Nachdem ich einige aufwendige Schaltungen für Milliohm-Messung studiert
habe, wollte ich wissen, ob es nicht auch einfach geht. Also habe ich
einen Prototyp aufgebaut, der über einen Verstärker den Wert direkt auf
einem DVM anzeigt. Das Ergebnis hat mich so überzeugt, dass ich es
gleich ohne Änderung in ein Gehäuse gebaut habe. Deshalb möchte ich Euch
das Ergebnis mal vorstellen. Geachtet habe ich auf:
- saubere Trennung von Konstantstrom- und Messkreis
- sauberer Sternpunkt für Masse
- Abgleich des Nullpunkts
- Kompensation der Temperaturdrift
- Kelvin-Klemmen (gab es spottbillig bei ebay)
Die Schaltung:
- 9V-Bat und 79L05 für +5V und -4V. Konstantstrom von 10mA mit 4k7
- -4V für Versorgung des DVM und der OP
- 1. OP als Differenzverstärker, 2. OP für Restverstärkung auf 2V für 2
Ohm
- Temp-Kompensation empirisch ermittelt mit Föhn und 2*20k-NTC aus altem
AkkuPack
- DVM potentialgebunden! angeschlossen, dazu den internen Spg-Teiler von
27k auf 51k geändert und an +5V gehängt. Wie und warum das geht habe ich
beschrieben in
Beitrag "Re: Mehrere digitale Panelmeter mit 9 Volt versorgen"
Erst jetzt nach 8 Monaten ist der Null- und Endpunkt um 2mOhm gedriftet,
weil die Batterie um 1V abgesackt ist. Mit einer frischen Batterie ist
alles wieder stabil und meine Messwiderstände zeigen immer noch die
gleichen Werte. Da der Aufbau ziemlich unkritisch und einfach ist, kann
ich den Nachbau nur empfehlen.
Gruß Hermann
Wenn du COM an sw anschliesst statt an sw/ws könntest du den
Differenzverstärker sparen.
Auch sind 2V Panelmeter unüblich, üblich wären 200mV was die notwendige
Verstärkung gleich um 10 reduziert, man käme dann mit einem OpAmp aus.
Der eine OpAmp könnte direkt Offset-Einstellungs-Anschlüsse haben oder
gleich ein zero drift wie LTC1152.
Oder man nutzt den ICL7106 direkt ratiometrisch
+9V +9V
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4k7 470R
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+---(---- REF HI
| |
| +----+--+-- IN HI
| | | |
10R Rx V ^ (2 Ohm Bereich, 1mOhm Auflösung)
| | | |
| +----+--+-- IN LO
| |
+---(---- REF LO
| |
4k7 470R COM (n.c.)
| |
GND GND
statt 100mV hat er nur 10mV Referenzspannung, das schlägt sich auf
Linearität und Genaugkeit, aber vermutlich weniger als externe OpAmps
und Spannungsregler.
V und ^ sind 2 antiparallele 1N4148 als Schutzdioden.
Bei einem Ohm Meter waere es mir wichtig mit hinreichend kleiner
Spannung auf das Messobjekt zu gehen, sodass nichts kaputt geht.
Bevorzugt kleiner 700mV.
Dies ist natürlich nur EINE Lösung und es gibt bestimmt noch
Verbesserungen.
MaWin schrieb:> Wenn du COM an sw anschliesst
So schnell leuchtet mir das nicht ein: ich wollte Konstantstrom und
Messzweig sauber trennen. Wenn COM auf sw liegt, hängt die Schaltung bei
offenen Klemmen ohne Masse in der Luft oder ich habe keine
4-Leiter-Messung mehr - vielleicht hast Du es auch anders gemeint.
MaWin schrieb:> Auch sind 2V Panelmeter unüblich
Das ist nur ein 10/1 Spg-Teiler, der auf jedem DVM vorgesehen ist.
MaWin schrieb:> man käme dann mit einem OpAmp aus
Mit dem Differenzverstärker wollte ich die Spg-Abfälle an den
Strom-Strippen sauber ausblenden und die getrennte Kompensation von
Offset und Temp schien mir zweckmäßig.
MaWin schrieb:> OpAmp könnte direkt Offset-Einstellungs-Anschlüsse haben
Sicherlich könnte man einen OP sparen. Für den ursprünglichen Prototyp
habe ich genommen was ich so vorrätig hatte.
Aber Deine Vorschläge sind sicherlich gut.
