chris_ schrieb:> Habt Ihr noch ein paar Beiträge dazu?
Nein, im Moment noch nicht, aber ich hab eher eine Frage zum Thema: Was
meinst du mit "professionell"?
Die Entwicklung eines eigenständigen vermarktbaren Geräts?
Die Entwicklung von Software, die man hinterher auf einer
Arduino-Platine (oder einer Arduino-kompatiblen Platine) und nur dort
laufen lassen kann?
Was unterscheidet in diesem Fall professionelle von normaler
Entwicklung?
Du hast Recht, der Begriff "professionell" ist nicht so recht eindeutig.
Unter professionell könnte man sich folgendes Vorstellen:
Entwicklungstool: Eclipse statt der Arduino IDE ( Eclipse kann ein
Anfänger sicherlich nicht so einfach bedienen )
Ein professionelles ( und sehr teures ) Entwicklungstool ist z.B. das
hier:
http://www.mathworks.de/hardware-support/arduino-simulink.html
Im industriellen Umfeld setzten sich die Arduionos eher als schnelle
Rapid-Prototypen Plattformen durch, denn als Geräte für den Endkunden.
Man kann das Gefühl bekommen "professionell" und "Fachmann" bilden keine
Schnittmenge. Ich meide jedenfalls Produkte auf denen "Profi" oder
ähnliches steht... Fachleute brauchen solche Bezeichnungen nicht, die
wissen aus praktischer Erfahrung welches Werkzeug gut ist. ;-)
Ich würde ja mal behaupten, dass "professionell" eher wenig mit den
verwendeten Tools als mit den Entwicklungsmethoden zu tun hat. Eclipse
oder Notepad ist nicht so wichtig wie strukturiertes Arbeiten,
Testabdeckung, Anforderungsanalyse, usw.
Für den Herren Sowieso EIN Exemplar, bei dem der Arduino alles
erschlägt, zu bauen - OK.
In dem Moment, in dem aber weitere Bauteile hinzukommen, kann man davon
ausgehen, dass auch einiges ungenutzt bleibt - aber bezahlt werden muss.
Dass einige wichtige Anschlüsse auf der Strecke geblieben sind, braucht
wohl nicht extra erwähnt werden.
Von der Programmierung her: Alles was die Atmels können, können die
Atmels auch. Das ist wohl unabhängig von der Verpackung.
Wohl gemerkt: Ich benutze die Dinger selbst, aber nur im Rahmen von
Einzellösungen.
Alexander v. Grafenstein schrieb:> Ich würde ja mal behaupten, dass "professionell" eher wenig mit den> verwendeten Tools als mit den Entwicklungsmethoden zu tun hat.
Weder noch. Es bedeutet lediglich, ob du dir deine Brötchen damit
verdienst oder nicht.
Mit Qualität hat es (weder im positiven noch im negativen Sinn)
auch nur irgendetwas zu tun. Du kannst hobbymäßig Dinge finden, die
wirklich gut sind, genauso wie du Sche*** von „Profis“ finden wirst,
also von Leuten, die es trotzdem schaffen, sich damit ihren
Lebensunterhalt zu verdienen.
Generell: Zuerst sollte man die Lizenzbedingungen lesen und verstehen.
Einen Anfang mag [http://arduino.cc/en/Main/FAQ] machen.
Wenn man damit leben kann und das Teil den vorliegenden Job zuverlässig
erledigt, kann es eine Lösung darstellen.
Bei kommerziellen Produkten die auf OpenSource basieren, werden
gelegentlich die Lizenzbedingungen verletzt. Es gibt Leute, die sich auf
das aufspüren dieser "schwarzen Schafe" spezialisiert haben.
Entschuldigung, wenn ich eine Arduino Hardware und/oder eine Sketch
Software in einem Produkt finde, dann ist das Produkt für mich
gestorben.
Das kann dann noch so "professionell" entwickelt worden sein. Es geht um
den Vertrauensfaktor. Das ist wie wenn jemand ein Gehäuse aus Tupperware
und Lego zusammensetzt, den Kühlerschlauch im Auto mit Kaugummi
"abdichtet", oder ein Treppengeländer mit Kabelbindern "repariert" oder
einen Schraubendreher als Meißel einsetzt. Das macht man einfach nicht,
das schafft kein Vertrauen, das ist pfuibäh, das will ich nicht.
Mark99 entschuldigte sich:
>Entschuldigung, wenn ich eine Arduino Hardware und/oder eine Sketch>Software in einem Produkt finde, dann ist das Produkt für mich>gestorben.
