Sn60Pb40-Kolophonium-Lot in Pastenform

Gast #4553542
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Hallo,

bei meinen Hobbyprojekten löte ich hin und wieder SMD-Teile von Hand. 
Bisher mit dünnem Lötzinn.

Würde es jetzt gerne auch mal mit einer Lötpaste probieren.

Gibt es solche Pasten in bleihaltig (zum Löten bei niedriger Temperatur) 
und ohne säurehaltige oder halogenhaltige Zusätze?

Ich suche also im Grunde ein Sn60Pb40-Kolophonium-Lot in Pastenform!

Kann jemand etwas in der Richtung empfehlen?
Gast #4553653
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Solche bleihaltige Lötpaste gibt es z.B. von Aoyue in Spritzenabfüllung. 
Der Händler, der hier in Deutschland Aoyue-Lötstationen vertreibt (Namen 
habe ich leider vergessen) hat diese Paste auch im Angebot.

Allerdings kann ich für den Privatgebrauch davon abraten, denn:
- Lötpaste muß gekühlt gelagert werden und ist sehr begrenzt haltbar
- Ein Dispenser ist schon sinnvoll (aber teuer), das Auftragen per Hand 
aufwendiger als normales Handlöten.
Gast #4553670
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Danke für die schnelle Antwort!

Sebastian schrieb:
> - Lötpaste muß gekühlt gelagert werden und ist sehr begrenzt haltbar

Wie lange ist sie denn bei ca. 4°C haltbar? Hält sie sich in Spritzen 
länger als in der Dose (Oxidation)?



> Solche bleihaltige Lötpaste gibt es z.B. von Aoyue in Spritzenabfüllung.

Das wäre ja optimal, um direkt an Ort und Stelle aufzutragen.


> Der Händler, der hier in Deutschland Aoyue-Lötstationen vertreibt (Namen
> habe ich leider vergessen) hat diese Paste auch im Angebot.

Habe ihn leider bis jetzt nicht gefunden.

Nur andere Hersteller/Produkte mit allerlei exotischen Inhaltsstoffen.


Ich möchte auf jeden Fall so löten, dass die Lötstellen nach Möglichkeit 
Jahrzehnte halten (Verbindungen, die ich vor Jahren mit Lötfett gelötet 
habe, bestehen z.T. heute nicht mehr wg. Korrosion. Das möchte ich 
vermeiden).
Gast #4553672
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such dir in der bucht oder bei Amazon
einfach mal eine beliebige no clean lötpaste in einer kleinen Abfüllung
raus und probier erstmal obs dir damit gefällt

einen teil der  geliefert pasteen den du pro Anwendung verbrauchen 
kannst in eine normale kleine 10ml spritze umfüllen dazu eine dicke 
kanüle
die kanüle kürzt du vorher mit der Diamant oder Korund trennscheibe
so auf 5mm länge dann kann man die paste ganz gut durchdrücken
kostet nen Euro in der Apotheke und spart den dispenser
#4553683
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> Ich möchte auf jeden Fall so löten, dass die Lötstellen nach Möglichkeit
> Jahrzehnte halten (Verbindungen, die ich vor Jahren mit Lötfett gelötet
> habe, bestehen z.T. heute nicht mehr wg. Korrosion. Das möchte ich
> vermeiden).

Lötfett hat in der Elektronik nichts verloren. Was stört dich am 
Handlöten mit 0,5mm Lötzinn? Paste macht nur bei Reflow Sinn und die 
Verarbeitung selbst mit Schablone grenzwertig. Da löte ich selbst 0,5er 
TQFPs lieber von Hand.
Gast #4553687
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No Clean ist also das Zauberwort!

Habe folgende Lötpaste gefunden, die meinen Forderungen wohl am nächsten 
kommt:

179°C 62Sn/36Pb/2Ag

Welche Wirkung hat das Silber und kann es irgendwie nachteilig sein 
(z.B. Lötkolbenspitze angreifen)?


Torben K. schrieb:
> Was stört dich am
> Handlöten mit 0,5mm Lötzinn?

Dass das zu verlötende Bauteil fixiert werden muss, damit es nicht an 
der Lötkolbenspitze kleben bleibt.

Bei Youtube habe ich gesehen, dass die Lötpaste anscheinend das Bauteil 
von selber fixiert. Das wäre für mich ein großer Vorteil.
#4553702
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> Bei Youtube habe ich gesehen, dass die Lötpaste anscheinend das Bauteil
> von selber fixiert. Das wäre für mich ein großer Vorteil.

Bei Reflow/Heißluft meistens, bei Lötkolben viel Glück. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Grabsteineffekt

Ansonstens hilft dir bestimmt das:
https://www.mikrocontroller.net/articles/SMD_L%C3%B6ten

Ein Pinn dünn verzinnen, etwas Flußmittel drauf, Bauteil mit Pinzette 
plazieren, Pad kurz aufschmelzen, Bauteil ausrichten, Rest wie gewohnt 
mit Lötzinn verlöten. Lötpaste erspart dir die Pinzette beim Löten 
nicht. Viel Spass ;)

Das Silber stört nicht, nur Cu-Zusätze mögen Lötspitzen nicht.
Persönliche Seite #4553711
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Armin schrieb:
> Würde es jetzt gerne auch mal mit einer Lötpaste probieren.

