Operationsverstärker-Grundschaltungen

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Idealisiertes Modell eines OPV[Bearbeiten]

Anschlüsse[Bearbeiten]

Ein Operationsverstärker hat zwei Eingänge (+) und (-) und einen Ausgang (UA). Außerdem verfügt er über eine positive und eine negative Spannungsversorgung (V+) und (V-).

Spannungsversorgungen[Bearbeiten]

Die Spannungsversorgungen sollen zunächst nicht interessieren. Sie werden in Schaltungen oft nicht eingezeichnet. In der Praxis ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Ausgangsspannung immer zwischen (V+) und (V-) liegt. Die Ausgangsspannung des OPV kommt schließlich dadurch zustande, dass der Ausgang über einen Transistor mehr oder weniger hochohmig mit den beiden Versorgungsspannungen verbunden wird.

Wenn man einen OPV also mit +5V versorgt, so kann der OPV im besten Fall am Ausgang +5V erzeugen. Man würde in diesem Fall von einem "Rail-to-Rail" Operationsverstärker sprechen. Bei vielen Operationsverstärkern ist die maximal mögliche Ausgangsspannung geringer als die Versorgungsspannung. Ein mit +5V Spannungsversorgung beschalteter OPV kann dann beispielsweise nur +4V Ausgangsspannung erzeugen.


   | \
   |  \
-- | - \
   |    \_______
   |    /
-- | + /
   |  /
   | /

Ausgang[Bearbeiten]

Der Ausgang des OPV ist eine ideale Spannungsquelle. Das bedeutet, dass die Ausgangsspannung unabhängig davon ist, was ausgangsseitig an den OPV angeschlossen wird. In der Praxis gilt dieses Modell häufig nur bei "sinnvollen Anwendungen". So ist beispielsweise der Ausgangsstrom des OPV nach oben begrenzt (typischerweise im mA-Bereich), und manche OPV schwingen sehr leicht, wenn man sie kapazitiv belastet.

Eingänge[Bearbeiten]

Die Eingänge eines OPV sind hochohmig, d. h., es handelt sich nur um "Messfühler", die keinen Strom führen. Achtung: Die Eingangsschutzbeschaltung (Dioden von GND und gegen VCC) bei manchen OPVs kann jedoch dazu führen, dass Strom in den Eingang fliesst, wenn dessen Betriebsspannung z.B. abgeschaltet ist.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der OPV mißt zu jeder Zeit die Differenz U_D = U(+) - U(-) der Eingangsspannungen.

Ist die Spannung an (+) größer als an (-), so erhöht der OPV die Ausgangsspannung. Ist die Spannung an (+) niedriger als an (-), so vermindert der OPV die Ausgangsspannung.

Das Ergebnis dieses Vorgangs wird häufig über die Gleichung:

U_a = v \cdot U_D

beschrieben, wobei v eine sehr große Zahl (10^4...10^6) ist.

Mit Hilfe der beschriebenen Funktionsweise lassen sich alle grundlegenden Schaltungen herleiten.

Beispiel[Bearbeiten]

Betrachtet wird die invertierende Grundschaltung nach Abbildung a) im Abschnitt Verstärkergrundschaltungen.

Für die Pfeilrichtungen der Spannungen und Ströme gilt:

U_e: von oben nach unten

I_{R3}: von links nach rechts

Die Spannung am (+)Eingang ist gleich Null. Die Spannung am (-)Eingang wird durch die Spannungsquelle U_e und durch die im OPV befindliche und mit dem Ausgang verbundene Spannungsquelle des OPV manipuliert.

  • Ist die Spannung am (-)Eingang negativ, so erhöht der Operationsverstärker die Ausgangsspannung. Dadurch wird auch die Spannung am (-)Eingang positiver. Und zwar so lange, bis die Spannung am (-)Eingang gleich groß ist, wie die Spannung am (+)Eingang, also U(-)=0V.
  • Ist die Spannung am (-)Eingang positiv, so vermindert der Operationsverstärker die Ausgangsspannung. Dadurch wird auch die Spannung am (-)Eingang negativer. Und zwar so lange, bis die Spannung am (-)Eingang gleich groß ist, wie die Spannung am (+)Eingang, also U(-)=0V.

