Hallo,
angeregt durch den folgenden Thread:
Beitrag "Bahnstrom - auf Bahnoberleitung pinkeln"
habe ich eine Frage, welche ich schon immer wissen wollte.
Warum funktioniert ein Phasenprüfer/Lügenstift?
Ich habe gute Birkenstocksandalen an und stehe auf Kacheln. Beides
höchstgradig isolierend. Trotzdem fließt ein Strom durch meinen Körper?
Ist das alles nur kapazitiv? Wie groß ist den meine Kapazität? :-) Wie
groß ist der Strom?
Gleiche gilt für Bahnstrompinkler. DAs ist doch saumäßig gut isoliert,
wenn ich nicht gerade ans Geländer lange, oder? Die Leitfähigkeit von
Asphalt soltle gegen null gehen oder?
Wenn ich eine Kachel als Stromleiter nehme, würdet ihr mich auslachen?
Kann mir jeamnd das etwas genauer erläutern?
Danke!
Joe schrieb:> Ich habe gute Birkenstocksandalen an und stehe auf Kacheln. Beides> höchstgradig isolierend. Trotzdem fließt ein Strom durch meinen Körper?> Ist das alles nur kapazitiv? Wie groß ist den meine Kapazität? :-) Wie> groß ist der Strom?
zu faul selber zu suchen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenpr%C3%BCfer
und ja für den kleinen Strom reicht deine Kapazität aus. Da muss kein
extra Strom durch die schuhe fließen.
Zitat Wikipedia: "Ein defekter Phasenprüfer, etwa bei fehlerhaftem
Vorwiderstand, könnte zu einem Stromunfall führen."
Welche Impedanz hat denn eigentlich so eine Glimmlampe?
Uhu schrieb:> Zitat Wikipedia: "Ein defekter Phasenprüfer, etwa bei fehlerhaftem> Vorwiderstand, könnte zu einem Stromunfall führen.">> Welche Impedanz hat denn eigentlich so eine Glimmlampe?
Im nicht gezündeten Zustand eine sehr kleine (Kapazität vielleicht ein
paar pF). Aber wenn sie zündet, wird sie mit einem Schlag sehr
niederohmig. Und das wird einem bei defektem Vorwiderstand zum
Verhängnis.
In einem meiner Bastelbücher aus Kindertagen (weiss nicht mehr, welches
das war) gab es sogar den "Trick", den Vorwiderstand durch ein Stück
Metallrohr zu ersetzen, um auch kleinere Spannungen zu erkennen...
Und immerhin den Hinweis, diesen sofort danach wieder einzusetzen :-)
H.Joachim S. schrieb:> In einem meiner Bastelbücher aus Kindertagen (weiss nicht mehr,> welches> das war) gab es sogar den "Trick", den Vorwiderstand durch ein Stück> Metallrohr zu ersetzen, um auch kleinere Spannungen zu erkennen...> Und immerhin den Hinweis, diesen sofort danach wieder einzusetzen :-)
Mit dem Buch hättest du heutzutage sämtliche Anwälte dieser Welt auf dem
Hals. Aber damals gab es eben noch Menschen, die mitdachten, was
passieren kann und die Experimente einzuschätzen wußten. Wenn heute bei
einem Ausmalheft nicht ein 50seitiger Gefahrenhinweis dabei ist, kriegt
man das gar nicht in den Laden :-)
Noch einer schrieb:> Nicht suchen. Selbst experimentieren.> Stell dich auf eine Holzleiter - dann funktioniert er nicht mehr.
Offenkundig nie selbst probiert.
Loser.
?!? schrieb:> Mit dem Buch hättest du heutzutage sämtliche Anwälte dieser Welt auf dem> Hals. Aber damals gab es eben noch Menschen, die mitdachten,
ja klar, deswegen gab es früher (TM) auch so wenig Unfälle, die
Lebenserwartung war ja so hoch, dass man sie regelmäßig durch Kriege
nachregulierten musste.
MaWin schrieb:> Noch einer schrieb:>> Nicht suchen. Selbst experimentieren.>> Stell dich auf eine Holzleiter - dann funktioniert er nicht mehr.>> Offenkundig nie selbst probiert.>> Loser.
Na ist doch logisch. Holz leitet doch viel schlechter als eine Kachel,
oder? ;-)
?!? schrieb:> MaWin schrieb:>> Noch einer schrieb:>>> Nicht suchen. Selbst experimentieren.>>> Stell dich auf eine Holzleiter - dann funktioniert er nicht mehr.>>>> Offenkundig nie selbst probiert.>>>> Loser.>> Na ist doch logisch. Holz leitet doch viel schlechter als eine Kachel,> oder? ;-)
Warum heißt sie dann Leiter, wenn sie kaum leitet?
Sie kann dann doch höchstens eine Halbleiter sein :(
Yalu X. schrieb:>> Warum heißt sie dann Leiter, wenn sie kaum leitet?>> Sie kann dann doch höchstens eine Halbleiter sein :(
Soll ich jetzt hier wirklich noch den Witz mit dem Abteilungsleiter und
dem Zitronenfalter bringen? :-)
MaWin schrieb:> Offenkundig nie selbst probiert.
Oder er hat's einfach nich gesehen, weil das Teil schon bei bessere
Erdanbindung nur recht schwach leuchtet.
Hab hier auch zwei Kandidaten, da musste selbst barfuß mit einer Hand
das Umgebungslicht abschirmen, um was zusehen :(
Peter II schrieb:> und ja für den kleinen Strom reicht deine Kapazität aus. Da muss kein> extra Strom durch die schuhe fließen.
