Radlastwaage

Gast #3682146
Lesenswert?

Hat jemand eine Idee für eine preiswerte Radlastwaage für alle 4 Räder 
für ein Reisemobil? Die absolute Genauigkeit ist dabei nicht so wichtig, 
ich möchte eher die Achslastverteilung beim beladen prüfen und auf 
möglichst gleichmäßige Beladung optimieren können.
Die billigen Kommerziellen messen zwar ziemlich genau, aber nur jedes 
Rad einzeln beim rüberfahren und 4 Stück sind dann doch viel zu teuer.
#3684779
Lesenswert?

Michael Bauer schrieb:
> Man könnte natürlich die 4 Radlasten nacheinander ermitteln...aber das
> dauert natürlich länger.

und geht auch nur, wenn die Waage entweder sehr dünn ist oder man alle 
anderen Räder auf die gleiche Höhe bringt (Sprich, was unterbaut oder 
die Waage in eine Mulde platziert) sonst wird sich das Ergebnis sehr 
stark verfälschen.
Die Polizei misst bei LKW's die Beladung Achsweise und addiert das 
Gewicht dann. Ob da noch Korrekturfaktoren eingegeben werden kann ich 
nicht sagen
Gast #3684972
Lesenswert?

Udo Schmitt schrieb:
> So stark wird da nichts verfälscht. In erster Näherung gilt die
> Trigonometrie, sprich die Verlagerung des Schwerpunkts durch
> Schrägstellung. Da die Radlastwaagen nur etwa 1-2cm hoch sind ist das
> fast nichts.

Naja, und die Mehrbelastung der jeweiligen Achse durch Einfedern. Der 
Anteil dürfte deutlich größer sein.
#3685429
Lesenswert?

Christian B. schrieb:
> Michael Bauer schrieb:
>> Man könnte natürlich die 4 Radlasten nacheinander ermitteln...aber das
>> dauert natürlich länger.
>
> und geht auch nur, wenn die Waage entweder sehr dünn ist oder man alle
> anderen Räder auf die gleiche Höhe bringt (Sprich, was unterbaut oder
> die Waage in eine Mulde platziert) sonst wird sich das Ergebnis sehr
> stark verfälschen.
> Die Polizei misst bei LKW's die Beladung Achsweise und addiert das
> Gewicht dann. Ob da noch Korrekturfaktoren eingegeben werden kann ich
> nicht sagen

Und daran denken: Der Wiegeplatz muß verdichtet und absolut waagerecht 
sein! Mehr als eine Bogensekunde Abweichung verfälscht das Ergebnis 
enorm im Bereich von Gramm.;)
Welche Genauigkeit glaubst Du zu brauchen?
Gast #3685777
Lesenswert?

Michael Bauer schrieb:
> Man könnte natürlich die 4 Radlasten nacheinander ermitteln...aber das
> dauert natürlich länger.

Das ist nicht mal gesagt. Hast du 4 Waagen, musst du die genau 
ausrichten auf Achsabstand und Spurweite des Autos, das dauert eher 
länger als die Einzelmessung - lohnen würde sich die Parallelmessung 
nur, wenn man immer das gleiche Fahrzeug vermisst und die Waagen daher 
nur einmal ausrichten muss.

Georg
Gast #3685802
Lesenswert?

Mit einem Billigheimer wirst Du da nicht besonders weit kommen.

Willst Du vier Achsen, unabhängig von einander, nacheinander wiegen, 
darfst du an der Fahrzeugausrichtung nicht das Geringste ändern.

Daraus folgert, dass Du einen extrem planen und waagerechten "Platz" 
brauchst, in dem eine Waage so versenkt ist, dass bei der Erfassung das 
Fahrzeug waagerecht stehen bleibt, also irgendwelche Federwege so 
ausgeglichen werden, das das Fahrzeug weiterhin unverändert steht.

Alternativ kann auch eine DMS-Druckdose verwendet werden, die extrem 
gering verformt wird. Also auch hier: Gerade Ausrichtung und "praktisch" 
keine Lageänderung.
#3686681
Lesenswert?

fallender Apfel schrieb:
> Die Ferderkonstante eines jeden Federbeines lässt sicht doch recht
> einfach bestimmen F=-cx.

Na ja ganz so einfach ist es nicht, Stichwort: "progressives Verhalten" 
wobei das oft ein 2 stufiges Verhalten ist, so daß im Stand bei reiner 
statischer Beladungslast die Feder sich durchaus linear verhält.
Allerdings muss man das für jedes Rad wegen Toleranzen dann einmal 
ermitteln.
Gast #3695666
Lesenswert?

fallender Apfel schrieb:
> Eine normale Personenwaage, mit einem einfachen mechanischem 10:1 oder
> 20:1 Hebel untersetzt? Das ist das Prinzip der oben genannten CWG.