Der Operationsverstärker wird also die Spannungen an (+) und (-) angleichen. Das passiert immer dann, wenn der Ausgang mit dem (-)Eingang verbunden ist. Man nennt das Prinzip "Gegenkopplung". Auf diese Art und Weise funktionieren alle analogen OPV-Schaltungen.

Da an (+) Massepotential anliegt, wird somit auch (-) daran angeglichen, und so liegt an R_3 die Spannung U_e an. Daher gilt: I_{R3}=\frac{U_e}{R_3}.

Da der (-)Eingang hochohmig ist, fließt I_{R3} über R_4 weiter zum OPV-Ausgang.

Ua ist die Spannung vom Ausgang zur (virtuellen) Masse am (-)Eingang. (--> Pfeil einzeichnen und klarmachen, daß es egal ist, ob der Pfeil vom Ausgang zur Masse geht oder vom Ausgang "entgegen der Stromrichtung" zur virtuellen Masse an (-)!)

Mit Hilfe von I_{R3}=\frac{U_e}{R_3} ergibt sich:

U_a = -R_4 \cdot I_{R3} = -{{R_4} \over {R_3}} \cdot U_e.

Die Energie für den Stromtransport über R_4 stammt vom OPV! Sobald die Ladungen ausgehend von der Spannungsquelle U_e die virtuelle Masse an (-) erreicht haben, hat U_e seine gesamte Energie abgegeben.

Reale OPs / Kennwerte[Bearbeiten]

Abweichend vom idealen OP besitzen reale OPs diverse Einschränkungen und Kennwerte, die sie für verschiedene Einsätze mehr oder weniger prädestinieren.

Leerlaufverstärkung[Bearbeiten]

Die Leerlaufverstärkung gibt an, wie stark sich das Ausgangssignal i.A. der Änderung eines Eingangsignals statisch ändert, bzw nach dem Einschwingen erreichen könnte, wenn es nicht durch die Betriebsgrenzen limitiert wäre.

Anstiegszeit[Bearbeiten]

Bestimmend für die dynamische Änderung des Signal ist wiederum die slew rate, die wesentlich das AC-Verhalten bestimmt.

Frequenz-Bandbreiteprodukt[Bearbeiten]

Gleichtaktverstärkung[Bearbeiten]

Infolge des inhomogenen Aufbaus der internen Verstärkerstufen werden die beiden Eingangssignale nicht exakt gleich verstärkt, was in einen Gleichanteil und einen Differenzanteil aufgeteilt werden kann. Der nicht erwünschte Gleichtakt (engl. common mode) ist dabei ein Maß für die Qualität des OP.

Verstärkergrundschaltungen[Bearbeiten]

Grundbeschaltung mit Berechnung[Bearbeiten]

Op-verstaerker-a.png Op-verstaerker-b.png

In a) und b) verwenden wir den OP als Verstärker und nutzen hier die Möglichkeit der Gegenkopplung, um definierte Verstärkungen zu erhalten. Wir gehen wieder davon aus, dass der OP ein ideales Bauteil ist und daher seine Leerlaufverstärkung unendlich ist. Ebenso betrachten wir den Eingangswiderstand als unendlich.

In a) ist ein invertierender Verstärker mit einem OP dargestellt. Durch die Widerstände R3 und R4 wird die Verstärkung bestimmt:

V = \frac{U_a}{U_e} = -\frac{R_4}{R_3}

Das Verhältnis der beiden Widerstände bestimmt also die Verstärkung und somit die Ausgangsspannung:

U_a = -\frac{R_4}{R_3} \cdot U_e

oder auch

U_a = V \cdot U_e

Das negative Vorzeichen drückt aus, dass es sich um einen invertierenden Verstärker handelt.

Beim nichtinvertierenden Verstärker b) finden wir auch eine Rückkopplung über R6 zum invertierenden Eingang des OP. Die Verstärkung wird durch das Gegenkopplungsnetzwerk R6 und R7 bestimmt. Hier ist:

V = 1 + \frac{R6}{R7}

Eine Verstärkung von 1 ist sinnvoll, wenn eingangsseitig eine Spannungsquelle mit hohem Innenwiderstand verwendet wird. Für \frac{R6}{R7} \to 0 heißt die Schaltung "Spannungsfolger".

