Kurzschluss im Stromnetz?

Gast #3947894
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Angenommen ich würde an einer Steckdose zwischen L und PE den Widerstand 
messen was käme da raus?

Da messe ich doch eigentlich (Spülmaschine || Glühbirnen || Fernseher || 
jeder scheiß der am Stromnetz hangt) *100000

Das gibt vermutlich einen seh kleinen Widerstand von wenigen Ohm.

Sehe ich das richtig dass wenn ich aus Sicht eines AKWs ins Stromnetz 
schaue quasi einen Kurzschluss zu treiben habe?
Persönliche Seite #3947901
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Ralf Liebau schrieb:
> Angenommen ich würde an einer Steckdose zwischen L und PE den
> Widerstand
> messen was käme da raus?
Der Isolationswiderstand aller Geräte parallel. Mein Bauchgefühl rät dir 
allerdings davon ab das jetzt einfach messen zu wollen.

> Da messe ich doch eigentlich (Spülmaschine || Glühbirnen || Fernseher ||
> jeder scheiß der am Stromnetz hangt) *100000
Naja, dieser Satz ist, sagen wir mal, sehr unglücklich ausgedrückt und 
unpräzise.

> Das gibt vermutlich einen seh kleinen Widerstand von wenigen Ohm.
Ich hoffe nicht, denn sonst würde der FI Schalter ständig auslösen.

> Sehe ich das richtig dass wenn ich aus Sicht eines AKWs ins Stromnetz
> schaue quasi einen Kurzschluss zu treiben habe?
Ich hoffe nicht, dass das AKW über die beiden Leitungen PE und L einen 
Strom treibt. Eigentlich kommt der PE nämlich gar nicht am AKW an, 
sondern entsteht erst in deinem Haus.
Gast #3947919
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> Das gibt vermutlich einen seh kleinen Widerstand von wenigen Ohm.
> Sehe ich das richtig

Da obige siehst du richtig.

> dass wenn ich aus Sicht eines AKWs ins Stromnetz
> schaue quasi einen Kurzschluss zu treiben habe?

Das ist aber nicht richtig. Der Begriff Kurzschluss ist schon schwierig 
- er wurde letztes Jahr in diesem Forum umfangreich kontrovers ohne 
klares Ergebnis diskutiert.

Das Kraftwerk muss sicher einen hohen Strom liefern, da es viele Geräte 
versorgt. Da das Kraftwerk für diesen Strom ausgelegt sein wird, kann 
man an dieser Stelle nicht von einem Kurzschluss reden.

Wenn du das Kraftwerk durch einen kleinen 3KW Generator aus dem Baumarkt 
ersetzt, dann passt der Ausdruck "Kurzschluss" schon eher.
Gast #3947931
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Ralf Liebau schrieb:
> Sehe ich das richtig dass wenn ich aus Sicht eines AKWs ins Stromnetz
> schaue quasi einen Kurzschluss zu treiben habe?

NEIN!
Das Netz ist deutlich komplizierter, da das Kraftwerk Wechselstrom 
ausgibt. Da hängen noch Induktivitäten und Kapazitäten dran 
(Leitungen(!), Motoren, Netzteile etc.).  Außerdem hat das 
Netz+Verbraucher eine frequenzabhängige Leistungsaufnahme.
Gast #3947932
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Stefan Us schrieb:

> Wenn du das Kraftwerk durch einen kleinen 3KW Generator aus dem Baumarkt
> ersetzt, dann passt der Ausdruck "Kurzschluss" schon eher.

Okay, aber warum ist dann an einem Wechselrichter eine Netzüberwachung 
vorgeschrieben?
Wenn Stromausfall ist wird mein Wechselrichter schon nicht das ganze 
Stadtviertel versorgen...
Gast #3947985
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Ralf Liebau schrieb:
> Angenommen ich würde an einer Steckdose zwischen L und PE den Widerstand
> messen was käme da raus?

Die Schleifenimpedanz.
Die ist das Maß der Dinge für Deine Schutzmassnahmen im TN Netz.
Schaue in Wikipedia, schaue die dazugehörigen Messgeräte an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schleifenimpedanz
http://www.gossenmetrawatt.com/deutsch/netto/schleifenimpedanz.htm

Der Kurzschluss im Netz (Generatornah oder Generatorfern) und die 
Berechnung seiner Ströme wird in jedem Buch und jedem Script zur 
Energieversorgung ausführlich behandelt. Nur Laien sehen keine 
Netzimpedanz sondern nur "Strippen".
#3947988
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Ralf Liebau schrieb:
> Da messe ich doch:

Der Widerstand zwischen L und PE kann sinnvoll durch Messen des 
Spannungsabfalls bei wechselnder Last (als differentieller ) Widerstand 
gemessen werden.

> Da messe ich doch eigentlich (Spülmaschine || Glühbirnen || Fernseher ||
> jeder scheiß der am Stromnetz hangt) *100000
>
Bei idealen Leitungen würde man die Innenwiderstände der Trafos, der 
Generatoren der Verbraucher usw. tatsächlich als parallel geschaltete 
Widerstände mitmessen.

In Wirklichkeit fallen vor allem durch die induktiven 
Leitungswiderstände und Streuinduktivitäten der Trafos mit zunehmender 
Entfernung die vielen Teilnehmer aus dem Gesamtwiderstand am Messort 
heraus.

Aber trotzdem kann sich ein recht niedriger Widerstand ergeben. Nicht 
umsonst müssen z.B. Sicherungsautomaten Ströme im kA-Bereich trennen, 
auch wenn sie nur 230V abschalten müssen. Und 1kA Kurzschlussstrom 
entsteht ja bei 230V schon bei etwa 0,2 Ohm Innenwiderstand des Netzes. 
Bei niederohmigen Netzen sind auch Kurzschlussstörme von mhereren kA 
möglich.

> Sehe ich das richtig dass wenn ich aus Sicht eines AKWs ins Stromnetz
> schaue quasi einen Kurzschluss zu treiben habe?

Ein Kraftwerk "sieht" in erster Linie den induktiven Widerstand der 
Fernleitung und der Trafos des Netzes. Dabei wirkt jeder Transformator 
als induktiver Widerstand, denn nur durch seine induktive Streuung 
(meist 3% bis 5%) werden Kurzschlussströme auf erträgliche Werte 
begrenzt.

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