Schau bei eBay oder Aliexpress, gibt es für kleines Geld aus China. Ich 
hatte mal welche bei TME gekauft, war auch ok.

Lagerfähigkeit ist begrenzt, ich bestelle deswegen ca. alle Vierteljahr 
Nachschub; das Zeug aus China ist nicht teuer.

Was Kanülen angeht: entweder in die Apotheke, oder du fragst mal 
freundlich deinen Hausarzt, oder du bestellst im Praxisbedarf - da 
kostet eine Kanüle dann eher 1ct statt 1EUR.
Trennschleifer zum Kürzen geht natürlich. Ich zwicke sie immer mit dem 
Seitenschneider ab und biege sie dann wieder auf. Ist nicht so edel und 
präzise, aber schneller. Oder du schaust mal nach Laborkanülen, die 
werden schon stumpf geliefert.

Max
#4553939
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Armin schrieb:
> Welche Wirkung hat das Silber und kann es irgendwie nachteilig sein

Ich benutze solches Lot seit Jahrzehnten und nachteilige Wirkungen sind 
mir noch nicht aufgefallen. Im Gegenteil, es gibt eine schön glänzende 
Oberfläche der Lötstellen.
Der Hauptgrund für den Ag-Zusatz wird aber sein, dass es Bauteile mit 
versilberten Kontaktflächen gibt, bei denen man das Ablegieren dieser 
Versilberung verhindern möchte.
(Firma: port29 GmbH) Persönliche Seite #4553976
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Kannst du mal bitte etwas genauer sagen, was du mit der Lötpaste 
vorhast?

Ich kann dir leider nur von den Pasten abraten, die aus China kommen. 
Wenn du dir sorgen um irgendwelche Inhaltstoffe machst, dann sind solche 
Produkte eh nichts für dich.

Mir ist auch die Forderung nach bleifreier Paste in dem Zusammenhang 
etwas unklar. Klar hat die einen niedrigen Schmelzpunkt, aber bei einer 
neuen Produktion spielt das keine Rolle ob ich bis 235°C oder bis 250°C 
gehe.

Und natürlich kannst du auch mit Lötpaste und Heißluft löten. Einfach 
die Fläche erwärmen, dann funktioniert das schon problemlos.
#4553986
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> Gibt es denn eine Möglichkeit, Teile vor dem Verlöten gut zu fixieren?

Sekundenkleber, 2K-Harz, Silikon, etc.

Da du auf Teufel komm raus die üblichen, praxiserprobten Ratschläge für 
SMD nicht annehmen willst: Steig auf Reflow um. Da kannst du alle Teile 
in die Paste legen und dann im Ofen aufbacken.
Gast #4554111
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Ich habe vor kurzem die hier bekommen.
http://www.banggood.com/Wholesale-50g-Mechanic-Soldering-Solder-Welding-Paste-Flux-MCN-300-SMD-SMT-Sn63Pb37-Tool-p-50581.html

Mit der Heißluft klappt es ganz gut, SMD Teile zu verlöten. Ich musste 
natürlich die Luftmenge etwas runterstellen, aber die erste Versuchen 
haben ganz gut geklappt. Diese Paste ist auf jeden Fall kein Vergleich 
zu diesem scheiß Lötzinn aus China.
(Firma: port29 GmbH) Persönliche Seite #4558186
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Sorry, aber wenn die ganze Welt die Lötpaste kühlt und max. ein halbes 
Jahr lagert damit diese gut funktioniert, dann kann ich mir kaum 
vorstellen, dass dieser Hersteller so ein Produkt mit den gleichen 
Eigenschaften hat. Entweder ist die Paste doch nicht so gut oder dort 
wird eine andere Chemie verwendet, die u.U. schädlich ist.
(Firma: port29 GmbH) Persönliche Seite #4558261
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Torben K. schrieb:
> Was ist eigentlich in der Lötpaste, das eine Kühlung erfordert? Bzw. was
> macht diese nach einiger Zeit unbrauchbar?

Also unbrauchbar macht sie nichts, die 6 Monate ist ähnlich wie das mhd. 
bei Lebensmitteln. Wenn beim Löten etwas schiefgeht, dann muss man einen 
kostspieligen Rework Prozess hinzufügen. Und das kostet. Liegt es an der 
Lötpaste, haftet der Hersteller dafür.

Problematisch sind zwei Effekte. In der Paste sind organische Harze. 
Diese Harze ziehen Wasser an. Das hat dann die gleichen Auswirkungen, 
wie der Popcorn Effekt. Außerdem aktivieren sich nach und nach die Harze 
auch bei Raumtemperatur. Die Lötpaste wird dann schlecht und fließt 
nicht mehr so.