Kleinere Werte als 1 lassen sich nicht realisieren. Die Ausgangsspannung errechnet sich also so:

U_a = U_e \cdot \left (1 + \frac{R_6}{R_7}\right )

Beispiel: Eine Eingangsspannung von 0,5 V soll auf den Wert 5 V verstärkt werden, es ist also eine Verstärkung V von 10 benötigt. R7 ist mit 10 kΩ vorgegeben. Also ist das Verhältnis

\frac{R_6}{R_7} = V - 1

Bei einem Wert von 10 kΩ für R7 errechnet sich R6 zu


R6 = (V - 1) \cdot R7
   = (10 - 1) \cdot 10\,\mathrm{k\Omega}
   = 90\,\mathrm{k\Omega}

Die Ausgangsspannung Ua wird also:


U_a =   U_e \cdot \left (1 + \frac{R_6}{R_7}\right )
   = 0,5\,\mathrm{V} \cdot \left (1 + \frac{90\,\mathrm{k\Omega}}{10\,\mathrm{k\Omega}}\right)
   = 5\,\mathrm{V}

Nichtinvertierender Verstärker mit Offset[Bearbeiten]

Eine Abwandlung des nichtinvertierenden Verstärkers erlaubt es, einen konstanten Offset vorzugeben. D.h. von der zu verstärkenden Eingangsspannung U(e) wird eine konstante Spannung U(o) abgezogen und die Differenz verstärkt. Auf der Ausgangsspannung U(a) findet sich die Offsetspannung U(o) allerdings wieder. Op-verstaerker-offset.png

Es gilt:

Offsetspannung:


U_o =  U_V \cdot \frac{R2}{R1 + R2}

mit U(V) = Versorgungsspannung an R1

Verstärkung:


V = 1 + \frac{R3}{\frac{R1 \cdot R2}{R1 + R2}}

Ausgangsspannung:


U_a = (U_e - U_o) \cdot V + U_o

Der Vorteil dieser Schaltung ist, daß nur die Differenz verstärkt wird. Damit kann eine größere Verstärkung gewählt werden. Zu berücksichtigen ist dabei, daß die Ausgangsspannung U(a) um die Offsetspannung U(o) überlagert ist.

Spannungsfolger (Impedanzwandler)[Bearbeiten]

Op-spannungsfolger1.png

Eine Abart des nichtinvertierenden Verstärkers stellt der Spannungsfolger dar. Beim nichtinvertierenden Verstärker errechnet sich die Ausgangsspannung aus:

U_a = U_e \cdot \left (1 + \frac{R_2}{R_1}\right )

Wenn wir R2 auf 0Ω (mit R1 > 0) oder R1 auf unendlich (mit R2 < ∞) ändern, erhalten wir daher:

V = 1 + \frac{R_2}{R_1} = 1

Ein Spannungsfolger hat also eine Verstärkung V von 1.

Umgezeichnet sieht die Schaltung so aus:

Op-spannungsfolger2.png

Was soll das nun? Wir nutzen die Eigenschaft, dass ein idealer OP einen unendlichen Eingangswiderstand und einen Ausgangswiderstand von 0Ω hat. Real sieht das natürlich anders aus: so liegt der Eingangswiderstand Re bei normalen OPs in der Größenordnung von 1MOhm bis 10^{15} \Omega, der Ausgangswiderstand Ra im Bereich 20Ω bis 1kOhm. Deshalb spricht man bei dieser Schaltung von einem Impedanzwandler. Eine solche Schaltung kann also aus einer relativ hochohmigen Spannungsquelle eine niederohmige, durch Folgeschaltungen belastbare Spannungsquelle machen.

Op-spannungsfolger3.png

In dem nebenstehenden Beispiel ist eine einfache Möglichkeit zur Erzeugung einer Referenzspannung gezeigt. Es kommt eine normale Stabilisierungsschaltung mit einer Zenerdiode zur Anwendung, die aber nicht mehr die schlechten Eigenschaften der Standardbeschaltung mit lediglich Widerstand und Zenerdiode hat. Bei einer Zenerdiode hängt die genaue Spannung davon ab, welcher Strom durch sie fliesst. Dieser Strom (und damit auch die Höhe der Zenerspannung) würde sich aber ändern, wenn ein Verbraucher die Zenerdiode direkt mit seinem Stromfluss belasten würde. Als Folge davon würde die Spannungslage der Zenerdiode je nach Verbraucher leicht schwanken. Durch den Spannungsfolger wird das verhindert, weil der jetzt den vom Verbraucher gezogenen Strom bereitstellt.


