Was ist coaxiale Glasfaser ?

Gast #3846081
Winne Z. schrieb:
> Mit dem Begriff "Coaxiale Glasfaser" wird zur Zeit fürs schnelle
> Internet geworben.

Das ist ein Modewort, kreiert von Leuten, die es nicht mal schaffen, das 
Wort "coaxial" korrekt vom Englischen ins Deutsche zu übertragen.

Glasfasern zur Weiterleitung von Licht über längere Strecken sind 
immer koaxial.
Gast #3846219
Winne Z. schrieb:
> Werner M. schrieb:
>> Glasfasern zur Weiterleitung von Licht über längere Strecken sind
>> immer koaxial.
>
> Wie kann man sich das vorstellen ?
>
> Beim Kupfer-Koax hat man ,kurz gesagt, einen Innenleiter und einen
> Außenleiter.
>
> Wie kann man sich das koaxiale bei einer Glasfaser vorstellen ?
> Was ist damit gemeint ?

Die Reflexion im LWL
OP #3846228
ALex schrieb:
> Die Reflexion im LWL

Christian schrieb
> siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter

Ja ist klar. Der LWL ist "im Prinzip" auch koaxial aufgebaut. Das war 
schon immer so. Man hat das aber dann nicht extra als koaxiale Glasfaser 
bezeichnet.

Auch bei http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter meint man mit 
"koaxialen Kabeln" die Kupferkabel und nicht die Glasfaserkabel.

Da der Begriff "Koaxiale Glasfaser" für mich in diesem Zusammenhang neu 
ist, habe ich etwas anderes dahinter vermutet.
#3846282
ALex schrieb:
>> Wie kann man sich das koaxiale bei einer Glasfaser vorstellen ?
>> Was ist damit gemeint ?
>
> Die Reflexion im LWL

Reflexion gibt es bei Paralleldrahtleitung, Twisted Pair o.a. wie auch 
bei Koaxialkabel. Solche Leitungen haben mind. 2 Adern, mal abgesehen 
von Konstruktionen wie der Goubau- oder Eindraht-Wellenleitung. Ein LWL 
ist vom Prizip her nur 1-adrig, falls man das so sagen kann.
Gast #3846287
Rainer V. schrieb:
>> Die Reflexion im LWL
>
> Reflexion gibt es bei Paralleldrahtleitung

Und warum soll es bei LWL keine Reflektion geben?
Guck dir mal das Funktionsprinzip von Stufenindexfasern an. Die leben 
von Totalreflektion an der Brechungsindexgrenze.
Gast #3846291
Rainer V. schrieb:
> ALex schrieb:
>>> Wie kann man sich das koaxiale bei einer Glasfaser vorstellen ?
>>> Was ist damit gemeint ?
>>
>> Die Reflexion im LWL
>
> Reflexion gibt es bei Paralleldrahtleitung, Twisted Pair o.a. wie auch
> bei Koaxialkabel. Solche Leitungen haben mind. 2 Adern, mal abgesehen
> von Konstruktionen wie der Goubau- oder Eindraht-Wellenleitung. Ein LWL
> ist vom Prizip her nur 1-adrig, falls man das so sagen kann.

Kleines Mißverständnis.
Mit Reflexion ist hier nicht die Reflexion an Stoßstellen oder 
Fehlanpassungen (wie in Kabeln) gemeint, sondern die optische Reflexion 
des Lichtes an den Wänden der Glasfaser, um das Licht "im Zickzack" 
weiterzuleiten.
#3846323
Werner M. schrieb:
>> Reflexion gibt es bei Paralleldrahtleitung
>
> Und warum soll es bei LWL keine Reflektion geben?

Das hat niemand behauptet. Es ging darum, daß Reflexion bei Koaxkabel 
wie auch bei anderen Leitungen auftreten kann und daß ein "koaxialer 
LWL" (falls es das überhaupt gibt) nicht deshalb so heißt, weil beim LWL 
ebenso wie beim Koaxkabel Reflexionen auftreten können. Siehe dazu mein 
Zitat aus dem vorhergehenden Beitrag von ALex.
Gast #3846336
Es fehlte gerade noch, dass durchgenallte Werbefuzzis auch der
Sanitär-Branche ("Gas – Wasser – Scheisse") solche innovativen 
Wortschöpfungen aufdrücken!

Hochwertige Coaxial Leitungen für den Transport von Trinkwasser,
Gas oder auch Warmwasser der Heizungsanlage. Selbst Coaxial
Fallrohre sind vorstellbar! Da rauschen die Endprodukte der
menschlichen Verdauung zügig in Richtung Kanalisation. Und
manche Hausfrau schüttet bisweilen ganz flink ihre versalzene
Suppe hinterher...
#3846417
Winne Z. schrieb:
> der Eindruck es gäbe LWL und zusätzlich auch noch koaxiale LWL.

Den Eindruck hatte ich auch.

Werner M. schrieb:
> Prinzipbedingt besteht ein LWL immer aus einem Kern mit niedriger
> brechendem Mantel (Brechungsindex: n_Kern > n_Mantel)

Von daher gesehen ist es natürlich ein koaxialer Aufbau.

Winne Z. schrieb:
> Also muss man das nicht extra betonen.

