Doran S. schrieb:
> Meine Frage ist, ob diese Formel jedoch korrekt ist, bzw. wie man sie
> herleitet?
Ist nur eine Näherung für dämpfungsarme und vor allem passive DUT.
Wenn DUT z.B. ein Verstärker ist, hat S21 kaum noch etwas mit der
Impedanz des zu testenden Gerätes (= Device Under Test) zu tun.
Wenn DUT ein 50 ohm Abschwächer ist, mit z.B. S21=0,5, dann liefert die
Formel trotz perfekter Anpassung 25 Ohm.
Ein dämpfungarmes DUT wäre aber z.B. ein nicht zu langes Koaxkabel.
Christoph K. schrieb:
> Die Formel ergibt sich vermutlich aus den vier S-Parametern,
Nein, das ist schon nur S21, also das Verhältnis von rechts in das DUT
hineinlaufender Leistung und links aus dem DUT herauskommender Leistung,
wobei zu beachten ist, dass für die Berechnung der S-Parameter nicht
die Leistungen , sondern die Spannungen in Relation gesetzt werden.
Der rechts befindliche 50 Ohm Generator speist eine bestimmte Leistung
z.B. 1mW 0dBm in das DUT (z.B. ein Kabel) ein, wobei ein Bruchteil der
Leistung reflektiert wird, wenn sich der Wellenwiderstand des Kabels von
50 Ohm unterscheidet.
Diese eingespeiste Leistung wird mit V_R gemessen, wobei der
Richtkoppler dafür sorgt, dass die rücklaufende Leistung nicht gemessen
wird.
Die rücklaufende Leistung wird schliesslich im 50 Ohm Innenwiderstand
des Generators verheizt.
Am Ende des Kabels befindet sich eine weitere Stoßstelle, wenn sein
Wellenwiderstand vom dortigen 50 Ohm Abschlusswiderstand abweicht, und
deshalb wird dort wieder ein Teil der Leistung reflektiert, und allein
die Leistung, die dort herauskommt, wird vom V_T gemessen.
Die beiden gemesenen Leistungen werden auf die zu 50 Ohm gehörenden
Spannungen umgerechnet, die Spannungen durcheinander dividiert und
fertig ist S21.
Wie groß die zu bestimmten Fehlanpassungen gehörenden Reflexionen sind,
darf sich der TE selbst ausrechnen.
Im Prinzip genügt es dafür sich die Verhältnisse an einem
Spannungsteiler für Gleichstrom klar zu machen.
Ich finde allerdings, dass Betriebe, die ihren Azubis so schnuckelige
VNAs auf den Arbeitsplatz stellen, auch selbst in der Lage sein sollten
denen die Sachverhalte zu erklären.