Hallo,
mal eine mehr oder weniger hypothetische Frage zum vermutlichen
Evergreen-Thema "Server-Abwärme":
Im Keller eines Hauses steht 1 einzelner Serverschrank (19", 42HE) mit
mehreren Servern, dazu Switches und USV. Eine Klimaanlage braucht's
bisher nicht (alter Gewölbekeller durchgängig relativ kühl + optional
Frischluftkühlung mit verbautem "Ventilator" im Kellerfenster).
Statt die warme Luft der Geräte nur im Keller "verpuffen" zu lassen oder
ggf. in die Umwelt zu blasen, wäre es ja eigentlich charmant, wenn man
die irgendwie sinnvoll nutzen könnte - evtl. in irgendeiner Weise als
Heiz-Unterstützung?
[Habe mal von einer Startup-Firma gehört (Name will ich wg. Werbeverbot
nicht posten), die daraus wohl ein Geschäftsmodell zu machen scheint
(Serverschrank mit dezentralen Cloudservern zum Heizen nutzen). Sprich
völlig abwegig scheint der Gedanke nicht zu sein. :) Nur halt die Frage,
ab welchem Maßstab das Sinn macht.]
Das Gebäude ist ein Altbau mit konventioneller Heizung (also keine
Fußbodenheizung mit besonders niedriger Systemtemperatur) für
Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung.
Wäre da irgendwas Richtung Wärmepumpe denkbar / sinnvoll, falls die
Heizungsanlage mal erneuert wird? Zum Heizen des Gebäudes würde der
Serverschrank allein natürlich nicht reichen, aber lässt sich damit auf
lange Sicht evtl. Brennstoff sparen oder so, wenn man das irgendwie
einbindet?
Oder habt ihr noch andere kreative Ideen? :) Ich hatte z. B. noch die
Schnapsidee, Wasserkühlung für die Server zu installieren, die nach
draußen zu führen, unter der Einfahrt in Bahnen zu verlegen und damit im
Winter die Einfahrt schneefrei zu halten... :D
Grüßle!
AuslaufImGartenFürFreilaufdiode schrieb:> Eine Klimaanlage braucht's> bisher nicht (alter Gewölbekeller durchgängig relativ kühl + optional> Frischluftkühlung mit verbautem "Ventilator" im Kellerfenster).
Die Abwärmeleistung ist so gering, dass der Keller höchstens sinnvoll
temperiert ist? Dann nutzt das Gebäude die Abwärme bislang ja bestens.
Die anfallende Wärme aus dem Serverschrank mit einer Schaufel in kleine
Säcke füllen. Die Säcke dann während der kalten Jahreszeit öffnen und
sich an der Wärme erfreuen.
Du kannst diese Idee der Regierung vorstellen. Für solche
Spitzenvorschläge gibt es immer reichlich Subventionen (siehe
Solarmodule und Windräder).
-Wäsche dahinterhängen => Wäschetrockner gespart.
-Haus heizen, bei den jetzigen Temperaturen etwas sinnlos, aber im
Winter durchaus praktisch
-bei wassergekülten Rechnern einen Wärmetauscher einbauen und den
Sekundärkreislauf zur Warmwassergewinnung bzw Vorheizung benutzen,
braucht allerdings eine Leitung zum Wassererwärmer
Ich mag mich irren, aber der einzig sinnvolle Weg, zumindest einmal grob
die Zweckmässigkeit des Vorhabens zu prüfen, scheint mir zu sein, die
Gesamtleistung der Komponenten im Serverschrank, der Energiemenge
gegenüber zu stellen, die Du für Heizung benötigst. Dabei müsste auch
berücksichtigt werden ob Du mit Strom heizt oder nicht. Dann könnte man
mal weiter diskutieren.
AuslaufImGartenFürFreilaufdiode schrieb:> auf lange Sicht evtl. Brennstoff sparen
Solange der Keller dadurch geheizt wird, ist wenigstens die Wohnung
darüber nicht so fußkalt. Ansonsten sollte man mit warmer Luft gut
überlegt umgehen, da sie viel Feuchtigkeit aufnehmen kann, die sich dann
gern in kalten Ecken absetzt und Schimmels fördert!
Luft/Wasserwärmepumpe zum Heizen und Kühlen erfordert eine dafür
geeignete Heizungsanlage, die mit den niedrigen Temperaturen laufen
kann.
AuslaufImGartenFürFreilaufdiode schrieb:> Im Keller eines Hauses steht 1 einzelner Serverschrank (19", 42HE) mit> mehreren Servern, dazu Switches und USV.
Leistungsaufnahme im Betrieb = ?
Wenn du mal alles zusammenzählst - Wand/Fussbodedurchbrüche, Rohre,
Schalldämpfer, zusätzlicher Ventilator, Steuerung.... da kannst du
einiges an Heizöl für kaufen. Ob Produktion und Montage wirklich weniger
Energie brauchen, als sie nachher einsparen?
Wenn's ein Altbau ist, könntest Du eventuell einen ungenutzten Kamin
nehmen, um die Luft von da aus, in irgendeiner Wohnung loszuwerden.
Ist im Sommer aber kontraproduktiv.
Als Spielerei könnte man vielleicht einen Stirlingmotor mit der Abwärme
betreiben. Um den Wirkungsgrad zu erhöhen, müßte aber wohl noch eine
Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Die Wirtschaftlichkeit läßt sich ja
ausrechnen.
Ich habe auch so einen Serverschrank im Keller, und dessen Abluft wird
von unserer Belüftungsanlage angesaugt, die wiederum unser Warmwasser
macht. Klar, der Wirkungsgrad ist nicht umwerfend, aber die Abwärme wird
definitiv sinnvoller genutzt als wenn ich sie nur zum Fenster rauspusten
würde. :)
Alte Gewölbekeller sind meist nicht hermetisch abgedichtet und gerne
etwas feucht. Die Abwärme hilft die Temperatur im Keller über dem
Taupunkt zu halten, so daß es keinen Schimmel und Muff gibt.
Ist doch eine sehr sinnvolle Verwendung.