Muß man sicher nicht, da prinzipbedingt. Oder gibt es z.B. außer 
Hohlleitern auch noch koaxiale Hohlleiter? Koaxkabel heissen wg. ihres 
Aufbaus so und unterscheiden sich von anderen Kabeltypen.
#3846506
Das wirklich bizarre an der Sache ist, dass das Kabelfernsehen schon 
fast immer auf den oberen Netzebenen mit Glasfasern verwirklicht wurde.
Im Prinzip wurde damals wie heute einfach das Signal das auf das 
Koaxialkabel soll auf einen Laser moduliert, am anderen Ende hatte man 
eine Photodiode mit Verstärker und ggf. Kennlinienkorrektur. Alles 
damals wie heute komplett analoge Technik aus den 1970gern. Hat man 
überall da gemacht wo die Strecke zu lang für Koaxialkabel gewesen wäre.
Im Deutschen Museum in München haben die so was sogar aufgebaut. Da 
übertragen die das Bild eines Videomikroskops drüber welches 2 Fasern 
filmt. Man kann dann auf einen Knopf drücken und die beiden Fasern 
werden verschoben und das Bild verschwindet.
Gast #3847829
Winne Z. schrieb:
> Werner M. schrieb:
>> Prinzipbedingt besteht ein LWL immer aus einem Kern mit niedriger
>> brechendem Mantel (Brechungsindex: n_Kern > n_Mantel)
>> http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwellenleiter#Aufbau
>
> Also muss man das nicht extra betonen.
>
> Für mich ergab sich der Eindruck es gäbe LWL und zusätzlich auch noch
> koaxiale LWL.

Willkommen in der Welt des Marketing! Für BWLer ist das Vorwort 
natürlich besser!
#3847845
Helmut S. schrieb:
> Winne Z. schrieb:
>> Mit dem Begriff "Coaxiale Glasfaser" wird zur Zeit fürs schnelle
>> Internet geworben.
>
> Wo steht das zum Beispiel? Bitte einen Link.
>
> Die meisten bisherigen Antworten gehen am Thema vorbei da du keinerlei
> nachprüfbare Quelle angegeben hast.

UnityMedia macht damit "Werbung". Da steht klein links unten in der Ecke 
immer sowas wie "Coax-Glasfaser Technologie".
Die meinen damit aber wohl eher sowas wie HFC-Netze 
(Hybrid-Fiber-Coax-Netze).
Coaxkabel von der Strasse ins Haus und ab dem Verteiler an der 
Strassenecke Glasfaser.
Grüße,

Micha
#3847867
Eigentlich ist das fast schon ermutigend. Inzwischen hat die Bevölkerung 
anscheinend in weiten Kreisen kapiert, dass das Kupferkabel keine 
Zukunft hat. Deshalb wird mit jedem Stückchen Glasfaser geworben das da 
involviert ist.

Nur schade, dass das unser Postminister damals in den 1980gern noch 
nicht begriffen hat... sonst hätten wir heute schon Glasfaser bis in die 
Wohnungen.
#3847918
Es gab auch in den 1980ern schon "Fiber to the Home", das hieß BIGFON 
(Breitbandiges integriertes Glasfaser-Ortsnetz oder so ähnlich), aber es 
gab schlicht keine Anwendung dafür. Videotelefone waren so ziemlich die 
einzige Anwendung, gehörlose Menschen wurden als Pilot-Kunden gewonnen - 
aber auf breiter Basis wollte damals kein Schwein wirklich 
Video-Telefone haben. Internet brauchte auch kein Mensch im 
Privatbereich.

Hinterher alles vorher gewusst gehabt haben können, wenn man denn damals 
schon gefragt worden wäre, das ist immer einfach. Was hast du denn in 
den 1980ern so telekommunikationsmäßig gemacht?

Vorhersagen sind immer schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen...
#3848110
Christian Berger schrieb:
> Nur schade, dass das unser Postminister damals in den 1980gern noch
> nicht begriffen hat... sonst hätten wir heute schon Glasfaser bis in die
> Wohnungen.

Und weil er es nicht begriffen hat, hatte seine Frau eine 
Glasfaserfabrik.

Ich erinnere mich auch an neu gelegte Glasfasernetze in Berlin (in den 
90ern), wo dann im Keller von Glasfaser auf Telefon umgesetzt wurde. Die 
Adapter für schnelles Internet waren der T-Komik allerdings zu teuer und 
daher mussten die Glasfaserkunden zuschauen, wie die Kupferkunden mit 
DSL ins Internet gingen. Das wird dabei sicherlich auch hängen geblieben 
sein ...


Gruß

Jobst
#3848115
Jobst M. schrieb:
> mussten die Glasfaserkunden zuschauen, wie die Kupferkunden mit
> DSL ins Internet gingen

Dafür können die Glasfaserkunden bei einem EMP-Angriff immer noch im Web 
surfen, während bei den Kupferkunden die Modems abfackeln.
#3848121
Jobst M. schrieb:
> Ich erinnere mich auch an neu gelegte Glasfasernetze in Berlin (in den
> 90ern), wo dann im Keller von Glasfaser auf Telefon umgesetzt wurde. Die
> Adapter für schnelles Internet waren der T-Komik allerdings zu teuer und
> daher mussten die Glasfaserkunden zuschauen, wie die Kupferkunden mit
> DSL ins Internet gingen. Das wird dabei sicherlich auch hängen geblieben
> sein ...

Das war damals eine Notlösung, die Wiedervereinigung kam zu plötzlich 
und man hatte die OPAL Technik in den Laboren als Teststellung da. Da 
fiel dann die etwas unglückliche Entscheidung zum Early Adopter zu 
werden. Dazu kamen noch irgendwelche Streitigkeiten zwischen den 
Equipmentherstellern und der Post, wodurch es nie Updates dafür gab.

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