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Operationsverstärker-Grundschaltungen
[Bearbeiten] Idealisiertes Modell eines OPV[Bearbeiten] AnschlüsseEin Operationsverstärker hat zwei Eingänge (+) und (-) und einen Ausgang (UA). Außerdem verfügt er über eine positive und eine negative Spannungsversorgung (V+) und (V-). [Bearbeiten] SpannungsversorgungenDie Spannungsversorgungen sollen zunächst nicht interessieren. Sie werden in Schaltungen oft nicht eingezeichnet. In der Praxis ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Ausgangsspannung immer zwischen (V+) und (V-) liegt. Die Ausgangsspannung des OPV kommt schließlich dadurch zustande, dass der Ausgang über einen Transistor mehr oder weniger hochohmig mit den beiden Versorgungsspannungen verbunden wird. Wenn man einen OPV also mit +5V versorgt, so kann der OPV im besten Fall am Ausgang +5V erzeugen. Man würde in diesem Fall von einem "Rail-to-Rail" Operationsverstärker sprechen. Bei vielen Operationsverstärkern ist die maximal mögliche Ausgangsspannung geringer als die Versorgungsspannung. Ein mit +5V Spannungsversorgung beschalteter OPV kann dann beispielsweise nur +4V Ausgangsspannung erzeugen.
| \ | \ -- | - \ | \_______ | / -- | + / | / | / [Bearbeiten] AusgangDer Ausgang des OPV ist eine ideale Spannungsquelle. Das bedeutet, dass die Ausgangsspannung unabhängig davon ist, was ausgangsseitig an den OPV angeschlossen wird. In der Praxis gilt dieses Modell häufig nur bei "sinnvollen Anwendungen". So ist beispielsweise der Ausgangsstrom des OPV nach oben begrenzt (typischerweise im mA-Bereich), und manche OPV schwingen sehr leicht, wenn man sie kapazitiv belastet. [Bearbeiten] EingängeDie Eingänge eines OPV sind hochohmig, d. h., es handelt sich nur um "Messfühler", die keinen Strom führen. [Bearbeiten] FunktionsweiseDer OPV mißt zu jeder Zeit die Differenz UD = U( + ) − U( − ) der Eingangsspannungen. Ist die Spannung an (+) größer als an (-), so erhöht der OPV die Ausgangsspannung. Ist die Spannung an (+) niedriger als an (-), so vermindert der OPV die Ausgangsspannung. Das Ergebnis dieses Vorgangs wird häufig über die Gleichung:
beschrieben, wobei v eine sehr große Zahl (10^4...10^6) ist. Mit Hilfe der beschriebenen Funktionsweise lassen sich alle grundlegenden Schaltungen herleiten. [Bearbeiten] BeispielBetrachtet wird die invertierende Grundschaltung nach Abbildung a) im Abschnitt "Verstärkergrundschaltungen". Für die Pfeilrichtungen der Spannungen und Ströme gilt: Ue: von oben nach unten IR3: von links nach rechts Die Spannung am (+)Eingang ist gleich Null. Die Spannung am (-)Eingang wird durch die Spannungsquelle Ue und durch die im OPV befindliche und mit dem Ausgang verbundene Spannungsquelle des OPV manipuliert.
Der Operationsverstärker wird also die Spannungen an (+) und (-) angleichen. Das passiert immer dann, wenn der Ausgang mit dem (-)Eingang verbunden ist. Man nennt das Prinzip "Gegenkopplung". Auf diese Art und Weise funktionieren alle analogen OPV-Schaltungen. Da an (-) Massepotential anliegt, liegt an R3 die Spannung Ue an, und es gilt:
Da der (-)Eingang hochohmig ist, fließt IR3 über R4 weiter zum OPV-Ausgang. Ua ist die Spannung vom Ausgang zur (virtuellen) Masse am (-)Eingang. (--> Pfeil einzeichnen und klarmachen, daß es egal ist, ob der Pfeil vom Ausgang zur Masse geht oder vom Ausgang "entgegen der Stromrichtung" zur virtuellen Masse an (-)!) Mithilfe von
Die Energie für den Stromtransport über R4 stammt vom OPV! Sobald die Ladungen ausgehend von der Spannungsquelle Ue die virtuelle Masse an (-) erreicht haben, hat Ue seine gesamte Energie abgegeben. [Bearbeiten] VerstärkergrundschaltungenIn a) und b) verwenden wir den OP als Verstärker und nutzen hier die Möglichkeit der Gegenkopplung um definierte Verstärkungen zu erhalten. Wir gehen wieder davon aus, dass der OP ein ideales Bauteil ist und daher seine Leerlaufverstärkung unendlich ist. Ebenso betrachten wir den Eingangswiderstand als unendlich. In a) ist ein invertierender Verstärker mit einem OP dargestellt. Durch die Widerstände R3 und R4 wird die Verstärkung bestimmt: Das Verhältnis der beiden Widerstände bestimmt also die Verstärkung und