete Anschlüsse haben und man die Lötstellen nicht alle gleichzeitig erwärmen kann. Es ist auf alle Fälle vorteilhaft, wenn man zunächst an jedem einzelnen Anschluss versucht, so viel Lötzinn wie möglich zu entfernen (z.B. mit Absaugpumpe oder Entlötlitze). Dennoch werden sich insbesondere Bohrungen in gedruckten Schaltungen so nicht völlig von Lötzinn befreien lassen. [bearbeiten] Bauteile mit zwei AnschlussdrähtenSofern sich das Bauteil "kippen" lässt, erst die eine, dann die andere Seite ablöten.
[bearbeiten] Bauteile mit drei AnschlussdrähtenBei einem Transistor kommt man mit der "Kipptechnik" oft auch noch weiter, wenn die Lötpunkte im Dreieck angeordnet sind. Man hat dann immer eine Richtung zum Kippen, bei der sich der Draht in der momentan erwärmten Lötstelle ein Stück herausziehen lässt. Notfalls muss man sich schrittweise vorarbeiten (d.h. beim ersten Mal wird man den ersten Draht nicht vollständig aus der Bohrung herausbekommen, aber nachdem man einmal "reihum" ist, sitzt das Bauteil schon ein Stück weiter draußen). Bei drei Anschlußdrähten "in einer Reihe" funktioniert die Kipptechnik nicht, evtl. kann man hier versuchen, mit dem Lötkolben zwei Lötstellen gleichzeitig zu erwärmen. (Aber Vorsicht, dass nach dem Auslöten und Wiedereinlöten eines neuen Bauteils keine feine Lötzinnbrücke stehen bleibt und einen Kurzschluss verursacht!) [bearbeiten] Bauteile mit vielen AnschlussdrähtenDas Auslöten von ICs ist ohne spezielle Werkzeuge (z.B. spezieller Lötkolbenaufsatz) meist unmöglich. Wenn man nicht beides - IC und Platine - "retten" will oder muss, kann man es so versuchen:
Manchmal kann man auch mit einenm einfachen Heizluftgebläse versuchen die Platinenunterseite zu erhitzen und dann den IC rausziehen. Mit etwas Übung und richtiger Hitze eine recht schnelle und effektive Arbeitsweise. Ein Trick der gerade bei SubD-Steckern und Bauteilen mit ähnlichen vielen eng beieinanderliegenden Beinchen funktioniert: Alle Beinchen mit Lötzinn untereinander verbinden. Quasi einen riesigen Klecks Lötzinn über alle Beinchen legen. Diesen Lötzinnklecks mit dem Lötkolben heiß machen. Irgendwann ist das gesamte Lötzinn flüssig und man kann das Bauteil (Zange nehmen, heiß) herauszeihen. Danach muß man nur noch den Lötzinnklecks von der Platine bekommen. Ich halte die Platine dazu mit der Hand, so daß die Lötseite unten ist, mache den Klecks heiß und schüttel ihn ab. Reste können nach eigenem ermessen entfernt werden. Achtung: ICs und andere Temperaturempfindliche Bauteile können bei dieser Hauruckmethode den Hitzetod sterben. [bearbeiten] Freimachen von DurchbohrungenAllgemein gilt, dass man bei einem Bauteil, welches mit Sicherheit defekt ist, meist besser erst alle Drähtchen abzwickt und dann nur diese Reste "entlötet". Kurze Drähtchenreste sind allerdings oft schwer aus Platinenbohrungen zu entfernen, da sie von der Kapillarwirkung der Bohrung auf das Lötzinn praktisch "angesogen" und in der Bohrung festgehalten werden. Ein alter Praktiker-Trick ist hier, nach Erwärmen des Lötzinns die Bohrung mit einem gut gespitzten Bleistift zu durchstoßen. (Das Lötzinn wird vom Graphit der Mine praktisch "abgestoßen".) Besser geeignet als die Bleistift-Methode ist es, eine dünne Injektionsnadel zu verwenden. Die Nadeln bestehen aus Edelstahl und nehmen Lötzinn kaum an. Des weiteren sind die Nadeln wesentlich stabiler als die Minen. Passende Nadeln bekommt man in der Apotheke. Und Zuguterletzt: Wenn beim erfolgreichen Auslöten eines Bauteils die Bohrung in der Platine gleich lötzinnfrei ist, sollte man sich nicht zu früh freuen: Bei doppelseitigen "durchkontaktierten" Platinen kann so unbemerkt auch die Durchkontaktierungshülse herausgerissen worden sein. Vor dem Einlöten von Ersatz sollte man evtl. Nachmessen (Ohmmeter) und im Schadensfall (oder zur Sicherheit auch immer) das neu eingesetzte Bauteil auf beiden Seiten der Platine anlöten. Bei Multi-Layer-Platinen wird auch das den Erfolg nicht garantieren, aber Reparaturen mit Lötkolbeneinsatz sind an solchen Platinen ohnehin oft ein Glücksspiel. [bearbeiten] Siehe auch[bearbeiten] Weblinks
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