Schlitz für Schiebepoti herstellen

Gast #4485349
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Hallo Foraner!

Wie würdet/habt Ihr die Schlitze für Schiebepotis hergestellt, ohne 
Fräsmaschine?

Ich denke darüber nach, entweder

-ein leicht ritzbares Kunststoff zu verwenden, ein
-Alublech mehrteilig  aneinanderzufügen, oder
-mit der Mechanik des 3D-Druckers eine Erodiermaschine zu basteln...

Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten? Aus Karton ginge auch noch, 
die mechanische Belastung hält sich ja in Grenzen...

Gruss Chregu
Gast #4485432
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Sven D. schrieb:
> Eine Reihe Løcher bohren und dann mit ner dünnen Feile ordentlich
> zurechtfeilen. Ist zwar ne Strafarbeit aber es geht. Aussägen/flexen in
> dem das Blatt nur soweit versenkt wird im Material das ein Schlitz
> passender Länge entsteht.

Würde ich auch so machen. Den Schlitz ordentlich anreißen und dann 
bohren und auffeilen. In Alu ist das doch schnell gemacht. Und je 
nachdem wieviel Mühe man sich gibt bekommt man das auch in beliebiger 
Genauigkeit hin.
Gast #4485668
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Christian M. schrieb:
> Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?

Loch bohren und mit einem passend breiten Nibbler eine Linie ziehen, 
macht man das von der Rückseite sieht es vorne gut aus.

Frontplattenfirma fräsen lassen.

Loch und Laubsäge und Schlitz glatt feilen.

Statt Erodierer einfacher einen Schlitzfräser bauen, Oberfräse und 
Führung.
Gast #4485974
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Nemesis schrieb:
> Laubsäge wurde ja schon gesagt, aber Schlüsselfeile (Pferd)
> kennt keiner?

Doch, natürlich. ;) Das Problem mit solchen schmalen Feilen bei längeren 
dünnen Schlitzen ist halt die optische Genauigkeit zu wahren. Das geht 
einfacher wenn auf der gesamten Strecke gleichzeitig "gefeilt" wird. 
Wenn das abzutragende Material nicht zu dick und widerstandsfähig ist, 
einfach ein Stückchen Alublech auf Schlitzlänge zuschneiden, gescheites 
Schleifpapier drum falten und schleifen anstatt zu feilen. Dann wird's 
gleichmäßig. Aussägen geht mit der Laubsäge. Die Schlitzenden mit der 
kleinen Vierkantfeile (je nach Breite Schlüsselfeile) feilen.
#4486195
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Also ich habe vor vielen Jahren ein Mischpult gebaut, auch mit 
Schiebepotis. Es war ein Alu-Pultgehäuse. Die Aussparungen habe ich mit 
einem weichen, spitzen Bleistift direkt am Gehäuse vorgezeichnet, und 
die ersten Löcher gebohrt und entgratet. Danach wurde die ganze 
Oberfläche mit transparentem Paketband überklebt. Und mit der Stichsäge 
(ohne Pendelhub) mit wenig Vorschub gesägt. Das Paketband schützt das 
Gehäuse vor Kratzern. Das Sägeblatt war ein sehr feines - eigentlich für 
Eisen gedacht. Abschließend mit passender Schlüsselfeile nachbearbeiten.
War ne Menge Arbeit, sieht aber hinterher recht gut aus.

Man kann das rohe Gehäuse auch vollständig mit Malerkrepp bekleben und 
hierauf die Aussparungen zeichnen.
Angehängte Dateien:
Gast #4486285
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Jonny S. schrieb:
> Also ich habe vor vielen Jahren ein Mischpult gebaut, auch mit
> Schiebepotis.

Sehr schöne Arbeit, Hut ab!

Mit Klebeband abkleben, anzeichnen und dann bohren/sägen/feilen, so mach 
ich sowas noch heute. Und ja, ich habe sogar drei Fräsmaschinen (1x CNC) 
doch ehe ich die eingerichtet habe, bin ich per Hand schneller. 
Allerdings sieht man Handarbeit auch immer irgendwie (zumindest meine). 
Nüscht ist so ganz perfekt. Dafür ist es Handmade ;-)

Ok, bei einem Dutzend Schlitzen würde ich heute die CNC nehmen, wenn das 
Teil drauf passt. (Ein Mischpult ganz bestimmt nicht) ;-)

Old-Papa
Gast #4486294
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MaWin schrieb:
> Chriss X. schrieb:
>> Flex, fertig!
>
> Alu, mit ner Flex, ja klar, warum posten hier immer Kindergartenkinder
> die noch nie etwas ausser einem Hammer aus Holz in der Hand hatten?

