AVR

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Die AVR-Mikrocontroller von Atmel sind wegen ihrer übersichtlichen internen Struktur, der In-System-Programmierbarkeit, und der Vielzahl von kostenlosen Programmen zur Softwareentwicklung (Assembler, Compiler) beliebt. Diese Eigenschaften und der Umstand, dass viele Typen in einfach handhabbaren DIL-Gehäusen (DIP) verfügbar sind, machen den AVR zum idealen Mikrocontroller für Anfänger.

Über die Bedeutung des Namens "AVR" gibt es verschiedene Ansichten; manche meinen er sei eine Abkürzung für Advanced Virtual RISC, andere vermuten dass der Name aus den Anfangsbuchstaben der Namen der Entwickler (Alf Egin Bogen und Vegard Wollan RISC) zusammengesetzt wurde. Laut Atmel ist der Name bedeutungslos.

Architektur[Bearbeiten]

Die Architektur ist eine 8-Bit-Harvard-Architektur, das heißt, es gibt getrennte Busse zum Programmspeicher (Flash-ROM, dieser ist 16 bit breit) und Schreib-Lese-Speicher (RAM). Programmcode kann ausschließlich aus dem Programmspeicher ausgeführt werden. Weiterhin sind die Adressräume unabhängig (d.h. beide Speicher besitzen eigene Adressbereiche, die sich wertemäßig überschneiden können). Bei der Programmierung in Assembler und einigen C-Compilern bedeutet dies, dass sich Konstanten aus dem ROM nicht mit dem gleichen Code laden lassen wie Daten aus dem RAM. Abgesehen davon ist der Aufbau des Controllers recht übersichtlich und birgt wenige Fallstricke.

  • 32 größtenteils gleichwertige Register
  • davon 1–3 16-bit-Zeigerregister (paarweise)
  • ca. 110 Befehle, die meist 1–2 Taktzyklen dauern
  • Taktfrequenz bis 32 MHz
  • Betriebsspannung von 1,8 – 5,5 V
  • Speicher
  • Peripherie: AD-Wandler 10 bit, 8- und 16-Bit-Timer mit PWM, SPI, I²C (TWI), UART, Analog-Komparator, Watchdog
  • 64kB Externer SRAM (ATmega128, ATmega64, ATmega8515/162); (Bei den XMEGAs bis zu 16 MB (128 Mbit) externer SDRAM)
  • JTAG bei den größeren ATmegas
  • debugWire bei den neueren AVRs

Software[Bearbeiten]

  • AVR-Studio: Kostenlose Enwicklungsumgebung mit Simulator
  • Atmel Studio 6: Kostenlose Enwicklungsumgebung mit Simulator
  • KontrollerLab: Kostenlose Entwicklungsumgebung für KDE
  • Klab: Kostenlose Entwicklungsumgebung für KDE/GTK2/Win32 (als FPC/Lazarus Quellcode verfügbar, Nachbau von KontrollerLab)
  • Microsoft Visual C++ Express: Kostenlose Enwicklungsumgebung (Win),über makefile
  • Netbeans: Plugin-basierte, kostenlose Entwicklungsumgebung (Windows, Mac, Linux, und Solaris). Hier findet sich ein Howto für das Setup von AVR (z.B. für Arduino)
  • AVR Eclipse: Plugin-basierte kostenlose Entwicklungsumgebung (Win, Linux, Mac)
  • Code::Blocks: Freie Entwicklungsumgebung (Win, Linux, Mac), die auch für AVR-Projekte Unterstützung anbietet
  • AVR-GCC: freier und kostenloser C-Compiler
  • Mikropascal mit einer eingeschränkten kostenlosen Testversion
  • LunaAVR: Kostenlose, objektbasierte Basic/Pascal-ähnliche Programmiersprache und Entwicklungsumgebung mit Compiler/Assembler und Disassembler (Win, Linux, Mac). http://avr.myluna.de
  • AVRA: freier und kostenloser AVR-Assembler
  • Bascom AVR beliebter Basic-Compiler
  • AVRCo Pascal Compiler
  • amforth: interaktiver und erweiterbarer Kommandointerpreter für AVR unter GNU Lizenz (Open Source)
  • SJC: Experimenteller Java-Compiler unter GPL mit AVR-Unterstützung
  • mkAvrCalculator: User friendly fuse bits calculator and GUI for avrdude

Programmiergeräte[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel AVR In System Programmer.

Boards & Starterkits[Bearbeiten]

Siehe dazu auch die Artikel in der Kategorie AVR-Boards und den Artikel zur AVR Programmierung.

