Hallo,
Ich beschäftige mich zzt mit der Berechnung einer Bazooka-Antenne, die
ich später auch bauen will. Nun habe ich verschiedene Formeln im
Internet gefunden, weiß aber nicht welche die Richtige ist. Es gibt
einige Excel Tabellen und Skripte zum ausrechnen, allerdings will ich
sie selbst ausrechnen...
Hier die Links zu den verschieden Websiten:
1. http://www.dd0yu.com/index.php?id=24 (Formel ist auf dem Bild)
2. http://www.qth.at/do5mhc/bazooka/bazooka.html
Welche ist die Richtige?
Mit freundlichen Grüßen
Jury
P.S. Mit kein Afu...
Erstmal danke für die Antwort. Wenn ich die Rechnungen gegenüberstelle
entstehen bei einer Bazooka für das 40 Meter Band, Abweichungen bei der
Gesamtlänge von ca 24cm. Ich bin kein Amateurfunker, aber so eine
Abweichung hat doch Wirkung oder?
Mit freundlichen grüßen
Jury
Hi, Jurek,
> Ich beschäftige mich zzt mit der Berechnung einer Bazooka-Antenne,
Dann erkläre mir mal den Sinn der Kurzschlüsse zwischen Mantel und
Innenleiter! Im Bild (http://www.qth.at/do5mhc/bazooka/bazooka.html) am
Übergang zwischen L1 und L2.
Bekannt sind kollineare Dipolantennen, wo lamda/2 lange Stücke Koaxkabel
miteinander verlötet werden, wobei an jedem Stück der Innenleiter des
einen Stücks mit dem Außenleiter des anderen verbunden wird.
Beispiel: http://www.balarad.net/
Aber wo am Ende eines Koaxialkabels Innen- und Außenleiter verbunden
werden, da klingeln bei mir die Alarmglocke - vielleicht auch das
Glöckchen meiner Narrenkappe.
Deswegen frage ich lieber nach dem Sinn.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo Wolfgang,
die gestellte frage kann ich leider nicht beantworten da ich kein
Amateurfunker bin. Ich kann nur sagen das alle von mir gefunden
Beschreibungen für eine Bazooka einen "Kurzschluss" an den besagten
punkten aufweisen.
Mit freundlichen Grüßen
Jury
Hallo,
24cm sind bei 7MHz (40m Band) Drahtantennen gar nichts.
Umgebungseinflüsse, Antennenhöhe, evtl. vorhandene Isolierung vom
Antennendraht, Windbewegungen hat mehr Auswirkung.
Wobei es für das Nutzsignal praktisch egal ist ob das SWR jetzt 1:1 oder
1:1,02 oder selbst 1:1,5 ist - ob von der Antenne 100W oder 80W
abgestrahlt werden fällt auf der Empfangsseite beim Hören "nie" auf und
selbst wenn ausnahmsweise eine richtige Feldstärkeanzeige vorhanden ist
-besser als die selbst in der High End Klasse üblichen S(chätz)-Meter
welche oft erst ab S7 oder S8 in etwa korrekt anzeigen-
muss der örtliche Störpegel sehr gering sein und über längere Zeit keine
Feldstärkeschwankungen (QSB) auftreten damit das an der Anzeige einen
erkennbaren Effekt hat.
Als Empfangsantenne ist das ganze nochmals um Größenordnungen
unkritischer.
Wichtig (war) eine 100% korrekte Anpassung eigentlich bei Rundfunksender
die mehrere 10kW bis zu 500kW (1MW soll es auch sehr vereinzelt gegeben
haben ?) Senderausgangsleistung hatten, da waren selbst Verluste
unterhalb von 1% problematisch (weniger von der Feldstärke im
Empfangsgebiet - als bei der Auslegung der Sender und Antennen)
Ham
Ham schrieb:
> 100% korrekte Anpassung eigentlich bei Rundfunksender> die mehrere 10kW bis zu 500kW ... Senderausgangsleistung hatten, da> waren selbst Verluste unterhalb von 1% problematisch
Na ja, da geht es um sehr hohe Spannungen und Ströme und um große
Wärme-Entwicklung. Solche Großsender benutzen auch kein RG58, sondern
Koax-Leitungen, die dick wie Regenrohre und innen hohl sind, sodaß man
zum Kühlen z.B. Luft durchblasen kann.
Jurek de Kleine schrieb:
> "Kurzschluss" an den besagten punkten
Das sind HF-mäßig funktionierende Verbindungspunkte. Ob die sich aus
Überlegungen oder durch Ausprobieren ergeben haben, ist eine andere
Sache. Leider sind wirklich brauchbare Erläuterungen zur Koax-Antenne,
Sperrtopf u.a. nirgends zu finden. Mich würde z.B. interessieren, warum
die o.g. Bazooka, die doch symmetrisch ist, ohne Symmetrierglied an
unsymmetr. Speisekabel betrieben werden kann. Das kann ein einfacher
Dipol zur Not auch, aber eben mit gewissen Einschränkungen.
Rainer V. schrieb:> Das kann ein einfacher> Dipol zur Not auch, aber eben mit gewissen Einschränkungen.
Das frage ich mich auch.
