Geschirmte Zweidrahtleitung - Wellenimpedanz?

Gast #3896632
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Hat jemand einen guten Link oder eine gute Erklärung dafür? Sämtliche 
Erklärungen und Herleitungen beziehen sich scheinbar entweder auf 
Koaxkabel oder ungeschirmte Zweidrahtleitungen. Mich würde jedoch das 
Verhalten einer geschirmten Zweidrahtleitung interessieren. In welche 
Richtung der Einfluss geht, kann ich mir noch vorstellen, aber bei der 
konkreten Formel bin ich unsicher. Ich habe dazu auch nur 
"Praktikerangaben" wie "geschirmte Kabel weisen einen etwa 30% höheren 
Wellenwiderstand auf" gefunden. In einer EMV-Vorlesung wurde bei uns 
eine Formel angegeben:

D = Durchmesser Schirm; d = Abstand beider Adern; a = Durchmesser einer 
Ader
Bei Einsetzen von Werten aus Datenblättern kommt da aber um mehrere 
Zehnerpotenzen abweichendes, unsinniges Zeug raus. Stimmt die Formel 
denn überhaupt, wenn ja, wo ist mein Denkfehler? Wir haben dazu leider 
keine Übung, so dass ich es nachrechnen wollte.
Gast #3896782
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Vielen Dank erstmal! Zumindest ist bestätigt, dass die uns gegebene 
Formel nicht stimmt.

Ich habe die Harrington-Formel mal für ein Profibus-Kabel 
durchgerechnet.
eta = 243,1      mit mü_CU = 1 (ca.) und eps = 2,4
Der Logarithmus wird 1,56 mit a bzw. s = 2,55mm, D = 5,1mm und d = 
0,64mm.
Z = 121 Ohm
Die Größenordnung passt, aber es müssten doch 150 Ohm bei gegebenen 
Dimensionen sein (der andere Kabeltyp hat 120Ohm). Rechenfehler? 
Praxiseinfluss nicht bedacht?

@foo
Die Vertauschung der Zuordnung...kein Wunder, dass es nicht klappt.
So komm ich auch auf 121 Ohm, ist also nur die zusammenfassende 
Vereinfachung von oben. Schöne Sache.
Gast #3896821
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Die Herleitung ist u.a. in älteren Ausgaben des Zinke-Brunswig, 
"Hochfrequenztechnik 1: Hochfrequenzfilter, Leitungen, Antennen" 
enthalten. In den neueren Auflagen ist diese leider der Herleitung der 
entsprechenden Formeln für Koaxialleitungen zum Opfer gefallen.
Gast #3896858
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War einfach zuviel Kaffee, hab mich paarmal verrechnet ^^

"intrinsische Impedanz das mü und epsilon des Dielektrikums"
Epsilon ist klar, aber mü? Warum eigentlich? Und warum ist dann mu=mu_0, 
Vakuum oder wie? Ich dachte, die Gleichsetzung mu=mu_0 kommt daher, weil 
es bei Kupfer ja auch rund 1 ist.
#3896869
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Vllt. hilft es, nicht nach geschirmtem Zweidraht zu suchen, sondern nach 
Twinax-Kabel bzw. Twin-Koaxkabel. Formeln dazu habe ich allerdings auch 
nicht gefunden, weder im Web noch in einem alten Rothammel.

PS: Mü0 und Epsilon0 beziehen sich vermutl. auf Luftisolation. Bei 
anderen Dielektrika kommt zudem deren relatives Epsilon zum Tragen.
Gast #3896922
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Achso, Kunstsstoff hat ja auch 0. Also geht das Kupfer gar nicht in die 
Impedanz mit ein...?

Nur kurz zum Verständnis:
Bei der Geschwindigkeit (also für den Verkürzungsfaktor) haben wir ja v 
= c_0 / srqt ( mu*epsilon)
Auch da nur die Werte vom Dielektrikum, kein Kupfereinfluss?
#3896994
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serg_ley schrieb:
> v = c_0 / srqt ( mu*epsilon)
> Auch da nur die Werte vom Dielektrikum, kein Kupfereinfluss?

Aus o.g. Formel entfällt Mü (µ) durch Kürzen, c0=1/sqrt(µ_0*epsilon_0) 
und es wird µ_r=1 angenommen. Der Verkürzungsfaktor wird dann vom 
epsilon_r des Dielektrikums bestimmt: V=1/sqrt(epsilon_r)
#3897448
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Hi

sorry für verspätete Antwort.
Das Buch ist das hier:

http://eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-047120806X.html

Wenn du das Buch kaufst, und ggf. die Übungsaufgaben anschaust, dann 
findest du hier

http://www.scribd.com/doc/29448735/Time-Harmonic-Electromagnetic-Fields-Harrington-Chapters-1-and-2-Solution-Manual

ein Lösungsmanual. Ich finde dieses allerdings nicht so toll, darum 
mache ich mein eigenes

http://www.kooltek.net/hochfrequenz/solution-manual-for-time-harmonic-electromagnetic-fields

was aber noch lange nicht fertig ist (bin erst bei Kap. 2 alle Aufgaben 
am Lösen).

Der Teil, der dich interessiert, ist im Harrington ab ca. S. 40. Dort 
werden alle wichtigen Zusammenhänge zu den elektromagnetischen Wellen 
hergeleitet, auch die Impedanz von Wellenleitern (mit der intrinsischen 
Impedanz etc.).


Gruss
Tobias

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