Hallo,
ich würde mir gerne von einem MOSFET das Miller Plateu simulieren.
Dazu lege ich an Gate-Source eine V_Pulse mit TD = 10n, TR=TF=1n.
Auf der DrainSeite liegt eine RL Last mit R=100, L=10m und einer
Versorgungsspannung DC mit 5V.
Lass ich PSPice das ganze nun simulieren und schaue mir U(GS) an, kann
ich leider kein Miller-Plateau erkennen.
Kann PSpice kein Miller-Plateau simulieren oder wo liegt der Fehler?
Grüße
In aller Regel wird bei Spice schon recht gut simuliert, also mit dem
Miller Plateau usw..
Das Problem könnte sein, das kein Widerstand vor dem Gate ist. Auch ist
der Puls mit nur 1 ns sehr Kurz. Der Millter Effekt wird auch bei
höherer Drain Spannung ausgeprägert.
wenn du am Gate eine Spannung einprägst (mit einer idealen
Spannungsquelle) dann siehst du am Gate natürlich genau die eingeprägte
Spannung und kein Plateau. Du musst (wie Lurchi schon geschrieben hat)
einen realistischen Widerstand vors Gate setzen.
Mein Fehler, vergessen zu erwähnen.
Habe einen 47Ohm Widerstand am Gate.
Ist das kein realistischer Wert? Falls Nein, was wäre ein realistischer
Wert?
Danke schonmal!
Turbo schrieb:> Ist das kein realistischer Wert?
doch, das passt. Und damit sollte sich auch ein vernünftiges
Miller-Plateau simulieren lassen (siehe U_GS-Simulation im Anhang).
Dann muss es wohl an etwas anderem liegen: ungünstiges MOSFET-Modell
gewählt, Gate nicht stark genug aufgesteuert, ....
Hallo Achim,
danke Dir für die Simulation. Spice sollte das also hinbekommen...dann
setze ich mich mal mit meinem MOSFET auseinander, da liegt denke ich
dann das Problem!
Grüße
wenn ich keinen konkreten MOSFET verwende sondern einfach die
Default-Werte des NMOS-Modells von LT-Spice, dann sehe ich auch kein
Plateau. Das Teil ist so klein, dass nur extrem winzige kapazitive
Gate-Ströme fließen, so dass am Gatewiderstand keine Spannungs abfällt.
Mit dem konkreten Modell eines Leistungs-NMOS sieht die Sache dann
besser aus.
Hey,
bevor ich einen neuen Thread aufmache und der hier ja eigentlich gelöst
ist und meine Frage thematisch passt...
Wodurch entsteht eigentlich dieses Miller-Plateau beim Schalten einen
MOSFET's? Dadurch, dass die Kapatität Cgs geladen wird und deshalb die
Spannung über Gate-Source erst einmal nicht weiter steigen kann? Oder
was passiert genau?
MfG
zuerst wollte ich auf Wikipedia verweisen, aber so richtig schön wird es
dort auch nicht erklärt ;-)
Kilian schrieb:> Dadurch, dass die Kapatität Cgs geladen wird und deshalb die> Spannung über Gate-Source erst einmal nicht weiter steigen kann?
das gäbe (mit einer konstanten GS-Kapazität) einfach eine exponentielle
Aufladekurve, kein Plateau. Der Strom über die Gate-Drain Kapaztät ist
entscheidend für das Plateau.
Wäre die Drainspannung konstant, dann gäbe das auch wieder eine
exponentielle Kurve. Aber sobald der FET zu leiten beginnt, sinkt die
Drainspannung ab (zumindest in der Sourceschaltung, die Turbo hier
betrachtet). Durch das relativ große dU_Drain/dt kann viel Strom über
die Gate-DRain Kapazität fließen. Wenn der Strom durch den Gate
Vorwiderstand begrenzt ist, steigt die Gate-Spannung nur noch sehr
langsam an.
Und wenn du es richtig erklärt haben willst: schau in ein Lehrbuch ;-)
huegene schrieb:> Wie wärs mit einer Stromquelle?
Hallo heugene, leider weiß ich nicht was du mir damit mitteilen willst
;)
@Achim S. - erstmal danke für deine Antworten, echt klasse.
Nur noch einmal kurz zum Verständis ... meinst du mit Udrain wirklich
die Spannung am Drain oder die Spannung Drain-Source? Weil ich dachte
immer, dass Uds während dieses Miller-Plateaus abfällt?
Oder bin ich komplett falsch? Ich lese mich auch mal noch ein bisschen
in die Literatur ein ..;-)
MfG
Da die Source in der Schaltung fest an Null Volt liegt, ist U_Drain und
U_DS identisch ;-)
Entscheidend ist der Strom, der kapazitiv zwischen Drain und Gate fließt
(also eigentlich dU_DG/dt).
Und ja: U_DS wird kleiner (und U_DG wird kleiner). Also wird U_GD größer
und der dazu benötigte Strom fällt fürs Aufladen von U_GS weg.
LB schrieb:> Ist C_GD konstant oder Spannungsabhängig?
Hallo LB,
C_GD ist abhängig von U_DS. Im Datenblatt wird C_GD oft als Crss
(Reverse transfer capacitance) angegeben.
Im Datenblatt findet sich oft die Testschaltung zur Generierung der
gate-Ladungskurve.
Zur Simu: Im einfachsten Fall steuerst Du das gate mit einer pos
Konstantstromquelle an, im drain-Kreis liegt ein passender
Lastwiderstand gespeist von einer Gleichspannungsquelle. Am gate sollte
sich jetzt der charakteristische Verlauf mit Miller-Plateau zeigen.
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