Da brauchst Du Dich doch nicht zu entschuldigen, ebensowenig, wie Du ein
funktionierendes Gerät demontieren mußt, nur um angewidert
festzustellen,
daß es trotz Arduino funktioniert.
>Das kann dann noch so "professionell" entwickelt worden sein. Es geht um>den Vertrauensfaktor. Das ist wie wenn jemand ein Gehäuse aus Tupperware>und Lego zusammensetzt...
Gegenbeispiel: Es gibt diverse Digitaloszis zu kaufen, deren wesentliche
Funktionen durch die darauf laufende Software bestimmt sind. Jetzt kommt
Einer und schreibt eine eigene Software, um die Funktionen zu erweitern.
Ist das in Deinen Augen auch unprofessionell und Pfusch -schließlich ist
es ja auch eine fertige Schaltung, die nur mit einem eigenen Programm
"bestückt" wurde?
Ich verstehe diesen blödsinnigen Haß auf Arduino nicht. Da könnte man
auch ein STK500 hassen.
MfG Paul
@Mark:
Die Antwort ist unprofessionel ;)
An der Hardware ist nicht auszusetzen. Zur Info, es gibt nicht nur den
UNO/Mega etc. Die sind defentiv mehr für Prototypen und sollte alleine
wegen den Preises überdacht werden, in kommerzielle Produkte
einzusetzen.
Pro Mini ist nichts anderes, als ein Atmega328P fertig gelötet sowie
einem Spannungswandler. Du kannst das gerne auch selber entwerfen und
löten. Aber dadurch muss das keinesfalls besser sein.
Nutze Arduino Systeme mit und OHNE IDE.
Obwohl ich nicht mehr viel mit AVR mache benutze ich den Arduino immer
noch gerne um schnell mal neue Hardware/ICs zu testen. Dei Bibliotheken
lassen sich dann bei Bedarf "ausschlachten"...
Als Endprodukt im professionellen Umfeld sehe ich ein Ardunino + IDE
nicht geeignet. Da gibt es wesentlich bessere Lösungen.
mfg. thorstmann
>Generell: Zuerst sollte man die Lizenzbedingungen lesen und verstehen.>Einen Anfang mag [http://arduino.cc/en/Main/FAQ] machen.
Das klingt interessant. Das kann eigentlich nur für die Software gelten.
>Bei kommerziellen Produkten die auf OpenSource basieren, werden>gelegentlich die Lizenzbedingungen verletzt. Es gibt Leute, die sich auf>das aufspüren dieser "schwarzen Schafe" spezialisiert haben.
Haben diese Leute schon die Verletzung der Arduino Lizenz aufgedeckt?
Können die Leute eigentlich dann selbst klagen oder muss das Mazimo
Banzi tun? Vielleicht hat er gar keine Lust.
Chris_ - frag doch mal das Internet nach "Abmahnung" und "OpenSource".
Wahlweise erweitert um "Arduino" oder "Linux". In den 80ern war der
selige "Günter Freiherr von Gravenreuth" ein bekannter Vorreiter im
Erbringen der Dienstleistung(!) "Abmahnung".
Stefan S. schrieb:> An der Hardware ist nicht auszusetzen. Zur Info, es gibt nicht nur den> UNO/Mega etc. Die sind defentiv mehr für Prototypen und sollte alleine> wegen den Preises überdacht werden, in kommerzielle Produkte> einzusetzen.
Ein Mega328 kostet bei Mouser ab 100 Stück 1,72€. Ab 1000€ von einem
Große Distributor nochmals deutlich billiger.
Und er lässt sich Automatisch bestücken.
Und er ist über lange Zeit verfügbar.
Wo ist da ein Arduino vom Preis interessant?
Für ein kommerzielles Gerät muss alles an einen speziellen Fall
angepasst werden. IC Gehäuse, Beschaltung, Quarz, Spannungsversorgung,
Controller Typ, Layout, und und und.
Und das alles ESD Sicher und EMV Gerecht.
Das beißt sich mit der Anforderung des Arduinos: Möglichst universell.
John Doe schrieb:> Wo ist da ein Arduino vom Preis interessant?>> Für ein kommerzielles Gerät muss alles an einen speziellen Fall> angepasst werden. IC Gehäuse, Beschaltung, Quarz, Spannungsversorgung,> Controller Typ, Layout, und und und.> Und das alles ESD Sicher und EMV Gerecht.>> Das beißt sich mit der Anforderung des Arduinos: Möglichst universell.
Wahre Worte.