Das kann nicht stimmen, denn das Licht der Glimmlampe ist ein realer
Verbrauch. Folglich muss dazu ein ohmscher Widerstand gegeben sein,
wenngleich er auch sehr hoch sein darf.
Ulrich F. schrieb:> Man kann sie als Z-Diodenersatz verwenden...> um 40V so ca.
Kenne das eher so um 60-70V. Und sie hat vor allem eine negative
Kennlinie, mit einem Diac, nicht mit einer Z-Diode vergleichbar.
0815 schrieb:> Peter II schrieb:>> und ja für den kleinen Strom reicht deine Kapazität aus. Da muss kein>> extra Strom durch die schuhe fließen.>> Das kann nicht stimmen, denn das Licht der Glimmlampe ist ein realer> Verbrauch. Folglich muss dazu ein ohmscher Widerstand gegeben sein,> wenngleich er auch sehr hoch sein darf.
Das war natürlich ein Gedankenfehler, sorry.
Wir hatten im Institut auch so ein paar Zweifler, die nicht glauben
wollten, dass es rein kapazitiv funktioniert. Wir haben dann einfach ein
230V DC Netzteil genommen es einseitig auf PE gelegt und dann den
Phasenprüfer an die andere Seite gehalten. Es hat natürlich nichts
geleuchtet. (Außer man berührt mit der anderen Hand den PE, aber das ist
nicht zu empfehlen).
Irgendwelche Kommentare zur Sicherheit usw spare ich einfach mal..
MaWin schrieb:> Noch einer schrieb:>> Nicht suchen. Selbst experimentieren.>> Stell dich auf eine Holzleiter - dann funktioniert er nicht mehr.>> Offenkundig nie selbst probiert.
Doch.
Der Arm ist dann zu kurz, um den Phasenprüfer noch in die Steckdose zu
bekommen ;-)
> Wir haben dann einfach ein 230V DC Netzteil genommen
Wolltet ihr damit jemanden veräppeln? Bei DC genügt natürlich nicht die
Kapazität der Körperoberfläche. Da kann der Glimmlampe höchstens einmal
kurz aufblitzen.
Stefan U. schrieb:>> Wir haben dann einfach ein 230V DC Netzteil genommen>> Wolltet ihr damit jemanden veräppeln? Bei DC genügt natürlich nicht die> Kapazität der Körperoberfläche. Da kann der Glimmlampe höchstens einmal> kurz aufblitzen.
Er schrieb doch, daß er damit den "Zweiflern" zeigen wollte, daß es ein
kapazitiver Effekt ist und kein ohmscher. Die Glimmlampe leuchtete
erwartungsgemäß bei DC nicht. Und genau das gleiche sagst du ja auch.
Joe schrieb:> Ich habe gute Birkenstocksandalen an und stehe auf Kacheln. Beides> höchstgradig isolierend. Trotzdem fließt ein Strom durch meinen Körper?
Deshalb enden wahrscheinlich die meisten Stromunfälle im Haushalt nicht
tödlich sondern mit einem Kribbeln in der Hand. In meiner ehemaligen
Mietwohnung hat irgendein elektrisch begabter Vormieter bei der Nullung
(FI-Schutzschalter gab es nicht) Phase und Null vertauscht. Beim
normalen Befüllen hat man nichts bemerkt. Eines Tages hatte ich aber
eine Hand am Wasserhahn und eine am deschirrspüler. Seitdem halte ich
beim Umzug erstmal den Lügenstift an die Steckdosen.
Der Phasenprüfer leuchtet auch auf, wenn man direkt an die Phase fassen
kann, ohne dass man was merkt.
Während meiner Ausbildung habe ich festgestellt, dass man mit
Sicherheitsschuhen auf Holzboden gar nichts spürt, der Phasenprüfer hat
aber deutlich geleuchtet, da habe ich dann aber nicht
weiterexperimentiert, da ich nicht auf den Darwin Award scharf bin, der
wurde erst zwei Jahre später etabliert. Hätte ich da einen Finger an der
Wand gehabt, wäre das vielleicht spürbar geworden.
Festgestellt habe ich es an einer Steckdose, die wir zur Ermittlung von
Kurzschlüssen an einer 250W Glühlampe in Serie angeschlossen haben, war
so ein kleiner Prüfstand bei uns, und da wird auch mit Messstrippen
gemessen, wobei ich dann mal versehentlich an die Phase kam, jedoch ohne
folgen.
Jedoch habe ich auf einer Zargesleiter mit Gummifüssen auf PVC-Boden
schon mal eine zentriert bekommen, das ist wieder die andere Seite. Man
sollte da nicht experimentieren. Habe ich nicht, hatte nur nicht
aufgepasst.
Der Phasenprüfer ist auch nicht geeignet, die Phase bei einer
Wechselschaltung zu finden, der leuchtet an jedem Draht, bei
Gleichspannung natürlich nicht, aber bei AC. Kapazitive Effekte eben.
Da nehm ich gerne mal ne Baustellenfassung mit zwei Drähten und ner 25
W-Glühlampe, und messe lieber mit Last gegen N, dann weiss ich, wo die
Phase anliegt.
Gegen PE kann man auch messen, aber es ist lästig, nach jeder Messung
den FI wieder einzuschalten :)
Deswegen heisst der auch Lügenstift. Ein Duspol ist da sehr viel
zuverlässiger, ein Multimeter dagegen wegen seiner Hochohmigkeit eher
nicht.