Moin,
ich muss leider Hatched Polygone einsetzen. Wenn ich jetzt aber z.B.
Vias im Polygon habe, dann entstehen um diese Vias aber zu kleine
Aussparungen oder Überspitze Winkel um diese Vias Herum.
Gibt es einen Trick, wie ich an solchen Stellen das Hatched aussetzen
kann und mir an entsprechenden Stellen das enstehende Freifeld mit
Kupfer Fluten kann?
Ich hab das mal grafisch vorbereitet was ich meine:
Links so wie es ist (aber nicht sein soll) und rechts, so wie ich es
gerne hätte.
Ist zwar keine direkte Antwort auf deine Frage, aber damit es ordentlich
aussieht würde ich in den Design-Rules unter PolygonConnect auf Relief
Connect wechseln und die Leiterbahnbreite deinen Wünschen anpassen.
Harald schrieb:> ich muss leider Hatched Polygone einsetzen.
Vermutlich weil dein PCB-Dealer noch mit Gerber-Daten arbeitet.
Dann kannst du die Strichbreite (z.B.0.2mm) etwas größer als den Abstand
(0.18mm) stellen, dann hast du
- eine geschlossene Fläche
- kein Problem mehr mit den Vias
- dein PCB-Erzeuger ist auch glücklich, weil er mit seinen
vorsintflutlichen Softwaretools die Daten editieren kann. Idealerweise
sollte er aber mit der Zeit gehen und auf ODB+ umstellen.
Wenn ich danebenliegen sollte: sorry, wir hatten genau dieses Problem
mit unserem Lieferanten.
Dennis schrieb:> Vermutlich weil dein PCB-Dealer noch mit Gerber-Daten arbeitet.
Natürlich kann man mit Gerber (Extended) normale Polygone/Fills nutzen
(nutze ich selbst sei vielen Jahren problemlos mit mind. 6 verschiedenen
LP Lieferanten).
Hatched war vor >20 Jahren oder so wegen Lötstoppmaske notwendig aber
heute doch nicht mehr...
Dennis schrieb:> Vermutlich weil dein PCB-Dealer noch mit Gerber-Daten arbeitet.
Leider nein!
Leider ist die Leiterplatte ungünstigen klimatischen bedingungen
ausgesetzt (-30°C bis +50°C) in relativ kurzen zyklen ohne
betauungsschutz.
Es zeigte sich, das FR4 doch dazu neigt Feuchtigkeit (wenn auch nur im
gringen Maße) aufzunehmen, was bei vielen Zyklen irgendwann dazu führt,
das die (kleinen) Eiskristalle zu Mikrorissen in z.B. Vias führen oder
parzieller Delaminierung in den Zwischenlagen führt.
Mit den Hatched wird versucht, den Weg für das Wasser aus dem FR4 zu
ermöglichen - was vollflächiges Kupfer leider nicht zu lässt.
Und bevor die Frage aufkommt: Leider ist ein "dichtes" Gehäuse nicht
möglich, da diverse Sensoren auf der Platine sitzen.
Einziger Vorteil, es ist sehr reines Wasser, ohne Salze...
Später bekommt die Leiterplatte noch einen hauch dünnen Epoxy Überzug -
aber der ist halt genauso "durchlässig" wie das FR4.
PS.
Unklar ist noch, wie die Feuchtigkeit in die Leiterplatte kommt, wenn
diese fast Vollflächig mit CU umspannt ist. Auch Tempern 24h@70°C der
Leiterplatte vor Verarbeitung brachte keinen Erfolg.
Vor Jahren hab ich mal einen Vortag über Platinen gehört.
Wenn ich mich recht erinnere dringt sehr sehr wenig Feuchtigkeit von
oben und unten in die Platine weil das Epoxy sehr dicht ist und die
Platine mit Lack geschützt ist. Vielmehr schauen die Glasfaser an den
Stirnseiten heraus und durch die Kapillarwirkung wird die Feuchtigkeit
in die Platine transportiert. Kantenmetallisierung soll da ein wirksames
Mittel sein. (Natürlich sollten auch alle Bohrungen metallisiert sein.)
Ich hab mal bei google "kantenmetallisierung schutz feuchtigkeit"
eingegeben, bei Andus und Hofmann wird es als Schutz vor
Umwelteinflüssen aufgeführt.
Viel Glück für dein Projekt
Harald schrieb:> dann entstehen um diese Vias aber zu kleine> Aussparungen oder Überspitze Winkel
Ja und? Wo nicht gelötet wird stören die ja nicht, es ist sogar egal ob
sie korrekt geätzt werden oder nicht. Oder geht es dir um Schönheit?
Das mit den spitzen Winkeln sind Empfehlungen aus den Anfangszeiten der
LP-Fertigung.
