Hallo ihr,
für unser kleines Theater haben wir uns ein Rack zusammengestellt, in
dem mehrere Verstärker für unsere PA von QSC eingebaut sind. Strom
bekommen sie über eine 19"-Mehrfachsteckleiste, und diese ist an unseren
Hausstrom angeschlossen. Nun haben wir das Problem, dass beim
Einschalten des kompletten Racks über die Leiste ein so hoher Strom
gezogen wird, dass die Sicherung in unserem Technikraum aktiviert wird,
und damit auch das digitale Mischpult seine Stromzufuhr verliert. Da wir
im Amateurbereich sind, können wir nicht alle Techniker davon
überzeugen, einen Verstärker nach dem anderen seperat einzuschalten,
weswegen ich nun wissen würde, ob es eine Möglichkeit gibt, automatisch
die Verstärker mit einer Verzögerung von ca. 0.5s - 1s nacheinander zu
starten.
Würde mich über eure Hilfe freuen!
dommy
dommy schrieb:> ob es eine Möglichkeit gibt, automatisch> die Verstärker mit einer Verzögerung von ca. 0.5s - 1s nacheinander zu> starten.
Natürlich gibt es die, aber nicht fertig. Eine Möglichkeit sind
Zeitrelais, da braucht ihr für jeden Verstärker eines, und einen
Schaltkasten zur Montage und Verdrahtung.
Georg
Wenn ihr schon ein komplettes Rack habt, dann würde ich mir überlegen,
ob du dann nicht gleich auf Einschaltverzögerungs-Relais für
Hutschienen-Montage zurückgreifst.
An den Kabeln von den Verstärkern die Schuko-Stecker abzwicken,
Aderendhülsen dran und das Ganze dann sauber in nem Schaltkasten
verdrahten.
Ist unter´m Strich günstiger, "sauberer" und technisch vorallem
empfehlenswerter, als das Ineinanderstecken von irgendwelchen
Komponenten.
Ein Zeitrelais kostet ca. 30 Euro
Ein kleiner Schaltkasten ca. 10 Euro
Oder einfach Einschaltstrombegrenzer nehmen. Gibt es fix u fertig von
elv u conrad usw. Verstaerker haben meist recht grosse trafos die beim
einschalten viel strom ziehen. So hab wir es geloest
Joachim B. schrieb:> schau mal einen Beitrag höher,
Und wo ist da die Leiste mit n Steckdosen? Das sind auch nur einzelne
Zeitrelais, und keine Steuerung für eine Gruppe von Verstärkern.
Georg
Du kannst auch ein universelles-Zeitrelais nehmen. Die können meist auch
einen Puls rausgeben.
Dann einen Muxer, und die Verstärkergruppen via Stromstoßschalter
einschalten...
Oder wer mag kann das auch mit einem µC realisieren. Nur dann brauchst
Du ggf. noch Relais um die Stromstoßschalter treiben zu können...
Noch ein Tip,
wenn es Du noch ein wenig mehr Logik brauchst, kann es durchaus
preislich interessant sein eine Siemens Logo! zu kaufen (sinnvoll ist es
jedoch hier auch mit externen Stromstoßschaltern oder Relais zu
arbeiten).
Ich wollte mal eine komplexere Schaltung mit Selbsthaltung, mehreren
Steuerpfaden, Winter-Sommer-Schaltung, Vorrangsschaltung realisieren.
Das wäre mit Eltako problemlos möglich gewesen. Aber die Summe der
Einzelkomponenten überstieg die einer Siemens Logo! Bei der Logo kann
man auch problemlos das Programm auf nen Chip brennen und im Defekt kann
der Haus- und Hof-Elektriker einfach die Logo tauschen. Chip rein -
fertig. Wichtig bei einem Verein, da man ja nicht immer der Depp als
Ansprechpartner sein will
Freddy schrieb:> Oder wer mag kann das auch mit einem µC realisieren.
Wenn man es etwas einfacher haben will, nimmt man
einen 4017, der durch einen einfachen Oszillator
gesteuert wird. Als Relais würden sich da m.E.
bistabile am besten eignen. Dann kann man durch
zusätzliche Taster auch manuell ein- und ausschal-
ten. (Transistor-)Relaistreiber benötigt man dafür
natürlich auch noch.
RAL7005 schrieb:>> Natürlich gibt es die, aber nicht fertig.>> Nennt sich Powersequencer. Hat eigentlich jeder> Schrank/Rack-Hersteller im Programm...
Schade. Ich wollte gerade anfangen, eine Schaltung zu entwerfen, weil
ich dachte, daß das eine sog. Marktlücke wäre.
:-(
War's wieder nüscht...
MfG Paul
Man könnte für jeden Verstärker (Stromkreis) einen eigenen
Schlüsselschalter für die Netzversorgung installieren. Dabei
müssten alle Schliesszylinder gleichschliessend arbeiten und
es darf natürlich nur ein einziger Schlüssel vorhanden sein.