somit die Ausgangsspannung: oder auch Das negative Vorzeichen drückt aus, dass es sich um einen invertierenden Verstärker handelt. Beim nichtinvertierenden Verstärker b) finden wir auch eine Rückkopplung über R6 zum invertierenden Eingang des OP. Die Verstärkung wird durch das Gegenkopplungsnetzwerk R6 und R7 exakt definiert. Hier ist: Eine Verstärkung von 1 ist sinnvoll, wenn eingangsseitig eine Spannungsquelle mit hohem Innenwiderstand verwendet wird. Für Kleinere Werte als 1 lassen sich nicht realisieren. Die Ausgangsspannung errechnet sich also so: Beispiel: Eine Eingangsspannung von 0,5 V soll auf den Wert 5 V verstärkt werden, es ist also eine Verstärkung V von 10 benötigt. R7 ist mit 10 kΩ vorgegeben. Also ist das Verhältnis Bei einem Wert von 10 kΩ für R7 errechnet sich R6 zu Die Ausgangsspannung Ua wird also: [Bearbeiten] Spannungsfolger (Impedanzwandler)Eine Abart des nichtinvertierenden Verstärkers stellt der Spannungsfolger dar. Beim nichtinvertierenden Verstärker errechnet sich die Ausgangsspannung aus: Wenn wir R2 auf 0 Ohm und R1 auf unendlich ändern, erhalten wir daher: Ein Spannungsfolger hat also eine Verstärkung V von 1. Umgezeichnet sieht die Schaltung so aus: Was soll das nun? Wir nutzen die Eigenschaft, dass ein idealer OP einen unendlichen Eingangswiderstand und einen Ausgangswiderstand von 0 Ohm hat. Real sieht das natürlich anders aus: so liegt der Eingangswiderstand Re bei normalen OPs in der Größenordnung von 1MOhm bis 1015Ω, der Ausgangswiderstand Ra im Bereich 20 Ohm bis 1kOhm. Deshalb spricht man bei dieser Schaltung von einem Impedanzwandler. Eine solche Schaltung kann also aus einer relativ hochohmigen Spannungsquelle eine niederohmige, durch Folgeschaltungen belastbare Spannungsquelle machen. In dem nebenstehenden Beispiel ist eine einfache Möglichkeit zur Erzeugung einer Referenzspannung gezeigt. Es kommt eine normale Stabilisierungsschaltung mit einer Zenerdiode zur Anwendung, die aber nicht mehr die schlechten Eigenschaften der Standardbeschaltung hat.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit wäre das hochohmige Auskoppeln einer Brückenspannung. Die Brückenschaltung selbst wird durch Folgeschaltungen nicht mehr belastet, alle anderen Eigenschaften bleiben erhalten.
[Bearbeiten] Der KomparatorIn der einfachsten Beschaltung des Operationsverstärkers erhält man einen Komparator. Es fällt auf, dass kein Gegenkopplungsnetzwerk vorhanden ist. Der OP arbeitet daher mit seiner vollen Leerlaufverstärkung Vo. Dies bedeutet, dass bereits eine kleine Eingangsspannung genügt, um den OP in die Begrenzung zu treiben. Das heißt, die Ausgangsspannung Ua wird annähernd die Betriebsspannung erreichen. Beim Komparator gibt es zwei Möglichkeiten der Beschaltung: die invertierende nach a) und die nichtinvertierende Beschaltung nach b). [Bearbeiten] Berechnungsbeispiel für Schaltung b)Angenommen die Leerlaufverstärkung Vo von 40000 und eine Eingangsspannung von 0,1 Volt. Die Betriebsspannungen Vcc und Vee legen wir auf +/- 24 V fest. Damit ergibt sich theoretisch für Ua: Das ist natürlich ein unrealistischer Wert, da Ua nicht höher sein kann als die Betriebsspannung. Also anders ausgedrückt: Bei welcher Spannung Ue erreicht der OP seine Aussteuerungsgrenze? Das bedeutet, dass eine Spannung von 0,6 mV ausreicht um den Komparator in die Begrenzung zu treiben. Das gleiche gilt auch für den invertierenden Komparator, allerdings wird hier der OP in die negative Begrenzung gebracht. [Bearbeiten] Der Addierer (Summierverstärker)Ein als invertierender Verstärker beschalteter OP lässt sich so beschalten, dass ein Summensignal aus den Eingangsspannungen gebildet wird. Um die Funktion deutlich zu machen, ist eine Betrachtung der einzelnen Ströme nötig. In einem invertierenden Verstärker wird sich die Ausgangsspannung immer so einstellen, dass der invertierende Eingang Massepotential hat. Die virtuelle Masse (VM) unterscheidet sich von einer "normalen" Masse dadurch, dass das Potential durch einen Regelungsvorgang zustande kommt. An der virtuellen Masse (VM) gilt die Knotenpunktregel, wonach die Summe der zufließenden Ströme gleich der Summe der abfließenden Ströme ist.
