Neuerdings bekomme ich lauter Spam, bei dem angeblich der Absender
identisch mit der Empfänger Adresse ist, also meine eigene E-Mail
Adresse. Dadurch kommt praktisch aller Spam durch, der zuvor eigentlich
immer von web.de abgefangen wurde.
Ist das bei euch auch so? Oder muss ich mir jetzt sorgen machen, dass
mein Account oder ein Gerät das ihn nutzt gehackt wurde? Ich würde ja
mal das Passwort ändern, aber dazu müsste ich erst mal ziemlich weit
fahren, weil mein Solardatenlogger den ich nicht hier habe auch diesen
Account nutzt um seine Daten per Mail zu verschicken. Die Fritzbox hat
die Login Daten auch, aber die habe ich eigentlich immer auf dem
aktuellsten Stand.
Ist mir in letzter Zeit auch aufgefallen, dass zunehmend Spammails mit
meiner eigenen e-mail Adresse als Absender auftauchen... scheint wohl
der neue Universalschlüssel zu sein, um die Spamfilter auszutricksen.
Michael S. schrieb:> scheint wohl> der neue Universalschlüssel zu sein, um die Spamfilter auszutricksen.
Neu nicht aber grad verbreitet. Einfach den Filter anpassen und schon
ist wieder Ruhe.
Das gibts doch schon seit es Spam gibt. Aber Spamfilter arbeiten nach
mehr Kriterien als nur die Absenderadresse. Dennoch ist der Absender
"noch" als vertrauensvoll eingestuft worden.
Stephan S. schrieb:> aber dazu müsste ich erst mal ziemlich weit> fahren, weil mein Solardatenlogger den ich nicht hier habe auch diesen> Account nutzt um seine Daten per Mail zu verschicken.
Kein SSH-Zugriff vorhanden?
Stephan S. schrieb:> bei dem angeblich der Absender> identisch mit der Empfänger Adresse ist, also meine eigene E-Mail> Adresse.
Du kannst als Absender jeden Müll reinschreiben, den du willst. Es muss
nur eine gültige Mailadresse sein. Einige Provider prüfen vorm Versand,
ob der Absender zum Mailkonto passt, aber lange nicht alle.
Stephan S. schrieb:> Dadurch kommt praktisch aller Spam durch, der zuvor eigentlich> immer von web.de abgefangen wurde.
Schaffen es die Helden von web.de denn nicht, ihre eigenen Mailserver zu
kennen??? Ein Server aus China wird wohl kaum eine Mail mit Absender
...@web.de versenden dürfen.
K. L. schrieb:> Ein Server aus China wird wohl kaum eine Mail mit Absender> ...@web.de versenden dürfen.
Genau das kann web.de tatsächlich nicht wissen. Es ist völlig zulässig,
dass ein Service-Provider in der Mongolei dir einen Dienst anbietet, der
Mails mit deinem Absender verschickt. Web.de kann das also nur als Indiz
für Spam werten, nicht als sichere Erkenntnis.
Spamfilter zu dressieren ist eine klitzlige Sache. Zu viele false
positives entwerten ihn völlig, weil du dann neben dem normalen
Posteingang immer auch den Spamorder durchforsten musst.
Ben B. schrieb:> Ich hab die eigene Adresse schon vor vielen Jahren auf die Blacklist> gesetzt. Einfache Sache und man ist das Problem ein für allemal los.
Dann müsste ich aber eine neue Adresse anlegen die ich für meinen
Datenlogger und für die Fritzbox benutze. Würde ich lieber vermeiden.
Stephan S. schrieb:> Ben B. schrieb:>> Ich hab die eigene Adresse schon vor vielen Jahren auf die Blacklist>> gesetzt. Einfache Sache und man ist das Problem ein für allemal los.>> Dann müsste ich aber eine neue Adresse anlegen die ich für meinen> Datenlogger und für die Fritzbox benutze. Würde ich lieber vermeiden.
Warum?
Normalerweise kannst Du mehrere Kriterien festlegen, die beliebig
kombiniert werden können (logisches UND/ODER/EXOR usw.) um eine E-Mail
als SPAM einzustufen.