Sabro schrieb:> mit hinreichend kleiner> Spannung auf das Messobjekt zu gehen
Bei max 2 Ohm sind es 20mV. In einer Schaltung zu messen ist ja meistens
fehlerbehaftet. Wenn man dort den Milli-R nicht erwischt, können es 5V
werden. Aber das läßt sich leicht abwandeln.
Daher arbeiten beide mit 10mA = 20mV bei Vollausschlag.
Falls der Widerstand natürlich deutlich mehr als 10 Ohm hat,
liefert Hermanns 5V und meine 0.6V.
Hermann schrieb:> Wenn COM auf sw liegt, hängt die Schaltung bei> offenen Klemmen ohne Masse in der Luft
Das macht bei offenen KLemmen nichts.
Du hast halt gefargt,
> ob es nicht auch einfach geht
und die 5 Widerstände (und 2 Schutzdioden) sind wohl einfach.
Man müsste nur überlegen (oder ausprobieren), welche Präzision man
herausholen kann. So wie ich das sehe, kommt es weder auf die absoluten
Widerstandswerte noch deren Toleranz oder Tempkoeff an, so lange das
Verhältnis 1:10 (oder ein beliebig anderes Verhältnis) möglichst exakt
gewahrt bleibt. Das muss aber auf 0.002% genau bleiben, wenn man 1mOhm
exakt haben will.
MaWin schrieb:> Falls der Widerstand natürlich deutlich mehr als 10 Ohm hat,> liefert Hermanns 5V und meine 0.6V
Ja, das ist doch die Lösung: einfach eine Diode spendieren. Werde ich
gleich einbauen.
MaWin schrieb:> Oder man nutzt den ICL7106 direkt ratiometrisch
Habe ich beim ersten Lesen gar nicht gerafft: direkt den ICL7106 über
Vref=10mV zu verwenden. Das wäre ideal. Allerdings muss man Linearität
und Stabilität erst mal prüfen. Im Datenblatt ist zwar angegeben, dass
man statt 100mV auch 1V nehmen kann, aber von weniger als 100mV habe ich
nichts gefunden. Und wenn ich mir die DVM angucke - man muss ja alles
zerlegen, um da dran zu kommen. VrefLo findet man gar nicht bei den
IC-Klecksen, den muss man von Masse trennen und irgendwie nach außen
bonden. Schafft man wahrscheinlich nur bei den uralten mit 40-Pin-DLL.
Bei deutlich weniger als 100 mV muss man beim ICL7106 ein paar kleine
Abstriche machen, aber noch nicht wirklich viel. Man sollte den
Integrationswiderstand vermutlich anpassen (kleiner machen). So weit ich
mich erinnere geht es dann runter bis etwa 10 µV Fehler - der 20 mV
Bereich ist also schon etwas Grenzwertig, geht aber noch. Das ähnliche
4,5 stellige IC (7135) kann schließlich auch 10 µV auflösen.
Der andere Punkt ist, dass man mit Gleichstrom ggf. Thermospannungen als
Fehlerquelle bekommt. Mit einem etwas besseren OP als dem TLC272 sollte
man auf den extra Temperaturabgleich verzichten können.
Ehrlich gesagt: schade um die Arbeit. Es geht ganz simpel und viel
besser mit einem LM317 als Stromquelle geschaltet, dafür dann aber
echten 4leiter-Anschluss. Idealerweise natürlich auf 1A eingeregelt. Es
sind nur 3 oder 4 Bauteile nötig, und das Messergebnis ist hochgenau.
Ulrich H. schrieb:> mit Gleichstrom ggf. Thermospannungen als> Fehlerquelle
Wo sollen Thermo-Spg entstehen? Beim Stomzweig spielt das keine Rolle.
Beim Messzweig heben die sich auf (Gold/Cu--Cu/Gold). Innerhalb der
Schaltung wird alles abgeglichen. Oder was habe ich übersehen?
Thermospannunge können etwa am zu messenden Widerstand entstehen, wenn
die Übergängt Kupfer auf Widerstandsmaterial nicht auf der gleichen
Temperatur sind. Bei 10 mA hält sich die Erwärmung normal aber noch in
Grenzen. Kupfer gegen Konstantan gibt immerhin etwa 40 µV/K : d.h. 1
Grad Temperaturdifferenz (etwa vom festhalten an einer Seite mit den
Fingern) bringen einen Fehler von rund 40 µF oder rund 4 mOhm. Auch der
470 Ohm Widerstand der den Strom festlegt ist eine merkliche Wärmequelle
(ca. 50 mW), die einen der Widerstände am Verstärker einseitig aufheizen
kann.