Genau: die einzige Schwierigkeit ist der Hebelarm. Aber wir sind ja im 
Forum Mechanik, das sollte also kein Problem sein.
Das mit dem Federbein habe ich bei meinem Anhänger versucht. Das hat 
überhaupt nicht geklappt. Es ist so eine Gummi-Quetschfeder, sie nicht 
reproduzierbar. Der Messwert war eine Hausnummer.
Angehängte Dateien:
Gast #3695719
Lesenswert?

...aua...

Rechnen wir mal ein bisschen...

geschätzte Radlast 800kg
Personengewicht 80 kg

Hebelarm 1: 25cm -> 800kg/80kg*25cm = 250cm Hebelarm 2

Die Personenwage schmeissen wir weg, denn wir wissen ja, dass wir 80kg 
wiegen...

Wenn sich das Auto anhebt sind es 800 kg pro Rad.
Wenn das Auto sich nicht anhebt, nehmen wir die Schwiegermutter: 1000kg 
pro Rad.
Wenn 80 kg zu viel sind, nehmen wir die Gärtnerin: 500kg pro Rad.

Hurra! Ich habe gerade die Hebelwaage erfunden!
;)


Mirko
Gast #3695880
Lesenswert?

> Wenn die Polizei eine Achslastmessung durchführt hat sie immer eine
> faltbare extrem plane und waagrechte Fläche dabei (Autobahnparkplatz)...

Ein Autobahnparkplatz stellt meist nie eine vollkommen waagrechte Fläche 
dar. Hier - wie auch ganz allgemein im Strassenbau üblich – weist ein 
Strassenbelag ein (geringes) Gefälle auf, damit das Regenwasser ablaufen 
kann.
Gast #3695920
Lesenswert?

...irgendwie wirds hier langsam gruselig.

gegeben:
Ebene Fläche
Fg= 20.000 N (=m*g => m=2040kg)

__1,0m__Fg______1,5m__
^                    ^
F1                   F2

Momentengleichgewicht um F1:
1,0m*20000N-2,5m*F2y= 0 Nm

=> F2y = 8000N
=> F1y = 20000N - 8000N = 12000N

Wenn das Fahrzeug schief steht, dann bekommen wir eine y-Komponente 
rein.
Annahme: Winkel = 5° = knapp 12% Steigung

F2y=8000N*cos(5°)=7970N
F2x=8000N*sin(5°)= 700N

F1y=12000N*cos(5°)=11950N
F1x=12000N*sin(5°)= 1050N

Bei kleinen Winkeln also vernachlässigbar. (in unserem Fall 5kg bei 
2040kg <0,3%)

Apropos: Eine Radwage kostet 140€... wirklich selber bauen?

Mirko


PS: Ich weiß das das NICHT absolut korrekt ist. Ausgrund der o.g. 
Unsymetrie im Radstand/Schwerpunkt kommt es zu einer 
Schwerpunktverlagerung und damit auch zu einem verschieben der 
Auflagekräfte.
Gast #3700241
Lesenswert?

Mich interessier das Thema aktuell auch, jedoch möchte ich nicht das 
Gewicht eines Reisemobiels sondern eines LKW ermitten.

Grundsätzlich gelten die gleich Vorraussetzungen: "Relativ" genau (ein 
Spiel von mehreren 10KG ist sicherlich okay) und vor allem bezahlbar da 
nur privat im Gebrauch.

Hebellösungen scheiden natürlich aus denke ich ^^ (Nach der 
Überschlagslösung Gew=4t H1=10cm H2=~4,5m @ 90KG)

Jemand eine Idee?
Gast #3701167
Lesenswert?

Immer zu einem Hof mit Waage zu Fahren ist auf die Dauer aber auch keine 
Lösung :( Von der Zeit und den Spenden her)

Die Idee mit dem Reifendruck hatte ich tatsächlich auch schon. Das 
bestimmen der Auflagefläche und der Druckverlust beim Messvorgang 
(zischt ja was weg) erschweren es leider doch sehr. Ein bisschen 
Ungewissheit ist auch immer an dabei, da der Reifendruck ja auch vor 
jedem beladen bestimmt werden müsste und das Ausgangsgewicht vermutlich 
aus dem Fahrzeugschein genommen wird.


Aber ich habe noch ein Hebekissen für hohe Lasten (wie hoch muss ich mal 
schauen) welches ich (~1/4 befüllt) zwischen zwei Platten legen und 
dessen Druck ich bestimmen könnte oder?
Dazu noch eine kleine Rampe (~10cm?) um auf die Platte zu fahren und 4 
Klötzchen zwischen den Ecken der Platten um eine Mechanische Quetschung 
des Kissens beim drauffahren zu verhindern. Beim messen sollen sich die 
Platten/Klötzchen natürlich nicht berühren. Meine mich zu erinnern das 
die Umrechnung sogar relativ einfach war da 1Bar in etwa 1KG/cm² 
entsprach (jaha... war nicht genau ein 1KG und kommt auf das Wetter etc. 
an)


Haltet ihr das für machbar?
Gast #3701585
Lesenswert?

david schrieb:
> Haltet ihr das für machbar?