Wenn also bspw. der Betreff der Logger-E-Mail immer derselbe ist, kannst
Du den Titel mit logischem "und nicht" verknüpfen und schon geht die
durch :-)
Ich empfehle in die Mail sourcen zu schauen. Die Mailserver fügen
normalerweise Header hinzu woher sie die Mails empfangen haben (domain +
IP). Ausserdem empfehle ich nur E-Mail Dienste zu verwenden, die DMARC,
DKIM, SPF und DNS-Sec unterstützen. ( Abgesehen von DNS-Sec hab ich das
bei meinem eigenen Server auch schon eingerichtet, es ist also definitiv
einfach genug für ernstzunehmende Unternehmen, web.de gehört nicht dazu
)
Daniel A. schrieb:> Ausserdem empfehle ich nur E-Mail Dienste zu verwenden, die DMARC,> DKIM, SPF und DNS-Sec unterstützen.
Wer nach allen Seiten offen sein will, der kann nicht ganz dicht sein.
Glückwunsch, wenn ihr es euch leisten könnt, nur von ausgewählten Leuten
Mails zu empfangen und den Rest unter den Tisch fallen lassen könnt.
Nicht jedes Unternehmen kann das.
A. K. schrieb:> Glückwunsch, wenn ihr es euch leisten könnt, nur von ausgewählten Leuten> Mails zu empfangen
Du hast vermutlich noch nicht ganz durchschaut, wie die Technologien
funktionieren. Wenn man DMARC, DKIM, und SPF nutzen kann man natürlich
immernoch Mails von Personen emfangen & senden die diese Technologien
nicht nutzen. Man stellt damit anderen Mailservern, die diese
Technologien nutzen lediglich eine Möglichkeit bereit zu prüfen, ob die
Mails tatsächlich von den angegebenen Mailservern kommen und der Inhalt
nicht manipuliert wurde. Ein Mailserver der dies nicht kann, wird
einfach keine überprüfung durchführen und die Mails kommen trotzdem an.
Umgekehrt kommen auch Mails von Servern ohne SPF, DKIM und DMARC Records
im DNS Server an, weil der andere Server ja dann automatisch weiss, dass
er diese Überprüfung nicht durchführen kann. Der Witz ist, wenn jemand
den Absender ändert, und derjenige der angegeben wurde hat einen
korrekten SPF Eintrag, dann kann der andere Mailserver sehen, das von
dem Server die Mail nicht kommen darf.
SPF: Ein DNS TXT/SPF eintrag, mit dem man anderen Mailservern mitteilen
kann, welche IPs und Domains berechtigt sind Mails von der eigenen
Domain zu senden. Das sind für gewönlich nur die eigenen Server.
DKIM: Ein Headerfeld das beim Senden von Mails hinzugefügt wird und
anderen Mailservern eine Verifikation mit dem Public Key erlaubt der als
TXT Record im DNS Server hinterlegt ist. Dies erlaubt anderen
Mailservern zu prüfen ob der Mailinhalt (Header vor dem DKIM Header
ausgenommen) manipuliert wurde.
DMARC: Ein DNS Eintrag der anderen Mailservern sagt, was diese tun
sollen, falls diese DKIM und SPF überprüfen und die Überprüfung
fehlschlägt und wem das zu melden ist. Theoretisch sollte ich also eine
Mail bekommen, wenn jemand versucht unter meiner E-Mail eine Mail an
z.B. GMail zu senden.
So nebenbei, web.de hat keinen DMARC Record, aber einen SPF Eintrag. Ob
sie einen DKIM Eintrag haben kann ich nicht sagen
web.de text = "google-site-verification=No4jlUg2OIV7IsI2UF0v792Q8HgI9Brnp7qary1nMAQ"
Die Mails müssten von einem dieser IPs kommen, vieleicht kommen Sie also
von anderen web.de Usern, oder jemand ist in einen der IP Bereiche
reingekommen, oder jemand nutzt IP Spoofing.
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