Die gewünschte Zeitverzögerung wird hier durch Umsteckzeit
des Schlüssels realisiert.
Danke für die zahlreichen Antworten. Wir haben noch ein paar
Schalt-Relais hier rumliegen, ein Kollege behauptet, dass durch
nacheinanderschalten von mehreren Relais (d.h. erstes Relais schaltet
zweites Relais, dieses das dritte etc.) genug Zeitdifferenz entsteht,
dass dadurch der Einschaltstrom begrenzt wird. Da es uns nichts kostet,
probieren wir erst die Variante, bevor wir uns einen
Einschaltstrombegrenzer besorgen.
dommy schrieb:> nacheinanderschalten von mehreren Relais (
Der Domino-Effekt beim Einschalten mag ja irgendwie eintreten, aber die
armen Relaiskontakte müssen "ganz schön" was aushalten, wenn die dicken
Elkos der Netzteile ihren Ladestrom wollen. Folglich ist die
Zuverlässigkeit etwa so hoch wie die einer alten
Weihnachtsbaumbeleuchtung.
Einschalten mit Vorwiderstand, der später überbrückt wird ist auch nicht
ideal, da einige Schaltnetzteile das nicht mögen.
dommy schrieb:> Nun haben wir das Problem, dass beim> Einschalten des kompletten Racks über die Leiste ein so hoher Strom> gezogen wird
Das ganze geht auch viel viel einfacher, bloss nicht so cool: wenn für
jeden Verstärker ein Schalter da ist, kann niemand alle gleichzeitig
einschalten. Seid ihr wirklich so überfordert, dass das Umlegen von ein
paar Schaltern am Anfang eines Konzerts nicht zu leisten ist? Oder ist
das eines wahren Künstlers einfach unwürdig?
Georg
Georg schrieb:> Seid ihr wirklich so überfordert, dass das Umlegen von ein> paar Schaltern am Anfang eines Konzerts nicht zu leisten ist?
schonmal in einem Verein Arbeitsdienst gemacht?
Da kommen die unterschiedlichsten Leute auf die merkwürdigsten Lösungen
das Werkzeug oder Material zu missbrauchen.
Gerade erst gesehen in der Halle eines Segelvereins. Es gab einen
Hauptschalter für alle Steckdosen (Brandschutz) und einen Lichtschalter
für das Hauptlichtband.
Da hat doch jemand - weil es so anstrengend ist zwei Schalter zu drücken
- beides zusammengeklemmt. Nur schade dass der Schalter bei 10 A erste
Brandspuren zeigt. Statt das ganze dann vernünftig zu reparieren oder
elektrisch richtig zu machen (dann schaltet man halt zwei Relais,
jeweils einen für Hauptstrom und für das Lichtband) wird der nächste,
greifbare Schalter missbraucht. War nur eine Frage der Zeit bis der auch
verschmort....
Sorry, da war der Beitrag schon gepostet
Was ich damit sagen wollte, wo viele Leute sind gibt es XX verschiedene
Möglichkeiten das falsch zu machen.
Macht es vernünftig, auch das es funktioniert. Die oben genannte Lösung
mit den Schlüsselschaltern läd ja auch aus Bequemlichkeit dazu ein
dieses wieder zu manipulieren... Das ist übrigens auch ein Grund warum
in Firmen teilweise Sicherheitsschaltungen manipuliert werden. Was
meinst Du warum gute Maschinenhersteller den Betriebsablauf testen
lassen, eine Sicherheitsschaltung die die Arbeiter in Ihrem Ablauf
blockiert oder unbequem ist wird manipuliert. Früher oder später...
Georg schrieb:> wenn für jeden Verstärker ein Schalter da ist, kann niemand alle> gleichzeitig einschalten.
Doch! Der "Niemand" heißt kurzer Spannungsausfall. Da alle Deine
Schalter zu dieser Zeit noch im Zustand "EIN" sind, werden sie auch noch
"EIN" sein, wenn in einigen Sekunden/Minuten die Spannung wiederkommen
sollte. Die Lösung wären Zeitrelais, wie bereits oben beschrieben, die
verschieden verzögert einschalten oder Schütze, die ein User durch
TASTER erst in Selbsthaltung bringt.
dommy schrieb:> ob es eine Möglichkeit gibt, automatisch> die Verstärker mit einer Verzögerung von ca. 0.5s - 1s nacheinander zu> starten.
Optimal wäre, wenn alle Verbraucher automatisch
nacheinander eingeschaltet werden.
Um das selber bauen oder basteln wird man nicht herumkommen.
Gut geeignet ist auch ein Einschaltsequenzer. (Bild oben)
Vielleicht gibt es so was fertig zu kaufen?