Das geht schon, allerdings nicht besonders gut. Da gebe ich dir recht.

Aber mit der richtigen Scheibe ist das nicht mehr sooo wild. Schleifen 
geht ganz gut, nur das Schneiden ist halt "Mist". Pferd hat z.B. ganz 
dünne Scheiben, mit denen kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Klar 
fliegen überall die spitzen Aluspäne rum, die gerne in Haut, Kleidung 
usw. stecken, aber mit der dünnen Scheibe halt nicht mehr so stark (ist 
ja auch logisch).

Aber klar, Flex ist von allen mitteln die schlechteste Wahl... Ich hab 
Alu auch nur geschnitten, weil es shcnell gehen musste und ich keine 25m 
Alublech mit der Handsäge schneiden wollte :)
Gast #4491050
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>> Alu, mit ner Flex, ja klar, warum posten hier immer Kindergartenkinder
>> die noch nie etwas ausser einem Hammer aus Holz in der Hand hatten?
>
> Daumen nach unten, Mister!

Ja-ja, der Herr Sommerhoff! Hier im Forum hat man sich mittlerweile
gewöhnt an seine fachlich durchwegs korrekten und informativen Beiträge,
die allerdings oft recht ruppig daherkommen. Immerhin beschimpft er
niemanden mit "Arschloch" (bereits gelöschtes Posting in diesem Thread).

Beitrag "Re: 6er Poti unverständlich."   ;-)
#4491727
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Hmmm.....also in der Zeit, die hier diskutiert wird, hätte er schon 100 
Schlitze mit Bohrmaschine, Laubsäge und Feile hergestellt.

Old P. schrieb:
> Und ja, ich habe sogar drei Fräsmaschinen (1x CNC)

Da komme ich nicht ran. Nur zwei Fräsmaschinen, dafür beide CNC :-)

Old P. schrieb:
> doch ehe ich die eingerichtet habe, bin ich per Hand schneller.

Das würde ich so nicht unterschreiben. Ich nehme zwar auch heute noch 
oft genug die Laubsäge in die Hand, aber für präzise 
Frontplattenausschnitte ist die Fräse doch schöner - zumal man direkt 
auch noch die Beschriftung eingravieren kann.

Aber im Rückblick kann ich behaupten, daß die Gehäuse aus meiner 
Laubsägen-und-Feilen-Ära auch nicht schlechter aussahen als heute 
gefräste.
Gast #4491808
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Walter T. schrieb:
>
> Old P. schrieb:
>> doch ehe ich die eingerichtet habe, bin ich per Hand schneller.
>
> Das würde ich so nicht unterschreiben. Ich nehme zwar auch heute noch
> oft genug die Laubsäge in die Hand, aber für präzise
> Frontplattenausschnitte ist die Fräse doch schöner - zumal man direkt
> auch noch die Beschriftung eingravieren kann.

Das ist auch mein Plan. Doch bei einem Mischpult (wie von einem User 
oben gezeigt) hätte ich Platzprobleme. Sogar auf den größeren normalen 
Fräsmaschinen.

> Aber im Rückblick kann ich behaupten, daß die Gehäuse aus meiner
> Laubsägen-und-Feilen-Ära auch nicht schlechter aussahen als heute
> gefräste.