Georg
Harald schrieb:> Unser Fertiger der nach IPC Klasse 1 und 2 Fertigt, wird (und hat in der> Vergangenheit) das bemängelt!
Die Sachen geistern seit Jahrzehnten durch die Vorschriften, mit
unterschiedlichen Begründungen, z.B. dass in spitzen Winkeln
Ätzmittelrückstände bleiben. Das ist meiner Meinung nach bei heutiger
professioneller Fertigung irrelevant, jedenfalls ausserhalb von
Lötflächen. Es ist auch so, dass die CAM-Software Strukturen unterhalb
einer Mindestgrösse beanstandet aufgrund der Vermutung, dass Pads und
Leiterbahnen nicht so klein sein können und es sich daher um einen
Fehler handelt. Aber das ist in deinem Fall auch nicht zwingend, denn es
handelt sich ja nicht um wichtige Strukturen - es kann sein, dass der
Rest eines Hatch-Lochs neben einem Pad zu klein ist und nicht mehr exakt
gefertigt werden kann, bloss ist das für die Funktion verdammt egal, es
handelt sich ja nicht um ein isolierendes Element.
Ob der Fertiger Lust oder überhaupt die Möglichkeit hat, solche
Fehlermeldungen auf den Grad ihrer Tödlichkeit zu prüfen, ist eine
andere Frage, wahrscheinlich beanstandet er halt routinemässig was sein
Computer ihm sagt.
Bei meinem Cadstar-System bekomme ich Hinweise beim Rendern über
"malformed pads" in der Fläche (z.B. Thermofallen mit weniger als 4
Stegen, weil am Rand), aber automatisch entfernt werden die nicht, das
wäre sehr anspruchsvoll und ich will es auch meistens nicht, sondern ich
muss prüfen, ob ich es akzeptiere, weil es nicht anders geht, oder ob
ich das Pad verschiebe oder den Rand der Fläche oder die Parameter der
Fläche ändere. Aber das ist ja auch eine wichtige Struktur, nicht wie
ein gehatchtes Loch in der Fläche.
Softwaremässig machbar wäre dein Wunsch: unsere CAM-Software kann invers
hatchen, d.h. sie setzt z.B. runde Kupferpunkte im gewünschten Raster wo
immer das geht, d.h. ein Punkt wird gesetzt wenn er ganz (ohne
DRC-Verletzung) an dieser Stelle hinpasst. Das wird eingesetzt zur
Haftungsverbesserung und zum Flächenausgleich auf Mulitlayerlagen. Damit
wäre dein Problem lösbar: du renderst eine massive Cu-Fäche, wandelst
die Lage in negativ und lässt mit deinen quadratischen Löchern
auffüllen, dann sieht das als Positiv genauso aus wie du das möchtest.
Ob sich das in Altium machen lässt weiss ich nicht, aber vielleicht
kannst du dir das nach dieser Methode programmieren.
Georg
Für alle nicht Altium User wollte ich mal zeigen, wie es aussieht wen er
meinen ersten Vorschlag folgen würde. Ich bin der Meinung das es
ordentlich aussieht, funktionell ist und das der Fertiger damit kein
Problem hat.
Workarounds mit negativ Rendern und Löcher hinzufügen halte ich für
unnötig.
Taz
Hallo,
gibt es eigentlich eine Rule, mit der ich Poligone auf Hatched abfragen
kann?
Ich will solide Polygole voll und hatched so wie Taz das zeigt anbinden.
Hätte das jetzt über eine Regel definiert, finde aber keine eigenschaft
wie "IsHatched" oder so :-/
Wenn das PCB nicht super kompliziert ist würde ich den schnellen und
einfacheren Weg über InNet(xxx) gehen. Ich würde keine
Grundlagenforschungen nach IsHatched unternehmen. Leute, die gerne
programmieren würden Klassen definieren und InClass() benutzen.
Ich bin in solchen Sachen eher pragmatisch und wähle den direkten,
einfachen und schnellsten Weg.
Aber viel Glück
Leider ist das Board sehr umfangreich :-(
Noch dazu sind es teilweise die selben Netzte die sich in Hatched oder
Solid unterscheiden :-(
Daher wäre der einzige Anhaltspunkt über eine Abfrage nach "Hatched" zu
gehen. Nur finde ich bislang kein Atrebut dazu ...
So, ich hab mal etwas rumgespielt..
PolygonHatchingStyle <> 'No Hatching' ging zunächst nicht, das wirklte
auch auf die "soliden" darum hab ich
PolygonHatchingStyle = '90-Degree Hatch' ausprobiert - Und siehe da, es
funktioniert! (alle Hatched bei mir sind aktuell 90° Typen)
Nochmal danke Taz für die Hilfe
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