Hallo,
eine grundsätzliche Erklärung:
In der allgemeingültigen Formulierung des Induktionsgesetzes
wird vorausgesetzt, dass die Umlaufrichtung und die Fläche rechtshändig
miteinander verknüpft sind.
Wir orientieren die Fläche nun so, dass ihre Normale mit der Richtung
des B-Feldes übereinstimmt (Daumen der rechten Hand in Richtung des
Betrachters). Dann müssen wir im Gegenuhrzeigersinn integrieren.
Innerhalb des (nicht bewegten) Drahtes ist das E-Feld gleich null, da
der Leiter stromlos ist. Also kommt nur außerhalb des Drahtes, zwischen
den Klemmen, ein Beitrag zum Ringintegral über das E-Feld zustande. Es
gilt für diesen speziellen Fall:
Das Minuszeichen kommt dadurch zustande, dass wir entgegen der
Pfeilrichtung von u integrieren*.
Das räumliche Integral über die Flussdichteänderung ist hier gleich groß
wie die Flussänderung, da sich der Flächenrand mit der Zeit nicht
ändert. Da wir die Flächennormale so gelegt haben wie das B-Feld, müssen
wir kein weiteres Vorzeichen beachten. Es gilt also:
Beim Einsetzen der Teilergebnisse in das Induktionsgesetz ergibt sich:
Viele Grüße
Michael
*Die Pfeilrichtung gibt letztlich an, in welcher Richtung wir das
Messgerät einbauen (Pfeilbasis = roter Anschluss des DVM, Pfeilspitze =
schwarzer Anschluss des DVM).