Elv Usb msm Oszi, welche Veränderungen

Gast #3708634
Lesenswert?
• ▲
▼
Hi,

Ich schaue mich momentan nach einem Oszilloskop um, bin aber im Budget 
arg beschränkt (armer Student halt). Da ich aber sowieso eher einfache 
Anwendungen im Kopf habe, und auch hauptsächlich eher langsamme Signale 
(bis so 100 khz, pwm analysieren und sowas) messen möchte, schien mir 
das http://www.elv.de/usb-mini-scope-modul-usb-msm-komplettbausatz.html 
ganz brauchbar. Das wäre auch vom Platzverbrauch her ganz gut.
Dazu hätte ich aber noch ein zwei Fragen:

Im Wiki steht ja, das es "analog powered" ganz gute Ergebnisse liefere. 
Bedeutet das einfach die Plusleitung zum Usb trennen und stattdessen gut 
geglättete 5V von z.B. einen Netzteil ranhängen?

Des weiteren sollte man die Potis durch Spindeltrimmer ersetzen (wegen 
der genaueren Einstellbarkeit), ich hab aber nirgends gefunden, welche 
Werte die Potis haben, weiß da jemand was zu?

Und zu guter letzt: Bei ELV kostet der billigste Tastkopf nochmal 20€, 
der ist wohl angeblich ganz brauchbar. Aber tuts bei den niedrigeren 
Frequenzen nicht vielleicht auch ein billigerer aus der Bucht? Oder 
brauch man da wirklich was hochwertigeres?

Leider findet man im Internet außer den paar Beiträgen im ELV Forum fast 
nichts zu dem Gerät, deshalb wär ich für Tipps echt dankbar.
Liebe Grüße,
Jens
#3708642
Lesenswert?
• ▲
▼
Jens schrieb:

> Ich schaue mich momentan nach einem Oszilloskop um,
> Mir schien
> das http://www.elv.de/usb-mini-scope-modul-usb-msm-komplettbausatz.html
> ganz brauchbar.

Solche Instrumente sind m.E. nur als Zweitinstrument zu einen
bereits vorhandenen Oszi sinnvoll. Wenn man damit Signale misst,
kann man nie ganz sicher sein, ob irgendwelche Fehler am gerade
gemessenen Gerät oder am Oszi liegen. Ich weiss z.B. nicht, ob
ein Antialiasingfilter im Scope verbaut ist.
Gruss
Harald
#3708716
Lesenswert?
• ▲
▼
Jens schrieb:
> Und zu guter letzt: Bei ELV kostet der billigste Tastkopf nochmal 20€,
> der ist wohl angeblich ganz brauchbar. Aber tuts bei den niedrigeren
> Frequenzen nicht vielleicht auch ein billigerer aus der Bucht? Oder
> brauch man da wirklich was hochwertigeres?

Schau Dich mal in China um. Da gibts Tastköpfe das Paar um die 10 €. 
Nachteil ist halt die Wartezeit von 2..3 Wochen. Ihre Schwächen bestehn 
darin, dass sie aus Kunststoffen gemacht sind, die bei leichtem Kontakt 
zum Lötkolben wegschmelzen und dass der Draht im Tastkopfkabel innerhalb 
kurzer Zeit brechen kann, wenn die Biegeentlastung am Stecker/Tastkopf 
schlecht gemacht ist. Auch die Brauchbarkeit ist geringer, meistens sind 
die aufsetzbaren Tastkopfspitzen mechanisch so minder, dass sie am zu 
messenden Draht schlecht greifen. Oder die 
Massenanschlüsse/Krokodilklemmen direkt am Tastkopf sind mäßig, sodass 
es eine Kunst ist, sie in der Schaltung anzuschließen.

Zusammengefasst: Genauigkeit und Grenzfrequenz geht auch billig. Der 
Preis wächst mit Werkstoffauswahl und mechanischer Ausführung.

Auf die Genauigkeit kommts nicht so sehr an. Man sollte sich angewöhnen, 
mit dem Scope nur zu sehen, nicht zu messen. Das Ding heißt ja 
Oszilloskop und nicht Oszillometer.

Bis zu 10 MHz könnte man Tastköpfe auch selbst bauen, wenn man weiß, wie 
sie kompensiert werden.
Gast #3708775
Lesenswert?
• ▲
▼
Jens schrieb:
> Da ich aber sowieso eher einfache
> Anwendungen im Kopf habe, und auch hauptsächlich eher langsamme Signale
> (bis so 100 khz, pwm analysieren und sowas) messen möchte, schien mir
> das http://www.elv.de/usb-mini-scope-modul-usb-msm-komplettbausatz.html
> ganz brauchbar.

Hmm, Analogbandbreite 200kHz. Die mir bekannten handelsüblichen 
Mikrocontroller arbeiten bei (Hardware-)PWM mit Taktfrequenzen (das ist 
nicht die PWM-Wiederholfrequenz ...) im zweistelligen MHz-Bereich 
(ATTiny 85 z.B. bis zu 64 MHz) - wenn du so ein Signal noch vernünftig 
betrachten (d.h. Unterschiede in der Signalbreite erkennen) willst, dann 
hast du mit 200kHZ Bandbreite einfach nur verloren.