So kann es passieren, dass statt einer Lötkugel sich mehrere bilden. 
Oder man am Ende auf der Lötkugel mehrere kleine weitere Lötkugeln hat.

Ich muss mal schauen, bei Interesse kann ich gerne ein Foto von einem 
solchen Board hier posten.
#4558900
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> Die wollen anscheinend nichts verkaufen. Dort stehen keine Preise?!

Ist ja auch kein Webshop, nicht bei allen Firmen stehen die Preise an 
den Produkten. Einfach per Mail anfragen. Liegt glaube ich bei etwa 20€ 
für eine 200g Dose.

Die haben glaube ich ein Patent auf ihre Paste, jedenfalls klappt das 
seit längerm bei mir gut mit der Paste ohne Kühlschrank. Ist einfach 
praktisch wenn mann das Zeug auch am Platz stehen lassen kann und nicht 
erst lange rumkneten muß damit es die richtige Temperatur hat.

Ich hatte mal vor längerer Zeit eine Paste die kurz vor dem 
'Verfallsdatum' stand vom Bestücker vor Ort günstig bekommen. Die 
Ergebnisse waren grauslig, zwar keine 'Grabsteine' aber viel 
Nachlötarbeit.
Gast #4558971
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Kein Webshop hin oder her. Wenn ich etwas verkaufen will und auch, wenn 
es nur per Mail ist, schreibe ich doch Preise dran. Sonst klickt man 
weiter und sucht sich den nächsten Anbieter, um vergleichen zu können. 
Genau so ist es doch.
Andernfalls: Was wird wohl die meistgefragte Frage sein!? Hmmm... 
Schwer...
Es weckt eigentlich nur den Verdacht, man hätte etwas zu verheimlichen, 
denn man macht die Preise wie man lustig ist. So, wie es z.B. auch bei 
manchen Anbietern andere Preise je nach Endgerät gibt (Windows-Rechner 
vs. Obst-Tablet).
(Firma: port29 GmbH) Persönliche Seite #4558987
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Fred schrieb:
> Es weckt eigentlich nur den Verdacht, man hätte etwas zu verheimlichen,
> denn man macht die Preise wie man lustig ist. So, wie es z.B. auch bei
> manchen Anbietern andere Preise je nach Endgerät gibt (Windows-Rechner
> vs. Obst-Tablet).

In der Industrie sind Preise, naja, so eine Sache.....

Kommt ein Endkunde, muss der Hersteller Endkunden-Support und kleine 
Mengen anbieten. Beim B2B nehme ich größere Mengen ab und wenn ich 
Support brauche, dann ist dieser auf einem ganz anderen Niveau.

Und dann verhandelt man eben über den Preis der Ware.

Da macht es keinen Sinn irgendwelche UVP-Preise anzugeben, die am Ende 
eh bedeutungslos sind.
#4559071
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Max G. schrieb:
> Du bist echt lustig. Auf dem Banggood-Produktfoto springen einen die
> chinesischen Schriftzeichen ja schon an.
>
> Genau das Zeug hatte ich übrigens via Aliexpress (oder eBay?) direkt aus
> China. Funktionierte perfekt, nur nach dem Öffnen war sie nach ca. 2
> Wochen hinüber. Das ist aber nichts Ungewöhnliches.
>
> Max

Der Einzige,  der hier lustig ist,  bist du. Ich habe nur meine 
Erfahrungen mit dem Zeug gepostet und ja,  ich lagere sie im 
Kühlschrank. Es ist schon paar Monaten  her als ich sie geöffnet habe 
und sie ist immer noch flüssig. Da es aber um die Chinasachen handelt, 
kann man da die gleiche Qualität leider nicht erwarten. Übrigens,  ich 
habe bangood gepostet,  weil ich dort gekauft habe und nicht,  weil ich 
irgendwelche Werbung für den Laden mache. Es ist jedem selbst 
überlassen,  wo er solche Waren bezieht.
Gast #4560552
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Um nochmal auf die Paste zurückzukommen, die ohne Kühlung frisch bleiben 
soll (die von Solderchemistry): Da gibt's ja mehrere zur Auswahl. Mit 
Halogene, ohne Halogene, wasserlöslich, besonders zukunftsweisend, etc. 
und was noch alles. Welche sollte man denn für ganz stinknormale 
SMD-Bestückungen verwenden, wenn man "Standardpaste" gewöhnt ist? Welche 
ist die preiswerteste, bzw. welche ist oben mit "20 Euro je 200 
Gramm-Dose" gemeint? Würde die nämlich gerne mal testen.
#4564137
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Lässt sich so gererell nicht sagen. SC126 und SC 127sollte eigentlich 
problemlos gehen. Kostet so 28€ die Dose (die 20€ war so im Gedächtnis)
Eine komplette Preisliste habe ich auch nicht.

Die SC111 hat wasserlösliches Flussmittel und wird für Finepitch 
empfohlen. Habe ich aber noch nicht probiert. Einfach mal die 
Datenblätter anschauen.

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