Hallo Matthias.
Matthias Weinhold schrieb:
> im Anhang hab ich dir das PDF angehängt.
> (von Seite 12 war partial_ground.png)
Herzlichen Dank!
> Ich hab das jetzt über Leitungsbahnen "gelöst". Ich hoffe das klappt, da
> ich bisher noch keine Platinen in Druck geben hab.
Wenn die Struktur nicht zu eng ist, sprich zu schmale Leiterbahnen, zu
geringe Abstände, sollte das klappen. auch kleine zu schmale "Zwickel"
irgendwo (Egal ob Kupfer oder Abstand) sind in der Produktion
problematisch.
> Wenn ich mir die
> Anfänger Frage erlauben darf, was ist ein CAM-Input?
>
Wenn in einer Leiterplattenfabrik die Platinendaten (meistens Gerber)
für die Produktion aufbereitet werden, so nennt man das "CAM-Input". CAM
von *C*omputer *A*ided *M*anufacturing.
Es werden alle Pads gekennzeichnet, weil nach denen die Daten für den
elektrischen Test erstellt werden. Darum ist es sehr wichtig, dass alle
Pads, und nur diese, Gerber Blinks sind. Eine "Leiterbahn" in Form eines
Pads würde durch einen Draw mit "offener Blende" und der Zuglänge Null
dargestellt *)
Weiter können die Platinendaten auf Unstimmigkeiten (Vollständigkeit,
Versatz, Massstab, gespiegelt und negativ) und zu geringe Breiten bzw.
Abstände kontrolliert werden (nur in bezug auf die Produktion, ob die
Schaltung so funktioniert, bleibt Dein Problem)
Schliesslich wird noch ein "Ätzzuschlag" berechnet und in der Breite den
Kupferbahnen hinzuaddiert.
Kommt es mit den Abständen nicht hin, werden, in Rücksprache mit dem
Kunden, Leiterbahnen und Flächen verkleinert
Gleiches gilt für die Bohrdaten. Es wird noch ein spezielles
Bohrprogramm erstellt. Es wird festgelegt, in Abhängigkeit vom
Durchmesser und "Zweck" (durchkontaktiert oder nicht durchkontaktiert),
in welchem Fertigungsschritt ein Loch gebohrt wird, und ob ein Zuschlag
zum Bohrerdurchmesser für die spätere Durchkontaktierung nötig ist.
Ebenso ob überhaupt gebohrt wird, oder nicht doch besser gefräst wird.
Schliesslich muss das ganze noch zu Nutzen (viele kleine Platinen werden
zusammen auf einer grossen "Einheitstafel" (640x532mm) gefertigt)
zusammengefügt.
Viele Platinen haben "merkwürdige" Umrisse und Aussparungen. Diese
müssen gefräst werden, und auch dazu muss ein Fräsprogramm erstellt
werden.
In einfachen Fällen kann "geritzt" werden, so dass die Platinen
hinterher wie Schokoladenstücke an Kerben auseinandergebrochen und so
vereinzelt werden können. Auch dass mus Überlegt werden, und es muss ein
Programm dafür erstellt werden.
Das ganze wird zwar mit Rechnerunterstützung gemacht, aber im
"Quasi-Akkord", und wenn ein Fehler passiert, fällt er möglicherweise zu
spät auf, wenn schon viele tausende Platinen gefertigt werden.
> Du hast mir in einem anderen Thread schon mal den Tipp gegeben, einen
> anderen Gerberviewer zu nutzen als den KICad eigenen. Ich habe GC-Prevue
> probiert finde mich aber nicht so gut zurecht. Welchen Gerberviewer
> nutzt du zur Kontrolle?
"Gerbv" aus dem gEDA-Projekt: http://gerbv.geda-project.org/
*) Niemand benutzt heute noch Photoplotter, es wird heute per Laser
belichtet. aber der große Vorteil von Gerberdaten ist eben ihre einfache
Strukturierung, die so eine gute Weiterverarbeitung ermöglicht.
Demzufolge kann man sich bei der Analyse von Gerberdaten immer gut
denken: "Was würde ein Photoplotter damit machen?"
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de