Sofern Ue1 und Ue2 bekannt sind, lässt sich die Gleichung umformen in: Nach Ua aufgelöst ergibt sich: Das war's eigentlich schon. Einen Sonderfall gibt es, wenn die Widerstände R1 und R2 gleich sind. Dann gilt
und damit
[Bearbeiten] Der SubtrahiererEin Subtrahierer ist die Zusammenschaltung eines invertierenden und eines nichtinvertierenden Verstärkers. Schliessen wir Punkt Ue1 nach Masse kurz und steuern Ue2 an, arbeitet die Schaltung als nichtinvertierender Verstärker. Wird Ue2 nach Masse verbunden und Ue1 angesteuert, verhält sich die Schaltung als invertierender Verstärker (R7 vorerst nicht beachten). Für den 1. Fall gilt: Für den 2. Fall: Der dritte Fall ist die Ansteuerung beider Eingänge: Diese Schaltung ist gut für eine Erklärung, praktisch aber taugt sie nichts. Denn liegen an den Eingängen gleiche Spannungen an, ist die Ausgangsspannung nicht 0, wie eigentlich zu vermuten wäre. Deshalb ändern wir die Schaltung und fügen R7 ein. Jetzt stellt sich am Punkt + des OPs die Spannung ein. Wenn wir das berücksichtigen, erhalten wir endlich einen richtigen Subtrahierer: Dies gilt für alle Subtrahierer, obwohl es natürlich auch hier wieder zwei Sonderfälle gibt; nämlich a) wenn alle Gegenkopplungswiderstände gleich sind:
dann ist
oder b) wenn die Widerstandsverhältnisse gleich sind : Dann ergibt sich für Ua: oder noch einfacher: [Bearbeiten] Addition und Subtraktion mit unterschiedlichen FaktorenHier die Schaltung die addieren und subtrahieren kann, mit unterschiedlichen Faktoren. Sie kann verwendet werden für Aufgaben wie: Gesucht ist eine Schaltung, die aus 0...2.56 V eine Spannung von -10V...10V macht. Für dieses Beispiel wird hier die Dimensionierung durchgeführt:
[Bearbeiten] Der Instrumenten-VerstärkerEin Nachteil des Subtrahierer ist sein geringer Eingangswiderstand. Um den nahezu unendlichen Eingangswiderstand des verwendeten Operationsverstärkers zu erreichen, kann man einfach vor beide Eingänge je einen Impedanzwandler vorschalten. Die hier beschriebene Schaltung ist um drei Widerstände erweitert und ermöglicht die Einstellung der Differenz-Verstärkung über nur einen Widerstand, nämlich R2. Am invertierenden Eingang von IC1A gilt (Knotenregel): Am invertierenden Eingang von IC1C gilt (Knotenregel): Subtrahiert man die beiden Gleichungen voneinander, erhält man: Letztere Differenz ist die Eingangsspannung eines normalen Subtrahierers mit der Verstärkung 1. Also ergibt sich als Ausgangsspannung: Die Differenzverstärkung beträgt demnach: Anwendung: Auswertung von Brückenschaltungen, wie Drucksensoren oder Dehnungsmessstreifen, die durch den Eingangswiderstand der Messschaltung nicht belastet werden dürfen. [Bearbeiten] Spannungsversorgung und Beschaltung[Bearbeiten] Betrieb mit einfacher VersorgungsspannungHäufig möchte man Wechselspannung (z. B. Audiosignale) die auch negative Spannungen enthält mit einem Opamp verstärken, hat aber nur eine einfache Versorgungsspannung, eine positive in Bezug zu Masse, zur Verfügung. Dafür bieten sich folgende Schaltungen an, die in der Literatur leider häufig vernachlässigt werden. [Bearbeiten] Nichtinvertierender VerstärkerDer +Eingang wird mit einem Spannungsteiler auf die halbe Betriebsspannung gelegt und das Signal mit Kondensatoren am Ein- und Ausgang entkoppelt. Die Verstärkung ist in diesem Beispiel für Wechselspannung 11 (Formel wie oben), für Gleichspannung aber 1, da C4 für Gleichspannung einen unendlichen Widerstand darstellt. C3 sollte dorthin gehen, wo das Eingangssignal seinen Bezugspunkt hat, also die Abschirmung der Chinch-Buchse, während R5 dorthin geht, wo der Operationsverstärker seine negative Versorgungsspannung her bekommt, falls das nicht die gleichen Pontentiale, hier GND, sein sollten. [Bearbeiten] Invertierender VerstärkerDas Prinzip funktioniert analog . auch für die invertierende Beschaltung. [Bearbeiten] KaufempfehlungLM 158/258/358 2 OPs in einem Gehäuse Preis ca. 0,30€. Siehe auch Standardbauelemente - Operationsverstärker. Wer Audio OpAmps sucht - tangentsoft.net hat mal welche unter die Lupe genommen: Notes on Audio OpAmps [Bearbeiten] Weblinks
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