Es geht mit Gelichstrom und kleinen Spannungen, aber man sollte halt
schon aufpassen und das Layout entsprechend vorsichtig gestalten.
Wenn man es einfach über einen hohen Strom macht, wird es dagegen bei
z.B. 1 Ohm schon ein Problem: bei 1 W ist es normal das der Widerstand
recht heiß werden kann, ggf. auch zu hieß, und da kommt dann ggf. auch
eine merkliche Thermospannung zusammen. Da die Leistung (und damit auch
in etwa die daraus folgenden Temperaturdifferenzen) quadratisch mit dem
Strom geht wird es halt bei mehr Strom schlechter, nicht besser.
0815 schrieb:> und das Messergebnis ist hochgenau.
Mit einem LM317? You must be kidding.
Selbst wenn man die 1.2 bis 1.3V Toleranz wegkalibriert, hast du den
Nachteil von 2 getrenntennReferenzen, eine für den Strom und eine andere
für den A/D-Wander, noch nicht verstanden. Zumal 1A alles andere als
eine kluge Wahl ist.
Ulrich H. schrieb:> wenn> die Übergängt Kupfer auf Widerstandsmaterial nicht auf der gleichen> Temperatur sind
Das ist natürlich richtig, halte ich aber für akademisch. Habe ich auch
schon ausprobiert (Gold auf R-Draht):
- mit der Hand auf einer Seite erwärmt schaffe ich kein Milli-Ohm
- mit dem Lötkolben bei 380 Grad 10sec auf einer Seite bringt 10
Milliohm
- der 470 Ohm hat 50ppm, das könnte man verbessern
Darüber nachzudenken ist schon wichtig. Aber in der Praxis ist das
vernachlässigbar.
MaWin schrieb:> Zumal 1A alles andere als> eine kluge Wahl ist.
Stimmt, 10A wären besser.
MaWin schrieb:> Selbst wenn man die 1.2 bis 1.3V Toleranz wegkalibriert
Welche Toleranz? Er will doch mit dem Teil nicht in Serie gehen?
Entweder stellt man die Ausgangsspannung des LM317 nach Bedarf ein (z.B.
1,5V für einen 1R5), oder (besser) man legt ihn auf Mindestspannung, und
bringt den Strom über 2, 3 parallele Widerstände auf Maß.
Auf jeden Fall ist solch ein Milliohmmeter deutlich genauer als die
geradezu hochkomplizierte Schaltung da oben. Und äußerst einfach. Wem
der LM317 zu ungenau ist, der sucht halt nach was Hochwertigerem...
Wie man nur auf die Idee kommen kann, Milliöhme mit 10mA messen zu
wollen. Dann kann man ja gleich die 1mA eines normalen Multimeters
nutzen. Das ist ja gerade das Problem, niedrige Ströme sind dazu einfach
ungeeignet. Hier erzählt man natürlich mal wieder was Anderes, MC.net
halt...
Klar kann man auch mit 10µA messen, und dann zur Verstärkung alles
auffahren, was LT und AD so Schönes zur Verfügung stellen...sinnvoll
wird es damit nicht.
Allein...ein Milliohmmeter ohne Vierleiter? Ist doch jetzt kein Hit, da
4 Buchsen dranzubasteln...
4-Leiter nutzt die Schaltung oben schon. Das ist nur bei den Klemmen
nicht so gut zu sehen. 4 Getrennte Buchsen (oder 2 zu den Kabeln) wären
aber schon sinnvoll.
Ein Strom von 10 mA ist durchaus ausreichend. Ein Auflösung von 10 µV
beim Spannungsabfall ist noch relativ einfach machbar - es reicht normal
auch 1 OP, die Schaltung ist da etwas umständlich. Insbesondere die
Schaltung zum 7106 ist sehr einfach - sogar einfacher als die mit dem
LM317. Der kleinere Strom halt vor allem Vorteils:
- Man bleibt deutlich unter 0,7 V mit der Spannung, wird also von einer
parallelen Diodenstrecke kaum beeinflusst.
- Man beschädigt so schnell keine Teile, wenn man in einer Schaltung
misst.
- Es geht noch mit Batterie
- Es gibt weniger Erwärmung in der Schaltung - und damit auch weniger
Thermospannung und Drift
- es wird kein Hochleistungs-Widerstand (etwa 1,3 Ohm, >2 W, < 100ppm/K
am LM317) benötigt
Viel weniger als 10 µV an Gleichspannung auflösen zu wollen wird dann
aber schon anspruchsvoll. Da wäre dann eher niederfrequente
Wechselspannung angesagt, auch dann kann man gut bei 1-10 mA bleiben.
