Saubere Differentielle Betriebsspannung

Gast #3834620
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Hallo,

Ich möchte eine spannungsstabiliserte differenzielle Betriebsspannung 
erzeugen und bin mir leider beim Design noch sehr unsicher.
Ganz wichtig ist, das die Störungen/Rauschen unterhalb 200µV liegen.

Ich habe mal eine Schaltung die ich verwenden möchte als anhang 
angeheftet und bin auf eure konstuktiven kritiken sehr gespannt.

Als Eingangsspannung kommen erstmal aus einem Labornetzteil +-24V. Diese 
Spannungen sind bereits relativ stark gestört (mit 1.5mV Effektiv). Und 
am Ausgang möchte ich die Spannung noch durch einen LDO auf 12V-15V mit 
300mA bringen.

SO zur erklärung was ich mir gedacht habe:

Ganz links ist die EInspeißung mit dem Labornetzteil +-24V mit 1.5mV 
effektiven störungen.

Zunächst habe ich Kapazitäten mit 10µF Elko und 100nF Keramik (50V). 
Dann Eine Gleichtaktdrossel, die mir hoffentlich Gleichtaktstörungen 
rausnehmen. Danach kommt ein Ferrite, welcher bei 1MHz 1k besitzt und 
ganz rechts einen Satz Unterschiedlichster Kondensatoren die mir 
hoffentlich die anderen Störungen in einem breiteren Spektrum rausnehmen 
können. Danach würde eine LDO für +-12 oder +-15V kommen.
Angehängte Dateien:
Gast #3834632
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analogfreund schrieb:
> Ganz wichtig ist, das die Störungen/Rauschen unterhalb 200µV liegen.

> Als Eingangsspannung kommen erstmal aus einem Labornetzteil +-24V. Diese
> Spannungen sind bereits relativ stark gestört (mit 1.5mV Effektiv).

Was einer Dämpfung von 18dB entspricht. Das sollte doch ein 
Spannungsregler allein ohne den ganzen Filteraufwand schaffen.
Gast #3834645
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>Was einer Dämpfung von 18dB entspricht. Das sollte doch ein
>Spannungsregler allein ohne den ganzen Filteraufwand schaffen.
Dann frage ich mal anders herum, welchen Rauschpegel würde man nach 
meiner Schaltung erwarten?
Ist eine Dämpfung um weitere 40dB bis 60dB möglich?


>Von 24V auf 15V braucht man keinen LDO, sondern einen normalen Regler.
>Die LDO haben schlechtere Werte als die normalen...

Mit einem Buck-Wandler hole ich mir zusätzlich rippleeffekte rein, 
auserdem fliesen nur bis 100mA strom, ich denke da bin ich mit einem LDO 
auf der besseren seite.
Gast #3834658
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Rauschen unter 200uV (nicht gerechnet sondern sauber gemessen)ist schon 
sportlich, wenn man auf diesem Gebiet wenig Erfahrung hat.

analogfreund schrieb:
> Ich habe mal eine Schaltung die ich verwenden möchte als anhang
> angeheftet und bin auf eure konstuktiven kritiken sehr gespannt.

Na ja, ausser etwas Filterung und ziemlich vielen Kapazitäten ist ja 
nicht viel drinn...

analogfreund schrieb:
> Und
> am Ausgang möchte ich die Spannung noch durch einen LDO auf 12V-15V mit
> 300mA bringen.

Aha. Ordentliche Verlustleistung, und es bringt dir nur den PSRR vom LDO 
(was aber in diesem Fall auch schon reicht). Rauschen wird das Ganze 
hinterher aber immer noch ordentlich, da gerade LDOs gut rauschen.

analogfreund schrieb:
> ganz rechts einen Satz Unterschiedlichster Kondensatoren die mir
> hoffentlich die anderen Störungen in einem breiteren Spektrum rausnehmen
> können.

Diese Idee hatten früher (tm) ziemlich viele Leute, sie haben dabei aber 
ausser Acht gelassen, dass man dadurch auch viele mögliche 
Resonanzstellen schafft.

Aber zuerst einmal sollte man zwischen Ripple und Rauschreduzierung 
unterscheiden.

Den Ripple dämpft man am besten aktiv. Man kann dazu z.B. mehrere LDOs 
hintereinander schalten, damit sieht das Ergebnis schon ganz brauchbar 
aus, wenn man es vernünftig auslegt. Es gibt dazu auch ein paar etwas 
speziellere Schaltungen, die im Prinzip noch ein TP in den feedback des 
LDO einfügen. Schau dich mal dazu z.B. in den AppNotes von Maxim um.

Profis wählen einen anderen Weg: Ripple kann man auch mit diskreten 
aktiven  Schaltungen bedämpfen. Dadurch hat man weniger Verlustleistung 
und pro Stufe eine Dämpfung von ca. 20-60 dB (abhängig von der Schaltung 
und Frequenzbereich). Es gibt auch dazu zig Schaltungsvarianten 
(Kapazitiv, mit Längstransistor, mit Shunt und auch induktiv) aber die 
Auslegung ist alles Andere als trivial. Wenn du die Schaltung beruflich 
benötigst, so lohnt sich meiner Meinung nach die Anfrage bei einem 
Spezialisten.

Dem Rauschen beizukommen ist etwas diffiziler. Grundsätzlich kann man es 
im einfachstem Fall  mit stumpfer Filterung machen (Begrenzung des 
Rausspektrums mit einem Tiefpass x.-ter Ordnung und niedriger 
Eckfrequenz). Dies kann man (wenig elegant aber effektiv) mit passiven 
Bauelementen machen, aber diese Methode ist mit mehreren Nachteilen 
behaftet. (sehr große Bauteilwerte, ab 3. oder 4. Ordnung hat der Aufbau 
eine stark erhöhte Schwingneigung, pro Ordnung kommt man "nur" auf 20dB 
pro Dekade, etc.)

Eleganter geht es mit einer aktiven Schaltung. Hier gilt aber in noch 
stärkerem Maße: lass es lieber Profis machen, wenn es für die Firma ist. 
Privat einarbeiten ist möglich, aber sehr zeitaufwändig, da die meisten 
Firmen (zumindest die die ich kenne) gerade solche Schaltungen nicht 
gerne publizieren.

analogfreund schrieb:
> Mit einem Buck-Wandler hole ich mir zusätzlich rippleeffekte rein,
> auserdem fliesen nur bis 100mA strom, ich denke da bin ich mit einem LDO
> auf der besseren seite.

Er meint keinen Buck, sondern schon einen Linearregler. Schau dir dazu 
evtl. den Unterschied zwischen Linearregler und LDO an :-)
Gast #3834733
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analogfreund schrieb:
>>Von 24V auf 15V braucht man keinen LDO, sondern einen normalen Regler.
>>Die LDO haben schlechtere Werte als die normalen...
>
> Mit einem Buck-Wandler

Häh ?

Ein normaler Regler ist kein Buck Schaltregler, sondern ein Lieanrregler 
wie uA7815.

Und der hat sowieso nur 90uV Noise mit 100nF am Ausgang.

Zur Unterdrückung hochfrequenter Störungen am Eingang kommt ein simples 
RC Glied davor

             +----+
24V --R--+---|7815|--+-- 15V/90uV
         |   +----+  |
         C      |  100nF
         |      |    |
GND -----+------+----+--
         |      |    |
         C      |  100nF
         |   +----+  |
-24V -R--+---|7915|--+-- -15V/90uV
             +----+

So 4R7 und 4u7.

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