Gast
#4578039
Hallo zusammen, ich mache mir gerade Gedanken über die Auslegung eines Anti-Aliasing Filters, den ich vor mein Tektronix-Oszi schalte. Gemäß dem Theorem von Nyquist muss ein Signal mindestens doppelt so schnell wie seine höchste requenzkomponente abgetastet werden, damit es genau und ohne Aliasing ekonstruiert werden kann. Im "Oszi-ABC" von Tektronix habe ich dazu aber folgendes gefunden: "Dieses Theorem setzt jedoch eine unbegrenzte Speichertiefe und ein kontinuierliches Signal voraus. Da kein Oszilloskop eine unbegrenzte Speichertiefe hat und Glitches per Definition nicht kontinuierlich sind, ist eine Abtastrate, die nur doppelt so hoch ist wie der höchste Frequenzanteil, in der Regel nicht ausreichend. In der Praxis hängt eine genaue Signalrekonstruktion sowohl von der Abtastrate als auch von der Interpolationsmethode ab, mit der die Leerräume zwischen den Abtastpunkten aufgefüllt werden. Bei einigen Oszilloskopen können Sie entweder die Sin(x)/x-Interpolation zum Messen von sinusförmigen Signalen oder die lineare Interpolation für rechteckförmige Signale, Impulse und andere Signaltypen auswählen. Zur genauen Rekonstruktion mithilfe der Sin(x)/x-Interpolation sollte das Oszilloskop eine Abtastrate haben, die um mindestens 2,5 mal höher ist als der höchste Frequenzanteil des Signals. Bei der linearen Interpolation sollte die Abtastrate um mindestens 10 mal höher sein als der höchste Frequenzanteil des Signals." Was ich aktuell mache: Ich taste ich ein Rechtecksignal ab, und lasse mir die Abtastpunkte per Schnittstelle an meine Auswertesoftware schicken. Die Auswertesoftware interpoliert die Datenpunkte nicht, sondern betrachtet nur die tatsächlich vorhandenen Abtastpunkte. Für die Darstellung auf dem Oszi nutze ich die oben beschriebene lin. Interpolation. Meine Frage an dieser Stelle: Ist für mich die 10x höhere Abtastrate überhaupt relevant, wenn mich die Interpolation nicht interessiert? Oder kann ich für meinen Zweck die übliche fab > 2 fs Regel nutzen? Viele Grüße