Ein höherer Strom ist aber ggf. für eine Prüfung (etwa Schutzleiter)
vorgeschrieben.
Ulrich H. schrieb:> - Man beschädigt so schnell keine Teile, wenn man in einer Schaltung> misst.
Tja, aber entsprechend "hochohmige" Widerstände kann man dann auch
normal mit nem Multimeter messen. Von Interesse sind heutzutage doch
eher Widerstände im ein- oder zweistelligen Millohmbereich (und deutlich
weniger).
Ulrich H. schrieb:> Es geht noch mit Batterie
Ist bei 1A auch locker der Fall. Natürlich dann nicht mit nem
9V-Block...
Auch misst man Widerstände vielleicht 2 Sekunden lang, schon hat man den
Wert.
Ulrich H. schrieb:> es wird kein Hochleistungs-Widerstand (etwa 1,3 Ohm, >2 W, < 100ppm/K> am LM317) benötigt
Dafür liegt der 1A Teststrom deutlich realitätsnaher an dem Stromwert,
den der zu messende Milliohm-Widerstand im Einsatz auch trägt. In 99%
der Fälle wäre das jedenfalls so.
OK, also doch 4leiter, das klingt natürlich schon besser. Bedeutet aber
wiederum, daß die Trimmer da allein zur Ausmerzung der
Unzulänglichkeiten der Verstärkerschaltung vonnöten sind....und das auch
noch mit zweitklassigen OPs, gute Güte! Also so leid es mir tut: mein
Ernst wäre diese Schaltung nicht.
Mit dem Spannungsregler als 1A-Stromquelle braucht man nie einen
Nullabgleich. Weil das Meter die Millivolts direkt misst. Einfacher und
genauer geht's eigentlich nicht.
0815 schrieb:> MaWin schrieb:>> Zumal 1A alles andere als>> eine kluge Wahl ist.>> Stimmt, 10A wären besser.
Niedrige Ströme/Spannungen sind bei einigen Messungen notwendig, wenn
nicht was anderes als gewünscht gemessen werden soll.
Beispiel: Relaiskontakte, Steckverbinder, da ist es je nach
Einsatzbereich etwas ungünstig erstmal mit hohen Strömen/Spannungen die
Oxidschicht "wegzubrennen", um nachher festzustellen, dass da was nicht
passt.
Arc Net schrieb:> Niedrige Ströme/Spannungen sind bei einigen Messungen notwendig, wenn> nicht was anderes als gewünscht gemessen werden soll.
Bezüglich Milliohmwiderständen gibt es aber auf jeden Fall deutlich mehr
Schaltungen, bei denen 10mA völlig außerhalb des späteren Betriebs sind.
Klar wäre eine 10A-KSQ dann nichts mehr für eine winzige
Steckverbindung.
Bei der Schaltung oben ist der zu messende Widerstand direkt Teil der
Konstantstromquelle. Das ist ehrlich gesagt ein echtes no-go. Von den
grundsätzlichen ca. 0,5% Ungenauigkeit mal abgesehen, kommt da noch ein
unbekannter Fehler durch die Übergangswiderstände der beiden äußeren
Anschlüsse hinzu. Dagegen hilft dann auch der 4leiteranschluss nicht
mehr.
Bei der Schaltung mit Spannungsregler als KSQ bekommt der zu messende
Widerstand aber unabhängig von Übergangswiderständen stets den gleichen
Strom, weil die KSQ ggf. nachregelt. Es sei denn, der Kontakt ist so
schlecht, daß mehrere Volt Spannungsabfall an den Klemmen entstehen, und
der Spannungsregler in Unterspannung gerät (unwahrscheinlich, bzw. man
merkt es ggf. sofort).
Die Schaltung oben ist nicht optimal - 1 guter OP (Zero Drift, oder halt
mit Abgleich des Offsets) sollte es schon sein. Direkt am 7106 im
Anzeigemodul(oder ähnlich) geht aber auch.
Bei 470 Ohm machen die maximal 2 Ohm nur knapp 0,5 % aus - da sind auch
noch ein paar Zehntel Ohm für den Kontakt mit drin. Das ist nicht
optimal, aber auch nicht so dramatisch.