Aussehen ist ja auch nicht alles ;-) Mir ist immer die möglichst 
perfekte Funktion wichtiger. Bisher steht meine CNC mehr oder weniger 
lustlos rum, ich muss mich erst in ein CAD-Programm einarbeiten. Das 
nehme ich mir immer vor, doch dann bin ich bei kleineren Sachen doch 
wieder mit Papier und Bleistift bzw. Bohrer und Feile schneller. Größere 
Projekte standen derzeit nicht an. Ok, ein Wohnwagen, eine 
Säulenbohrmaschine und zwei Drehmaschinen warten auf Restauration, doch 
die hebe ich auf keine Fräse.... ;-)
Aber wenn ich ab 2017 im (un)Ruhestand bin, ja dann..... ;-)

Old-Papa
Gast #4491919
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Old P. schrieb:
> doch ehe ich die eingerichtet habe, bin ich per Hand schneller.
bei einem Schlitz bist schneller, ab 5 Schlitzen wette ich mit dir, daß 
ich mit der CNC Fräsmaschine mindesten 2x schneller als du. :-)

Old P. schrieb:
> Bisher steht meine CNC mehr oder weniger
> lustlos rum, ich muss mich erst in ein CAD-Programm einarbeiten.
Schade...
#4491923
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Old P. schrieb:
> [...] ich muss mich erst in ein CAD-Programm einarbeiten [...]

OK, hieran erkennt man einen Generationenunterschied: Ich mache 
Papierskizzen (fast) nur noch zum Maße aufnehmen. Maßstabgetreue Skizzen 
entstehen unmittelbar danach im CAD.

Bei mir gilt auch mittlerweile der Grundsatz: Kein Teil ohne 
Zeichnung/Skizze! Eine maßstabgetreue (am besten 1:1) Skizze aus dem CAD 
kann ich dann beim eigentlichen "machen" dann immer danebenliegen haben 
und es ist auch kein Problem, wenn sie schmutzig wird - denn ausdrucken 
geht immer wieder.
Gast #4496205
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Für die Frontplattenbearbeitung habe ich mir eine "spezielle 
Hochleistungsmaschine" gebaut. In den USA ist das total verbreitet und 
als Router bekannt, hier sieht man das nicht so oft.

- Nimm einen alten Tisch
- Bohre ein Loch in die Tischplatte
- Schraube von unten einen Billig-Dremel-Verschnitt an die Tischplatte, 
und zwar so, dass das eingespannte Werkzeug senkrecht durch das Loch 
über die Tischplatte hinausragt
- Jetzt kannst du einen Frässtift einspannen und hast einen Router.

Du kannst dir dann auf der Tischplatte Führungen bauen. Ich mache das 
ganz einfach, indem ich Ikea-Rückwände (Presspappe) zurechtschneide und 
diese dann mit Schraubzwingen oder manchmal auch Nägeln auf der 
Tischplatte anbringe. Nun bohrst du ein Loch in deine Frontplatte, 
irgendwo auf dem Schlitz. Dann fädelst du das auf den Frässtift und 
kannst nun ganz entspannt entlang der Führung einen geraden Schlitz 
fräsen.

Von einer "professionellen" Fräsung kannst du das später nicht 
unterscheiden.
#4496219
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Gerhard schrieb:
> Für die Frontplattenbearbeitung habe ich mir eine "spezielle
> Hochleistungsmaschine" gebaut. In den USA ist das total verbreitet und
> als Router bekannt, hier sieht man das nicht so oft.


Hier gibt es das ebenso oft. Man nennt es Oberfräse mit Frästisch. Wird 
meist für Holzarbeiten verwendet. Mit dem richtigen Fräser kann man 
damit aber auch Alu fräsen.

:-) aber du bist bestimmt ein toller Erfinder :-)
Persönliche Seite #4496221
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Gerhard schrieb:
> In den USA ist das total verbreitet und als Router bekannt

Das nennt man hierzulande Fräse. Als handgeführtes Werkzeug für 
Holzbearbeitung heißt das Oberfräse, und die kann man auch umgekehrt 
in einen entsprechenden Fräsentisch einbauen.

(Das Netzwerkgerät wird im Englischen übrigens "ruter" ausgesprochen; 
der "rauter" ist o.g. Fräse)
Gast #4496237
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> OK, hieran erkennt man einen Generationenunterschied: Ich mache
> Papierskizzen (fast) nur noch zum Maße aufnehmen. Maßstabgetreue Skizzen
> entstehen unmittelbar danach im CAD.

  und bei der ganzen EDV "Ende Der Vernunft" geht vergessen dass man 
auch:
- Handskizzen masstabsgetreu hinbekommt
- Handskizzen kopier-, scan- & ausdruckbar sind

/A fool with a tool is still a fool./
(der Spruch und Tippfehler gehören den jeweilgen Autoren)

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