Op-spannungsfolger4.png

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit wäre das hochohmige Auskoppeln einer Brückenspannung. Die Brückenschaltung selbst wird durch Folgeschaltungen nicht mehr belastet, alle anderen Eigenschaften bleiben erhalten.


Der Komparator[Bearbeiten]

Op-komp-a.png Op-komp-b.png


In der einfachsten Beschaltung des Operationsverstärkers erhält man einen Komparator. Es fällt auf, dass kein Gegenkopplungsnetzwerk vorhanden ist. Der OP arbeitet daher mit seiner vollen Leerlaufverstärkung Vo. Dies bedeutet, dass bereits eine kleine Eingangsspannung genügt, um den OP in die Begrenzung zu treiben. Das heißt, die Ausgangsspannung Ua wird annähernd die Betriebsspannung erreichen.

Beim Komparator gibt es zwei Möglichkeiten der Beschaltung: die invertierende nach a) und die nichtinvertierende Beschaltung nach b).

Berechnungsbeispiel für Schaltung b)

Angenommen die Leerlaufverstärkung Vo von 40000 und eine Eingangsspannung von 0,1 Volt. Die Betriebsspannungen Vcc und Vee legen wir auf +/- 24 V fest. Damit ergibt sich theoretisch für Ua:

U_a =  V_0 \cdot U_e = 40000 \cdot 0,1\,\mathrm{V} = 4000\,\mathrm{V}

Das ist natürlich ein unrealistischer Wert, da Ua nicht höher sein kann als die Betriebsspannung. Also anders ausgedrückt: Bei welcher Spannung Ue erreicht der OP seine Aussteuerungsgrenze?

U_e = V_{cc} / V_0 = 24\,\mathrm{V} / 40000 = 0,6\,\mathrm{mV}

Das bedeutet, dass eine Spannung von 0,6 mV ausreicht um den Komparator in die Begrenzung zu treiben.

Das gleiche gilt auch für den invertierenden Komparator, allerdings wird hier der OP in die negative Begrenzung gebracht.

-U_a = V_0 \cdot U_e


So hat der Komparator nun einen einstellbaren Schaltpunkt.

Op-komp-c.PNG

Der Addierer (Summierverstärker)[Bearbeiten]

Op-addierer.png

Ein als invertierender Verstärker beschalteter OP lässt sich so beschalten, dass ein Summensignal aus den Eingangsspannungen gebildet wird. Um die Funktion deutlich zu machen, ist eine Betrachtung der einzelnen Ströme nötig.

In einem invertierenden Verstärker wird sich die Ausgangsspannung immer so einstellen, dass der invertierende Eingang Massepotential hat. Die virtuelle Masse (VM) unterscheidet sich von einer "normalen" Masse dadurch, dass das Potential durch einen Regelungsvorgang zustande kommt. An der virtuellen Masse (VM) gilt die Knotenpunktregel, wonach die Summe der zufließenden Ströme gleich der Summe der abfließenden Ströme ist.

I_1 + I_2 = -I_3

Sofern U_{e1} und U_{e2} bekannt sind, lässt sich die Gleichung umformen in:

\frac{U_{e1}}{R_1} + \frac{U_{e2}}{R_2} = -\frac{U_a}{R_3}

Nach Ua aufgelöst ergibt sich:

-U_a = \left (U_{e1} \cdot \frac{R_3}{R_1}\right ) + \left (U_{e2} \cdot \frac{R_3}{R_2}\right ) + ... + \left (U_{en} \cdot \frac{R_3}{R_n}\right )

Einen Sonderfall gibt es, wenn die Widerstände R1 und R2 gleich sind. Dann gilt

R_1 = R_2 = R_x

und damit

-U_a = \frac{R_3}{R_x} \cdot (U_{e1} + U_{e2}).

Der Subtrahierer (Differenzverstärker)[Bearbeiten]

Op-subtrahierer.png

Ein Subtrahierer ist die Zusammenschaltung eines invertierenden und eines nichtinvertierenden Verstärkers. Schliessen wir Punkt Ue1 nach Masse kurz und steuern Ue2 an, arbeitet die Schaltung als nichtinvertierender Verstärker. Wird Ue2 nach Masse verbunden und Ue1 angesteuert, verhält sich die Schaltung als invertierender Verstärker (R7 vorerst nicht beachten).