Einen mOhm Widerstand beschädigt man mit 1 A nicht, aber schon einen
1-10 Ohm Widerstand oder eine kleinere Diode durch den man den Strom
versehentlich jagt, etwa weil der zu messende Kontakt / Leiter keinen
Kontakt hat. Von daher sind viel mehr als 10 mA ein No Go für viele
Fälle.
Die Wärmeentwicklung an Shunt und dem LM317 für eine 1 A Stromquelle ist
ein Problem für den vermeintlich einfachen Aufbau: die einfachen
Niederohmigen Widerstände haben oft einen Großen TK, und werden in ein
paar Sekunden bei knapp 2 W auch schon warm. 50 K Temperatur bei 200
ppm/K machen schon 1 % aus. Dazu kommt der Einluss des LM317. So
konstant wie man meint ist der Strom also gar nicht. Einen Abgleich
(Strom) braucht man auch, wegen der Toleranzen des LM317.
Mit dem LM317 als 1 A Stromquelle braucht man so ab 3,5 V Aufwärts, plus
bis zu 2 V für den Widerstand - das wären dann 5,5 V oder 5
Batteriezellen (1,2-1,5V) als Minimum.
es scheint verschiedene anwendungsfaelle mit unterschiedlichen
anspruechen in diesem bereich zu geben. Mein anwendungsbereich benoetigt
aufloesung bei minimaler praezision. wenn man einen Kurzschluss auf der
Leiterplatte hat, den auch zu finden.
Ulrich H. schrieb:> Bei 470 Ohm machen die maximal 2 Ohm nur knapp 0,5 % aus - da sind auch> noch ein paar Zehntel Ohm für den Kontakt mit drin.
Welche paar Zehntel Ohm? Gerade bei dem geringen Strom würde man auch
100 Ohm Kontaktwiderstand nicht bemerken, und es wird ggf. ja auch
nichts nachgeregelt.
Ulrich H. schrieb:> Die Wärmeentwicklung an Shunt und dem LM317 für eine 1 A Stromquelle ist> ein Problem für den vermeintlich einfachen Aufbau: die einfachen> Niederohmigen Widerstände haben oft einen Großen TK, und werden in ein> paar Sekunden bei knapp 2 W auch schon warm. 50 K Temperatur bei 200> ppm/K machen schon 1 % aus. Dazu kommt der Einluss des LM317. So> konstant wie man meint ist der Strom also gar nicht. Einen Abgleich> (Strom) braucht man auch, wegen der Toleranzen des LM317.
Der Abgleich ist äußerst einfach, man schaltet einem Lastwiderstand
einen oder zur Not zwei Widerstände parallel. Das ist hochgenau, und vor
allem ohne irgendwelche Trimmer. Und es entstehen nur etwa 1,2W.
Bezüglich des TK muss man ja keinen 1W-Widerstand ausreizen. Auch
bekommt man problemlos Widerstände mit geringem TK. Das größere Problem
ist schon die Wärme vom LM317, man sollte vielleicht nach einer besseren
Alternative suchen.
MaWin schrieb:> Alle doof, ausser dir
Doof nicht, eher ungeschickt bei der Wahl ihrer Schaltungen. Und wie
immer wird die sehr simple Wahrheit (hoher Messstrom sorgt ganz
automatisch für um Potenzen höhere Auflösung und Präzision) zugunsten
scheinbar netterer Forenteilnehmer verbogen. Mit allen denkbaren und
noch mehr undenkbaren Szenarien.
Die hohen Ströme machen die Sache nicht unbedingt besser, sondern
verursachen etwa über die Wärmeentwicklung Probleme. Die Probleme nehmen
eher schneller als linear mit dem Strom zu, die Spannung aber nur
linear.
Es gibt gute Widerstände mit kleinem TK und genügend Leistung, nur ist
das kein billiges und leicht zu bekommendes Teil mehr - weil man normal
bei den kritischen Widerständen unnötig viel Wärme freizusetzen. Das
Wärmeproblem betrifft auch den zu messenden Widerstand, auch schon 100
mW an einem 0.1 Ohm Widerstand können den deutlich erwärmen. Da ist es
aber wirklich eine Frage der Anwendung.
Wenn man es genauer haben will, misst man halt mit niederfrequentem
Wechselstrom (z.B. 5 Hz), und kann dann auch sehr kleine Spannungen
(wenn es sein muss auch im nV Bereich) auflösen. Das reicht dann auch
bei 10 mA noch für µOhm Auflösung. So groß ist der Aufwand dafür auch
nicht mehr, Auch wenn es dann eher nicht mehr mit DVM Modul, sondern mit
µC gemacht wird.
