Es scheint, als sei es das einfachste der Welt, doch ich habe echt keine
Ahnung, wie ich meinen Mikrocontroller mit Strom versorge. Zunächst
natürlich über den PC, aber wenn ich das Programm fertig habe, will ich
ja nicht immer meinen PC anschließen, damit der controller funktioniert.
Kommt mir wenig sinnvoll vor.
Meine Google Suche hat leider nur komplizierte Schaltungen und Programme
zum Vorschein gebracht, bei denen mit dem Mikrocontroller die
Stromversorgung eines anderes Systems gesteuert wird.
Ein Blick in die Anleitung hat leider auch nicht viel geholfen. Ich habe
nur gefunden, dass ich 3,3 volt brauche. Aber wo legen ich die an???
Mir schwebt vor, dass ich beispielsweise eine Batterie (schon Klar drei
Batterien in Reihe und dann ein Spannungsteiler, um auf 3,3 zu kommen)
an den Mikrokontroller schließe, und dann mein eingespieltes Programm
läuft.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Einen Mikrocontroller solltest du immer mit einer geregelten Spannung
versorgen, dh. Batterie und Spannungsteiler ist keine tolle Idee.
Je nach Controller kann auch eine BrownOut Erkennung wichtig werden,
also wenn deine Spannung kurz absinkt, oder sehr niedrig ist.
Besser ist ein Spannungs-Regler wie zB. 78L33, oder ein DC-Wandler (zB
von Recom: R-783.3-0.5) - je nach dem wie deine Versorgung ist. Die
DC-Regler haben weniger Verluste (kosten aber ein bisschen mehr) und
werden daher kaum warm.
Wichtig wären folgende Grundüberlegungen:
- Strombedarf deiner Schaltung ?
- Versorgung stationär ? also zB mit Steckernetzteil
- oder mobil, also Batterien etc
Wenn du deine Schaltung stationär versorgen willst, dann wäre ein
USB-Steckernetzteil eine Idee, und dann die 5V auf 3.3V regeln, wie oben
beschrieben.
Wenn es mobil sein soll: es gibt von Adafruit ein interessantes
Platinchen: der PowerBoost 500. An diese Schaltung kannst du erstens
einen 3.7V LiPo Akku anschliessen und diesen mit 5V aus dem USB-Netzteil
laden - und zweitens liefert diese Schaltung 5V für die Versorgung
deiner Schaltung, dh. auch hier wieder einen 3.3V Regler einbauen.
Matthias D. schrieb:> Wenn du deine Schaltung stationär versorgen willst, dann wäre ein> USB-Steckernetzteil eine Idee, und dann die 5V auf 3.3V regeln, wie oben> beschrieben.
Der XMC2Go hat eine USB Schnittstelle. Könnte also direkt an das USB
Steckernetzteil angeschlossen werden.
Die 3,3V und GND liegen auf den Lötpins auf der Platine, wie in der
Anleitung zu sehen. Die gehen (soweit ich weiß) entweder rein oder raus,
d.h. bei USB-Versorgung liegen hier 3,3V an, wenn USB ab is kannst du
die Versorgung hier anlegen.
Von den USB 5V wird auf dem XMC2go direkt mit einem einfachen
Linearregler die 3,3V erzeugt,kannst du auch dem Schaltplan im Board
Manual entnehmen. Der verbaute Regler:
http://www.infineon.com/cms/de/product/power/supply-voltage-regulator/linear-voltage-regulators-for-industrial-applications/IFX54211MB+V33/productType.html?productType=db3a30444463ad6d01446452bd9d00f4
Der kann laut Website bis 18V und max 150mA, d.h. du könntest entweder
einen eigenen USB Stecker dranmachen oder direkt an den richtigen Pin
des Reglers dein Versorgungskabel anlöten.
(Wobei bei 18V vermutlich das ding wirklich etwas warm werden könnte).
Da der sowieso schon drauf ist, wäre ein eigener Regler eigentlich nur
bei höherem Strombedarf oder so nötig.
Edit: hoffe der link geht, war falsch
Carsten F. schrieb:> Es scheint, als sei es das einfachste der Welt, doch ich habe echt keine> Ahnung, wie ich meinen Mikrocontroller mit Strom versorge. Zunächst> natürlich über den PC, aber wenn ich das Programm fertig habe, will ich> ja nicht immer meinen PC anschließen, damit der controller funktioniert.> Ein Blick in die Anleitung hat leider auch nicht viel geholfen. Ich habe> nur gefunden, dass ich 3,3 volt brauche. Aber wo legen ich die an???
Das XMC2Go hat einen 3.3V Spannungsregler schon an Bord. Das ist der
kleine Käfer im SOT23-5 (ähnlichen) Gehäuse neben der USB-Buchse.
Konkret ist das ein IFX54211MB V33. Dieser Spannungsregler regelt die
ca. 5V vom USB auf die benötigten 3.3V und kann maximal 150mA liefern.
Du kannst also 5V an der USB-Buchse einspeisen, z.B. mit einem
USB-Netzteil. Zusätzliche Schaltungen von dir können die 3.3V am
Pinheader X1 abgreifen, so lange die 150mA Gesamtstrom nicht
überschritten werden.
Alternativ kannst du das XMC2Go auch mit einer Spannung von 3.3V
versorgen, die du am Pinheader X1 einspeist (Anschlüsse 3.3V und GND).
Woher du diese 3.3V beziehst, ist komplett deine Sache. Ein linearer
Spannungsregler a'la LM7833 oder LM317 geht genauso wie ein 3.3V
Stepdown-Modul aus der Bucht.
Der Spannungsregler auf dem Board wird dabei rückwärts betrieben, was
ihm - weil er ein LDO mit einem PMOS Passelement ist - nichts ausmacht.
Das einzige was du vermeiden solltest, ist der gleichzeitige Betrieb aus
5V vom USB und 3.3V über X1.
Vielen Dank für eure Hilfe. Dann kann ich ja auch einfach mein altes
Handyladegerät nehmen :D
Wegen der Wärementwicklung noch eine Frage. Wenn ich den XMC am PC habe
und ein wenig rumspiele (LEDs blinken lassen in unterschiedlicher
Geschwindigkeit, eine weitere LED an einen PIN anschließen) wird der
"XMC4200 Debug IC and UART to USB Bridge" Teil recht warm. Ist das
normal, oder sollte ich mir Gedanken machen? Das gute Stück ist nämlich
nicht nagel neu, da hat schon wer praktischer Weise Stiftleisten an die
Pins gelötet.
Das ist kein Problem, ist bei meinem ganz genau so (von Anfang an).
Der werkelt halt fleißig vor sich her wenn er am PC hängt und dauernd
Debug-Sachen bearbeitet oder zB den virtuellen Com Port benutzt.
Im Betrieb ohne PC sollte er also komplett kalt bleiben.
Habe ihn gerade an mein Handyladegerät gehangen und läuft kalt und
sauber :D
Schon witzig, wenn man einen Motor (mit externer Stromversorgung und PNP
Transistor) an einen LED Blinke Pin hängt.
==EDIT==
Gibt es eine Möglichkeit den Thread als gelöst zu markieren??