Jäger und Sammler schrieb:
> Naja und nach einem "Standard" oder Erfahrungswerte frage ich gerade.
Im Prinzip hast du doch schon die beiden wesentlichen Probleme völlig
richtig erkannt, vorallem fürs Hobby...
(1) Flüssige Elkos (also im Gegensatz z.B. zu Tantals) trocknen aus. Das
ist heute mit modernen Elektrolyten nicht mehr ganz so schlimm. Fünf
Jahre oder so kannst du einen Elko schon hinlegen. Bei empfindlichen
Anwendungen (viel Spannung oder viel Kapazität oder viel Strom) würd ich
eher frische bestellen.
(2) Kontakte gammeln. Das betrifft, wie du ja bemerkt hast, zuerst mal
lötbare Oberflächen, also Bauteilbeinchen. Bei bedrahtetem Kram hilft
meistens Fluxer/Ammoniak oder Schmirgelleinen, bei SMD-Bauteilen wird
das eklig. Das passiert aber gefühlt eher so nach einem Jahrzehnt bei
fragwürdiger Lagerung.
Und Kontakte hast du noch an anderen Stellen. Bei billigen
Potentiometern oder Tastern wird gerne mal der (Schleif-)kontakt
kratzig, Steckverbinder oxidieren und so weiter. Aber auch alles eher
Sachen, die ein Jahrzehnt dauern. Auch Leiterbahnen oxidieren ohne
Zinn/Lötlack und lassen sich dann nur noch fies löten. Das passiert aber
schon binnen einiger Stunden!
Für Hobby vermutlich nicht ganz so relevant:
(3) Bauteile nehmen Luftfeuchtigkeit auf, also sowohl ICs als auch
Leiterplatten. Beim Löten im Lötofen platzen die dann gerne mal. Ein
paar Stunden an der Luftfeuchtigkeit reichen auch da manchmal schon aus
und man muss die Teile dann ggf. ein paar Tage im Ofen bei moderater
Hitze wieder austrocknen.
Heißt für dich also: Bauteile kühl und trocken aufbewahren. Fummeligen
SMD-Kram (TQFPs und so) würd ich vielleicht mit einem Silicabeutelchen
in ne Tüte stecken.