Für den 1. Fall gilt:

U_a = U_{e2} \cdot \left (1 + \frac{R_6}{R_4}\right )

Für den 2. Fall:

U_a = -U_{e1} \cdot \frac{R_6}{R_4}

Der dritte Fall ist die Ansteuerung beider Eingänge:

U_a = -U_{e1} \cdot \frac{R_6}{R_4} + U_{e_2} \cdot \left (1 + \frac{R_6}{R_4}\right )

Diese Schaltung ist gut für eine Erklärung, praktisch aber taugt sie nichts. Denn liegen an den Eingängen gleiche Spannungen an, ist die Ausgangsspannung nicht 0, wie eigentlich zu vermuten wäre. Deshalb ändern wir die Schaltung und fügen R7 ein. Jetzt stellt sich am Punkt + des OPs die Spannung

U_{e2+} = U_{e2} \cdot \frac{R_7}{R_5 + R_7}

ein. Wenn wir das berücksichtigen, erhalten wir endlich einen richtigen Subtrahierer:

U_a = U_{e2} \cdot \left (1 + \frac{R_6}{R_4}\right ) \cdot \frac{R_7}{R_5 + R_7} - \frac{R_6}{R_4} \cdot U_{e1}

Dies gilt für alle Subtrahierer, obwohl es natürlich auch hier wieder zwei Sonderfälle gibt; nämlich a) wenn alle Gegenkopplungswiderstände gleich sind:

R_6 = R_7 = R_4 = R_5

dann ist

U_a = U_{e2} - U_{e1}

oder b) wenn die Widerstandsverhältnisse gleich sind  :

\frac{R_6}{R_4} = \frac{R_7}{R_5}

Dann ergibt sich für Ua:

U_a = \left (U_{e2} \cdot \frac{R_6}{R_4}\right ) - \left (U_{e1} \cdot \frac{R_6}{R_4}\right )

oder noch einfacher:

U_a = (U_{e2} - U_{e1}) \cdot \frac{R_6}{R_4}

Addierer/Subtrahierer mit unterschiedlichen Faktoren[Bearbeiten]

Legt man nicht den + sondern den - Eingang des Operationsverstärkers als Bezugspunkt zur Masse mit einem Widerstand fest, übernimmt der Vorwiderstand vom - Eingang, R4 die Aufgabe von R5.

Op-addsub.png

Hier die Schaltung die addieren und subtrahieren kann, mit unterschiedlichen Faktoren. Sie kann verwendet werden für Aufgaben wie: Gesucht ist eine Schaltung, die aus 0...2.56 V eine Spannung von -10V...10V macht. Für dieses Beispiel wird hier die Dimensionierung durchgeführt:

Ue1 = 5V Einfach festgelegt, muss nur ein positiver Wert sein
R6 = 200k Einfach festgelegt, könnte auch 100k oder 500k sein
Ue2i = 0V, Uai = -10V gewählter momentaner Zustand 1, Ue2 = 0V ist günstig für Berechnung, Ua ist die dazupassende Ausgangsspannung
Ue2ii = 2.56V, Uaii = 10V gewählter beliebiger Zustand 2
Um = Ue2 Gleichgewicht am Eingang
Ia + Ib = Ic In den Eingang fließt "kein" Strom
(Ua-Ue2)/R6 + (Ue1-Ue2)/R4 = Ue2/Rc Gleichung mit den Unbekannten R4 und Rc
(Uai-Ue2i)/R6 + (Ue1-Ue2i)/R4 = Ue2i/Rc Variablen für Zustand 1 eingesetzt, bildet 1. Gleichung
(Uaii-Ue2ii)/R6 + (Ue1-Ue2ii)/R4 = Ue2ii/Rc Variablen für Zustand 2 eingesetzt, bildet 2. Gleichung
R4=-\frac{R6*U_{e1}}{U_{ai}} 2 Gleichungen mit 2 Unbekannten, Lösung durch Umformen der 1. Gleichung nach R4 und einsetzen von Ue2i=0 (freundlicherweise fällt die 2. Unbekannte dabei raus)
R4 = 100k restliche Werte eingesetzt
Rc=\frac{R6*U_{e1}*U_{e2ii}}{U_{aii}*U_{e1}-U_{ai}*(U_{e1}-U_{e2ii})-U_{e1}*U_{e2ii}} Ergebnis für R4 in die 2. Gleichung einsetzen und Umformen nach Rc
Rc = 41.6k Werte eingesetzt

Der Instrumenten-Verstärker[Bearbeiten]

Instrument.png

Ein Nachteil des Subtrahierer ist sein geringer Eingangswiderstand. Um den nahezu unendlichen Eingangswiderstand des verwendeten Operationsverstärkers zu erreichen, kann man einfach vor beide Eingänge je einen Impedanzwandler vorschalten. Die hier beschriebene Schaltung ist um drei Widerstände erweitert und ermöglicht die Einstellung der Differenz-Verstärkung über nur einen Widerstand, nämlich R2.