Da hast du das gleiche Problem wie beim Reifendruck: die Bestimmung der 
Auflagefläche. Ich würde da mal von einem Fehler von 10..20 % ausgehen, 
weit weit weg von den gewünschten 0,1 %.

Einen Kompressor brauchst du auch und besonders schnell wird es auch 
nicht gehen. Ausserdem müsstest du für eine zuverlässige Messung ja das 
ganze Fahrzeug anheben (ziemlich kippelige Sache) und nicht nur eine 
Achse, denn die Lastverteilung zwischen deiner Matratze und der anderen 
Achse kannst du nicht genau bestimmen.

Georg
Gast #5011886
Lesenswert?

Hallo guten Abend.

Mich beschäftigt derzeit die gleiche Frage. Die gepostete Skizze hat 
mich per goole suche hierher gebracht.

Meine Idee wäre ein Brett mit 154cm Länge zu schneiden und die Oberseite 
rechts 85cm sowie links 35 cm mit einem Kantholz auszusteifen. Auf der 
Unterseite bekommen beide Enden je eine Dreieckleiste mit 4cm Breite.

Lege ich nun die lange Seite dieses Brettes auf eine Personenwagen und 
die andere Seite auf ein Ausgleichsbrett und tariere die Waage auf Null 
müsste der Bereich zwischen den Kanthölzern 10:1 über setzt sein.

Fahre ich nun meinen Wohnwagen mit Keilen auf das Brett und beachte 
hierbei die Wägung auf der Talseite des Gefälles durchzuführen, müssten 
80 kg auf der Waage 800 kg am Rad bedeuten.

Hab ich einen Denkfehler?
Gast #5012575
Lesenswert?

Ich habe bei mir auf der Arbeit sogar 6 geeichte Radlastwaagen. Da ich 
von berufswegen  aber weiss wie sensibel ein einachsiger 
Zentralachsanhäger auf Beladung reagiert suche ich nach einer ständig 
verfügbaren Lösung für zwischendurch. ZGG ist noch im grünen Bereich. 
Die Stützlast ist ehr  meine Sorge und der Grundriss. Grosser Stauraum 
im Glaskasten und unter dem Bugbett, Wassertank unter der vorderen Bank 
und Fahrradgarage im Stockbett. alles in allem also sehr frontlastig.
Angehängte Dateien:
#5012601
Lesenswert?

Und genau deshalb wiegt man die Stützlast dann mal nach. Old-School per 
Personenwaage und Dachlattenabschnitt, oder bei aktuellen Autos per 
Sensor in der Anhängerkupplung, mit Anzeige im Display.

Egal, wie gewogen wird, nach einer Weile wird man feststelln, daß viel 
viel hift, und daß gefühlt viel auch viel hilft, und die wiederholte 
Wiegerei völlig unnötig ist.

Oliver
#5013481
Lesenswert?

Hallo

Könnte man das evtl. auch Hydraulisch machen. Mit einem Wagenheber 
achsweise anheben und den Druck in der Hydraulik des Wagenhebers messen. 
Mit einem einfachen Stempelwagenheber sollte das auch recht linear sein. 
Beim Rangierwagenheber geht ja noch die ganze Hebelei mit ein, sodaß man 
hier auch noch den Winkel vom Ausleger mit erfassen müßte.

Gruß Ulf
Gast #5015178
Lesenswert?

Ich habe mal durch rechnet. Grundlage. Ist ein Stempel mit 2,8 cm 
Durchmesser. Dann entspräche 1kg einem Druck von 0,15925 bar.

1000kg x 0,981 = 1,4cm x 1,4cm x π x  Xbar

159,253247 bar

Ein entsprechendes Manometer kostet ca. 10€ und hält bis 250bar also 
rund 1,5 t verwiegen.

Für LKW gibt es so was scheinbar fertig. 20-30 Tonnen

http://nutcutter.eu/media/images/wbj50_orginal-large.jpg
#5015276
Lesenswert?

Hallo

Ich hatte da eher an einen elektronischen Druckaufnehmer gedacht, aber 
wenn es den Wagenheber so schon gibt, kann man das ggf. ja gegen einen 
elektronischen austauschen. Grade für ein Wohnmobil ist man schon auf 
eine Genauigkeit von mindestens 1% angewiesen. Z.B. bei einem 3,5t Womo 
hat man in der Regel grade mal 300 bis 500 kg Zuladung. Wenn ich da bei 
der Messung jetzt 5% Abweichung habe (recht viel genauer kann man so ein 
mechanisches Werk wohl nicht ablesen) hätte ich schon eine Unsicherheit 
von 175kg. das ist dann echt zu viel wenn man die o.g. Nutzlast 
möglichst gut ausnutzen will.

Gruß Ulf

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren