Hallo,
ich habe mit einem Flyback ein Problem.
Konkret, Vds vom MosFET steigt zu langsam, sodass die Primary Side
Regulation nicht korrekt funktioniert. Konkret es wird zum falschen
Zeitpunkt gesampelt.
Datenblatt vom Controller:
http://www.ti.com/general/docs/lit/getliterature.tsp?genericPartNumber=ucc28710&fileType=pdf
Referenzdesign vom Controller:
http://www.ti.com/lit/ug/sluub75/sluub75.pdf
MosFet:
http://www.mouser.com/ds/2/389/DM00115979-524654.pdf
Wenn man im Referenzdesign auf Seite 15 schaut, sieht man typische
Waveforms. Jetzt hänge ich meine mal an. Man sieht, dass Vds relativ
dazu langsam steigt. Ich habe über den Schalter nicht viel Strom, 200mA
Peakstrom etwa.
Mein erster Gedanke war: Hohe Vds kapazität. Zweiter Blick: Peak beim
Einschalten ist moderat. Kann also nicht mit der Kapazität sein, oder?
Zweiter Gedanke: Zulangsame Diode am Snubber: Nein, ist schon schnelle
Diode:
http://www.mouser.com/ds/2/348/rf2l6s-209817.pdf
3. Gedanke: Was ist denn das für ein komisches Scheppern an dem Vs vom
Regler? Bisjetzt keine Erklärung gefunden. Aux-Seitig hängt eine 4148
Diode (schon schnell) und Sekundärseitig eine Sch-Diode.
http://www.mouser.com/ds/2/427/ss1h9-106382.pdf
Liegt hier vielleicht der Hund vergraben?
4. Gedanke: Wieso hat der Shunt den so ein Dreieckssignal drauf?
Erklärung: Der Snubber ist auf 400V eingestellt, der Snubbert also noch
nicht. Was jetzt passiert, ist das Coss vom MosFet aktiv ist.
Hat jemand eine Idee, wie man Vds dazu bekommt, nach oben zu schießen?
Was könnte hier im Design falsch gelaufen sein, dass Vds und damit das
Sense Signal (Ch4) solangsam steigt?
-Michael
Auf Gefahr hin, dass ich vollkommenen Stuß schreibe.
Hast du deinen Trafo schon mal angeguckt. Ist das der richtige. Bei
Flyback ist der Luftspalt wichtig. Hatten hier in der Firma schon mal
ein anderes, aber ebenfalls komisches Problem und zwei Wochen
Fehlersuche betrieben, bis ich auf die Idee kam, den Trafo zu zerlegen
und festzustellen, dass der nicht nach Vorgaben gefertigt wurde(Es gab
keinen Luftspalt, obwohl es einen hätte geben müssen.).
Ja, Trafo ist vermessen, selbst ausgelegt, selbst gewickelt, Kern selbst
ausgewählt. Parasitäre Kapazität konnte ich nicht vermessen, ist aber
afaik überschaubar.
Einen fehlenden Luftspalt würde man hier erkennen, wenn man eine lineare
Stromanstieg am Shunt hat, der dann plötzlich exponenziell ansteigt.
Wenn ch4 die drain-source-Spannung darstellt, dann betreibst Du den
Regler mit viel zu kleiner Betriebsspannung. Zu erkennen an den
gekappten Oszillationen in der Totzeit zwischen Ende der Sperrphase und
folgender Durchflussphase. Ein solches Bild zeigt dass die primäre
Flyback-Spannung höher liegt als die Betriebsspannung. Vmtl hast Du den
Trafo für 230V gewickelt und willst erstmal mit kleinerer Spannung
antesten?!
Als erstes würde ich versuchen, hier mal in deutscher Sprache über
deinen Sperrwandler zu reden. Dann wären wir mit dem Problem lange
durch.
Über welchen Bauteilen liegen die Tastköpfe?
Welche Eingangs- und Ausgangsspannung?
Welcher Kerntyp, -Größe, Luftspalt, Kammern, Wicklungsart?
Anstiegs- und Abfallzeiten an GS des Mosfets?
Welche Schaltung?
Ch1: Gate
Ch2: Vout Sekundärseite
Ch3: CurrentSense (Shuntwiderstand 4.7 Ohm)
Ch4: VoltageSense (@IC)
Kern ist von Tridelta, MF106, 0.1mm Luftspalt EF16/8/5 Luftspalt 0.1mm
Kern sättigt definitiv nicht.
Anstiegs und abfallzeiten des MosFets siehe Datenblatt. Aber soviel:
Sehr schnell und auf Kapazität optimiert.
Aktuelle Vermutung, (muss aber nicht richtig sein):
Wickelung hat 200pF parasiätre Kapazität (verglichen mit ~16pF Mosfet).
Es wäre denkbar, dass die 200pF das dU/dt an VGs limitiert.
Michael H. schrieb:> Ja, exakt, das will ich, darf ich dass denn nicht?> Wenn nein, wieso nicht?
klar darftst Du da, ist ja ein freies Land hier. Nur wundere Dich nicht
wenn Du die Schaltung außerhalb des vorgesehenen
Betriebsspannungsbereiches betreibst und dann rätselhafte Dinge
passieren.