Einzig die Tatsache das ein gerade gestreckter Dipol nicht wirklich 50
Ohm Impedanz hat ( sind IMO so 60 Ohm ) könnte eine Rolle spielen.
Die Bazooka ist etwas kürzer als ein "echter" Dipol, aber so viel nun
auch wieder nicht.
Eine Mantelwellensperre ( Ferritring ) würde ich auf der Ableitung
jedenfalls spendieren.
Hallo,
die Bazooka geistert nun schon fast 50 Jahre durch den Blätterwald
(W8TV, QST Juli 1968) obwohl schon Ende der 70er Jahre gezeigt wurde,
dass dieser wundersame Effekt der Bandbreitenvergrößerung gar nicht auf
die kompensierende Wirkung der Koaxial-Stubs zurückzuführen ist. Die
etwas größere Bandbreite entsteht schlicht und ergreifend überwiegend
durch die dielektrischen Verluste der Koax-Stubs und ein wenig durch den
größeren Durchmesser der Antenne (Koaxkabel). Das wurde unabhängig
voneinander durch W2DU und VK1OD aufgezeigt, beide ausgewiesene
Antennen-Spezialisten.
Ich habe deren Ausführungen als pdfs zur Info angehängt.
Wenn man schon Verluste für eine größere Bandbreite in Kauf nehmen will,
kann man das einfacher durch Widerstände erreichen, wie es z.B. bei der
T2FD-Antenne ausgeführt ist.
Noch besser, weil verlustfrei, billiger und leichter, ist eine "dicke"
Antenne mit größerer Bandbreite, die man durch 2 bis 4 parallele Drähte
ausführen kann - siehe Prinzipskizze. Bei einer symmetriechen Speisung
ist ein Balun immer zu empfehlen. Bei direkter Koaxspeisung sollte
zumindest eine Mantelwellensperre vorgesehen werden.
Viel Spaß, Horst
Hallo zurück, Horst, und Danke für die Aufklärung.
"Dicker Dipol," könnte ein Bazookianer nun abschätzig kommentieren, "der
ist doch banal! Im Rätselhaften liegt die Würze, wussten schon die
Alchemisten!!!"
Wie der "Stein der Weisen" wird die "ideale Antenne" gesucht mit den
Merkmalen "hoher Gewinn", "scharfe Bündelung", zugleich
"ommnidiretional", "winzige Größe" - James Bond trug in Octopussy sogar
eine Peilantenne in einer Armbanduhr, "hohe Bandbreite", "kein Rauschen,
keine Intermodulationen" und natürlich: "Aus Abfallmaterial billigst zu
bauen".
Von daher ist jede exotische Antennenform so interessant wie ihre
Messungen.
Aber mit der Zeit stumpft die Flut der Betrufsversuche an Maxwells
Gleichungen ab.
Ciao
Wolfgang Horn
Klangvoller Name und undurchsichtige Funktionsweise sind ideal fürs
Geschäft.
Hm. Man könnte die Antenne dielektrisch belegen. Das würde die
Bandbreite auch erhöhen. Letztlich ist eine Antenne ja nur ein 50 Ohm zu
377 Ohm Trafo. Wie wärs mit Styropor mit Aceton einschmelzen und dann
die Antennendrähte schön in durch die Pampe durchziehen und trocknen
lassen und das viele Male.
Wolfgang, kannst du zu meiner Frage
Beitrag "Suche WLAN-Antenne mit passender Tilt" etwas schreiben?
Hi, Abdul,
> Klangvoller Name und undurchsichtige Funktionsweise sind ideal> fürs Geschäft.
Hihi, genau!
Stimmt, ich habe noch keine Antenne gesehen, die ihren Gewinn (den
elektrischen, nicht den monetären!) aus der Nanotechnologie zieht.
Oder die mit "Bio" vermarktet worden wäre.
> Hm. Man könnte die Antenne dielektrisch belegen.
Klar. Konkreter Gedanken:
1. Koax-Antenne aus einem keramischen Resonator. Also kein
Lamda/Viertel-Koax, sondern eine Lamda/Viertel Koax-Resonator, dessen
Keramikmaterial ein Epsilon R von 30 oder mehr hat.
Speisung allerdings nicht im Mittelleiter, sondern den erden - und in
den Mantel speisen. Schlagende Vorzüge: Winzig klein, breitbandiger als
die Koax-Antenne, leicht, aus Bastelabfall billig herzustellen,
omnidirektional in der Horizontalen.
2. Kollineare Koaxantenne, wobei mehrere dieser Resonatoren in Reihe
geschaltet sind - und im Übergang von einem Resonator zum nächsten
Innen- und Außenleiter vertauscht werden.
Allerdings lässt mein Vorstellungsvermögen da eine Alarmglocke schrillen
- sehe ich die Stromverteilung aus der Sicht des Fernfeldes, ist das
fast wie Kurzschluss.
Ciao
Wolfgang Horn
Ach ja, Abdul,
> Wieder mal zu spät dran:> https://en.wikipedia.org/wiki/Nantenna
Ja, die war schon interessant. Mal sehen, ob die effizienter sein können
als der Elektronentransport, der im Chlorophyll-Molekül Fruchtzucker
entstehen lässt.
Ciao
Wolfgang Horn