Eine Milliohmmessung mit hohem Strom ist gut für so etwas wie die
Schutzleiterprüfung.
0815 schrieb:> (hoher Messstrom sorgt ganz> automatisch für um Potenzen höhere Auflösung und Präzision)
Ein hoher Meßstrom eigenet sich eher für TK-Messungen :-(
Eine sinnvolle Messung belastet (bzw. zerstört) das Meßobjekt nach
Möglichkeit nicht.
Na ja, kommerzielle Geräte (Gossen Metrahit) messen z. B. mit 20mA,
200mA oder 1A (3 Ohm, 300, 30, 3 mOhm MB).
Sind hauptsächlich für ohmsche Messungen gedacht, da die Messdauer kurz
ist als auch die Leistung (1A an 300 mOhm ergibt 90 mW!) spielet eine
Erwärmung keine große Rolle. Sinnvoll ist dort die automatische
Kompensation der Thermospannungen und der autom. Nullabgleich.
Es macht immer wieder Sinn, die kritischen Stellen auch theoretisch
abzuklopfen:
Ulrich H. schrieb:> Bei 470 Ohm machen die maximal 2 Ohm nur knapp 0,5 % aus
Ja, theoretisch. Praktisch ist dieser Fehler linear abhängig vom
Messwert. Er wird also vollständig mit der Null- und
Endpunktkalibrierung kompensiert.
Ulrich H. schrieb:> der 470 Ohm Widerstand der den Strom festlegt ist eine merkliche Wärmequelle
(ca. 50 mW)
Auch richtig. Nehme ich mal den schlechtesten Widerstand meines
Sortiments: Metallschicht Rth=200K/W, Tk=50ppm
Das gibt bei 50mW 10 Grad und damit 500ppm Abweichung. Bei Vollausschlag
2000mOhm ist das genau 1 mOhm. Wenn das stört, greife ich also in die
Kiste und nehme Tk=25ppm und dann noch 2 davon in Reihe und bin bei 0,25
mOhm und nichts rührt sich.
Ulrich H. schrieb:> Die Schaltung oben ist nicht optimal - 1 guter OP (Zero Drift
Ich sehe das eher von der praktischen Seite. Der TLC272 ist der einzige
in meiner Kiste, bei dem die Langzeitstabilität angegeben ist:
0,1µV/Monat für 33 Cent ist für mich unschlagbar. Dann mit teuren,
schwer zu beschaffenden Super-Geschützen aufzufahren, ist nicht mein
Ding (kann ja jeder).
Nun hatte ich also 2 OP für den Prototyp. Ich halte es eben für keine
schlechte Lösung, die Probleme sauber getrennt zu lösen.
Ja und dann Zero Drift... Was nützt es, wenn der Verstärker keine Drift
hat. Mit meinem Föhn habe ich die ganze Schaltung erwärmt und damit
alles kompensiert was sich halbwegs linear verhält: 7805, OP, DVM, und
der ganze Kleinkram.
Ich glaube schon, das ihr das mit einem Super-Op hinkriegt. Aber besser
wird es nicht, weil es nicht besser als 0 mOhm Fehler in 8 Monaten geht.
Also: nicht optimal für eure Ansprüche. Mir macht es mehr Spaß, mit
einfachen Mitteln ein gutes Ergebnis zu bekommen.
Aber vielen Dank für die Kritik: Gute neue Ideen, Anreiz ein paar Punkte
abzuklopen und die Diode für max 0.7V ist schon drin.
Gruß von Hermann
@Hermann
Danke für das Einstellen der Schaltung. Laß Dich nicht auf Diskussionen
mit ehrlichen Leuten ein, die sind nicht ehrlich, sondern wollen
mit Vehemenz nur ihre Lösung gelten lassen.
0815 schrieb:
>Ehrlich gesagt: schade um die Arbeit.>Das ist ehrlich gesagt ein echtes no-go.
Ehrlich?
der Hammer schrieb:> es scheint verschiedene anwendungsfaelle mit unterschiedlichen> anspruechen in diesem bereich zu geben. Mein anwendungsbereich benoetigt> aufloesung bei minimaler praezision. wenn man einen Kurzschluss auf der> Leiterplatte hat, den auch zu finden.
Das ist einer der sinnvollsten Beiträge hier. Es gibt keine
universelloptimalen Lösungen. Bevor man sich über Details kloppt, kann
man mal schauen in welchem Kontext man sich befindet.