Ralf
#3708958
Lesenswert?
• ▲
▼
> Bedeutet das einfach die Plusleitung zum Usb trennen und stattdessen gut
> geglättete 5V von z.B. einen Netzteil ranhängen?

Genau.
Ich habe dieses hier:
http://www.pollin.de/shop/dt/NjQ5OTQ2OTk-/Stromversorgung/Netzgeraete/Steckernetzgeraete/Steckernetzteil_FRIWO_FE4120_5_V_0_6_A.html
verwendet und, um das Rauschen weiter zu minimieren, einen 1000µF Elko:
http://www.pollin.de/shop/dt/OTY2OTg3OTk-/Bauelemente_Bauteile/Passive_Bauelemente/Elkos_Goldcaps/Elko_radial.html
zum Ausgang parallel geschaltet.

> welche Werte die Potis haben, weiß da jemand was zu?

Das sind 10k. Diese hier passen:
https://www.buerklin.com/default.asp?event=ShowSE%28%29&search=64+E+8058&suggestion=&context=ArtikelSubsetId%3A0&l=d&ch=96892
Gibt es, trotz Anregung von meiner Seite, nicht bei ELV.

> Aber tuts bei den niedrigeren Frequenzen nicht vielleicht auch ein
> billigerer aus der Bucht?

Ja.

> Hmm, Analogbandbreite 200kHz.
> Solche Instrumente sind m.E. nur als Zweitinstrument zu einen bereits
> vorhandenen Oszi sinnvoll.

So verwende ich es.
Als Speicheroszi für langsame Signale parallel zu einen 2x 35MHz analog 
Scope. Analoge Scopes gibt es recht günstig in der Bucht.

> Ich weiss z.B. nicht, ob ein Antialiasingfilter im Scope verbaut ist.

Ist nicht. Aber das Gerät tastet, bei einer analogen Grenzfrequenz von 
200kHz (bei mir 300kHz,) mit 8Mhz ab, ist also meist kein Problem.

Grüße Löti
Gast #3709077
Lesenswert?
• ▲
▼
Vielen Dank für die ganzen Infos!
Dann weiß ich ja jetzt bescheid :)
Das ich damit keine richtig hochwertigen Messungen anstellen kann ist 
mir schon klar, mir geht es nur darum z.B. mal rauszufinden, ob der 
mosfet schnell genug schaltet, oder da noch ein Treiber davor muss. Oder 
ob sich der KSQ-Kreis, schnell einstellt oder stark 
überschwingt...solche Sachen halt. Na klar wärn zwei Kanäle besser, aber 
dann bin ich auch mind. 150€ los.
Und ich werde das ja auch bestimmt nicht täglich einsetzen, von daher 
bin ich damit denke ich Preis-Leistungs mäßig ganz gut dabei...

Als Netzteil kann ich ja auch irgendeins nehmen was hier noch rumliegt, 
oder muss ich da auf was besonderes achten?
Weil einen dicken Elko (2200u) hab ich hier auch noch rumliegen, und für 
so Kleinkram dann noch 5€ porto ist ja auch ein bisschen blöd.
Tastkopf wirds wohl auch einer aus Fernost...
Wobei ich mir mit der Teilung noch nicht so ganz sicher bin. Sollte ich 
da lieber 1:1, 1:10 oder beides nehmen?
#3709159
Lesenswert?
• ▲
▼
Jens schrieb:
> Wobei ich mir mit der Teilung noch nicht so ganz sicher bin. Sollte ich
> da lieber 1:1, 1:10 oder beides nehmen?

Normalerweise arbeitet man immer mit 1:10 Tastkopf. Die 
Eingangskapazität am Tastkopf ist fast ein Zehntel dessen was ein 1:1 
als Eingangs-C hat.

Nur bei besonders niedrigen Eingangsspannungen ist 1:1 sinnvoll. Dann 
aber ist oft die kapazitive Belastung durch den Tastkopf so groß, das 
das Signal verstümmelt wird.

Dazu kommt eine gewisse Idiotensicherheit: Ein 10:1 Tastkopf schützt 
sehr wirksam vor den Folgen irgendwelcher Fehler, wie z.B. mit dem 
Tastkopf an eine wesentlich höhere Spannung zu kommen als vorgesehen.

Die Umschalter haben Mäuseklaviergröße und Qualität. Meistens streift 
man sie unbemerkt und wundert sich dann, dass nur ein Rest Signal 
vorhanden ist oder dass die Verstärkung sich sprunghaft erhöht hat. Ich 
benutze nur 10:1 .
#3709192
Lesenswert?
• ▲
▼
> Als Netzteil kann ich ja auch irgendeins nehmen was hier noch rumliegt,
> oder muss ich da auf was besonderes achten?

Es sollte ein Trafonetzteil mit Linearregler sein.
Falls Du noch ein altes Unstabilisiertes hast kannst Du auch obige 
Schaltung nachschalten. Den 47µF lowESR kannst Du weglassen und den
1µF Tantal durch den 2200µF ersetzen.

> Sollte ich da lieber 1:1, 1:10 oder beides nehmen?

Beides.

Grüße Löti
Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.