Herbert schrieb:> Hat der auch schon eine USB Buchse?
Einige wollen wohl einfach nicht einsehen, dass es sich bei der grossen
Mehrheit der Produkte auf dem Markt nicht lohnt einen Arduino zu
verbauen. Oder braucht deine Mikrowelle neuerdings USB & Ethernet
Anschlüsse?
Hallo,
eine "Profesionelle" Verwendung des Adruino ist fast ausgeschlossen.
Gründe:
- EMV - ist das nicht eine zweilagige Leiterplatte?
- Temperaturbereich nicht einmal angegeben
- Langzeitverfügbarkeit unbekannt
- Preis: Man bezahlt eine Menge Baueile, die man nicht braucht -
verglichen mit einem ATMEGA ohne den ganzen Adruino-Kram
- Stromverbrauch: Exorbitant für die Rechenleistung
Das ist das gleiche Spiel wie mit dem Raspberry PI - sobald die üblichen
Anforderungen für eine Serienproduktion in Spiel kommen, merkt man
schnell wo das herkommt - aus der Bastlerecke.
Was nicht heißt, dass der Adruino generell Blödsinn ist. Zum mal schnell
was testen oder für Prototypen kann man schon etwas damit anfangen.
@ Schreiberling (Gast)
>eine "Profesionelle" Verwendung des Adruino ist fast ausgeschlossen.>Gründe:
Jaja.
>- EMV - ist das nicht eine zweilagige Leiterplatte?
Auch zweilagige Platinen könnne ausreichende EMV besitzen. Ob sie die
diversen Arduino haben weiß ich nicht.
>- Temperaturbereich nicht einmal angegeben
Kann man nachholen, sollte das kleinste Problem sein. Dort wird nichts
weiter warm, wenn man den Spannungsregler nicht überfährt.
>- Langzeitverfügbarkeit unbekannt
Wie bei vielen anderen moderen Produkten auch.
>- Preis: Man bezahlt eine Menge Baueile, die man nicht braucht ->verglichen mit einem ATMEGA ohne den ganzen Adruino-Kram
Es ist eine Prototypplattform, keine kostenoptimierte Einzellösung.
>- Stromverbrauch: Exorbitant für die Rechenleistung
Dito.
>Das ist das gleiche Spiel wie mit dem Raspberry PI - sobald die üblichen>Anforderungen für eine Serienproduktion in Spiel kommen, merkt man>schnell wo das herkommt - aus der Bastlerecke.
Siehe oben. Niemand sagt, dass man damit 10k++ Massenproduktion sinnvoll
machen will. Aber es gibt auch genügend kommerzielle/professionelle
Podukte, die nur ein paat Dutzend Einheiten Pro Monat oder gar Jahr
haben, da lohnt es sich oft nicht, eigene Hardware zu entwickeln. Siehe
Break Even Point!
>Was nicht heißt, dass der Adruino generell Blödsinn ist. Zum mal schnell>was testen oder für Prototypen kann man schon etwas damit anfangen.
Eben!
Das Problem beim Arduino ist nicht der Arduino sondern die Leute, die
ihn benutzen. Ist wie bei BASCOM ;-)
Denkt doch nicht immer nur an die "großen" Arduinos. Es gibt auch
niedlich
kleine Platinchen z.B. den Arduino Mini pro.
http://arduino.cc/de/Main/ArduinoBoardProMini
Den gibt es auch mit dem Atmega328 drauf und auch mit Mini-USB.
Ein solches Biest kostet ca.2 Euro. Das kann man dafür kaum selbst
anfertigen.
Es gibt auch nicht die Pflicht, diesen Burschen mit der
Arduino-Oberfläche
zu beharken.
Was ist an einem fertigen kleinen Platinchen so schlecht? Da ist doch
auch nur das drauf, was der Kontroller zum "Leben" braucht. Wenn man es
selbst macht, muß man es weitestgehend auch so aufbauen.
MfG Paul
Paul Baumann schrieb:> Ich verstehe diesen blödsinnigen Haß auf Arduino nicht. Da könnte man> auch ein STK500 hassen.
Das hat nichts mit Hass zu tun (dieses Hass/Hater-Ding ist übrigens als
Internet-Meme schon wieder out). Das hat was mit professionellem Produkt
zu tun. Du würdest auch doof schauen, wenn du in einem Produkt ein
STK500 eingebaut finden würdest. Das macht man einfach nicht und es
taugt nichts.
Ansonsten sind Arduino, RPi und Co. wie Hip-Hop Musik. Sie ziehen die
falschen Leute an die auch noch glauben sie hätten Talent.