Hohe Meßströme sind nicht immer gut. Ein solches Meßgerät wäre nicht
narrensicher. Wenn man allerdings Miliohm auf dicken Leistungspfaden
messen will sind höhere Ströme weniger das Problem und eventuell sogar
realitätsnäher. Wenn man das im Hinterkopf behält... Solche
Einschränkungen bei der Bedienung gibt es auch bei anderen Geräten, z.B.
Thema: Oszilloskop + Masse.
Wenn man allerdings die ausreichnde oder gleiche Genauigkeit/Auflösung
mit weniger Einschränkungen oder gar ohne diese erreichen kann,
eventuell auch zum Preis höherer Bauteilekosten und Komplexität, so
sollte man sich auch überlegen ob man ein solches Werkzeug einfach in
der Bauart oder eher mit breiteren Einsatzmöglichkeiten haben will.
Auch ich danke, sowohl für den originalen Bauvorschlag, sowie die
verschiedenen Optimierungsideen in verschiedene Richtungen.
der Hammer schrieb:> wenn man einen Kurzschluss auf der> Leiterplatte hat, den auch zu finden.
Wenn der Strom hoch genug ist, kannst Du den Kurzschluss auch optisch
detektieren.
Timm Thaler schrieb:> der Hammer schrieb:>> wenn man einen Kurzschluss auf der>> Leiterplatte hat, den auch zu finden.>> Wenn der Strom hoch genug ist, kannst Du den Kurzschluss auch optisch> detektieren.
Zumindest mit der FLIR...
Marcus H. schrieb:>> Wenn der Strom hoch genug ist, kannst Du den Kurzschluss auch optisch>> detektieren.>> Zumindest mit der FLIR...
Wenn der Strom noch höher ist, kann man den Kurzschluss damit auch
gleich wegbraten und sieht dann an der kleinen Rauchwolke, wo er gewesen
ist.
(optisches Detektieren à posteriori)
;-)
bereits wusste Klaus Sander (ein promovierter Elektroniker und
begnadeter
Bastler) wie man ein solches Gerät baut und für den Homebereich sinnvoll
konstruiert. Das zu verbessern dürfte auch der heutigen Eifon-Generation
schwer fallen, zumal er eine ordentliche Beschreibung und gezielte
Einsatzfälle gleich mitliefert. Mit diesem Gerätchen lassen sich Fehler
finden die manchen Servicemann schon zur Verzweiflung gebracht haben und
viele Geräte in die Tonne befördern ließ.
MaTu schrieb:> bereits wusste Klaus Sander (ein promovierter Elektroniker und> begnadeter> Bastler) wie man ein solches Gerät baut und für den Homebereich sinnvoll> konstruiert.
Das mag ja gut sein, nur ist das ein ganzer Artikel aus dem Funkamateur
(FA 2009, H.2, S.162 ff um genau zu sein). Der FA mag seine Artikel
nicht so gerne in der "freien Wildbahn" sehen, deshalb musste z.B. schon
das Raupenhaus schließen. Da ich ungerne sehen würde wenn µc.net
zumachen muß, ist es besser wenn Du solche Artikel hier nicht direkt
einstellst, sondern nur auf sie verweist. Wers lesen will muss dann halt
diesen Beitrag beim FA kaufen.
Gerd E. schrieb:> deshalb musste z.B. schon das Raupenhaus schließen.
Naja, das Raupenhaus hat sich vorsichtshalber von sich aus geschlossen,
nachdem der FA lediglich verlangt hat, einen oder zwei Scans seiner
Artikel da zu löschen. Dennoch bedarf eine derartige Veröffentlichung
auf jeden Fall der vorherigen Zustimmung des Rechteinhabers, daher habe
ich den Anhang gelöscht.
Na ja, Funkamatuer hat das Geschreibsel von Klaus Sander abgedruckt,
obwohl der bloss einen Artikel von Maxim übersetzt hat.
http://www.wentztech.com/radio/resources/Projects/AN106.pdf
Wer so frech klaut, kann sich kaum auf Copyright berufen. An dem Artikel
ist keine eigene Schöpfungshöhe erkennbar. Immerhin gab es einen
Quellenverweis.
Die Schaltung mit ihren 2 Batterien ist natürlich exotisch, die
Bauelemente von Maxim sind es ebefalls, und der IRF540 ist ein bischen
Overkill, mehr als 1.5 Watt hat er nicht zu verbraten.
MaTu schrieb im Beitrag #3804772:
> Komisch, der Klaus Sander schrieb seinen Part 1994, Maxim bringt das> eigene Dokument erst 1998 heraus.
