Ich möchte eine Steuerung für eine Maschine bauen die folgende Signale
verarbeitet:
Eingänge:
4-20 mA, die Spannungsversorgung kommt entweder von der Steuerung oder
wird Extern geliefert.
PT 100 Element
Störmeldung 24V
Ausgänge:
4 Relays
Regelsignal für einen FU, 0 bis 10 V
Ist es ratsam die Ein- und Ausgänge sowie die Stromversorgung galvanisch
von der Steuerung zu trennen?
In vielen Fällen gibt es keinen Grund, innerhalb einer Maschine,
galvanisch zu trennen.
Grund: Das interne Netzteil liefert zu den meisten Sensoren die
Basisspannung und die Bezüge.
Ausnahme: Spannungen, die am Netzteil vorbei geleitet werden. Z.B. die
Netzspannung.
Es kommt auch darauf an, wieviel Dreck in der Steuerung ankommt. Das
hängt wiederum sehr vom Aufbau ab, den wir noch nicht kennen. Böse
Funken und Abschaltspannungen haben schon manches "Wunder" bewirkt.
In der Maschine gibt es neben der eigentlichen Steuerung
-Frequenzumrichter ( Ansteuerung und Störkontakte )
-E-Motor
-Drucksensor mit Versorgung durch die Steuerung
-Taupunktsensor mir eigener Spannungsversorgung durch separates Netzteil
-Magnetventil, angesteuert über das Relay
-Schütze
Pt100 arbeitet mit sehr kleinen Spannungen, da kann das schon nötig
werden, ist aber auch aufwendig.
Justus schrieb:> 4-20 mA, die Spannungsversorgung kommt entweder von der Steuerung oder> wird Extern geliefert.> PT 100 Element> Störmeldung 24V
Die Stromschleife ist meistens schon potentialfrei - Unterlagen
studieren.
Pt100 arbeitet mit sehr kleinen Spannungen, da kann das schon nötig
werden, ist aber auch aufwendig.
24V-Eingänge führt man üblicherweise sowieso über Optokoppler, dann hat
man immer noch die Wahl, externe 24V-Ausgänge potentialfrei
anzuschliessen, oder eigene 24V z.B. über Kontakte aufzuschalten.
Justus schrieb:> 4 Relays> Regelsignal für einen FU, 0 bis 10 V
Bei Relais stellt sich die Frage ja nicht.
Bei 0..10V würde ich auch das Datenblatt des Reglers konsultieren, ob
der nicht schon einen potentialfreien Eingang hat, 2 x isolieren muss
nicht sein. Das wäre jedenfalls einfacher, denn für einen isolierten
Ausgang bräuchtest du ja auch noch eine potentialfreie Stromversorgung
von +- 12V.
Es gibt für alles fertige Module, die sind aber nicht billig.
Georg
Hallo!
Bei Maschinen ist die Erdung von Steuerstromkreisen ein grundlegendes
Sicherheitsprinzip. So können Erdschlüsse an Signalleitungen erkannt
werden. Unerkannte Fehler können zu gefährlichen Fehlfunktionen führen.
Die galvanische Trennung INNERHALB eines Steuergerätes kann aus
verschiedenen Gründen (nicht nur EMV) sinnvoll sein.
Mal Sender Jerewan fragen...
Reicht es aus wenn man die Stromversorgung für alle Eingänge
gemeinsam über eine galvanische Trennung durchführt, wie es in dem
Bild zusehen ist auch wenn die Signale von unterschiedlichen Maschinen
kommen?
Justus schrieb:> auch wenn die Signale von unterschiedlichen Maschinen> kommen?
Nein. Du kannst niemals garantieren, dass alle Steuerungen mit einer
gemeinsamen Masse verbunden sind. Einen gemeinsamen GND kannst du
höchstens für 24V-Signale verwenden, die aus der selben SPS kommen (und
zwar den GND der SPS!)
Ich hatte schon tonnenschwere Werkzeugmaschinen, die wohl garnicht
geerdet waren und ihre Masse dann über die V24-Schnittstelle bezogen
haben, was zum Verdampfen derselben führte.
Georg
Man kann auch die SPI-Schnittstelle per Optokoppler trennen(weniger
Leitungen) und einen 24V I/O Baustein wie den iC-JX verwenden. Viele
Tipps für die Anpassung des Mikrocontrollers an industrielle 24V findest
Du hier: http://ichaus.biz/wp1_mikrocontroller . Alternative kann das
Mikrocontrollersystem mit einen Transformatornetzteil massefrei gemacht
werden. Allerdings gibt es VDE-Vorschriften zu beachten, falls es nicht
vor Berührungen geschützt ist.
Die wichtigste Regel an Maschinen: Ein sehr gute Erdung bzw.
Potentialausgleich. Das löst die meisten Probleme zuverlässig. So eine
Maschine besteht in der Regel aus viel Eisen oder Alu. Die verschiedenen
Teile alle miteinander verbinden, und zwar nicht mit normalen Leitungen,
sondern mit 16mm² Erdungsbändern aus Kupfergeflecht.
Die Masse in einer Maschine muss vorbildlich sein, sowohl bezüglich
hoher DC-Ströme und HF. Wenn man das beherzigt, entstehen praktisch
keine Probleme.
Ganz anders bei Verbindungen von Maschinen untereinander. Da ist
galvanische Trennung Pflicht. Bei einfachen, digitalen Signale nimmt man
oft kleine Koppelrelais. Für irgendwelche Datenverbindungen nimmt man
idealerweise auch galvanisch getrennte Verbindungen. Heutzutage
irgendwelche Ethernet-Geschichten. Das ist praxiserprobt und
zuverlässig. Für Analog-Werte verwendet man galvanisch getrennte 4-20mA
Stromschleifen.
Angenommen ich habe mehrere 4-20 mA Eingänge. Werden die dann alle
separat getrennt mit jeweils eigener galvanisch getrennten
Stromversorgung oder kann ich wie es in dem Bild zu sehen ist den
Auswerteteil vom Rest der Schaltung trennen aber darüber mehrere
Eingänge verarbeiten?
Justus schrieb:> Angenommen ich habe mehrere 4-20 mA Eingänge. Werden die dann alle> separat getrennt
Da ist zunächst mal zu klären, ob aktiv oder passiv - soll heissen, wer
versorgt die Stromschleife? Werden die von ihrer eigenen Elektronik
versorgt, gibt es keine Alternative zu einem galvanisch getrennten
Eingang an deiner Steuerung. Wenn du selbst die 20 mA lieferst, kannst
du alle an die gleiche Versorgung hängen, vorausgesetzt die Sensoren
sind potentialfrei, aber das sind sie in dem Fall i.d.R. auch.
Ich wiederhole mich ungern, aber ein Studium der Unterlagen hat durchaus
seine Vorteile.
Georg
Georg schrieb:> Ich wiederhole mich ungern, aber ein Studium der Unterlagen hat durchaus> seine Vorteile
Ich habe mir schon verschiedenes durchgelesen. Welche Unterlagen meinst
du?
Justus schrieb:> Welche Unterlagen meinst> du?
Die Datenblätter von dem, was du anschliessen willst. Wo willst du sonst
erfahren, ob eine 4-20mA-Stromschleife aktiv oder passiv ist bzw. wie
man das umschaltet? Übrigens musst du solche Unterlagen auch noch nach
20 Jahren Berufserfahrung lesen, es geht dann bloss etwas schneller.
Georg