Hallo liebe Community,
als Elektroleihe hätte ich eine Frage bezgl. Bi-Metall Schaltern und
deren Spannungsbereiche.
Ist es prinzipiell egal ob ich den Schalter mit AC bzw. DC betreibe,
wenn die Strombelastbarkeit eingehalten wird?
Im Anhang habe ich ein Beispiel angegeben. Dort steht zwar nur die
Schaltleistung für AC aber beim Spannungsbereich wird keine spezielle
Spannungsart angegeben.
Vielen Dank für eure Hilfe.
LG Johann
Hallo,
es ist nicht egal, ob AC oder DC. Beim Schalten von AC durchläuft der
Strom ja einen Nulldurchgang, in dem ein eventueller "Lichtbogen"
erlischt. Bei DC geht das nur, wenn die Spannung hinreichend klein ist.
Meines Wissens sind Spannungen unter 48 V dann auch möglich.
Dadurch, dass der Schalter bei AC im Nulldurchgang schaltet, ist der
Kontaktverschleiß gering und die Lebensdauer entspricht dann eben dem
Datenblatt. Wenn man also DC damit schaltet, werden die Kontakte mehr
belastet, was bis zum Verschweißen führen kann. Du musst also eine
geringere Lebensdauer und frühere Störanfälligkeit in Kauf nehmen. Das
ist Deine Entscheidung (allen Bedenkenträgern zum Trotz).
dolivo
Hallo,
Johann schrieb:> Die Frage wäre also besser:>> Kann ich ein Bi-Metallschalter, der für AC ausgelegt ist, auch für DC> Spannung verwenden?
wenn es der Hersteller ins Datenblatt geschrieben hat ja, der kennt
nämlich den Aufbau und das Verhalten speziell beim Abschalten.
Die zulässigen Spannungen und Ströme sind dann meist merklich kleiner.
Den Grund hat ja Dieter S. (dolivo) schon geschrieben.
Gruß aus Berlin
Michael
Die normalen Lichtschalter für 230V AC kann man nur bis so etwa 30V DC
benutzen (Lichtbogen, wie bereits beschrieben). In den Datenblättern für
Relais findest du meist ähnliche Angaben. Ein 230V AC Relais eignet sich
nur für 30V DC.
Wenn nichts im Datenblatt steht, solltest du auch 30V DC annehmen.
@Dieter S. (dolivo)
>Dadurch, dass der Schalter bei AC im Nulldurchgang schaltet, ist der
Was? Der schaltet im Nulldurchgang? Ist ja was ganzn neues für
Bimetallschalter ...
Dieter S. schrieb:> Bei DC geht das nur, wenn die Spannung hinreichend klein ist.> Meines Wissens sind Spannungen unter 48 V dann auch möglich.
Typische Grenzspannung ist 30V. Um höhere Gleichspannung zu schalten,
könnte man auch ein passendes Relais nachschalten.
Harald W. schrieb:> Um höhere Gleichspannung zu schalten,> könnte man auch ein passendes Relais nachschalten.
Betonung auf passend, da muss man auch erst eines finden, das für höhere
Gleichspannungen/Ströme ausgelegt ist, da gibt es garnicht so viele.
Entscheidend ist immer das Datenblatt, mit "Bedenkenträger" hat das
absolut nichts zu tun.
Georg
Johann schrieb:> Danke für eure Antworten.> Wenn ich das richtig verstehe ist es dann allgemein schwer ein Bi-Metall> zu finden, was mehr als z.B. 10VDC schaltet?
Sorry, ich meinte 100VDC!
ja, offensichtlich.
Da die AC-Festigkeit von der Kontaktgeometrie (vorrangig dessen Abstand)
abhängt, und die DC-Festigkeit dabei weit drunter liegt, müsste man
einen Schalter finden, der eher für 2000VAC ausgelegt ist (wenn man die
üblichen Werte ins Verhältnis setzt). Und da wird das Angebot sicherlich
schon ziemlich eng.
Da isses vielleicht eher besser, eine rein elektronische Lösung mit
Schalttransistor zu wählen (bzw., wenn es unbedingt sein muß, mit dem
Bimetall einen Transistor ansteuern).
Und warum vertraust Du den Leuten nicht, die den DC-Spannungsbereich
eher bei 30 Volt oder 40 Volt sehen?
Sind die 100 Volt reines Wunschdenken, oder kannst Du das gut begründen?
acdc schrieb:> Sind die 100 Volt reines Wunschdenken, oder kannst Du das gut begründen?
Ich vermute eher, das ist seine Anforderung. Da gib es dann nichts zu
begründen ...