Was wahrscheinlich daran liegt, dass sich damals Maxim und Dallas
zusammengetan haben und einige AppNotes neu aufgelegt wurden.
Von ELV gabs auch einen ganz brauchbaren Schaltplan zu einem MOM. Zum
Glück hab ich das PDF gesichert, als die Schaltpläne bei ELV noch nicht
gegen Gold aufgewogen wurden. Wer will, PN.
Hermann schrieb:> - Abgleich des Nullpunkts> - Kompensation der Temperaturdrift
Liegt vor allem an dem billigst CMOS-OPV, der kann ja bis 12mV Offset
haben.
CMOS ist hier völlig unnötig.
Und der 79L05 ist auch keine Referenzquelle.
Peter Dannegger schrieb:> Liegt vor allem an dem billigst CMOS-OPV, der kann ja bis 12mV Offset> haben.> CMOS ist hier völlig unnötig.>> Und der 79L05 ist auch keine Referenzquelle.
Ich denke, hier muss man entscheiden: Will man ein Schätzeisen, um mal
eben den Übergangswiderstand eines Steckers zu prüfen? Dann tut es aber
auch das Labornetzteil, eingestellt auf Konstantstrom bei 0.5..1V
Spannungsbegrenzung und das DMM.
Oder will man Shunts genau ausmessen? Dann kann man auch mit
Standardteilen wie dem TL431 als Referenz schon hinkommen.
Ihr habt ja alle recht. Die konkrete Auslegung lag am Prototypenaufbau
und an den vorhandenen Bauteilen. Den Plan wollte ich jetzt nicht ändern
und unerprobt päsentieren. Ich war ja selbst überrascht, dass das so gut
funktionierte.
Zu vielem kann ich nur sagen: stimmt!
Peter Dannegger schrieb:> CMOS ist hier völlig unnötig.MaWin schrieb:> üblich wären 200mV was die notwendige> Verstärkung gleich um 10 reduziert, man käme dann mit einem OpAmp aus
und vieles weitere stimmt auch.
Ich baue auch keine Schaltung 1:1 nach und mache mir lieber eigene
Gedanken. Aber von den Anregungen profitiere ich fast immer. Und
diesesmal von eurer konstruktiven Kitik.
Vielen Dank von Hermann
PS:
@MaTu und @Schlumpenschlurz
in diesem Thread ist die Kritik an MaWin aber ungerechtfertigt. Da
entlädt sich wohl was Augestautes. Ich habe schon viel von ihm gelernt.
Das denke ich auch. Ich bin auch schon öfter an ihn geraten. Das sollte
man aber nicht verallgemeinern. Vieles ist auch nützlich, so auch hier,
wenn man das voneinander trennen kann. Damit meine ich die technischen
Anmerkungen zu Beginn.
Die angesprochene Verwandschaft der Artikel ist wohl offensichtlich.
Wer es von wem hat ist aber nebensächlich. Wichtig ist: Dieses Forum
hält nicht die Urheberrechte an dem Artikel. Darum kann das Hochladen
hier zu Problemen führen. Ein Verweis auf die Quelle wäre da besser.
Einer Vermutung nach könnte die "Quelle" hier zu finden sein:
Isabellenhütte Heusler GmbH KG aus Dillenburg, Applikationsschrift A25,
von 1990, habs mal gescannt.
Kernbauteil ist einzig der genaue Referenzwiderstand. Die Firma hat
damals ein sehr genaues (0.1%) und temperaturstabiles (Manganin)
Widerstandsnetzwerk (0.1-0.9-9R) in Hochlastausführung (2W?) hergestellt
(IWN3D). Das war -siehe Text- für eine solche Anwendung prädestiniert,
klar sie wollten die Teile auch verkaufen.
Vielleicht hat Hr. Sander hat aus dieser Applikationsschrift seine
Inspiration bezogen, ich weiss es nicht. Es ist ja nichts verwerfliches
(wenn man es angibt / wenn man es angeben sollte), kenne seine
Abhandlung aber nicht.
Auch irgendeine der üblichen Zeitschriften (Elo, Elektor, Elrad,
Funkschau, ELV...) hat einen Artikel gemacht, habe keine Ahnung mehr
wann das war.
Die Firma Isabellenhütte gibt es auch heute noch, sie fertigen
ausgezeichnete Präzisions- und Leistungswiderstände, Speziallegierungen
an (keine Angst, bin dort nicht beschäftigt).