  • AVR-ISP-Stick
  • RN-Control
  • C-Control PRO (AVR32)
  • myAVR Board
  • Pollin-Starterkit
  • aTeVaL-Board – Nachfolger des bekannten Pollin Evalboards. ISP-mkii-Klon & Seriell/USB-Wandler via USB. Testhardware auf der Platine: Taster, LED, Summer, Potis, ...
  • Rumpus von lochraster.org ist ein günstiges und gut dokumentiertes Starterkit mit Atmega 168
  • Laborboard von das-labor.org – Bauplan Lochrasterplatine mit Atmega32
  • Roboterbausatz NIBO 2 – autonomer Roboter mit einem ATmega128 und einem ATmega88 / Roboterbausatz NIBObee – Roboter für Einsteiger mit ATmega16 und integriertem USB-Programmer
  • Nerdkit – Starterkit inkl. Doku
  • Arduino – Ein modulares System mit verschiedenen Entwicklungsboards (insbesondere auch eins mit ATmega1280, dem mit den vielen dünnen Beinchen), das aufgrund der Nutzung einer JAVA-IDE und "Wiring" besonders einfach zu nutzen ist. Es gibt verschiedene Clones unter Namen wie Freeduino, Seeeduino etc., auch den Lilypad zum Einnähen in Kleidung und Verschaltung mittels leitender Fäden. Die neueren Versionen können über einen standardmäßig mit ausgelieferten Bootloader ohne sonstige Hardware direkt über USB bespielt werden.
  • Modularis-Einsteigerset
  • mices2 – Entwicklungsboard zum Gratis Assembler Kurs. Integriertes Programmiergerät (USB, avrisp mk2 kompatibel). Spannungsvrsorgung über USB. Platine einseitig, leicht zu bestücken. Viele Schnittstellen (1-Wire, I2C, EIA232 ...), D/A-Wandler, Mikrofonschaltung., Audioverstärker ...
  • gulostartSteckplatinen-basiertes Lernpaket / Einsteiger-Set mit ausführlicher Anleitung. Verwendet ausschließlich Open-Source-Software, kann fast alle DIP-ATtiny/ATmega programmieren. Für USB-Schnittstelle.
  • Atmegaboard Eagle Daten für ein Testboard zur Nutzung 2er Atmegas gleichzeitig. Weitere Adapterplatinen sowie Source Code sind ebenfalls verfügbar.
  • tinyUSBboard – Ein sehr sehr preiswertes, Arduino und BASCOM kompatibles Board mit onboard USB Interface und auswechelbarem Bootloader.
  • verschiedene Boards von Olimex

Projekte[Bearbeiten]

Siehe dazu auch die Artikel in der Kategorie AVR-Projekte.

Tutorials[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Tipps & Hinweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • AVR101 – systm Videocast von Revision3 Internet Television (engl.).

Weitere Verweise (Links) auf externe Informationen und Projekte finden sich in der Linksammlung.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Es gibt nur wenige Typen mit D/A-Wandler (z.B. AT90PWM2); hierfür benutze man PWM oder externe Bausteine.

Die Takterzeugung ist bei AVRs recht einfach gehalten. So gibt es bei den meisten Modellen keine internen PLLs um „krumme“ Prozessor- oder Peripherietaktfrequenzen zu erzeugen, noch ist der Peripherie-Takt vom Prozessortakt abkoppelbar. Einige AVR verfügen über eine PLL, um damit z.B. einen Timer mit Frequenzen über der Systemfrequenz zu takten oder höhere Systemfrequenz aus niederfrequenteren Taktquellen zu erzeugen (vgl. u.a. Datenblätter ATtiny85 und ATtiny861). Die Baudrate serieller Schnittstellen lässt sich nicht gebrochen einstellen, so dass gegebenenfalls ein zur Baudrate passender Quarz oder Resonator zu verwenden ist.

Für die serielle Programmierung des Flash-Speichers sind 4 Datenleitungen erforderlich und die Taktversorgung muss sicher gestellt sein. Es ist darauf zu achten, dass bei Einstellung der Taktquelle (Fuses) auch die vorhandene Taktquelle ausgewählt wird. Für die Hochvolt-Programmierung (so genannt wegen 12 V am RESET-Anschluss) werden je nach Chip nur 3 Signalleitungen (kleinere ATtinys) oder sehr viele Leitungen benötigt (ATmegas und große ATtinys). Einige Modelle verfügen über eine Debugwire-Schnittstelle, für die im Betrieb zwei Leitungen ausreichen.

Nicht zu verwechseln ist die 8-bit-AVR-Serie mit AVR32. Letztere ist eine 32-bit-Architektur mit recht viel Ähnlichkeit zu Controllern auf Basis eines ARM-Cores. Controller der ATxmega-Serie verfügen über mehr Funktionen als die "traditionellen" AVR (z.B. DMA- und Eventsystem, 12Bit A-D-Wandler). ATxmega sind jedoch für 3,3V-Betrieb ausgelegt und ausschließlich in SMD-Bauform erhältlich.