Mark 99 schrieb:> Ansonsten sind Arduino, RPi und Co. wie Hip-Hop Musik. Sie ziehen die> falschen Leute an die auch noch glauben sie hätten Talent.
Schöner hätte man die derzeitige Hip-Hop Kulturentwicklung in
Deutschland nicht beschreiben können.
Mark 99 schrieb:> Das macht man einfach nicht und es> taugt nichts.
Dass es nichts taugt kann man so nicht sagen. Es gibt durchaus einige
Projekte die mit Arduino realisiert wurden, wie man kaum besser hätte
lösen können. Aber ansonsten stimme ich dir zu, generell eher
ungeeignet.
@Mark99 - danke für den Spruch - ich bin vor Lachen fast vom Stuhl
gefallen:
"Ansonsten sind Arduino, RPi und Co. wie Hip-Hop Musik. Sie ziehen die
falschen Leute an die auch noch glauben sie hätten Talent."
Mark 99 schrieb:> Das macht man einfach nicht und es> taugt nichts.
Das kenne ich von Früher: lange Haare - kurzer Verstand.
Ich habe das damals aber nicht verstanden :-(
marcus schrieb:>>Das kenne ich von Früher: lange Haare - kurzer Verstand.>>Ich habe das damals aber nicht verstanden :-(> Und erwiesenermaßen auch falsch:
Da denkt man mal laut über bürgerliche Konventionen nach
... und schon bekommt man Beifall von der 'falschen' Seite.
Paul Baumann schrieb:> Da zum Bleistift:
Da fehlt aber die mini-USB-Buchse, nicht wahr?
Msx mäkelte:
>Da fehlt aber die mini-USB-Buchse, nicht wahr?
Tatsächlich! Das hast Du gesehen, selbst wenn Du vorher nicht in der
Lage warst, den Suchbegriff bei einer Auktionsseite einzugeben.
Zitat Thomas Gottschalk:
Respekt, mein Lieber!
Du denkst, ich suche Dir die Version mit der USB-Buchse, nicht wahr
;-)
MfG Paul
Paul Baumann schrieb:> Du denkst, ich suche Dir die Version mit der USB-Buchse, nicht wahr
Die Version mit der Mini-USB Buchse für 2 Euro würde ich auch ganz gerne
sehen. ;)
Billiger als 4 Euro habe ich bisher nichts finden können.
Paul Baumann schrieb:> Du denkst, ich suche Dir die Version mit der USB-Buchse,
Ja genau!
Der µC ist da ja so schön um 45° gedreht, was ich mit 4.09 nicht machen
kann. 4.16 will mir ja keiner geben :-)
marcus schrieb:> Das Board scheint aber trotzdem für den professionellen Bereich> interessant zu sein:
Uninteressant waren sie noch nie. Nur sehr oft ungeeignet. Sowas wird
nie zu einem Standard werden. Kann mich nur widerholen: Wer braucht USB
an seiner Mikrowelle?
Was ich damit sagen will: Für manche Anwendungen ist ein Arduino sehr
gut geeignet (Genau so wie ein Pi). Allerdings ist das Ziel eines
solchen Boards wie bereits erwähnt ein möglichst universelles Produkt
darzustellen. Universelle Produkte passen einfach nicht in irgendwelche
Geräte von Firmen. Klar lassen sich damit tolle Dinge anstellen,
schliesslich ists auch nur ein uC mit ein bisschen Hardware rund herum.
Aber genau dieses bisschen Hardware machts nunmal aus.
Ausserdem:
Lies dir mal den letzten Kommentar auf der Seite durch, welche du
verlinkt hast.
San Lue schrieb:> Ausserdem:> Lies dir mal den letzten Kommentar auf der Seite durch, welche du> verlinkt hast.
Wobei man aber auch bemerken muß, dass gerade die Teile mit ATmegaxxx
sehr einfach selbst produziert werden können.
Dabei kann man den Stiftleisten auch das 'bescheidene' Raster
abgewöhnen, damit sie endlich auf ein professionelles Steckbrett passen
:-)
>- Stromverbrauch: Exorbitant für die Rechenleistung
Irgendwo habe ich mal einen Arduino-Clone mit Switching-Power-Suplly
gesehen. Leider kann ich aber keinen Link mehr finden.
Von der Website:
Olimexino-328
- zwei Lagen PCB
- NOISE IMMUNE design
- INDUSTRIAL temperature range -25+85C
Hat mal jemand Emissions- und Analogmessungen mit dem Board gemacht?