Hallo Forum,
ich müsste ca. 2 mal am Tag ein paar Messdaten von einem abgelegenen
Standort übertragen, I-Net (WIFI oder Kabel) ist keines verfügbar, daher
habe ich an GMS Module gedacht.
Kosten sollen aber keine anfallen daher habe ich kurz gegoogelt und
einen Anbieter gefunden, bei dem Gespräche innerhalb des Netztes gratis
sind. SMS und Daten kosten.
Mein Plan wäre es jetzt, dass ich zwei SIM Karten besorge, zwei uP und
zwei GMS Module. Das eine Modul ruft dann zweimal am Tag das andere an,
überträgt die Daten (über den Sprachkanal). Die zweite Schaltung ist
dann zusätzlich über Ethernet an das I-Net angeschlossen und sendet die
empfangenen Daten dann an eine Webseite.
Frage: Kann man RX und TX vom uP direkt an so ein GSM Modul anschliessen
und akustisch (wie früher die alten analog Modems) übertragen? Oder muss
ich noch eine kleine Modemschaltung dazu bauen?
Hat das schon jemand gemacht und könnte mir bitte Unterlagen, Schemas
oder einen Link dazu posten?
Danke und Gruss Tom
Tom schrieb:> Frage: Kann man RX und TX vom uP direkt an so ein GSM Modul anschliessen> und akustisch (wie früher die alten analog Modems) übertragen?
Zwar nicht akustisch, aber ansonsten passts.
Es funktioniert allerdings nur dann, wenn die verwendete SIM auch für
eingehende Datenverbindungen konfiguriert ist. Das ist nicht der
Regelfall.
Ohne die Unterstützung eingehender Datenverbindungen kann ein solch
eine SIM nutzendes GSM-Gerät nicht mit einer Datenverbindung angerufen
werden.
Und nein, über eine Gesprächsverbindung kannst Du keine Daten
übertragen, da kann man auch nichts tricksen.
>Und nein, über eine Gesprächsverbindung kannst Du keine Daten>übertragen, da kann man auch nichts tricksen.
Hat bei mir mal (testweise) funktioniert mit Bell103-Frequenz-
Akustikkopplern und 50 Baud ueber GSM. 300 Baud gingen nicht.
>Dtmf senden und decodieren ist doch kein problem mit einem>Microcontroller>Und es funktioniert über Sprache.
Wenn man DTMF im GSM nutzt, wird das nicht in-band
uebertragen, sondern ueber einen control channel
signalisiert.
Daher wohl auch die Bemerkung von arc:
>Einige Module unterstützen auch DTMF...MC55(i) Module koennens auch...
Arc Net schrieb:> Es spricht aber nichts dagegen auch Signale über die Sprachverbindung zu> übertragen: http://www.news.cs.nyu.edu/~jinyang/pub/hermes.pdf
Nur die gegenüber einer bereits irrwitzig lahmen* GSM-Datenverbindung
nochmal deutlich niedrigere Übertragungs"geschwindigkeit".
Und die Qualität der Sprachverbindung kann sehr, sehr schlecht werden --
es kennt letzlich jeder abgehacktverstückelte Verbindungen, bei denen
man den Eindruck hat, das Telephon am anderen Ende würde gerade im Klo
einer Großdisco runtergespült ... das reduziert die mit o.g. "Tricks"
erreichbare Datenrate nochmal deutlich.
*) 9600 Baud, also knapp 1 kByte/sec.
Schalte für den Empfänger 2 Nummern (z.B. 2 SIMs). Eine entspricht einer
"0", die andere Nummer einer "1". Jetzt ruft der Sender z.B. an:
Nummer 2 -> "1"
Nummer 2 -> "1"
Nummer 1 -> "0"
Nummer 2 -> "1"
Nummer 1 -> "0"
Nummer 2 -> "1"
Nummer 2 -> "1"
Nummer 2 -> "1"
Der Empfänger macht daraus: 11010111 (Binär)
Die Übertragung dauert ein Weilchen, aber für geringe Datenmengen evtl.
brauchbar.
Danke für die Antworten und die Links, ich werde diese noch genauer
studieren. Ganz kurz zu euren Antworten:
Datenverbindung:
Will ich vermeiden, da kostenpflichtig. Sprachkanal ist gratis.
50 Baud ueber GSM:
Würde hier vollkommen reichen, soll ja kein Live-Stream sein. ca.
100Byte plus Checksumme zwei mal am Tag, mehr braucht es nicht.
2 Nummern (z.B. 2 SIMs):
Etwas überdimensioniert, ist aber ein sehr kreativer Ansatz ;)
Danke und Gruss
Tom
> Nur die gegenüber einer bereits irrwitzig lahmen* GSM-Datenverbindung> nochmal deutlich niedrigere Übertragungs"geschwindigkeit".> ...> *) 9600 Baud, also knapp 1 kByte/sec.
Fuer einen Temperatursensor koennte man ueber die "irrwitzig lahme*"
Verbindung also in einer Sekunde so etwa 200 Daten uebertragen ;-)
SCNR, der Sensor will ja nicht die heise-Startseite (~1MB) downloaden...
Modul mit Voice Adapter kaufen, kostet auch nur 20.-
Der sendende uC macht dann AFSK (z.B. 1200Hz / 1800Hz) mit 300Bd. Das
geht in Software lässig. Der empfangende uC kann das auch per Software
dekodieren. Zwecks Robustheit der Strecke nicht direkt die Daten
übertragen sondern vorher nach Reed-Solomon umkodieren. Zeit ist genug,
also mutig Redundanz spendieren.