Hi,
ich habe hier 2 identische Platinen. Bei einer ist ein SMD Kondensator
abgerissen. Ich habe den C von der anderen Platine entfernt und
gemessen. Es sind 24,5uF. Von anderen Platinen habe ich nach viel Zeit
und Aufwand einen Kondensator mit 22,5uF ab bekommen. Ist diese Toleranz
IMMER ok oder in einigen Fällen zu groß ?
> Ist diese Toleranz IMMER ok oder in einigen Fällen zu groß ?
Das haengt von der Schaltung ab. In 99% der Schaltungen duerfte das in
Ordnung sein. Seltene Ausnahmen sind aber denkbar.
Allerdings gibt es bei Kondensatoren noch ganz andere Dinge an denen sie
sich unterscheiden.
Olaf
Ich bin verwirrt. Was kann denn passieren? Wenn der C die Spannung nicht
aushält, ok - aber was noch? ... Mal angenommen der ursprüngliche C ist
bis zu 50V ausgelegt und ich pflanze einen rein, der bis zu 75V
ausgelegt ist, dann ist doch gut?! oder nicht?!
Supergirl schrieb:> Und ich rede von einem ~24,5uF Keramik SMD Kondensator.
vermutlich 22µF/25V in 1210 - ist ne seit Jahren übliche Größe. Das
einzige, was passieren kann ist, daß neuerdings diese Sorte in 1206 oder
gar in 0805 gebaut wird.
Ansonsten: die Kapazität ändert sich mit angelegter Spannung und
Temperatur merklich. Das sollte aber kein Problem bei Stützkondensatoren
sein, also bei allem, was bloß zum Glattmachen von irgend einer
Versorgungsspannung benutzt wird.
W.S.
Nixblick schrieb:> Ist diese Toleranz IMMER ok oder in einigen Fällen zu groß ?
Es gibt genau Bauelemente und es gibt ungenaue.
Genaue Kondensatoren verwendet man beispielsweise bei Filter- und
Zeitgeberschaltungen.
Da hätte man deinen Elko nicht verbaut, also ist er an einer Stelle
montiert, bei der es nicht so genau drauf ankommt.
Du kannst an seiner Stelle sicher 22uF oder 47uF Elkos verbauen, selbst
wenn die 22uF die üblichen -20% Toleranz haben, also bloss 17.6uF
hätten.
Ein 10uF Elko könnte jedoch schon zu Veränderungen führen.
Ok die Kapazität sinkt, ABER ... inwiefern ist das jetzt problematisch
beim Einsetzen eines anderen 22uF Kondensators? ... ob sich die
Kapazität beim einen oder beim Andern ändert ist doch Jacke wie Hose?!
Ich verstehe die Anspielung nicht, dass es mutig wäre, einfach einen
Kondensator gegen einen anderen einzutauschen, der jedoch die gleiche
Kapazität hat....?!
Ich sage ja, die ausgelegte Spannung des C muss stimmen. zumindest soll
sie nicht niedriger sein, als die des ursprünglichen C, aber was noch?!
Supergirl schrieb:> Ich sage ja, die ausgelegte Spannung des C muss stimmen. zumindest soll> sie nicht niedriger sein, als die des ursprünglichen C, aber was noch?!
das die angegebene Spannung nicht bis an die Grenze ausgereizt wird.
6V SMD KerKo mit 5V
in meiner Aktivbox 63V= ElKo (berechnet zu 220V~ Netzspannungszeiten
heute bis 253V~ da kann die Spannung am ElKo über 63V gehen!)
Supergirl schrieb:> Ok die Kapazität sinkt, ABER ... inwiefern ist das jetzt problematisch> beim Einsetzen eines anderen 22uF Kondensators? ... ob sich die> Kapazität beim einen oder beim Andern ändert ist doch Jacke wie Hose?!> Ich verstehe die Anspielung nicht, dass es mutig wäre, einfach einen> Kondensator gegen einen anderen einzutauschen, der jedoch die gleiche> Kapazität hat....?!>> Ich sage ja, die ausgelegte Spannung des C muss stimmen. zumindest soll> sie nicht niedriger sein, als die des ursprünglichen C, aber was noch?!
Ja da gibts halt noch mehr Parameter. Zum Beisipiel:
- die schon genannte Spannungsfestigkeit
- Der ESR
- Die Rippelstrombelastbarkeit
- ESL
- Spannungskategorie (wie X2)
- Art des Kondensators (Tantal, Kerko, Elko...)
- Frequenzgang
- Gehäuseform
- Temperaturbelastbarkeit
- Pulstbelastbarkeit
Und so einiges mehr.
Drum die Frage, wo das genau drin war.
Wenn jetzt z.B. der ESR zu groß ist, kann die Schaltung nach dem Tausch
möglicherweise nicht mehr funktionieren.
Ist er viel zu klein, kann sie schwingen.
Ist die Kategorie falsch, kann das ein Sicherheitsrisiko sein.
Die die Rippelstrombelastbarkeit zu klein, fliegt er dir um die Ohren.
...Und vieles weitere mehr.
Drum gibts ja soviele verschiedene Kondensatoren ;-)
Was war denn für einer GENAU drin (Foto hilft!)? Welchen Zweck hatte er?
Dann kann man einen Ersatztypen vorschlagen. Nur mit Kapazität und
Spannung halt nicht, das ist zu wenig.
Gästchen schrieb:> Ja da gibts halt noch mehr Parameter. Zum Beisipiel:> - die schon genannte Spannungsfestigkeit> - Der ESR> - Die Rippelstrombelastbarkeit> - ESL> - Spannungskategorie (wie X2)> - Art des Kondensators (Tantal, Kerko, Elko...)> - Frequenzgang> - Gehäuseform> - Temperaturbelastbarkeit> - Pulstbelastbarkeit> Und so einiges mehr.> Drum die Frage, wo das genau drin war.>> Wenn jetzt z.B. der ESR zu groß ist, kann die Schaltung nach dem Tausch> möglicherweise nicht mehr funktionieren.> Ist er viel zu klein, kann sie schwingen.> Ist die Kategorie falsch, kann das ein Sicherheitsrisiko sein.> Die die Rippelstrombelastbarkeit zu klein, fliegt er dir um die Ohren.> ...Und vieles weitere mehr.>> Drum gibts ja soviele verschiedene Kondensatoren ;-)>> Was war denn für einer GENAU drin (Foto hilft!)? Welchen Zweck hatte er?> Dann kann man einen Ersatztypen vorschlagen. Nur mit Kapazität und> Spannung halt nicht, das ist zu wenig.
Oh :-) Ok. WoW das war ausführlich. Wahnsinn, das hätte ich nicht
gedacht. Vielen Dank!
Ich versuche einfach mein Glück. Wird schon schief gehen :-)