Am invertierenden Eingang von IC1A gilt (Knotenregel):

\frac{U_{a1}-U_{e1}}{R_1}-\frac{U_{e1}-U_{e2}}{R_2}=0

Am invertierenden Eingang von IC1C gilt (Knotenregel):

\frac{U_{a2}-U_{e2}}{R_1}+\frac{U_{e1}-U_{e2}}{R_2}=0

Subtrahiert man die beiden Gleichungen voneinander, erhält man:

U_{a2}-U_{a1}=(U_{e2}-U_{e1})\cdot\left (1+\frac{2\cdot R_1}{R_2}\right )

Letztere Differenz ist die Eingangsspannung eines normalen Subtrahierers mit der Verstärkung 1.

Also ergibt sich als Ausgangsspannung:

U_a=(U_{e2}-U_{e1}) \cdot \left (1+\frac{2\cdot R_1}{R_2}\right )

Die Differenzverstärkung beträgt demnach:

V=\left (1+\frac{2\cdot R_1}{R_2} \right )

Anwendung: Auswertung von Brückenschaltungen, wie Drucksensoren oder Dehnungsmessstreifen, die durch den Eingangswiderstand der Messschaltung nicht belastet werden dürfen.
Instrumenten-Verstärker kann man auch fertig kaufen. Im INA102 ist die komplette Schaltung integriert. Für R2 sind 3 verschiedene Werte eingebaut, die bei passender Verschaltung eine Verstärkung von 1, 10, 100 oder 1000 ermöglichen.

Der Multiplizierer (Mischer)[Bearbeiten]

Der Logarithmierer[Bearbeiten]

Logarithmierer werden mit der Kennlinie einer Diode konstruiert, die einen eingeprägten Strom in eine Spannung übersetzt.

Spannungsversorgung und Beschaltung[Bearbeiten]

Betrieb mit einfacher Versorgungsspannung[Bearbeiten]

Häufig möchte man Wechselspannung (z. B. Audiosignale) die auch negative Spannungen enthält mit einem Opamp verstärken, hat aber nur eine einfache Versorgungsspannung, eine positive in Bezug zu Masse, zur Verfügung. Dafür bieten sich folgende Schaltungen an, die in der Literatur leider häufig vernachlässigt werden.

Nichtinvertierender Verstärker[Bearbeiten]

Ss opamp1.png

Der positive Eingang wird mit einem Spannungsteiler (R3 und R5) auf die halbe Betriebsspannung gelegt. Dieser Spannung wird dann die zu verstärkende Eingangswechselspannung überlagert. Mit den Kondensatoren am Eingang (C1) und am Ausgang (C2) wird der Gleichspannungsanteil abgekoppelt.

Die Verstärkung ist in diesem Beispiel für Wechselspannung 11 (Formel wie oben), für Gleichspannung aber 1, da C4 für Gleichspannung einen unendlichen Widerstand darstellt. C3 sollte dorthin gehen, wo das Eingangssignal seinen Bezugspunkt hat, also die Abschirmung der Cinch-Buchse, während R5 dorthin geht, wo der Operationsverstärker seine negative Versorgungsspannung her bekommt, falls das nicht die gleichen Potentiale, hier GND, sein sollten.

Invertierender Verstärker[Bearbeiten]

Das Prinzip funktioniert analog auch für die invertierende Beschaltung:

Ss opamp2.png

Kaufempfehlung[Bearbeiten]

LM 158/258/358 2 OPs in einem Gehäuse Preis ca. 0,30€.

Siehe auch Standardbauelemente - Operationsverstärker.

Wer Audio OpAmps sucht - tangentsoft.net hat mal welche unter die Lupe genommen: Notes on Audio OpAmps

Weblinks[Bearbeiten]