Destilliertes Wasser aus Trockner

OP #3985885
Moin, moin,

wir haben einen Kondenstrockner von Miele, der natürlich bei der 
jetzigen Witterung reichlich werkeln muss. Das Ding hat einen 
Auffangbehälter für das kondensierte Wasser aus der Wäsche, der heute 
mal wieder voll war.

Beim Entleeren hatte ich mir überlegt, dass es doch schade wäre, wenn 
dieses Wasser einfach weggekippt wird. Für dest. Wasser (wenn man 
welches braucht) muss man im Laden schliesslich berappen.

Daher meine Fragen: Ist dieses kondensierte Trocknerwasser mit 
käuflichem destilliertem Wasser gleichzusetzen? Könnte man damit z.B. 
Bleiakkus auffüllen, Glas reinigen ohne Kalkstreifen usw.? Oder spricht 
etwas dagegen, weil sich evtl. doch Verunreinigungen darin befinden?

Danke
Frank
Persönliche Seite
Frank N. Stein schrieb:
> Ist dieses kondensierte Trocknerwasser mit käuflichem destilliertem
> Wasser gleichzusetzen?

Nein. Käufliches "destilliertes Wasser" ist üblicherweise entionisiertes 
Wasser.
http://de.wikipedia.org/wiki/Destilliertes_Wasser#Auf_andere_Weise_entmineralisiertes_Wasser

Insofern besteht eine Chance, daß das Wasser aus Deinem Trockner sogar 
"besser" ist.

Mach ein einfaches Experiment:

Nimm zwei saubere Gläser, fülle eines mit normalem Leitungswasser und 
eines mit dem Trocknerabwasser, und lasse beide (z.B. auf einer Heizung) 
verdunsten. Vergleiche die Rückstände.
Gast
Kalk ist mit Sicherheit nicht drin, Ionenfrei ist es aber sicher nicht, 
mit dem Kohlendioxid in der Luft, bildet sich Kohlensäure, die dem Akku 
vielleicht nicht guttut. Gegen Glasputzen spricht aus meiner Sicht 
nichts.
Zum Bügeln ist es pipifein.

(Wie Rufus schon sagte: im Prinzip hat dieses Wasser sogar mehr mit 
destilliertem Wasser zu tun, als das was gemeinhin als 'destilliertes 
Wasser' verkauft wird. Einziger Nachteil: Der Kondensator in deinem 
Trockner wird nicht unbedingt so sauber sein, wie die Gerätschaft in der 
entionisiertes Wasser hergestellt wird)
Frank N. Stein schrieb:
> Moin, moin,
> [..]
> Daher meine Fragen: Ist dieses kondensierte Trocknerwasser mit
> käuflichem destilliertem Wasser gleichzusetzen? Könnte man damit z.B.
> Bleiakkus auffüllen, Glas reinigen ohne Kalkstreifen usw.? Oder spricht
> etwas dagegen, weil sich evtl. doch Verunreinigungen darin befinden?
>
> Danke
> Frank

Hab damit auch 2-3 mal nen Akku befüllt, der hat sich nicht beschwert...
Glührückstände hast Du sicher weniger drinnen, aber es werden a) 
Parfümrückstände und andere flüchtige Verbindungen aus dem Waschmittel 
drin sein (riecht ja auch) b) es ist voller Fusseln und c) es sind 
bestimmt ein paar Waschmittelrückstände drin, die als Staub reingeraten. 
Die Fusseln schaffen es ja auch.
Ich denke, man kann es aber für das meiste verwenden, wenn es gefiltert 
wird, um den Staub zu entfernen.
Dürfte top für die Auto-Scheibenwaschanlage sein!

Ionen von Kohlensäure? Äh? Gleichgewicht? Luftdruck? Da nimmt sich 
Trocknerwasser und gekauftes Deionisiertes Wasser nix.
Da bei uns das Leitungswasser wirklich unfassbar kalkhaltig ist, 
verwende ich immer destilliertes Wasser aus dem Baumarkt für meine 
Ätzchemie. Ob das überhaupt nötig und sinnvoll ist, wäre eine sehr gute 
Frage für sich, zu der mich auch Meinungen sehr interessieren würden - 
aber wie wäre es mit dem Kondenstrocknerwasser für diesen Zweck?

Mir geht es dabei weniger ums Sparen, sondern eher um Situationen, in 
denen ich eine Platine machen will und merke, dass ich neues NaPS 
ansetzen muss und kein destilliertes Wasser mehr da habe. Hin und wieder 
muss ich ja das destillierte allein schon deshalb kaufen, weil es die 
billigste Quelle für 5-Liter-HDPE-Kanister zur Lagerung und Abgabe 
meiner Chemieabfälle ist. ;)
Gregor Ottmann schrieb:
> Ob das überhaupt nötig und sinnvoll ist, wäre eine sehr gute
> Frage für sich, zu der mich auch Meinungen sehr interessieren würden -
> aber wie wäre es mit dem Kondenstrocknerwasser für diesen Zweck?

Probiers aus, ausser das es nicht geht.
Und dann kannst Du zur Freude Deiner Gattin in die 
Schwerwasserproduktion einsteigen und täglich die Wäsche machen.
Wir verwenden seit Jahren das Miele-Wasser zum Bügeln.

Folge: Im Dampfbügeleisen gibt es aber auch nicht die Spur von 
Kalkablagerungen.

Den Auffangbehälter entleere ich in eien 5-l-Kunststoffflasche. Wenn man 
genau hinsieht stellt man fest, dass in dem Wasser sehr kleine 
Schwebstoffe sind, die sich aber mit der Zeit setzen. Und beim Ausgiesen 
nehme ich nie den letzten Rest.

Mittlerweile haben wir aber eine Umkehrosmose-Anlage (kostet 50 Euro und 
gut is) und da ist das Wasser natürlich dann auch frei von 
Schwebstoffen.

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